{"id":4012,"date":"2001-05-01T00:00:27","date_gmt":"2001-04-30T22:00:27","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=4012"},"modified":"2021-06-28T10:22:33","modified_gmt":"2021-06-28T08:22:33","slug":"kabouter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2001\/05\/kabouter\/","title":{"rendered":"Die Kabouter-Bewegung"},"content":{"rendered":"<h5><strong><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Wie die Kabouter-Bewegung entstand<\/span><\/strong><\/h5>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Die Kabouter-Bewegung entstand im \u00dcbergang von den sechziger in die siebziger Jahre. Die Periode der sechziger Jahre in den Niederlanden betrifft eigentlich die Zeit zwischen 1965 (Entstehung der Provo-Bewegung) und 1975 (die &#8218;Schlacht um das Nieuwmarktviertel&#8216;). Als die Kabouter-Bewegung im Februar 1970 entstand, war der politische Aktivismus schon \u00fcber seinen H\u00f6hepunkt hinweg und verkehrte in einem Tief. Dagegen wurde die Subkultur oder Gegenkultur mit ihren langen Haaren, phantasievoller Kleidung, &#8218;Peace and Love&#8216;, Rauschmitteln und Pop-Musik f\u00fcr immer mehr Jugendliche ein neuer Lebensstil. Die Kabouter-Bewegung kann als eine letzte Welle des Optimismus der sechziger Jahre in den Niederlanden betrachtet werden. Wie gesagt, kennzeich\u00adnend f\u00fcr die Kabouter-Bewe\u00adgung war das Zusam\u00admenflie\u00dfen der beiden Richtungen: des politischen Aktivismus und der Subkul\u00adtur. Kritik an der existierenden Ge\u00adsellschaft wurde kombiniert mit alternativen Experimenten jeder Art und mit einem lebenslusti\u00adgen, erotischen und entspanteren Lebensstil. Die Kabouter zielten auf einen Mentalit\u00e4tswandel als Bedingung f\u00fcr \u00c4nderungen der gesellschaftlichen Strukturen. Das gab ihnen eine gro\u00dfe Anziehungskraft. Dieser Versuch, beide Richtungen zu integrieren, war zur gleichen Zeit eine Basis f\u00fcr grundlegende Konflikte, woran die Kabouter-Bewegung im Laufe von anderthalb Jahren allm\u00e4hlich zu Grunde gehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Konkreter gesagt ist die Kabouter-Bewegung einerseits entstanden aus den Aktivit\u00e4ten Roel van Duijns als letztem der vier Provo-Abgeordneten im Amsterdamer Stadtrat. Andererseits ist sie entstanden aus den Versuchen, die verschiedenen au\u00dferparlamentarischen Gruppierungen und Organisati\u00ado\u00adnen in der Stadt unter einen Hut zu bringen, mit Blick auf die im Juni 1970 bevorstehen\u00adden Kommunalwahlen.<\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">Als er im Oktober 1969 als vierter Provo-Abgeordneter antrat, lancierte Roel van Duijn seinen Plan f\u00fcr <\/span><span lang=\"nl-NL\">Amsterdam-Kabouterstadt<\/span><span lang=\"nl-NL\">: eine gesellschaftliche Utopie auf Grund von Ideen des russischen Anarchisten Pjotr Kropotkin, des Sozialisten Karl Marx, des New-Left-Philosofen Herbert Marcuse, des Neo-Freudianischen Psychologen Erich Fromm und des Anthroposofen Rudolf Steiner. Er propagierte den <\/span><span lang=\"nl-NL\">Kultur-Kabouter<\/span><span lang=\"nl-NL\"> (das &#8218;Heinzelm\u00e4nnchen&#8216;) als Repr\u00e4sentant der Gegenkultur, als Symbol f\u00fcr den in Harmonie mit der Natur lebenden Stadtmenschen. Durch ein einfaches, aber trotzdem fr\u00f6hliches Leben sollte die Menschheit die umweltbedrohenden Ausw\u00fcchse der Konsumgesellschaft zur\u00fcckdr\u00e4ngen k\u00f6nnen. In diesem Rahmen propagierte er u.a. kleine Dachg\u00e4rten auf Autod\u00e4chern.<\/span><\/p>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Um seine Arbeit im Amsterdamer Stadtrat auch nach den Wahlen von 1970 fortsetzen zu k\u00f6nnen, brauchte Roel van Duijn nach der Aufl\u00f6sung der Provo-Bewegung eine neue politische R\u00fcckendeckung. Daf\u00fcr kamen Ex-Provos, die StudentInnenbewegung, die Kritischen Lehrer, die Sch\u00fclerInnenorganisation VAAG und die protestierenden K\u00fcnstlerInnen in Betracht. Das galt auch f\u00fcr die B\u00fcrgerinitiativen in den Arbeitervierteln. Alle diese Gruppierungen versuchten, ihre Kr\u00e4fte zu b\u00fcndeln, gleichfalls mit Blick auf die Wahlen. Luud Schimmelpennink, ehemaliger Provo-Abgeord\u00adneter und beteiligt an den Aktionen im Nieuwmarktviertel, brachte Roel van Duijn Anfang Januar 1970 mit ihnen in Verbindung. Aber der Versuch, um die parlamentarischen Ambitionen Roel van Duijns an die B\u00fcndelung der B\u00fcrgerinitiativen und StudentInnenbewegung zu koppeln, erzeugte nicht das erw\u00fcnschte Resultat. Einige Leute, wie der damalige StudentInnenf\u00fchrer Ton Regtien und Ex-Provo Rob Stolk, bef\u00fcrworteten nur eine Zusammenarbeit zwischen den betreffenden Gruppierungen. Sie lehnten Beteiligung an den Wahlen mit einer eigenen Partei ab. Auch pers\u00f6hn\u00adliche Gegens\u00e4tze spielten hier eine Rolle.