{"id":33641,"date":"2026-01-29T16:05:31","date_gmt":"2026-01-29T14:05:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=33641"},"modified":"2026-03-10T13:40:36","modified_gmt":"2026-03-10T11:40:36","slug":"500-ausgaben-graswurzelrevolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2026\/01\/500-ausgaben-graswurzelrevolution\/","title":{"rendered":"500 Ausgaben Graswurzelrevolution."},"content":{"rendered":"<h5><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Einleitung<\/span><\/h5>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Im Sommer 2025 ist die Ausgabe 500 der anarchistischen Zeitung\u00a0<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">\u00bbGraswurzelrevolution\u00ab erschienen. Wir von reso.media finden das sehr beachtlich. Als kleines, nichtkommerzielles anarchistisches Medienprojekt und als ebensolcher Brosch\u00fcrenverlag wissen wir, wie viel Arbeit Medienprojekte und Verlagsarbeit bedeu<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">ten k\u00f6nnen. Dass die Zeitung \u00bbGraswurzelrevolution\u00ab seit 1972 als Printmedium erscheint, ist beeindruckend.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Noch beeindruckender ist, dass die \u00bbGraswurzelrevolution\u00ab als Zeitung ein basisdemokratisches Projekt ist und jede Ausgabe der Zeitung in einem basisdemokratischen und kollektiven Prozess entsteht, durch ein Herausgeber*innenkollektiv und einen Koordinationsredakteur. Sie ist ein wichtiges Organ anarchistischer und sozialer Bewegungen. Auch der mit der Zeitung verbundene und als Teil dessen fungierende \u00bbVerlag Graswurzelrevo<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">lution\u00ab publiziert tolle und wichtige B\u00fccher.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Sowohl die Zeitung als auch den Verlag wollen wir mit dieser Brosch\u00fcre und der darin enthaltenden Textsammlung w\u00fcrdigen und wertsch\u00e4tzen. Es sind Texte der Graswurzelrevolution, die wir ausgesucht haben und die wir f\u00fcr wichtig erachten. reso.media f\u00fchlt sich der \u00bbGraswurzelrevolution\u00ab verbunden. Wir teilen nicht nur die antimilitaristische Orientierung der \u00bbGraswurzelrevolution\u00ab, sondern auch ein Anarchismus-Verst\u00e4ndnis, das in Widerstandsformen sozialrevolution\u00e4rer Bewegungen auf Gewalt gegen Personen verzichtet und eine explizite Gewaltkritik vertritt, welche nicht nur die strukturelle Gewalt des herrschenden Systems ablehnt, sondern auch einen Militarismus, Bellizismus und Militanzfetisch in linken Bewegungen. Dabei verweisen wir auf den Ansatz des Graswurzelanarchismus, der Sabotage nicht ablehnt. Dies wird oft \u00fcbersehen und eine anarchistische Gewaltkritik oft als \u00bbstaatstragend\u00ab oder \u00bbstaatsstabilisierend\u00ab verleumdet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">In dem Buch von Bernd Dr\u00fccke (Koordinationsredakteur der \u00bbGraswurzelrevolution\u00ab) \u2013 Zwischen Schreibtisch und Stra\u00dfenschlacht? Anarchismus und libert\u00e4re Presse in Ost- und Westdeutschland \u2013 640 Seiten, Verlag Klemm &amp; Oelschl\u00e4ger, Ulm 1998, steht zum Beispiel:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">\u00bbZu den direkten gewaltfreien Aktionen wurden und werden u.a. Besetzungen, Hungerstreiks, Boykotts, Blockaden, ziviler Ungehorsam und Sabotage gez\u00e4hlt. Die GraswurzelaktivistInnen lehnten und lehnen personenverletzende Gewalt ab, nicht jedoch \u203aGewalt gegen Sachen\u2039\u00ab.