{"id":30568,"date":"2023-11-27T13:46:25","date_gmt":"2023-11-27T11:46:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2023\/11\/polizei-dkb-hkk-ha-ha-ha\/"},"modified":"2023-11-27T13:59:26","modified_gmt":"2023-11-27T11:59:26","slug":"polizei-dkb-hkk-ha-ha-ha","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2023\/11\/polizei-dkb-hkk-ha-ha-ha\/","title":{"rendered":"Polizei, DKB, HKK, ha ha ha*"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Mir ist neulich mein Portemonnaie mit s\u00e4mtlichen Karten abhanden gekommen: Perso, Bankkarte, Krankenkasse, F\u00fchrerschein. Also genauer gesagt: Ich bin beklaut worden. Noch genauer gesagt war ich sp\u00e4t nachts in der Berliner S-Bahn eingeschlafen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bl\u00f6d gelaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angeblich ist Exportweltmeister Deutschland ja hocheffizient und produktiv. F\u00fcr die Berliner Polizei, Online-Banken wie die DKB (Deutsche Kreditbank) oder eine Krankenkasse wie die Bremer HKK (Handelskrankenkasse) gilt das jedenfalls nicht. Ich w\u00fcrde empfehlen von allen drei Organisationen Abstand zu nehmen. Leider gibt es \u2013 und hier ist das Problem, \u2013 keine echte Alternative. Anstatt zur Bundespolizei am Bahnhof zu gehen, h\u00e4tte ich ein konventionelles Polizeirevier aufsuchen k\u00f6nnen, aber was h\u00e4tte das f\u00fcr einen Unterschied gemacht? In Palermo k\u00f6nnte man vielleicht die Mafia bem\u00fchen und h\u00e4tte eine echte Chance, die Brieftasche auf unb\u00fcrokratische Weise wieder zu bekommen \u2013 daf\u00fcr w\u00e4rst du allerdings einen Gefallen schuldig, der irgendwann einmal eingel\u00f6st werden muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend ich in den niederschmetternd tristen, grauen, unpers\u00f6nlichen, ja unmenschlich h\u00e4sslichen R\u00e4umlichkeiten der Bundespolizei am S\u00fcdkreuz ausharrte und die beiden Spezialisten durch die Panzerglastheke dabei beobachtete, wie sie an ihren Microsoft-Masken herum dilettierten, in einem B\u00fcro, das nicht mal einen Gummibaum oder irgendwelchen menschelnden Schmuck enthielt, kam ein Gefl\u00fcchteter, der sein Handy wieder haben wollte. Im Vergleich zu ihm, behandelten sie mich tats\u00e4chlich freundlich und korrekt \u2013 auch wenn sie am Ende nicht ermittelten. Der Afrikaner bekam den kalten b\u00fcrokratischen Rassismus zu sp\u00fcren, der scheinbar mit neutraler Miene, nach au\u00dfen hin nicht angreifbar daher kommt, dessen sadistischer Lustgewinn in Untert\u00f6nen und leisem Mienenspiel zu erkennen ist. Sie h\u00e4tten ihm das Handy zwar abgenommen, das w\u00fcrde ausgewertet, l\u00e4ge dann in einer Asservatenkammer, um es wieder zu bekommen m\u00fcsse er \u2013 hier folgt der klassische Move einer jeden B\u00fcrokratie \u2013 zu einer anderen Stelle gehen.<br \/>\nIch bin stinksauer auf die DKB und \u00fcberlege zu wechseln. Aber h\u00f6chst wahrscheinlich landest Du am Ende sowieso immer bei einem \u00e4hnlichen, wenn nicht sogar genau dem selben Call-Center. Aber vorher kommst Du zehn Minuten in eine Warteschleife, die mit unertr\u00e4glich nervt\u00f6tender Muzak ((1)), Werbung und Hinhalte-Texten gef\u00fcllt ist, so dass halbwegs sensible oder musikalische Zeitgenoss*innen unweigerlich mit einer geh\u00f6rigen Grundaggression in ein nicht ganz unwichtiges Gespr\u00e4ch gehen, auf das sie ziemlich lang gewartet haben. W\u00e4hrend die Berliner Bundespolizei am S\u00fcdkreuz dich ganz analog erst einmal \u00fcber eineinhalb Stunden im Vorraum abh\u00e4ngen l\u00e4sst, um eine simple Diebstahlsanzeige aufzusetzen und auszudrucken. Das machen sie mit voller Absicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derweil stellte ich fest, dass mit meiner gestohlenen EC-Karte tats\u00e4chlich schon abgehoben wurde. Man h\u00e4tte den Diebstahl anhand meiner Angaben mittels Kamera-\u00dcberwachung der S-Bahn sicher sehen und die Beteiligten identifizieren k\u00f6nnen. Sie sackten sp\u00e4ter noch an einer Jet-Tankstelle, bei Hornbach und Ikea und weiteren L\u00e4den Waren im Wert von \u00fcber 2.000,- Euro ein. Obwohl sie meine Geheimzahl nicht kannten und ich telefonisch wie online versucht hatte, die Karte zu sperren. Auch hier k\u00f6nnte die Polizei per Video\u00fcberwachung, Fingerabdr\u00fccken etc. ermitteln. Fehlanzeige.