<\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">Die Kontakte zwischen Roel van Duijn, dem Wei\u00dfen BVD (Dienstverweigerer) und Ruud Kater versprachen bessere Perspektiven. Ruud Kater hatte im November 1969 demonstrativ im Geb\u00e4ude der Zweiten Kammer (das Parlamentsgeb\u00e4ude in Den Haag) seine Einberufungskarte f\u00fcr den Wehrdienst verbrannt. Diese Kontakte hatten schon dazu gef\u00fchrt, da\u00df Roel van Duijn im Dezember 1969 seine <\/span><span lang=\"nl-NL\">Sabotage-Nota<\/span><span lang=\"nl-NL\"> im Rat einreichte. Darin rief er die Bev\u00f6lkerung auf, nicht nur die etwaige Macht\u00fcbernahme durch eine einmarschierende Nation mit gewaltlosen Techniken zu sabotieren, sondern auch die Un\u00adterdr\u00fcckung durch die eigenen Autorit\u00e4ten. Diese Sabotage-Nota verursachte gro\u00dfe Aufregung und brachte Roel van Duijn \u00f6ffentlich in Konflikt mit dem B\u00fcrgermeis\u00adter Ivo Samkal\u00adden. Anl\u00e4\u00dflich dieses Ereignisses gr\u00fcndete er am 22. Januar 1970 zusammen mit Ruud Kater und Ben Dankbaar vom Wei\u00dfen BVD im StudentInnenclub Akhnaton die <\/span><span lang=\"nl-NL\">Volksuniversit\u00e4t f\u00fcr Sabotage, Pseudo-Erotik und andere Formen des demokrati\u00adschen Widerstands<\/span><span lang=\"nl-NL\">.<\/span><\/p>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">W\u00e4hrend der zweiten Versammlung der Volksuniversit\u00e4t f\u00fcr Sabotage am 27. Januar 1970, pr\u00e4sentierte der Soziologie-Student Ruud Vermeer einen von ihm und seinem Freund Wouter van der Graaf ausgedachten Plan zur Gr\u00fcndung eines alternativen Staates, des &#8218;Oranje-Freistaat\u00ades&#8216;. Dieser Name war einerseits gedacht als eine Parodie auf die gleichnamige Boeren-Republik in S\u00fcdafrika mit ihrer damaligen rassistischen Apartheidspolitik. Zur gleichen Zeit verwies er auf die Opposition gegen das Niederl\u00e4ndische K\u00f6nigshaus: also frei vom Haus von Oranien. Die &#8218;underground&#8216;- oder Subkultur und der durch die Provos initiierte Widerstand gegen die existierende autorit\u00e4re Gesellschaft sollten durch die Einrichtung eines alternativen, imagin\u00e4ren Staates innerhalb des Niederl\u00e4ndischen Staates geb\u00fcndelt werden. Der alternati\u00adve Staat sollte von einem parodistischen Schattenkabinett geleitet werden. Der Oranje-Freistaat sollte mit einigen Ministerien ausge\u00adstattet werden, als eine Art Aufh\u00e4nger f\u00fcr die Entfaltung von sowohl spielerischen als auch aufbauenden Alternativ-Projekten.<\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">Dieser Plan wurde mit Begeisterung aufgenommen. Auch Roel van Duijn erblickte M\u00f6glichkeiten um diesen Plan mit seiner eigenen Idee von Amsterdam-Kabouterstadt und seinen politischen Ambitionen zu kombinieren. Und so fand eine Woche sp\u00e4ter, am 5. Februar 1970, die <\/span><span lang=\"nl-NL\">Prokla\u00admation des Oranje-Freistaates<\/span><span lang=\"nl-NL\"> statt. Nach dem Kabouter-Manifest, das von Roel van Duijn vorgelesen wurde: &#8222;Wie entsteht aus der alten Gesellschaft eine neue Gesellschaft? Wie ein Pilz auf einem verrottendem Baumstrunk. &#8230; Die Revolution ist das Ende des Untergrun\u00addes. &#8230; Von jetzt an stecken wir unsere Energie in den Aufbau einer antiautorit\u00e4ren Gesellschaft. Was wir von der alten Gesellschaft nutzen k\u00f6nnen, werden wir nehmen: Kenntnisse, sozialistische Ideale und das Beste der liberalen Traditionen.&#8220; Nach der Proklama\u00adtion wurde auf dem Dam, ge\u00adgen\u00fcber dem Nationalmo\u00adnu\u00adment, ein kleines Orangenb\u00e4umchen gepflanzt als <\/span><span lang=\"nl-NL\">alternatives Denkmal<\/span><span lang=\"nl-NL\"> des Kabouter\u00adstaates, das \u00fcbrigens schon am n\u00e4chsten Tag von den Beh\u00f6rden wegge\u00adholt wurde. Bei dieser Zeremonie wurde auch die <\/span><span lang=\"nl-NL\">alternative Nationalhymne<\/span><span lang=\"nl-NL\"> des Oranje-Freistaates gesun\u00adgen: &#8222;De uil zat in de olmen&#8220; (Die Eule sa\u00df im Ulmenbaum), ein altes Volkslied mit dem Kuckuck als Symbol des Volksaufstandes gegen Tyrannei. Das war der offizielle Anfang der Kabouter-Bewe\u00adgung.<\/span><\/p>\n<h5>Attribute der alternativen Gesellschaft<\/h5>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">Der Alternativ-Staat der Kabouters verf\u00fcgte am Anfang schon \u00fcber eine eigene <\/span><span lang=\"nl-NL\">Nationalhymne<\/span><span lang=\"nl-NL\">, ein <\/span><span lang=\"nl-NL\">Kabouter-Stadthaus<\/span><span lang=\"nl-NL\"> im B\u00fcro des Wei\u00dfen BVD, eine Volksuniversit\u00e4t f\u00fcr Sabotage und <\/span><span lang=\"nl-NL\">zw\u00f6lf Volksdepartements<\/span><span lang=\"nl-NL\"> statt Ministerien. In diesen Volksdepartements wurden schon existierende Organisationen und B\u00fcrgerinitiativen und auch neue Initiativen untergebracht. Eine Woche sp\u00e4ter bekamen die Kabouters zum ersten Mal 10 Minuten Sendezeit im progressiven Radio-Programm <\/span><span lang=\"nl-NL\">&#8218;VPRO-Freitag&#8216;<\/span><span lang=\"nl-NL\">, und danach noch mehrere Male. Anfang M\u00e4rz erschien das erste Exemplar der eigenen <\/span><span lang=\"nl-NL\">Kabouterkrant<\/span><span lang=\"nl-NL\"> (Kabouterzeitung). Die Untergrund-Zeitschrift <\/span><span lang=\"nl-NL\">Aloha<\/span><span lang=\"nl-NL\"> erschien danach einige Monate lang als &#8222;Staatsblatt des Oranje-Freistaates&#8220; und verbreitete die Kabouter-Nachrichten im ganzen Land. Sp\u00e4ter erschien noch eine konkurrierende Kabouterzei\u00adtung: der <\/span><span lang=\"nl-NL\">&#8218;Kabouterkolonel&#8216;<\/span><span lang=\"nl-NL\"> (auf Deutsch: der Heinzelm\u00e4nchen-Oberst&#8216;) von Hans Tuynman und Steef Davidson. Roel van Duijn durfte seine Arbeit im Amster\u00addam\u00admer Stadtparlament fortsetzen als <\/span><span lang=\"nl-NL\">Botschafter des Oranje-Freistaates<\/span><span lang=\"nl-NL\">. Was der alternative Kabouter-Staat aber nicht hatte, war eine eigene Fahne und <\/span><span lang=\"nl-NL\">ein eigenes Territorium<\/span><span lang=\"nl-NL\">. Die alternative Gesellschaft war n\u00e4mlich ein imagin\u00e4rer Staat, eine Mentalit\u00e4t, der sich in den K\u00f6pfen und den Herzen der Menschen niederlassen sollte und so die Strukturen \u00e4ndern sollte.