{"id":30750,"date":"2024-01-02T14:27:50","date_gmt":"2024-01-02T12:27:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2024\/01\/von-a-bis-z\/"},"modified":"2024-01-05T15:55:21","modified_gmt":"2024-01-05T13:55:21","slug":"von-a-bis-z","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2024\/01\/von-a-bis-z\/","title":{"rendered":"Von A bis Z"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Leser:innen,<\/p>\n<p>w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs waren Anarchist:innen Teil einer antimilitaristischen Minderheit. Das \u201eSoldatenlied\u201c des Anarchisten Erich M\u00fchsam stammt aus dem Jahr 1916, aus einer Zeit also, als Millionen im Stellungskrieg verst\u00fcmmelt oder ermordet wurden:<\/p>\n<p>\u201eSoldaten! Ruft\u2019s von Front zu Front:<br \/>\nEs ruhe das Gewehr!<br \/>\nWer f\u00fcr die Reichen bluten konnt\u2019,<br \/>\nkann f\u00fcr die Seinen mehr.<br \/>\nIhr dr\u00fcben! Auf zur gleichen Pflicht!<br \/>\nVergesst den Freund im Feinde nicht!<br \/>\nIn Flammen ruft der Horizont<br \/>\nnach Hause jedes Heer.\u201c<\/p>\n<p>Angesichts des Stellungskriegs in der Ukraine sind M\u00fchsams Worte heute so aktuell wie damals.<br \/>\nAuch die heutige Zeit ist von Militarisierung, Kriegspropaganda, Nationalismus und Rassismus gepr\u00e4gt. Dieser \u00fcbel riechende Zeitgeist bl\u00e4st auch der Monatszeitschrift f\u00fcr eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft eiskalt ins Gesicht.<br \/>\nIn den letzten 52 Jahren war es oft so, dass die GWR-Auflage in Kriegs- oder Krisenzeiten anstieg, vermutlich, weil Menschen gerade aus den sozialen Bewegungen antimilitaristische Informationen, Utopien, ein Sprachrohr, eine gewaltfrei-anarchistische Gegen\u00f6ffentlichkeit gesucht haben.<br \/>\nHeute gibt es leider noch keine gro\u00dfe antimilitaristische oder gewaltfrei-anarchistische Bewegung.<br \/>\nSeit Beginn der Corona-Krise gibt es mehr GWR-Abok\u00fcndigungen als Neuabos. Diesen Trend wollen wir umkehren. Wir denken, dass die GWR heute wichtiger denn je ist. Wir setzen auf Eure Unterst\u00fctzung. Bitte spendet, abonniert ((1)), werbt Abos, verschenkt Abos an Freund:innen ((2)) sowie Freiabos ((3)) an Gefangene.<\/p>\n<p>GWR 485<\/p>\n<p>Warum die GWR ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Organ ist, wird beim Lesen der neuen Ausgabe klar. Diesmal haben wir u.a. zwei Schwerpunkte f\u00fcr Euch: \u201e30 Jahre neuer Zapatismus\u201c und \u201eDie Waffen nieder!\u201c<br \/>\nAm 1. Januar 1994 begann im mexikanischen Bundesstaat Chiapas die Revolte der neuen Zapatistas. Der 30. Jahrestag ist Anlass f\u00fcr uns, den Blick nach Mexiko zu richten und Euch mit mehreren Artikeln und Interviews auf den Seiten 3 bis 8 Einblicke in die widerst\u00e4ndige Kultur vor allem auch der zapatistischen Frauen zu erm\u00f6glichen. Dabei wird im Interview mit der Feministin Lupita auch der gewaltfreie Widerstand der \u201eBienen Acteals\u201c dargestellt.<br \/>\nEin weiterer Schwerpunkt dieser Ausgabe ist das Thema \u201eDie Waffen nieder!\u201c<br \/>\nHier geht es in den Beitr\u00e4gen von Swetlana Nowoshenowa von den Palestinians and Jews for Peace (S. 1, 15 f.) und Rana Salman von der israelisch-pal\u00e4stinensischen Graswurzelbewegung Combatants for Peace (S. 15) u.a. um Perspektiven f\u00fcr ein Ende des Gaza-Kriegs.<br \/>\nDer ukrainische Pazifist Yurii Sheliazhenko beschreibt in seinem Gru\u00dfwort auf Seite 16 u.a. den Alltag unter dem Kriegsrecht in der Ukraine. Ich widme mich auf Seite 17 unter dem Titel \u201eKrieg ist der Massenmord auf Kommando\u201c u.a. der Frage, wie der Ukraine-Krieg enden k\u00f6nnte. Lou Marin zeichnet auf Seite 10 den Aufstieg des Kriegsverbrechers Putin in Russland nach. Marah Frechs Bericht \u00fcber die Internationale Konferenz zur Kriegsdienstverweigerung in S\u00fcdkorea macht Hoffnung auf eine globale Bewegung (S. 18f.).