\u00a0 <\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">(\u2026) <\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">\u00bbSachen erleiden keine Gewalt. Sabotage an kriegsrelevanten G\u00fctern als direkte gewaltfreie Aktion ist daher ein legitimes Mittel.\u00ab\u00a0<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">(\u2026)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">\u00bbDas Propagieren direkter Aktionen brachte der Graswurzelrevolution mindestens zwei Ermittlungsverfahren nach \u00a7 111 StGB (37) wegen \u00bb\u00f6ffentlicher Aufforderung zu Straftaten\u00ab ein. Wegen des in der Graswurzelrevolution Nr. 110 (Dez. 1986) abgedruckten Artikels unter der \u00dcberschrift \u203aWenn der Strommast f\u00e4llt &#8230; \u2013 \u00dcberlegungen zu Sabotage als direkte gewaltfreie Aktion\u2039 wurde im April 1987 das erste Verfahren eingeleitet. In dem inkriminierten Artikel hatte der Graswurzelanarchist \u203aG. Waltfrei\u2039 detailliert seine Erfahrungen beim Aufbau einer der \u2013 nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in vielen Orten entstandenen \u2013 \u00bbS\u00e4gefisch\u00ab-Gruppen beschrieben. \u203aWir haben einen Hochspannungsmasten umges\u00e4gt. Ich verstehe diese Aktion als gewaltfrei und will im folgenden von meiner Erfahrung ausgehend eine Einsch\u00e4tzung des Verh\u00e4ltnisses von pers\u00f6nlichem Risiko zum Nutzen geben.\u2039\u00ab <\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">(\u2026) <\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">\u00bbMit dem umfangreichen Artikel wolle er u.a. die Frage der \u203aPerspektive von Sabotage\u2039 diskutieren, f\u00fcr eine Einbettung von Sabotageaktionen als Unterst\u00fctzung von gewaltfrei-libert\u00e4ren Kampagnen Zivilen Ungehorsams pl\u00e4dieren und die f\u00fcr die Widerstandsperspektiven problematischen und fruchtbaren Seiten von Sabotage benennen, so der Graswurzel-Anarchist. Im Juli 1987 wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt.\u00ab Buchzitate Ende.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">In Zeiten der \u00bbZeitenwende\u00ab, der \u00bbWhatever it takes\u00ab-Aufr\u00fcstung in Deutschland, aber auch in Zeiten der teilweisen Rechtsoffenheit der Friedensbewegung und der Tatsache, dass sich die AfD teilweise leider erfolgreich als \u00abFriedenspartei\u00ab inszenieren kann, wollen wir auch mit dieser Brosch\u00fcre und deren Einleitung einen Beitrag leisten, auch im Sinne des Graswurzelanarchismus zu agieren \u2013 diesen finden wir ebenso n\u00fctzlich f\u00fcr den Anarcho-Syndikalismus als auch f\u00fcr den kommunistischen Anarchismus, welchen wir uns gleicherma\u00dfen verbunden f\u00fchlen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Leider werden bei nicht wenigen jungen linken Aktivisti zur Zeit wieder rote, stalininistische Organisationen popul\u00e4rer und sie schaffen es, sich auch in den antimilitaristischen Bewegungen zu etablieren \u2013 so zum Beispiel bei der Kampagne \u00bbRheinmetall entwaffnen\u00ab. Erinnert sei an marxistisch-leninistische Gruppen wie der \u00bbKommunistische Aufbau\u00ab; die mit der t\u00fcrkischen, stalinistischen Partei MLKP (Marxistisch-Leninistische Kommunistische Partei) verbundene Jugendorganisation \u00bbYoung Struggle\u00ab; die Organisation \u00bbPride Rebellion\u00ab, welche \u00bbYoung Struggle\u00ab nahesteht; die von der marxistisch-leninistischen DKP (\u00bbDeutsche Kommunistische Partei\u00ab) abgespaltene, noch stalinistischer als die DKP agierende Partei \u00bbKommunistische Partei\u00ab \u2013 vormals \u00bbKommunistische Organisation\u00ab, aber auch die 1982 gegr\u00fcndete MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands), welche in einigen Ostermarschb\u00fcndnissen vertreten ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Zum zentralistischen Parteikommunismus, zum sogenannten \u00bbDemokratischen Zentralismus\u00ab, zum Avantgarde-Anspruch, zum \u00bbKader\u00ab-Wesen und zum Ziel der \u00bbMachteroberung\u00ab durch die \u00bbkommunistische Partei\u00ab haben wir als reso.media schon ausf\u00fchrlich in Einleitungen anderer reso.media-Brosch\u00fcren geschrieben, zum Beispiel in unseren Kropotkin-Brosch\u00fcren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Auch zu Querfronten und rechtsoffenen Str\u00f6mungen und ihrem Versuch, sich als \u00bbFriedenkr\u00e4fte\u00ab zu pr\u00e4sentieren und \u00bbQuerfronten\u00ab zu bilden, haben wir uns ausf\u00fchrlich ge\u00e4u\u00dfert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Erw\u00e4hnt sei hier lediglich, auch im Hinblick auf eine notwendige anarchistische Gewaltkritik, dass Gruppen wie z.B. \u00bbPride Rebellion\u00ab und \u00bbYoung Struggle\u00ab das antisemitische und sexistische Massaker am 7.10.2023, die sogenannte Al-Aqsa-Flut durch die Hamas und der mit ihnen zusammen agierenden Organisationen wie zum Beispiel die PFLP (\u00bbVolksfront zur Befreiung Pal\u00e4stinas\u00ab) legitimieren und behaupten, das unertr\u00e4gliche Massaker sei eine Aktion mehrheitlich sogenannter \u00bbfortschrittlicher und revolution\u00e4rer Organisationen\u00ab gewesen und damit legitim.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">So ge\u00e4u\u00dfert in Sharepics auf Instagram von \u00bbPride Rebellion\u00ab und in der Stellungnahme von \u00bbYoung Struggle\u00ab mit dem Titel \u00bbDie Al-Aqsa Flut \u2013 Der Gef\u00e4ngnisausbruch des pal\u00e4stinensischen Volkes\u00ab.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Erinnert sei auch an die Rede der Aktivistin Charlotte Kates der Organisation \u00bbSamidoun\u00ab am 6.10.2024 in Madrid als Teil einer Konferenz zum Jahrestag des \u00bbglorreichen 7. Oktobers\u00ab. Diese bezeichnete dort den 7.10.2023 als \u00bbTag der Freude\u00ab, als \u00bbheroische Operation des pal\u00e4stinensischen Widerstandes\u00ab, der die \u00bbMenschlichkeit verteidigen\u00ab w\u00fcrde, \u00bbmit jeder Waffe, mit jeder Kugel, mit jeder Rakete.\u00ab Nicht nur \u00bbYoung Struggle\u00ab solidarisierte sich nach dem Verbot der Organisation \u00bbSamidoun\u00ab in Deutschland mit dieser (zu finden im Internet). In Berlin gab es ein Mobilisierungsplakat zum Internationalist Queer Pride im Juli 2025 (f\u00fcr den \u00bbPalestine Bloc\u00ab auf dieser Demo), auf dem unter anderem ein Paraglider abgebildet ist, was ein eindeutiger positiver Bezug zum Massaker am 7.10.2023 darstellt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Am 7.10.2025 blockierten einige Aktive in Berlin die Strasse mit einem grossen Transparent, auf dem \u00bbGlory to the Fighters\u00ab stand, womit das Massaker der Hamas und ihrer Verb\u00fcndeten am 7.10.2023 gemeint ist, dieses also dadurch glorifiziert wurde. Zum selbigen Tag wurde in Berlin zu einer Demo auf dem Alexanderplatz mit einem Flyer aufgerufen, auf dem nicht nur ein Paraglider abgebildet war, sondern das Massaker am 7.10.23 als heldenhafter Gef\u00e4ngnisausbruch bezeichnet wurde, der hoffnungsvoll gewesen sei und f\u00fcr den \u00bbsich nicht entschuldigt werden m\u00fcsse\u00ab.