<\/span><\/p>\n<h5 lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Eine F\u00f6deration von Volksdepartements<\/h5>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Ziemlich schnell wurde die Kabouter-Bewegung mit vielen neuen Gruppierungen und sich anschlie\u00dfenden Individuen erweitert. Das galt zum Beispiel f\u00fcr: Woman Power, &#8222;Aktion &#8217;70&#8220; (die B\u00fcrgerinitiative von HausbesetzerInnen), die Sch\u00fclerInnenorganisation VAAG, die Kritischen LehrerInnen, der Wei\u00dfe Kinder-Plan, K\u00fcnstlerInnen, kritische SozialarbeiterInnen und viele StudentInnen, die sich nicht wohl f\u00fchlten im dogmatisch-marxistischen Klima der StudentInnen-Bewegung. Es gab auch viele Organisationen und Gruppierungen, die nicht in der Kabouter-Bewegung aufgingen aber trotzdem gerne mit ihr zusammen\u00adarbeiteten, wegen ihrer schnell wachsenden Popularit\u00e4t.<\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">Im Prinzip kannte der Oranje-Freistaat eine f\u00f6derative Organisationsstruktur mit autonomen Volksdepartements. Wenn neue Initiativen dazukamen, wurden neue Volksdepartements gegr\u00fcndet oder alte, nicht richting funktionierende Volksdepartements zusammengef\u00fcgt. W\u00e4hrend der w\u00f6chentlichen <\/span><span lang=\"nl-NL\">Volksversammlungen<\/span><span lang=\"nl-NL\"> wurde \u00fcber schon ausgef\u00fchrte Aktionen und \u00fcber neue Pl\u00e4ne berichtet und oft heftig diskutiert. In den ersten Monaten wurden die Volksvers\u00adammlungen von 200 bis 400 Leuten besucht. Sp\u00e4ter wurde weniger intensiv an diesen Versammlungen teilgenommen. Anfang April 1970 wurde, wegen der meistens sehr chaotisch verlaufenden Volksvers\u00adammlungen, ein <\/span><span lang=\"nl-NL\">Inter-Departementeller Rat<\/span><span lang=\"nl-NL\"> gegr\u00fcndet, in dem die Volksversammlungen vorberei\u00adtet und die Aktionen koordiniert wurden.<\/span><\/p>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Genauso wie bei der Provo-Bewegung kannte auch die Kabouter-Bewegung keine beitragszahlen\u00adden Mitglieder. Es gab einen Kern von etwa 65 bis 70 full-time Kabouters, zu denen auch einige prominente Ex-Provos geh\u00f6rten, wie Roel van Duijn, Hans Tuynman, Luud Schimmel\u00adpennink, Hugo Willems und Martijn Lindt. Sie traten in den Vordergrund, f\u00fchrten meistens das Wort oder koordinierten ein Volksdepartement. Dann gab es einen weiteren Kreis von etwa tausend bis zweitausend Kabouters, die die Volksversammlungen besuchten, sich an Aktionen oder Demonstratio\u00adnen beteiligten oder innerhalb eines Volksdepartementes aktiv waren. Und zum Schlu\u00df gab es einen noch breiteren Kreis von SympathisantInnen: die LeserInnen der Kabouterzei\u00adtung und Aloha, Leute denen von den Kabouters geholfen wurde, und die 38.000 W\u00e4hlerInnen, die am 3. Juni 1970 die Kabouter-Liste w\u00e4hlten.<\/p>\n<h5 lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Zwei H\u00e4nde-Strategie<\/h5>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">Die meisten Kabouters hatten, so wie die meisten Provos, kein stark entwickeltes <\/span><span lang=\"nl-NL\">politisches Bewu\u00dftsein. Sie waren einfach anti-autorit\u00e4r und anti-kapitalistisch. Sie bef\u00fcrchteten, da\u00df die Politik der autorit\u00e4ren Regierungen und die immer st\u00e4rker angeheizten Konsumbed\u00fcrfnisse letztendlich zu einem Alles vernichtenden Weltkrieg oder zu einer Umweltkatastrophe f\u00fchren w\u00fcrden. In diesem Sinne bekannten sich auch viele Kabouters zu Roel van Duijns &#8218;Klootjesvolk-Theorie&#8216;. Neben weiterer Demokratisierung der Gesellschaft durch Einf\u00fchrung einer R\u00e4te-Demokra\u00adtie war die Wiederherstellung des \u00f6kologischen Gleichgewichtes ihr Hauptziel. Die Kabouters \u00fcbernahmen die Provo-Losung &#8222;Lieberevolution&#8220; und interpretierten sie als: lieber Evolution. Sie betrachteten eine Mentalit\u00e4tswandel als Bedingung f\u00fcr eine Ver\u00e4nder\u00adung der Ge\u00adsellschaftsstruk\u00adtu\u00adren. Die Kabouters arbeiteten nach der von Roel van Duijn formulierten <\/span><span lang=\"nl-NL\">&#8218;Zwei H\u00e4nde-Strate\u00adgie&#8216;<\/span><span lang=\"nl-NL\">: mit der rechten Hand wurde die alte Gesellschaft von au\u00dfen und von innen, durch Teilnahme an parlamen\u00adtarischen und anderen Institutionen, angegriffen, kritisiert und untergra\u00adben. Mit der utopischen linken Hand wurde zur gleichen Zeit mit alternativen L\u00f6sungen experimentiert und am Aufbau der neuen Gesellschaft gearbeitet. Beide H\u00e4nde sollten sich verbunden wissen durch einen Kopf und durch ein Herz. In diesem Sinne zeigte die Kabouter-Bewe\u00adgung sowohl \u00c4nhlichkeiten mit als auch gro\u00dfe Unterschiede zu der Provo-Bewe\u00adgung. Provo war wesentlich pessimistischer und kannte keine linke Hand.