{"id":31603,"date":"2024-08-16T07:23:23","date_gmt":"2024-08-16T05:23:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=31603"},"modified":"2024-08-16T07:29:19","modified_gmt":"2024-08-16T05:29:19","slug":"wir-machen-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2024\/08\/wir-machen-weiter\/","title":{"rendered":"\u201eWir machen weiter!\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>F\u00fcr Leute, die noch nie von Graswurzelrevolution geh\u00f6rt haben, wie w\u00fcrdest du das Projekt in drei S\u00e4tzen beschreiben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Bernd Dr\u00fccke:<\/em> Graswurzelrevolution bezeichnet eine tiefgreifende gesellschaftliche Umw\u00e4lzung, in der durch Macht von unten alle Formen von Gewalt und Herrschaft abgeschafft werden sollen. Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr eine Welt, in der die Menschen nicht l\u00e4nger wegen ihres Geschlechts oder ihrer geschlechtlichen Orientierung, ihrer Sprache, Herkunft, \u00dcberzeugung, wegen einer Behinderung, aufgrund rassistischer oder antisemitischer Vorurteile diskriminiert und benachteiligt werden. Die GWR als gewaltfrei-anarchistische Monatszeitschrift aus den sozialen Bewegungen ist mit dem weltweiten antimilitaristischen Netzwerk War Resisters\u2019 International (WRI) und dem Wissenschaftsportal linksnet.de assoziiert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir leben in einer Zeit, wo die kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit sehr pr\u00e4sent sind \u2013 sei es im Nahen Osten, auf dem afrikanischen Kontinent oder in der Ukraine. Gleichzeitig wird in Deutschland die Wiedereinf\u00fchrung einer Wehrpflicht diskutiert. Es g\u00e4be also viele Gr\u00fcnde, eine solche Zeitschrift zu lesen, als Ausdruck einer Gegenposition oder Gegenkultur. Aber die \u201eGraswurzelrevolution\u201c verzeichnet \u2013 wie viele andere Zeitungen auch \u2013 einen R\u00fcckgang von Abos. Warum seid ihr dennoch in einer so schwierigen Lage? Vertreten mittlerweile zu wenige Menschen diese Positionen oder ist ihre Situation so prek\u00e4r?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Leider lesen viele Menschen keine Printmedien mehr, und wir haben als kleines, nichtkommerzielles, antikapitalistisches Projekt nur begrenzte finanzielle M\u00f6glichkeiten, um die GWR durch Werbung bekannter zu machen. Im Moment werden etwa 3.000 GWR-Exemplare im Monat verkauft. Wir haben vielleicht 10.000 Leser*innen. Ich bin optimistisch und denke, dass es viel mehr Menschen gibt, die mit den Positionen der Graswurzelrevolution etwas anfangen k\u00f6nnen, diese bewegende Bewegungszeitschrift bisher aber noch nicht entdeckt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Abonnent*innen sind der GWR sehr verbunden. Das sehen wir an unserer Abo- und Spendenkampagne, die seit Juni l\u00e4uft. Viele haben uns geschrieben oder angerufen. Andere haben ihr Abo in ein F\u00f6rderabo umgewandelt, es gibt viele Spenden. Ein Abonnent hat geschrieben: \u201e(Sehr) wichtig wart ihr mir schon immer, aber nun werdet ihr mit einigen anderen Publikationen langsam tats\u00e4chlich \u00fcberlebenswichtig. Wie selten zuvor, werden Zeitschriften und andere Medien gebraucht, denen es immer wieder gelingt, andere, bewusst oder unbewusst vergessene oder unterschlagene Sichtweisen und Aktivit\u00e4ten fundiert darzustellen und die Mitmenschen zu ermutigen und zu inspirieren, sich wirklich urteils- und handlungsf\u00e4hig zu machen (oder dies zu bleiben) und sich solidarisch miteinander zu verbinden. Also, bitte, gebt nicht auf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Publizist Gerhard Hanloser hat sich am 26. Juni im Podcast \u201e99 zu eins\u201c so zur GWR ge\u00e4u\u00dfert: \u201eIch bin froh, dass es die Graswurzelrevolution gibt, die in einer Situation von \u201aZeitenwende\u2018, \u201aWehrf\u00e4higkeit\u2018, \u201aKriegst\u00fcchtigkeit\u2018 und einer rapiden Militarisierung der Gesellschaft an einem Kernbestandteil des Anarchismus festh\u00e4lt, n\u00e4mlich am Antimilitarismus.