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Solch eine politische Verirrung und Verwirrung durch unter anderem stalinistische Str\u00f6mungen machen uns als reso.media sprachlos, wir finden so etwas unertr\u00e4glich. Keine Unterdr\u00fcckung der Welt rechtfertigt antisemtische und sexistische Gewaltmassaker. Es verst\u00e4rkt unsere \u00dcberzeugung, dass mehr denn je eine grunds\u00e4tzliche anarchistische Gewaltkritik notwendig ist, nicht nur in den antimilitaristischen Bewegungen, und das ein notwendiger Antimilitarismus anarchistisch sein muss. Gleichzeitig finden wir Repressionen durch den deutschen Staat falsch, wir stehen nicht auf der Seite des deutschen Staates.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Den Terror der genozidalen Kriegsf\u00fchrung durch die rechtsextreme Regierung Israels und die Besatzungspolitik durch diese finden wir unertr\u00e4glich. Es gibt zahlreiche dokumentierte Kriegsverbrechen durch die israelische Politik. Versuche von ex-linken Str\u00f6mungen wie zum Beispiel bei Teilen der Wochenzeitung \u00bbJungle World\u00ab, welche versuchen, die schlimme Vorgehensweise des israelischen Milit\u00e4rs zu verharmlosen oder zu legitimieren, lehnen wir klar ab. Hunger als Kriegswaffe und das durch Rachegedanken gepr\u00e4gte Vorgehen der IDF (Israel Defend Forces) sind Verbrechen. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Einleitung gibt es eine br\u00fcchige Waffenruhe. Es ist zu hoffen, dass diese Waffenruhe anh\u00e4lt. Alle lebenden Geiseln wurden von der Hamas mittlerweile freigelassen. Die IDF muss sich komplett aus Gaza und der Westbank zur\u00fcckziehen, gleichzeitig m\u00fcsste die Bev\u00f6lkerung in Gaza sich gegen die Hamas auflehnen und diese zerschlagen. Es gab erste Versuche von Teilen der Bev\u00f6lkerung Gazas, die gegen die Hamas demonstrieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Als reso.media sind wir f\u00fcr ein sofortiges, dauerhaftes Ende des Krieges, gegen Waffenexporte, f\u00fcr ein sofortiges Beenden der Hungerblockaden, f\u00fcr die sofortige Erm\u00f6glichung ausreichender Lebensmittellieferungen nach Gaza. Wir sind klar gegen die rechtsextreme Regierung Netanjahus, aber ebenfalls gegen die islamistisch-faschistische Hamas. Uns hat gefreut, dass es in Israel einen Generalstreik durch hunderttausende Menschen f\u00fcr ein sofortiges Ende des Krieges gegeben hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">So etwas machte ein wenig Hoffnung in diesen schlimmen Zeiten. Hoffnung macht uns auch das neue, von Bernd Dr\u00fccke herausgegebene Buch des \u00bbVerlags Graswurzelrevolution\u00ab:\u00a0<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">\u00bbDie Kriegslogik durchbrechen! Graswurzelrevolution\u00e4re Stimmen zum Gaza-Krieg\u00ab.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Wir zitieren die Text-Vorstellung f\u00fcr das Buch durch den Verlag: \u00bbDieser Sammelband soll dazu beitragen, dass politische Diskussionen in einem Klima gef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, das nicht von Einsch\u00fcchterung gepr\u00e4gt ist. Zu Wort kommen Menschen, die sich f\u00fcr Auss\u00f6hnung und eine solidarische Gesellschaft jenseits von Nationalismus, Herrschaft und Gewalt einsetzen. Die Aktivist*innen u.a. von New Profile, Combatants for Peace und Palestinians and Jews for Peace weigern sich, Feinde zu sein. Sie solidarisieren sich mit den Geiseln, den Angeh\u00f6rigen der Opfer von Gewalt in Israel und Pal\u00e4stina, den Gefl\u00fcchteten und Menschen, die sich dem Mord auf Kommando verweigern. Sie stellen sich sowohl gegen den Terror der islamistischen Hamas als auch gegen den der extrem rechten Netanjahu-Regierung.