<\/span><\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">Die Zielsetzung der rechten Hand: Teilnahme an parlamentarischen und anderen Institutionen, als Mittel, um die existierende, alte Gesellschaft zu ver\u00e4ndern, ist zu vergleichen mit dem von Rudi Dutschke propagierten <\/span><span lang=\"nl-NL\">&#8218;Marsch durch die Institutionen&#8216;<\/span><span lang=\"nl-NL\">. Wahrscheinlich h\u00e4tte Rudi Dutschke weitgehend mit der Kabouter-Bewegung sympathisiert. Das war aber keineswegs der Fall mit der Mehrheit der niederl\u00e4ndischen StudentInnenbewegung. Auf Grund ihrer orthodox-marxistischen Ideologie \u00fcbten die Wortf\u00fchrer der StudentInnenbewegung, wie Ton Regtien, Johan Middendorp und Konrad Boehmer, scharfe Kritik an den Kabouters und vor allem an Roel van Duijn. Konrad Boehmer und Ton Regtien \u00e4u\u00dferten diese Kritik in ihrer Brosch\u00fcre &#8218;Van Provo tot Oranjevrijstaat&#8216; (Von Provo bis Oranje-Freistaat). Das f\u00fchrte zu einer ideologischen Debatte zwischen Ton Regtien und Roel van Duijn, die von zwei ma\u00dfgebenden linken Wochenzei\u00adtungen publiziert wurde. Trotz ihrer ideologischen Meinungsverschiedenheiten wurde im Mai 1970 in Amsterdam eine <\/span><span lang=\"nl-NL\">&#8218;Entente Cordiale&#8216;<\/span><span lang=\"nl-NL\">, ein &#8218;Nicht Angriffsvertrag&#8216;, vereinbart zwischen der marxistischen StudentInnenvertretung, Dolle Mina und dem Oranje-Freistaat.<\/span><\/p>\n<h5 lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Eine Explosion von Aktionen<\/h5>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Die ersten Monate nach der Proklamation des Oranje-Freistaates zeigten eine wahre Explosion von originellen Aktionen und anderen Initiativen. <span lang=\"nl-NL\">Die Kabouters protestierten mit spielerischen <\/span><span lang=\"nl-NL\">Aktionen gegen den Autoverkehr<\/span><span lang=\"nl-NL\"> in der Innen\u00adstadt. Sie fuhren w\u00e4hrend der Rushhour morgens mit <\/span><span lang=\"nl-NL\">Transportr\u00e4dern<\/span><span lang=\"nl-NL\"> durch die Stadt und markierten nachts mit Totenkopf-Aufklebern auf Verkehrsschildern eine <\/span><span lang=\"nl-NL\">&#8218;<\/span><span lang=\"nl-NL\">Krebsgrenze&#8216;<\/span><span lang=\"nl-NL\"> Und mit <\/span><span lang=\"nl-NL\">Blockade-Aktionen<\/span><span lang=\"nl-NL\"> in einer intensiv befahrenen Gesch\u00e4fts\u00adstra\u00dfe sorgten die Kabouters daf\u00fcr, da\u00df diese Stra\u00dfe nach einigen Monaten f\u00fcr Autos gesperrt wurde. Durch das Entfernen von Betonplatten auf Kinder\u00adspielpl\u00e4tzen erreichten die Kabouters, da\u00df diese Platten durch weniger gef\u00e4hrliche Gummiplatten ersetzt wurden. Die Kabouters pflanzten <\/span><span lang=\"nl-NL\">Tannenb\u00e4ume auf Kreisver\u00adkehrspl\u00e4tzen,<\/span><span lang=\"nl-NL\"> um die Abgase der Autos mit Sauerstoff zu kompensieren. Und nat\u00fcrlich wurde auch das &#8218;Witkar&#8216; von Luud Schimmelpennink von den Kabouters als umweltfreundli\u00adsche Alternative zum Auto propagiert. W\u00e4hrend eines <\/span><span lang=\"nl-NL\">\u00dcberfalles auf eine Kaserne<\/span><span lang=\"nl-NL\"> in Amers\u00adfoort wurden Rekruten zu Protestdienst und Sabotage innerhalb der Armee aufgerufen. Durch spektakul\u00e4re <\/span><span lang=\"nl-NL\">Hausbesetzungen<\/span><span lang=\"nl-NL\">, durch Proklamierung des 5. Mai (der traditionelle Feiertag zur Erinnerung an die Befreiung am Ende des Zweiten Weltkrieges) zum <\/span><span lang=\"nl-NL\">&#8218;Nationalen Hausbesetzer\u00adtag&#8216;<\/span><span lang=\"nl-NL\"> und mit Demon\u00adstrationsz\u00fcgen durch die Stadt wurden die Autorit\u00e4ten und die Bev\u00f6lkerung auf Leer\u00adstand, Wohnungsnot und auf den oft gewaltsamen Polizeieinsatz bei R\u00e4u\u00admungsaktionen aufmerk\u00adsam gemacht. Aus Protest gegen das brutale Auftreten der Polizei gegen Kabouter-Aktionen wurde der Stadt Amsterdam der <\/span><span lang=\"nl-NL\">&#8218;Achtzigj\u00e4hrige Befreiungskrieg&#8216;<\/span><span lang=\"nl-NL\"> erkl\u00e4rt und damit appellierten die Kabouters bewu\u00dft an das kollektive Ge\u00adschichtsbewu\u00dftsein der Niederl\u00e4nder. <\/span><\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">Im Rahmen dieses von Seiten der Kabouters gewaltlos gef\u00fchrten Befreiungskrieges wurde der <\/span><span lang=\"nl-NL\">Sessel des B\u00fcrgermeisters<\/span><span lang=\"nl-NL\"> von Kabouters heimlich aus dem Ratssaal entfernt und, nachdem sie die Sesselbeine abges\u00e4gt hatten, auf dem Dam zur Schau gestellt. Diese symbolische Aktion sollte den B\u00fcrge\u00adrmeis\u00adter zu mehr Bescheidenheit und zu gr\u00f6\u00dferen Anstren\u00adgungen auf diesem Gebiet anregen. Sp\u00e4ter stellte die Stadtverwaltung den Kabouters zwei Geb\u00e4ude zur Bewoh\u00adnung durch Gruppen zur Verf\u00fcgung. Darin wurden zwei Kabouter-Kommunen gegr\u00fcndet.<\/span><\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">Die Kabouters solidarisierten sich mit den &#8218;Damschlafern&#8216;, als die Stadtverwaltung ein <\/span><span lang=\"nl-NL\">Dam-schlaf\u00adver\u00adbot<\/span><span lang=\"nl-NL\"> in Kraft treten lie\u00df. Durch untaktisches Auftreten der Polizei kam es Ende August 1970 zu gro\u00dfen Stra\u00dfenschlachten, die drei Tage dauerten. Im Februar 1971 versuchten die Kabouter mit Erfolg, zusammen mit anderen Gruppierungen, die <\/span><span lang=\"nl-NL\">Volksz\u00e4hlung<\/span><span lang=\"nl-NL\"> zu verhindern. Diese Aktion diente als Vorbild f\u00fcr B\u00fcrgerinitiativen in West-Deutschland als dort einige Jahre sp\u00e4ter auch eine Volksz\u00e4h\u00adlung geplant wurde.