<br \/>\nMit dem Wahlsieg des extrem rechten \u201eAnarchokapitalisten\u201c Milei und der Situation in Argentinien besch\u00e4ftigen sich zwei Artikel von Stephan Ruderer und Peter Nowak (S. 1, 9).<br \/>\nWarum dr\u00e4ngte die Atomlobby bei der Klimakonferenz 2023 in Dubai auf den Bau von neuen Mini-AKW? Was k\u00f6nnen wir gegen die Propaganda der Atom-Lobby machen? Dazu Axel Mayer auf Seite 2. Ella Behn hat Betroffene von rassistischer Polizeigewalt interviewt (S. 11) und GWR-Mitherausgeberin Silke berichtet \u00fcber die neuen Prozesse gegen Teilnehmer:innen der Anti-G20-Proteste 2017 in Hamburg (S. 12). Maurice Schuhmann nimmt uns mit auf eine Reise in die anarchistische Comicwelt, w\u00e4hrend es im zweiten Teil des \u201eUtopia 2.0\u201c-Interviews mit Konstantin Wecker u.a. um die Letzte Generation und die Kurd:innen geht (S. 20). F\u00fcr gute Unterhaltung k\u00f6nnen die \u201eso s\u00fc\u00df wie maschinen\u00f6l\u201c-Glosse von Elmar Wigand und die Buchbesprechungen in der \u201ewunderkammer\u201c auf den Seiten 21 bis 24 sorgen.<\/p>\n<p>Ausblick und Lob<\/p>\n<p>Die von Radio Graswurzelrevolution mit organisierte Freie-Radio-Veranstaltung am 30.11.2023 ((4)) hat uns dazu angeregt, einen Schwerpunkt zum Thema \u201e100 Jahre anderes Radio\u201c f\u00fcr die GWR 486 zu planen.<br \/>\nGefreut haben wir uns \u00fcber einen Telepolis-Artikel vom 29.11.2023. Dort hei\u00dft es \u00fcber den Anti-AfD-Schwerpunkt der GWR 483: \u201eKritische antifaschistische Arbeit zeigt auf, wie stark die AfD Teil der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft in Deutschland ist. Die Novemberausgabe der libert\u00e4ren Zeitschrift Graswurzelrevolution bietet eine sinnvolle Auseinandersetzung mit der AfD und ihrem Umfeld. Dort werden Geschichte und Militarismus der rechten Partei beleuchtet sowie ihre Verankerung im rechten Milieu aufgezeigt. Niemand k\u00e4me jedoch auf die Idee, die Staatsautorit\u00e4t anzurufen, um die Partei durch ein Verbot aus dem Parlament zu verbannen. Stattdessen betont Connie Lutz: &#8218;Eine Gegen\u00f6ffentlichkeit gegen die rassistische Hetze und eine starke antifaschistische Bewegung und Zivilgesellschaft sind heute wichtiger denn je, um diese menschenfeindliche Partei und den Neonazismus zur\u00fcckzudr\u00e4ngen.&#8217;\u201c ((5))<br \/>\nAns Herz m\u00f6chte ich Euch ein Buch und zwei Radiosendungen legen: \u201eNicht nur \u00fcber Israel reden\u201c. Diese Radio Graswurzelrevolution-Sendung mit Meron Mendel (vgl. GWR 483) ist ab sofort dauerhaft in der Mediathek von NRWision zu h\u00f6ren, inklusive aller Songs, die er sich f\u00fcr die Sendung gew\u00fcnscht hat. ((6)) Au\u00dferdem: \u201eIch widersetze mich! P\u0131nar Selek \u2013 T\u00fcrkische Soziologin und Menschenrechtlerin\u201c, ein SWR 2-Feature ((7)), sozusagen die Radiosendung zum soeben im Verlag Graswurzelrevolution erschienenen Buch: \u201eDie Unversch\u00e4mte. Gespr\u00e4che mit P\u0131nar Selek\u201c. ((8))<br \/>\nUns allen ein friedliches Jahr 2024, Anarchie und Gl\u00fcck,<br \/>\nBernd Dr\u00fccke (GWR-Red.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leser:innen, w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs waren Anarchist:innen Teil einer antimilitaristischen Minderheit. Das \u201eSoldatenlied\u201c des Anarchisten Erich M\u00fchsam stammt aus dem Jahr 1916, aus einer Zeit also, als Millionen im Stellungskrieg verst\u00fcmmelt oder ermordet wurden: \u201eSoldaten! 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