\u00ab<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Das finden wir fortschrittlich. Unsere Utopie f\u00fcr Israel und Pal\u00e4stina und die ganze Welt ist eine nichtstaatliche, entmilitarisierte F\u00f6deration, in der alle Menschen in Freiheit, Gleichberechtigung und in Frieden zusammen leben. Uns ist bewusst, dass wir damit von der momentanen grausamen Realit\u00e4t weit entfernt sind, aber genau deshalb ist es so wichtig, eine Stimme der Vernunft zu sein und unerm\u00fcdlich aktiv zu werden und zu bleiben. Wir brauchen keinen Bellizismus, keine Terrorverharmlosung oder gar Terrorbef\u00fcrwortung. Wir brauchen keinen Antisemitismus und keinen Rassismus. Wir brauchen das sofortige Ende aller Kriege weltweit!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Vergessen werden darf auch nicht die schlimme Situation z.B. in Sudan. Dort sind laut UNO-Fl\u00fcchtlingshilfe 12 Millionen Menschen vertrieben worden, 24,6 Millionen Menschen sind dort von Hunger betroffen, Cholera breitet sich aus. Bis zum August 2025 sind in Sudan etwa 150.000 Zivilist*innen get\u00f6tet worden. Die UNO-Fl\u00fcchtlingshilfe bezeichnet die Situation in Sudan als eine der gr\u00f6\u00dften humanit\u00e4ren Katastrophen der Gegenwart.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Im Jemen-Krieg gibt es schon jetzt laut UNO-Fl\u00fcchtlingshilfe 4,8 Millionen Binnenvertriebene, 17 Millionen Menschen leiden Hunger. Das UN-Hochkommissariat f\u00fcr Menschenrechte (OHCHR) geht davon aus, dass seit dem Beginn des Krieges im Jemen (M\u00e4rz 2015) Hunderttausende Menschen ums Leben gekommen sind, was sich als eine der schlimmsten humanit\u00e4ren Krisen der Welt darstellt. Dar\u00fcber sprechen momentan leider nur wenige.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Es gibt realistische Sch\u00e4tzungen, dass weltweit t\u00e4glich bis zu 40.000 Menschen verhungern. Die t\u00e4gliche Hungersnot und Armut als Folge des globalen Kapitalismus in der ganzen Welt muss schnellstm\u00f6glich \u00fcberwunden werden. Gleichzeitig gibt es immensen Reichtum bei Wenigen \u2013 und Billionenausgaben f\u00fcr Krieg und Milit\u00e4r. Kapitalismus und Herrschaft sind die Ursache daf\u00fcr und m\u00fcssen \u00fcberwunden werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Was ist die Alternative?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Sozialismus als Staatlichkeit oder als Anarchie? Nat\u00fcrlich als Anarchie.<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Nur das f\u00fchrt zu einer gewaltfreien und herrschaftslosen Gesellschaft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">\u00a0<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">\u00bbJe mehr Gewalt, desto weniger Revolution\u00ab\u00a0<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Bart de Ligt, niederl\u00e4ndischer Anarchist<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung Im Sommer 2025 ist die Ausgabe 500 der anarchistischen Zeitung\u00a0\u00bbGraswurzelrevolution\u00ab erschienen. Wir von reso.media finden das sehr beachtlich. Als kleines, nichtkommerzielles anarchistisches Medienprojekt und als ebensolcher Brosch\u00fcrenverlag wissen wir, wie viel Arbeit Medienprojekte und Verlagsarbeit bedeuten k\u00f6nnen. Dass die Zeitung \u00bbGraswurzelrevolution\u00ab seit 1972 als Printmedium erscheint, ist beeindruckend. 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