<\/span><\/p>\n<h5 lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Ein Netzwerk von Kabouterinitiativen<\/h5>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Innerhalb des Oranje-Freistaates entstand ein Netzwerk von Kabouter-Initiativen auf verschiede\u00adnen Gebieten als Brutst\u00e4tte oder Laboratorium der neuen, alternativen Gesellschaft. <span lang=\"nl-NL\">So gab es eine <\/span><span lang=\"nl-NL\">Alternative Bekleidungsindustrie<\/span><span lang=\"nl-NL\"> als Alternative f\u00fcr die von der Mode diktierten Konfektionsindustrie. Diese Kabouters, meistens Frauen, propagierten den Gebrauch von nat\u00fcrlichen Stoffen und Materialien. Andere <\/span><span lang=\"nl-NL\">Kabouters gr\u00fcndeten einen eigenen <\/span><span lang=\"nl-NL\">&#8218;Alternativen Postdienst&#8216;<\/span><span lang=\"nl-NL\"> mit eigenen Briefmarken. Wieder andere Kabouters besch\u00e4ftigten sich mit gesunder Ern\u00e4hrung und machten kleine L\u00e4den auf, <\/span><span lang=\"nl-NL\">Kabouterl\u00e4den<\/span><span lang=\"nl-NL\">, wo sie ungespritztes Obst und Gem\u00fcse verkauften. Das waren die ersten Bio-L\u00e4den in den Niederlanden. In den achtziger und neunziger Jahren verbreiteten sie sich \u00fcber das ganze Land. Aus diesen Kabouterl\u00e4den entstand auch die Initiative zu einem <\/span><span lang=\"nl-NL\">Oranje-Freimarkt<\/span><span lang=\"nl-NL\">, einem Tauschmarkt als Alternative zur umweltbe\u00adlastenden Wegwerf-Gesellschaft. Am ersten Geburtstag des Oranje-Freistaates, am 5. und 6. Februar 1971 wurde im Jugendzentrum De Kosmos (das ehemalige Fantasio) die erste <\/span><span lang=\"nl-NL\">Alterna\u00adtive Fr\u00fchlings\u00admesse<\/span><span lang=\"nl-NL\"> organisiert, wo verschiedene Kaboutergesch\u00e4fte und andere Kabouter-Initiativen sich pr\u00e4sentier\u00adten.<\/span><\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">Es wurde eine <\/span><span lang=\"nl-NL\">Dienststelle f\u00fcr Seniorenbetreuung<\/span><span lang=\"nl-NL\"> gegr\u00fcndet mit Hunderten von ehrenamtli\u00adchen MitarbeiterInnen, darunter viele Sch\u00fclerInnen, StudentInnen und Jugendliche, aber auch einige \u00c4rzte und KrankenpflegerInnen. Andere Kabouters besch\u00e4ftigten sich mit Anti-Psychiatrie und einer <\/span><span lang=\"nl-NL\">Alternativen Klinik<\/span><span lang=\"nl-NL\"> ohne das \u00fcbliche autorit\u00e4re Regime. Einige von diesen Kabouters beteiligten sich Ende 1970 an einer experimentellen Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr geis\u00adtig Behinderte und &#8218;Normale&#8216; in einer Klinik au\u00dferhalb Amsterdams. Sch\u00fclerInnen und Kritische LehrerInnen kritisierten Mi\u00dfst\u00e4nde im Unterricht und propagierten in einem &#8218;Bericht an die Bev\u00f6lkerung von Amster\u00addam&#8216; einen <\/span><span lang=\"nl-NL\">Alternativen Schulberatungsdienst<\/span><span lang=\"nl-NL\">. Die Kinderkrippe des <\/span><span lang=\"nl-NL\">Wei\u00dfen Kinderplans<\/span><span lang=\"nl-NL\"> wurde von den betroffenen Eltern erweitert durch einen <\/span><span lang=\"nl-NL\">Offenen Kindergarten<\/span><span lang=\"nl-NL\">, also eine antiauto\u00adrit\u00e4re Vorschu\u00adle.<\/span><\/p>\n<h5 lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">F\u00fcnf Kabouter ins Stadtparlament<\/h5>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">Infolge der &#8218;Zwei H\u00e4nde-Strategie&#8216; beteiligten die Kabouters sich in Amsterdam, wie in verschie\u00addenen anderen St\u00e4dten, an den <\/span><span lang=\"nl-NL\">Kommunalwahlen vom 3. Juni 1970<\/span><span lang=\"nl-NL\">. Es wurde eine <\/span><span lang=\"nl-NL\">Kampag\u00adne<\/span><span lang=\"nl-NL\"> gef\u00fchrt, indem man eine Grachten-Rundfahrt mit einem alten Boot voller musizierender Kabou\u00adters und satirisches Sra\u00dfentheater organisierte. Die Kabouters brachten zum ersten Mal politi\u00adsches Theater auf die Stra\u00dfe, so wie Robert-Jasper Grootveld zum ersten Mal Happe\u00adnings auf der Stra\u00dfe <\/span><span lang=\"nl-NL\">gebracht hatte. In Zusammenarbeit mit progressiven VertreterInnen der katholischen und protestanti\u00adschen Kirchen wurde nach der <\/span><span lang=\"nl-NL\">Jericho-Geschichte<\/span><span lang=\"nl-NL\"> aus der Bibel sieben Mal um die Niederl\u00e4n\u00addische Bank, das Symbol des Kapitalismus, gelaufen, sechsmal schweigend und das siebte Mal mit viel L\u00e4rm. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurde am 14. Juni in verschiede\u00adnen Kirchen ein <\/span><span lang=\"nl-NL\">Kaboutersonntag<\/span><span lang=\"nl-NL\"> organisiert und \u00fcber die Zielsetzungen der Kabouters gepredigt.<\/span><\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">Bei den etablierten Parteien herrschte Panik, als die Kabouter-Partei mit <\/span><span lang=\"nl-NL\">f\u00fcnf Abgeordneten<\/span><span lang=\"nl-NL\"> ins Stadtparla\u00adment zog. Die Kabouters bekamen in Amsterdam 11% der Stimmen und wurden damit die vierte Partei. Auch in Den Haag, Leeuwar\u00adden, Alkmaar, Amersfoort, Arnheim und Leiden wurden nochmals acht Kabouters in den dortigen Gemeinderat gew\u00e4hlt, also 13 Kabouter-Abgeordnete in sieben verschiedenen Stadtparlamenten. W\u00e4hrend der Volksvers\u00adammlung im Vondelpark forderte Roel van Duijn einen <\/span><span lang=\"nl-NL\">Beigeortnetenposten<\/span><span lang=\"nl-NL\"> f\u00fcr seine Partei, aber diese Forderung ging den meisten Kabouters zu weit. Sie lehnten es ab, aus Angst vor Korrumpie\u00adrung durch Macht.