{"id":34166,"date":"2026-06-02T13:46:39","date_gmt":"2026-06-02T11:46:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2026\/06\/anarchie-bleibt-unser-ziel\/"},"modified":"2026-06-05T16:59:29","modified_gmt":"2026-06-05T14:59:29","slug":"anarchie-bleibt-unser-ziel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2026\/06\/anarchie-bleibt-unser-ziel\/","title":{"rendered":"Anarchie bleibt unser Ziel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Liebe Leser*innen,<\/strong><\/p>\n<p>als GWR-Redakteur habe ich das Gl\u00fcck, Menschen kennenzulernen, die von einer freiheitlich-sozialistischen Gesellschaft jenseits von Herrschaft und Gewalt tr\u00e4umen. Zu meinen eindr\u00fccklichsten Begegnungen z\u00e4hlten die Treffen und intensiven Gespr\u00e4che mit den Anarchosyndikalisten Helmut Kirschey (1913\u20132003) ((1)) und Abel Paz (1921-2009) ((2)), die die Soziale Revolution in Spanien 1936 erlebt und mitgestaltet haben.<\/p>\n<p><strong>\u201eAnarchie ist nur gewaltfrei denkbar, sie bleibt das Fernziel der Menschheit.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Mit diesen Worten beschreibt Augustin Souchy (1892\u20131984) im Film \u201eDie lange Hoffnung\u201c\u00a0((3)) \u2028seine graswurzelrevolution\u00e4re Sicht. Der deutsche Anarchist spielte eine wichtige Rolle in der Spanischen Revolution. Aus seiner Sicht wurde vielen zutiefst antimilitaristischen Anarchosyndi-kalist*innen der bewaffnete Kampf von den Faschisten (zur Verteidigung) aufgezwungen, wohingegen andere, wie er selbst, in dieser existentiellen Situation ihren gewaltfreien Idealen im Kampf treu blieben.<br \/>\nDer Beginn der Sozialen Revolution in Spanien j\u00e4hrt sich am 19. Juli 2026 zum 90. Mal. Mit einem Schwerpunkt m\u00f6chten wir an diesen \u201eKurzen Sommer der Anarchie\u201c erinnern.<br \/>\nMein Dank gilt allen, die mit ihren Beitr\u00e4gen diese Ausgabe erm\u00f6glicht haben. Besonders danken m\u00f6chte ich der spanischen K\u00fcnstlerin Isabel Ruiz Ruiz, die uns ihr sch\u00f6nes Portr\u00e4t Amparo Poch y Gasc\u00f3ns f\u00fcr die Titelseite zur Verf\u00fcgung gestellt hat.<br \/>\nMit \u201e90 Jahre Soziale Revolution in Spanien\u201c (S.\u00a03\u00a0f.) skizziere ich, was sich 1936 in Spanien ereignete und warum das auch 90 Jahre sp\u00e4ter bedeutend ist.<br \/>\nVera Bianchi stellt uns \u201eDie Mujeres Libres (Freie Frauen) in der Spanischen Revolution\u201c (S. 5\u00a0f.) vor, au\u00dferdem die spanische Anarchistin Sara Berenguer Laosa (S. 7). An das Leben der antimilitaristischen Anarchistin und \u00c4rztin Amparo Poch y Gasc\u00f3n (S. 8) erinnert Gisela Notz.<br \/>\nMit dem Ende des Spanischen B\u00fcrgerkriegs flohen 1939 Tausende vor den Franco-Faschisten nach Frankreich. Viele von ihnen landeten nach dem \u00dcberfall Nazi-Deutschlands auf Frankreich in deutschen KZs. Erich Hackl erinnert mit \u201eNummer oder Mensch. Vor und nach der Befreiung: Spanier in Mauthausen\u201c (S. 9) an die Geschichte der spanischen Antifaschist*innen, die nach der Befreiung aus dem KZ Mauthausen in \u00d6sterreich bleiben mussten.<br \/>\nS\u00f6ren Brinkmann erz\u00e4hlt in \u201eB\u00fcrgerkrieg der Erinnerungen\u201c (S. 10f.) \u00fcber Francos Erbe, die Memoria-Bewegung und die Politik der Vergangenheit im heutigen Spanien.<br \/>\nDieter Nelles schreibt \u00fcber \u201eDeutsche Anarcho-syndikalist*innen im Spanischen B\u00fcrgerkrieg\u201c (S.\u00a012 f.) und \u00fcber \u201eDie Amsterdamer Kisten\u201c (S.\u00a025), Almudena Rubios Buch \u00fcber Margaret Michaelis und Kati Horna, Fotografinnen der CNT-FAI. Unter dem Titel \u201eGegen Hitler und Franco\u201c (S. 25) stellt uns GWR-Mitherausgeberin Silke die neuen Biografien \u00fcber die anarchistischen Spanienk\u00e4mpfer Willy Muth und Fritz Benner vor. Comics \u00fcber die Spanische Revolution (S. 14) sind Thema der Kolumne von Maurice Schuhmann.