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich schreibe hier nicht aus einer utopisch-sozialistischen Position, sondern zun\u00e4chst aus der realen Notlage eines deutschen Staatsb\u00fcrgers im real existierenden Kapitalismus. Es geht zun\u00e4chst darum, zu verstehen was los ist. Die Polizei beg\u00fcnstigt de facto das Verbrechen. Die Diebe, die mich in Neuk\u00f6lln um meine Schatulle erleichtert haben, k\u00f6nnen sich ziemlich sicher sein, dass nicht ermittelt wird. Es ist paradox, dass gerade Neuk\u00f6lln als bundesweites Chiffre f\u00fcr \u201eClan-Kriminalit\u00e4t\u201c und den darin verkapselten anti-arabischen Rassismus und ausl\u00e4nderfeindlichen Klassenhass aufgebaut wird. Sie hetzen gegen Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t, ermitteln bei einem simplen, Erfolg versprechenden Fall wie meinem aber nicht. Ein Paradox ist ein scheinbarer Widerspruch, der aufl\u00f6sbar ist. Ich erkl\u00e4re mir das so: Die so genannte \u201eSilvesterrandale\u201c in Neuk\u00f6lln half der Berliner CDU und ihrem Spitzenkandidaten Kai Wegner im Wahlkampf. Er ist jetzt auch dank Anti-Migrant*innen-Hetze Regierender B\u00fcrgermeister. Da st\u00f6ren real aufgekl\u00e4rte Verbrechen wom\u00f6glich. Ein kleines, kriminelles Biotop, das durch eine desinteressierte, schlampige Schei\u00dfegal-Polizei, die vermutlich \u00fcberfordert ist, gepflegt wird, kann f\u00fcr den Machterhalt in einer Medien-Demokratur durchaus n\u00fctzlich sein.<br \/>\nAls ich das DKB-Callcenter mit der Bitte konfrontierte, mir gegen die Inkasso-Firmen beizustehen, die die Jet-Tanstelle und Hornbach auf mich angesetzt hatten, weil ich deren kriminellen Einz\u00fcge storniert hatte; als ich fragte, wie mich denn die DKB gegen diesen allzu leicht m\u00f6glichen Betrug versichert habe, leitete mich die erste Dame an einen Sub-Unternehmer weiter, der gar nicht zust\u00e4ndig war. Beim zweiten Versuch geriet ich an eine Kollegin, die ohne Vorwarnung einfach auflegte. War ihr wohl zu kompliziert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Krankenkasse wollte ich bei der Gelegenheit mitteilen, dass sich meine Anschrift ge\u00e4ndert hatte. Damit die Ersatzkarte auch ankommt. Logisch. Die Dame sagte mir, dass meine Adress\u00e4nderung nur mit einer g\u00fcltigen Krankenkartennummer registriert werden k\u00f6nnte. Auch sie legte irgendwann auf. Kann sein, dass ich zwischendurch unwirsch reagiert habe&#8230; \u201eH\u00f6ren Sie mir \u00fcberhaupt zu? Meine Kartennummer wei\u00df ich doch nicht. Die Karte IST GEKLAUT WORDEN. Deshalb rufe ich doch an!!\u201c<br \/>\nDas Traurige ist: Ich habe in meiner kleinen Call-Center-Odysse Lohnabh\u00e4ngige erlebt, die tats\u00e4chlich d\u00fcmmer, desinformierter und nervt\u00f6tender waren als ein KI-Chat-Bot. Der Lichtblick: Mein F\u00fchrerschein wurde in einer Hecke an der Sonnenallee gefunden. Der Finder recherchierte mich als Pressesprecher der Aktion gegen Arbeitsunrecht, lobte unsere Arbeit und schickte das Dokument zur\u00fcck mit dem Gru\u00df \u201eRotfront!\u201c<br \/>\nAuch das ist Neuk\u00f6lln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mir ist neulich mein Portemonnaie mit s\u00e4mtlichen Karten abhanden gekommen: Perso, Bankkarte, Krankenkasse, F\u00fchrerschein. Also genauer gesagt: Ich bin beklaut worden. Noch genauer gesagt war ich sp\u00e4t nachts in der Berliner S-Bahn eingeschlafen&#8230; Bl\u00f6d gelaufen. Angeblich ist Exportweltmeister Deutschland ja hocheffizient und produktiv. 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