<\/span><\/p>\n<h5 lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Ein Hexenkreis in Amersfoort und Kontakte im Ausland<\/h5>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">In mehr als sechzig St\u00e4dten und kleineren Orten in allen Ecken der Niederlande bildeten sich Kabouter-Gruppierungen nach dem Vorbild von Amsterdam. In den meisten F\u00e4llen wurde das Amsterdamer Modell nachgeahmt, aber in einigen gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten war ein origineller Geist zu sp\u00fcren. Nach den erfolgreichen Kommunalwahlen in sieben Kabouter-St\u00e4dten fand am 20. und 21. Juni 1970 in Amersfoort ein <\/span><span lang=\"nl-NL\">&#8218;Hexenkreis&#8216; <\/span><span lang=\"nl-NL\">statt, ein Kongress, woran etwa vierhundert Kabouters aus dem ganzen Lande und auch aus Belgien teil\u00adnahmen. Es wurde diskutiert \u00fcber alternative Wirtschaftsmodelle, die Organisationsstrukturen in den verschiedenen Kabou\u00adterst\u00e4dten, die niederl\u00e4ndische Koordinationsstruktur und \u00fcber die geplante <\/span><span lang=\"nl-NL\">Teilnahme an den Wahlen f\u00fcr das niederl\u00e4ndische Parlament. Die Diskussionen wurden abgewech\u00adselt durch pseudo-mystisches Theater von Kaboutern aus Den Haag.<\/span><\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">Schon kurz nach der Gr\u00fcndung des Oranje-Freistaates wurden die Kabouters fast t\u00e4glich mit JournalistInnen aus der ganzen Welt konfrontiert. Sie bericht\u00adeten meistens sehr positiv \u00fcber das, was sie in der alternativen Gesellschaft erlebt hatten. Diese Berichterstattung war von entschei\u00addender Bedeutung f\u00fcr die Entstehung von Kabouter-Be\u00adwegungen oder \u00e4hnlichen Initiativen im Ausland. In zwei F\u00e4llen ist direkter Einflu\u00df von der Amsterdamer Kabouterbewegung nachweisbar, n\u00e4mlich in <\/span><span lang=\"nl-NL\">Antwerpen<\/span><span lang=\"nl-NL\"> (Belgien) und in <\/span><span lang=\"nl-NL\">K\u00f6ln<\/span><span lang=\"nl-NL\">. Auch in Antwerpen beteiligten die Kabouters sich mit einer eigenen Liste an den Kommunalwahlen in dieser Stadt, leider ohne Erfolg. In K\u00f6ln waren die zw\u00f6lf Mitglieder der Sozialistischen Initiativ Gruppe nach einem Besuch in Amsterdam so beeindruckt von der Kabouter-Bewegung, da\u00df sie sich gleich umbenannten in <\/span><span lang=\"nl-NL\">&#8218;K\u00f6lner Heinzelmenschen&#8216;<\/span><span lang=\"nl-NL\">.<\/span><\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">Weitere, aber weniger direkte Einfl\u00fcsse der Kabouter-Bewegung im Ausland sind nachzuweisen in <\/span><span lang=\"nl-NL\">Stockholm<\/span><span lang=\"nl-NL\"> (Alternativ Stad), <\/span><span lang=\"nl-NL\">Kopenhagen<\/span><span lang=\"nl-NL\"> (die alternative Gesellschaft Christiania), <\/span><span lang=\"nl-NL\">Ljubljana<\/span><span lang=\"nl-NL\"> (Slowenien) und <\/span><span lang=\"nl-NL\">Polen<\/span><span lang=\"nl-NL\"> (Das Oranje Alternativ). Der Oranje-Freistaat bekam im Herbst 1970 auch Besuch von amerikanischen Hippies (<\/span><span lang=\"nl-NL\">The Hog Farm-Kommune<\/span><span lang=\"nl-NL\">) und von Yippies. Mit den Letzteren wurde ein Vertrag \u00fcber gegenseitige Solidarit\u00e4t im Kampf gegen die Umwelt\u00adzerst\u00f6r\u00adung geschlossen. Das alles machte klar, da\u00df man die Kabouter\u00adbewegung als Teil einer Gegen\u00adkultur betrachten konnte, die die ganze westliche Welt umfa\u00dfte.<\/span><\/p>\n<h5 lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Das Ende von Amsterdam-Kabouterstadt<\/h5>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">Der Erfolg bei d<\/span><span lang=\"nl-NL\">en Kommunalwahlen wurde schon schnell zum ersten Spaltpilz, woran die Kabouter-Bewe\u00adgung ein Jahr sp\u00e4ter langsam zu Grunde ging. Schon direkt nach der Installati\u00adon des neuen Stadtrates kam es zu einer <\/span><span lang=\"nl-NL\">Spaltung innerhalb der Kabouter-Fraktion<\/span><span lang=\"nl-NL\">. Die Aktivisten Frans van Bommel und Connie Bos rauchten demonstrativ eine Hasch-Zigarette w\u00e4hrend ihrer Vereidigung und suchten die harte Konfrontation mit dem B\u00fcrgermeister, den Beigeortneten und den etablierten Parteien. Roel van Duijn und Guy Kilian dagegen sahen es als ihre Aufgabe, um auf friedliche und spielerische Weise Opposition zu f\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span lang=\"nl-NL\">Eine weitere Spaltung innerhalb der Amsterdamer Kabouter-Bewegung wurde verursacht durch Konflikte \u00fcber die Finanzen der Kabouterzeitung, aber am meisten noch durch die immer wieder zur\u00fcckkehrende Diskussionen \u00fcber die Frage, ob man sich auch an den <\/span><span lang=\"nl-NL\">Wahlen f\u00fcr das nationale Parlament (die Zweite Kammer)<\/span><span lang=\"nl-NL\"> am 28. April 1971 beteiligen sollte. Die meisten Amsterda\u00admer Kabouters lehnten es ab, <\/span><span lang=\"nl-NL\">aber au\u00dferhalb Amsterdams ergriffen Kabouters aus Nijmegen die Initiative zu einer nationalen Kabouter-Liste. Sie fanden Roel van Duijn und Guy Kilian an ihrer Seite. Am ersten Geburtstag des Oranje-Freistaates war der Untergang der Bewegung schon sp\u00fcrbar. Roel