<br \/>\nUnter dem Titel \u201eDurrutis Ei wird sich \u00f6ffnen\u201c (S. \u00a022\u00a0ff.) skizziert Jens Kastner Episoden aus der Geschichte des k\u00fcnstlerischen Internationalismus im Spanischen B\u00fcrgerkrieg.<br \/>\nDer Spielfilm \u201eRomer\u00eda \u2013 Das Tagebuch meiner Mutter\u201c (S. 21) von Carla Sim\u00f3n nimmt uns mit auf eine Reise in die j\u00fcngere spanische Geschichte.<\/p>\n<p><strong>Militarisierung, Iran, Mexiko, Nicaragua, Ulm 5, Bakunin, B. Traven und Co.<\/strong><\/p>\n<p>Franz Nadler widmet sich der Militarisierung in Frankreich (S. 1, 20).<br \/>\nShouresh und O.G. analysieren die aktuellen Geschehnisse im Iran und hier: \u201eStatt Krieg und Staatsterror: Frau, Leben, Freiheit!\u201c (S. 1, 19).<br \/>\nUm Attacken auf linke indigene Organisationen in Mexiko geht es auf Seite 24, um Kontinuit\u00e4ten, Br\u00fcche, Leitbilder, Botschaften und Aktionsformen im zweiten Teil von \u201e50 Jahre Nicaragua-Solidarit\u00e4t\u201c (S. 18).<br \/>\nZwei Beitr\u00e4ge besch\u00e4ftigen sich mit dem Prozess gegen die \u201eUlm 5\u201c (S. 17), f\u00fcnf Aktivist*innen, die wegen ihrer Aktion gegen den R\u00fcstungskonzern Elbit Systems in Haft sitzen.<br \/>\nElmar Wigand nimmt in seiner Kolumne (S. 26) die Machenschaften der Medienkanzlei Schertz Bergmann unter die Lupe und Elisabeth Voss m\u00f6chte \u201eDen Status quo durchl\u00f6chern\u201c (S. 27).<br \/>\nDem 150. Todestag von Michail Bakunin am 1. Juli widmet sich der Artikel \u201eKolossal f\u00fcr Gleichheit und Freiheit\u201c (S. 15 f.).<\/p>\n<p><strong>Aachener Friedenspreis<\/strong><\/p>\n<p>Der Aachener Friedenspreis geht 2026 an die Palestinians and Jews for Peace (PJFP) aus K\u00f6ln sowie die Organisation Unidos MN und das Kollektiv von The Smitten Kitten, die gemeinsam den gewaltfreien Widerstand der Zivilgesellschaft in Minneapolis\/USA gegen die staatliche Gewalt durch die Bundesbeh\u00f6rde ICE und die sogenannte \u201eOperation Metro Surge\u201c verk\u00f6rpern.<br \/>\nDie GWR hat viele Beitr\u00e4ge von PJFP-Aktivistinnen ver\u00f6ffentlicht. Diese Texte sind in dem von mir im Verlag Graswurzelrevolution herausgegebenen Sammelband \u201eDie Kriegslogik durchbrechen! Graswurzelrevolution\u00e4re Stimmen zum Gaza-Krieg\u201c ((4)) zu finden. Die Initiative wurde im Oktober 2023 als Reaktion auf die Gewalt im Nahen Osten gegr\u00fcndet. Sie besteht aus pal\u00e4stinensischen, j\u00fcdischen und weiteren solidarischen Freund*innen. Ausgehend von feministischen, emanzipatorischen Werten setzen sie sich f\u00fcr einen empathischen Umgang zwischen j\u00fcdischen und pal\u00e4stinensischen Menschen ein.<br \/>\nWir freuen uns sehr und gratulieren den Palestinians and Jews for Peace ganz herzlich. Das habt Ihr sowas von verdient! Ebenso den Unidos MN und dem Kollektiv von The Smitten Kitten, \u00fcber deren Aktivit\u00e4ten wir in der GWR ((5)) berichtet hatten.<br \/>\nLeider ist uns in der GWR 509 ein Fehler unterlaufen. In der \u00dcberschrift des Artikels von Gisela Notz zu Etta Federn (S. 18) ist das Todesjahr mit \u201e1981\u201c angegeben. Das ist falsch. Am Ende des Artikels steht das richtige Todesdatum: 1951.<br \/>\nWenn Ihr vom GWR-Lesen eine Pause braucht, hier ein H\u00f6rtipp: Radio Corax (Halle) hat am 12. Mai eine Sendung zum Thema \u201eDebanking\u201c ((6)) produziert und mich u.a. zum Debanking-Angriff auf die GWR befragt.<br \/>\n\u00dcber Eure Solidarit\u00e4t ((7)) freuen wir uns! Die GWR 511 erscheint im September, nach unserer allj\u00e4hrlichen Sommerpause. Ich hoffe, dass Euch die Lekt\u00fcre der GWR 510 ermutigen kann. Uns allen w\u00fcnsche ich einen sch\u00f6nen Sommer, Anarchie und Gl\u00fcck,<\/p>\n<p>Bernd Dr\u00fccke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leser*innen, als GWR-Redakteur habe ich das Gl\u00fcck, Menschen kennenzulernen, die von einer freiheitlich-sozialistischen Gesellschaft jenseits von Herrschaft und Gewalt tr\u00e4umen. 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