{"id":3987,"date":"2001-05-01T00:00:30","date_gmt":"2001-04-30T22:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=3987"},"modified":"2022-07-26T14:26:21","modified_gmt":"2022-07-26T12:26:21","slug":"direkte-gewaltfreie-aktionen-gegen-den-itoiz-staudammbau-im-baskenland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2001\/05\/direkte-gewaltfreie-aktionen-gegen-den-itoiz-staudammbau-im-baskenland\/","title":{"rendered":"Direkte gewaltfreie Aktionen gegen den Itoiz-Staudammbau im Baskenland"},"content":{"rendered":"<p>Seit 16 Jahren bauen die spanische Regierung und die Regierung                 von Navarra am Stausee von Itoiz, einem Mega-Infrastrukturprojekt                 f&uuml;r 350 Millionen DM. Itoiz ist ein wichtiger Baustein im                 entwicklungswahnsinnigen, menschenfeindlichen und zerst&ouml;rerischen                 \u201eNationalen Wasserbauplan&#8220; des spanischen Staats, an dessen Finanzierung                 die EU beteiligt ist. Dieser Plan sieht den Bau von weiteren 200                 Stauseen vor. Obwohl der legale B&uuml;rgerInnenini-Widerstand                 erreicht hat, da&szlig; das Itoiz-Projekt 5 Jahre lang wegen der                 geplanten &Uuml;berflutung von 5 Naturschutzgebieten f&uuml;r                 illegal erkl&auml;rt worden war, sorgten die beteiligten Baufirmen                 durch millionenschwere Schmiergeldzahlungen f&uuml;r den Weiterbau.                 Wegen Korruption in Sachen Itoiz landeten ein ehemaliger Ministerpr&auml;sident                 von Navarra und ein spanischer Bauminister sogar im Knast. Heute                 sind die beiden Staumauern, die gr&ouml;&szlig;ere 800 m lang                 und 135 m hoch, fertiggestellt. Der n&auml;chste Schritt ist die                 R&auml;umung der zwei noch widerst&auml;ndigen (von insgesamt                 9 flutungsbedrohten) D&ouml;rfer Itoiz und Artozki und das F&auml;llen                 der insgesamt 1 Million B&auml;ume auf den 1100 zu flutenden Hektar.                 Hierbei sind die Baufirmen gest&ouml;rt: Unerkannte Unbekannte                 haben jene k&uuml;rzlich dar&uuml;ber informiert, da&szlig; sie                 mehrere Tausend bedrohte B&auml;ume mit eisernen und gl&auml;sernen                 Spikes versehen haben. Einige Arbeiter k&uuml;ndigten spontan.                 BekennerInnenbrief: www.dossa.nav.to.<\/p>\n<p>Neben dem B&uuml;rgerini-Widerstand hat die Gruppe SOLIDARI@S                 CON ITOIZ seit 1994 &uuml;ber 60 gewaltfreie Direkte Aktionen                 gegen den Staudamm durchgef&uuml;hrt. Eine Aktion, das Zertrennen                 der Stahlkabel einer Seilbahn, mit der Beton bef&ouml;rdert wurde,                 brachte die Bauarbeiten f&uuml;r ein Jahr zum Erliegen. Die acht                 an dieser Aktion beteiligten SOLIDARIOS wurden zu je f&uuml;nf                 Jahren Haft und 2 Millionen DM Strafe verurteilt. Zwei SOLIDARIAS                 machten 46 Baumaschinen unbrauchbar und bekamen daf&uuml;r 365                 Tagess&auml;tze als Strafe. Die SOLIDARI@S CON ITOIZ f&uuml;hren                 alle Aktionen vor laufenden Kameras durch und lassen sich an Ort                 und Stelle festnehmen oder stellen sich direkt danach der Polizei.                 Nur auf diese Weise kann die Anwendung der spanischen Anti-Terror-Gesetze                 (Nachrichtensperre, Isohaft, Repressionswellen gegen alles und                 jeden) zumindest erschwert werden. Jede dieser gewaltfreien und                 &ouml;ffentlichen Direkten Aktionen wird von der Guardia Civil                 (spanische kasernierte Polizei) und den privaten Wachsch&uuml;tzern                 an der Baustelle direkt mit Pr&uuml;gel beantwortet und von der                 spanischen Justiz mit exemplarisch hohen, an den Haaren herbeigezogenen                 Haftstrafen belegt. Im letzten Winter tourten SOLIDARI@S CON ITOIZ                 durch Europa, um mit Aktionen auf bekannten Baudenkm&auml;lern                 wie dem Brandenburger Tor und dem Sankt-Petersdom &Ouml;ffentlichkeit                 zu schaffen und zu einem ersten internationalen Widerstandscamp                 bei Itoiz zu mobilisieren. Diesen M&auml;rz ist ein neues Video,                 produziert von SOLIDARI@S CON ITOIZ fertig geworden. Die deutsche                 Version kann bei der Berliner Kampagnengruppe f&uuml;r 30,- Spende                 bestellt werden (VHS, 60 min.).<\/p>\n<p>Die spanischen verantwortlichen Beh&ouml;rden haben im Februar                 entschieden, das Aufstauen endg&uuml;ltig einzuleiten und damit                 die Anlage in Betrieb zu nehmen. Im M&auml;rz ist einer der beiden                 Abl&auml;ufe des Stausees geschlossen worden &#8211; der Wasserspiegel                 steigt. Diese Entscheidung geschieht ungeachtet des k&uuml;rzlich                 erschienen Sicherheitsgutachtens, verfa&szlig;t von einem international                 berufenen Professor der Ingenieurswissenschaften (der jahrzehntelang                 f&uuml;r die Gegenseite D&auml;mme geplant hat), demzufolge mit                 der Inbetriebnahme von ITOIZ h&ouml;chste Risiken verbunden sind.                 Das Gutachten hat seit November gro&szlig;es Aufsehen in der spanischen                 und baskischen &Ouml;ffentlichkeit erregt und f&uuml;hrt \u201esieben                 katastrophische Risiken&#8220; an, von welchen jedes einzelne einen                 Stopp des ITOIZ-Projektes rechtfertigen w&uuml;rde. Einer der                 schwerwiegendsten Risikofaktoren ist die Instabilit&auml;t des                 Untergrundes der gr&ouml;&szlig;eren der beiden Talsperren in                 Kombination mit der Tatsache, da&szlig; sich flu&szlig;abw&auml;rts                 direkt am Ufer das Atomkraftwerk ASC&Oacute; befindet. Bei einem                 Bruch der Talsperre, den Professor Rebollo f&uuml;r wahrscheinlich                 h&auml;lt, droht neben der Verw&uuml;stung des gesamten Flu&szlig;laufes                 bis zum Mittelmeer und dem sicheren Tod tausender Menschen der                 atomare GAU in Asc&oacute;.<\/p>\n<p>STOPPT ITOIZ!<br \/>                 STOPPT DEN GAU!<br \/>                 STOPPT DEN ENTWICKLUNGSWAHN!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 16 Jahren bauen die spanische Regierung und die Regierung von Navarra am Stausee von Itoiz, einem Mega-Infrastrukturprojekt f&uuml;r 350 Millionen DM. Itoiz ist ein wichtiger Baustein im entwicklungswahnsinnigen, menschenfeindlichen und zerst&ouml;rerischen \u201eNationalen Wasserbauplan&#8220; des spanischen Staats, an dessen Finanzierung die EU beteiligt ist. Dieser Plan sieht den Bau von weiteren 200 Stauseen vor. 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