van Duijn hoffte, da\u00df seine <\/span><span lang=\"nl-NL\">&#8218;Krokus-Offensive&#8216;<\/span><span lang=\"nl-NL\"> der Bewegung wieder neuen Elan geben w\u00fcrde. Seine GegnerInnen initiierten aber eine <\/span><span lang=\"nl-NL\">&#8218;Brennessel-Offensive&#8216;<\/span><span lang=\"nl-NL\"> und propagierten die Aufl\u00f6sung des Oranje-Freistaates. So weit ist es nie gekommen, auch wenn die Volksvers\u00adammlungen von immer weniger Kabouters besucht wurden. Bei den Wahlen am 28. April 1971 bekamen die Kabouters keinen Sitz im Parlament. Auch wenn die Kabouter-\u00adBewe\u00adgung nie offiziell aufgel\u00f6st wurde, bedeutete dieser Mi\u00dferfolg trotzdem das definitive Ende des Oranje-Freistaates als oppositonelle Organisation. Was von der Bewegung \u00fcbriggeblie\u00adben war, wurde noch einige Jahre fortgesetzt: die Kabouterl\u00e4den, die Dienststelle f\u00fcr Seniorenbetreuung und die Kabouter-Fraktionen im Amsterdamer Stadtparlament und in den sechs anderen Stadtparlamenten au\u00dferhalb Amsterdams.<\/span><\/p>\n<h5 lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Vergleich zwischen Provo und Kabouter<\/h5>\n<p class=\"western\" lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Wenn man die Provo-Bewegung und die Kabouter-Bewegung miteinander vergleicht, dann f\u00e4llt auf, da\u00df es viele \u00dcbereink\u00fcnfte aber auch viele Unterschiede gibt. Was die beiden Bewegungen gemeinsam haben, ist die Tatsache, da\u00df einige prominente Provos auch eine wichtige Rolle in der Kabouterbewegung spielten und auch: ihre antiautorit\u00e4re Grundhaltung, ihr Zur\u00fcckgreifen auf den Anarchis\u00admus als ideologi\u00adsche Orientierung\u00adsquelle, die &#8218;Klootjesvolk-Theorie&#8216; Roel van Duijns und infolge dessen ihr gespanntnes Verh\u00e4ltnis zur marxistischen StudentInnenbewegung, ihre lockere Organisations\u00adstruktur mit viel Raum f\u00fcr spontane Initiativen, ihre Taktik mit einer bemerkenswerten Mischung aus Fantasie, Humor und Ernst, ihre Vorliebe f\u00fcr magische Begriffe und Wortspielereien, ihre Gewaltlosig\u00adkeit, <span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">ihre Beteiligung an Kommunal\u00adwahlen und die Tatsache, da\u00df beide Bewegungen einen nationa\u00adlen Kongre\u00df organisierten und internationale Kontakte unterhielten.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"nl-NL\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Als wichtige Unterschiede zwischen beiden Bewegungen m\u00f6chte ich Folgendes nennen: Die Provo-Bewegung ist, im Gegensatz zu der Kabouter-Bewegung, nie offiziell gegr\u00fcndet worden aber ist, auch wieder im Gegensatz zu der Kabouter-Bewegung, offiziell aufgel\u00f6st worden. Die Provo-Bewegung war bedeutend kleiner als die Kabouter-Bewegung und war weniger stark verbreitet in anderen Teilen der Niederlande, aber es ist schwierig zu sagen, welche von beiden Bewegungen den gr\u00f6\u00dften Einflu\u00df auf die sp\u00e4tere gesellschaftliche Entwickelung in den siebziger und achtziger Jahren hatte. Aber mit Sicherheit kann man sagen, da\u00df es ohne Provo-Bewegung keine Kabouter-Bewegung gegeben h\u00e4tte. Provo war der Anfang und als Solcher von unsch\u00e4tz\u00adbarer Bedeutung f\u00fcr die sp\u00e4teren Entwicklungen. Die Provos waren im Grunde pessimistisch eingestellt, w\u00e4hrend die Kabouters sich durch fast unbegrenzten Optimismus auszeichneten. Die Provos lehnten sich auf gegen die Unterta\u00adnen-Mentalit\u00e4t, und leisteten Widerstand gegen die autorit\u00e4ren Strukturen und ihre VertreterInnen. Dagegen experimentierten die Kabouters infolge ihrer Zwei H\u00e4nde-Strategie neben ihren Angriffen gegen die autorit\u00e4ren Strukturen auch mit alternati\u00adven L\u00f6sungen der gesellschaftli\u00adchen Probleme. Im Gegensatz zu den Provos gab es, vor allem au\u00dferhalb Amster\u00addams, Kabouters, die ein oder mehrere Sitze im nationalen Parlament anstreb\u00adten.<\/span><\/p>\n<h5 class=\"western\" lang=\"nl-NL\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Folgerungen<\/span><\/h5>\n<p class=\"western\" lang=\"nl-NL\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die offene Stru<\/span>ktur der beide Bewegungen war gleichzeitig ihre Kraft und ihre Schw\u00e4che. Die Leute, die mitmachten, f\u00fchlten sich angeregt, auf ihre eigene Kraft zu vertrauen, und daran haben beide Bewegungen viel ihres Elans zu danken. Jeder der eine Idee hatte, konnte gleich damit anfangen, ohne von einer b\u00fcrokratischen Struktur gehemmt zu werden. Der symbolische und surrealistische Charakter vieler Aktionen regte viele K\u00fcnstlerInnen an, mitzumachen und die Bewe\u00adgung mit ihren k\u00fcnstlerischen Beitr\u00e4gen zu unterst\u00fctzen. Aber durch diese offene Struktur waren die Provo- und Kabouter-Bewegung auch leicht zu mi\u00dfbrauchen. Jeder konnte n\u00e4mlich im Namen der Bewegung Stand\u00adpunkte einnehmen und nach Au\u00dfen bringen, die nicht von der Mehrheit geteilt wurden. Es war auch fast unm\u00f6glich, eine gemeinsame Ideologie und Strategie zu entwickeln, weil jede individuelle Meinung respektiert und als Ausgangspunkt genommen wurde. Diese offene Struktur machte es dem Staatssicher\u00adheitsdienst \u00fcbrigens leicht zu infiltrie\u00adren, was bei der Kabouter-Bewe\u00adgung auch nachweis\u00adbar passiert ist.