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Solche R\u00fcckmeldungen ber\u00fchren mich und zeigen, dass die GWR von ihren Leser*innen getragen wird. Wir machen weiter! Die Schwerpunkte unserer Arbeit liegen seit 52 Jahren in den Bereichen Anarchismus, Antimilitarismus, Antifaschismus, Feminismus und \u00d6kologie. Dabei ist sowohl die konsequent antimilitaristische Haltung als auch die anarchistische Sicht, wie sie in der GWR vertreten wird, einmalig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ich habe den Eindruck, dass sp\u00e4testens mit dem Ukraine-Krieg der antimilitaristische Konsens in der Bewegung br\u00fcchig geworden ist. Auf einmal meldeten sich Anarchist*innen freiwillig zum Kriegsdienst und stellten sogar eigene Einheiten auf. Habt ihr diese Entwicklung zu sp\u00fcren bekommen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, es gab Leute, die ihr Abo gek\u00fcndigt haben, weil sie der staatlichen \u201eKriegst\u00fcchtigkeits\u201c-Propaganda auf den Leim gegangen sind. Es ist bitter, dass die Remilitarisierung, die seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine l\u00e4uft, auch vor einigen Anarchist*innen nicht Halt gemacht hat. F\u00fcr uns ist Krieg ein Verbrechen an der Menschheit. Wir bleiben dabei und unterst\u00fctzen Deserteure und Kriegsdienstverweigerer aller Kriegsparteien weltweit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie viele Abos werden ben\u00f6tigt, damit die Zeitung auf einer soliden Basis weitergef\u00fchrt werden kann?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir brauchen mindestens 200 Neuabos, damit die GWR langfristig gesichert ist. Anders als andere Zeitschriften wird die GWR fast ausschlie\u00dflich durch Abos und Spenden finanziert, was sie auch unabh\u00e4ngig macht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Printmedien sind in einer schwierigen Situation. Die Preise f\u00fcr Druck und Vertrieb steigen und die j\u00fcngere Generation tendiert immer mehr zu Onlinemedien. Worin siehst du noch die Chancen und die Bedeutung der klassischen Printmedien? Gibt es Pl\u00e4ne, die GWR mehr und mehr in ein Onlinemedium zu \u00fcberf\u00fchren? Spielen Online-Abos bereits eine Rolle? W\u00e4re eine reine Onlineausgabe f\u00fcr euch denkbar?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bisher spielen Online-Abos f\u00fcr die GWR noch keine gro\u00dfe Rolle. Wir diskutieren gerade, ob wir das \u00e4ndern m\u00f6chten. Dadurch, dass wir nur Erstver\u00f6ffentlichungen abdrucken und davon nur wenige Texte als Appetith\u00e4ppchen auf unsere Website graswurzel.net stellen, haben wir proportional weniger Print-Abos verloren als zum Beispiel die Taz. Ich bin ein Fan des Printmediums und hoffe auf eine Renaissance, ich wei\u00df aber auch, dass vor allem junge Menschen am liebsten alles online lesen m\u00f6chten. Das ist ein Drahtseilakt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie kann man die Graswurzelrevolution sonst noch unterst\u00fctzen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Abos und Spenden sind besonders wichtig. Auch das Werben neuer Leser*innen im Bekanntenkreis und das Trommeln in sozialen Medien k\u00f6nnen helfen. Und die solidarische Berichterstattung in befreundeten Publikationen kann die GWR bekannter und Menschen neugierig auf unsere Zeitschrift f\u00fcr Anarchie und Gl\u00fcck machen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Interview.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Interview: Maurice Schuhmann<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Leute, die noch nie von Graswurzelrevolution geh\u00f6rt haben, wie w\u00fcrdest du das Projekt in drei S\u00e4tzen beschreiben? 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