<\/p>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Trotz ihres kurzen Bestehens haben die Provo- und die Kabouter-Bewegung, im Zusammenhang mit den anderen Bewegungen der sechziger Jahre, mehr erreicht als man erwarten w\u00fcrde. Mehr noch als die Provos waren es die Kabouters, die die Umweltproblematik in den Vorder\u00adgrund gestellt haben. Mit Recht kann man sagen, da\u00df die Kabouter-Bewegung die erste Umweltbewegung in den Niederlanden war. Sie hat in nicht geringem Ma\u00dfe zu einem wachsen\u00addem Umwelt-Be\u00adwu\u00dftsein in der Niederl\u00e4ndischen Bev\u00f6lkerung beigetragen. Die von Roel van Duijn und Anderen gegr\u00fcndete Partei Die Gr\u00fcnen w\u00e4re ohne die Vorgeschichte der Kabouters nie zustande gekommen.<\/p>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Kabouters haben wie die Provos auch viel dazu beigetragen, da\u00df in Amsterdam versucht wird, den Autover\u00adkehr aus der Innenstadt herauszuhalten, leider nicht mit viel Erfolg. Der Wei\u00dfe Fahrrad-Plan von Provo Luud Schimmelpennink hat in Amsterdam vor kurzem einen neuen Start erlebt.<\/p>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Die gro\u00dfe Anzahl von Bio-L\u00e4den in Amsterdam und anderswo in den Niederlanden ist vielleicht das greifbarste Verm\u00e4chtnis der Kabouters. Es gibt heute keine Stadt, kein Stadtviertel mehr ohne Bio-Laden. Auch Albert Heijn, die gr\u00f6\u00dfte Supermarktkette in den Niederlanden, will in wenigen Jahren haupts\u00e4chlich Naturkost verkaufen.<\/p>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Mit ihren umweltfreundlichen kleinen Alternativgesch\u00e4ften und ihrem &#8218;Oranje-Freimarkt&#8216; haben die Kabouters den Ansto\u00df zur Gr\u00fcndung von mehreren \u00e4hnlichen Betrieben gegeben, zum Recycling-Denken und zur Einf\u00fchrung von ausl\u00e4ndischen Initiativen&#8230;<\/p>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Sicher ist, da\u00df die Ideen der Provos und auch die der Kabouter die Entwicklungen innerhalb der Polizei beeinflu\u00dft haben. Ich nannte schon das Beispiel von dem Bezirkspolizisten als freundli\u00adchem Berater bei Problemen in der Nachbarschaft. Nachweisbar ist auch der Beitrag der Kabouters am Mi\u00dflingen der Volksz\u00e4hlung von 1971.<\/p>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Mit ihren Aktionen haben die Kabouters, wie auch die HausbesetzerInnen im Nieuwmarktviertel, als erste die Wohnungsnot und das Wohnen als unentbehrliche Funktion in der Innenstadt zum politischen Thema gemacht. Damit haben sie f\u00fcr die nachher entstandene HausbesetzerInnen-Bewe\u00adgung freie Bahn geschaffen und ein Umdenken innerhalb der Stadtverwaltung verurs\u00adacht.<\/p>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Mit ihren Vorschl\u00e4gen im Stadtparlament haben die Kabouter-Abgeortneten dazu beigetragen, da\u00df alle Versammlungen, nicht nur des Stadtrats, sondern auch aller Kommisio\u00adnen, einen \u00f6ffentlichen Charakter bekamen. B\u00fcrgerInnen haben seitdem das Rederecht bei Ausschu\u00df-Ver\u00adsammlungen. Auf dem Gebiet des Unterrichtes und der Erziehung haben die Provos und Kabouters mit ihren anti-autorit\u00e4ren Kinderkrippen und Kinderg\u00e4rten eine Rolle gespielt beim Entstehen von neuen Ansichten und Methoden. Die Bedeutung ihrer Initiative lag darin, da\u00df das Kind in den Mittel\u00adpunkt gestellt wurde. Durch die Initiative der Kabouters mit ihre Dienststelle f\u00fcr Seniorenbetreuung werden Senioren heute anders angesehen und behandelt. Die Senioren sind m\u00fcndiger geworden und sind auch durch ihre Anzahl ein wichtiger Faktor f\u00fcr die Politik geworden. Die Ideen der Kabouters \u00fcber die Integration der Senioren in ihrer eigenen Nachbarschaft wurden von anderen Institutionen aufgegriffen. Durch ihre Zusammenarbeit mit Pionieren auf dem Gebiet der kritischen Psychiatrie und der F\u00fcrsorge f\u00fcr geistig Behinderte konnten die Kabouter auch Einiges zur besseren Integration von Geistig- und K\u00f6rperbehinderten in der &#8217;normalen&#8216; Gesellschaft beitragen.<\/p>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich Folgendes sagen: es freut mich sehr feststellen zu k\u00f6nnen, da\u00df der Geist der Provos und Kabouters auch heute noch erkennbar weiterlebt. Ich denke hierbei an einen kleinen aber einflu\u00dfreichen Teil der heutigen Jugend.<\/p>\n<p lang=\"nl-NL\" align=\"justify\">Ich danke Euch f\u00fcrs Zuh\u00f6ren.<\/p>\n<p lang=\"nl-NL\" style=\"text-align: right;\" align=\"justify\">Coen Tasman, Amsterdam, 21. April 2000.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie die Kabouter-Bewegung entstand Die Kabouter-Bewegung entstand im \u00dcbergang von den sechziger in die siebziger Jahre. Die Periode der sechziger Jahre in den Niederlanden betrifft eigentlich die Zeit zwischen 1965 (Entstehung der Provo-Bewegung) und 1975 (die &#8218;Schlacht um das Nieuwmarktviertel&#8216;). Als die Kabouter-Bewegung im Februar 1970 entstand, war der politische Aktivismus schon \u00fcber seinen H\u00f6hepunkt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2001\/05\/kabouter\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Die Kabouter-Bewegung - graswurzelrevolution","description":"Wie die Kabouter-Bewegung entstand Die Kabouter-Bewegung entstand im \u00dcbergang von den sechziger in die siebziger Jahre. 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