{"id":4316,"date":"2001-10-17T00:00:57","date_gmt":"2001-10-16T22:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=4316"},"modified":"2022-07-26T13:11:52","modified_gmt":"2022-07-26T11:11:52","slug":"begreifen-angreifen-ubergreifend-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2001\/10\/begreifen-angreifen-ubergreifend-2\/","title":{"rendered":"&#8222;begreifen &#8211; angreifen &#8211; \u00fcbergreifend&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem Anfang November (aktueller Terminspekulatius: um den                 5. November) der Castor zur&uuml;ckgeschickt wurde, trifft sich die                 Anti-Atom-Bewegung vom 23. bis 25. November in Leipzig zu einer                 Konferenz, um die Sektkorken knallen zu lassen, alte Widerstandserinnerungen                 aufleben zu lassen, gute BekanntInnen und FreundInnen wiederzutreffen,                 die spektakul&auml;rsten Blockadeaktionen zu pr&auml;mieren, sich die eingehandelten                 Wunden zu lecken, lecker VoK&uuml; Essen abzufassen &#8230; also alles                 was so ein Treffen reizvoll erscheinen l&auml;&szlig;t. W&auml;re da nicht die                 Vorbereitungscrew des Anti-Atom-Regionalplenum Ost, die dem Ganzen                 einen gewichtigen Inhalt, ein straffes Programm und gar noch eine                 konkrete Zielstellung unterjubeln will. Sie sieht sich in der                 guten Tradition, im halbj&auml;hrlichen Rhythmus den landesweit verstreuten                 Initiativen der Anti-Atom-Szene eine Diskussionsplattform zu bieten.                 Seit 1 1\/2 Jahren kam es aus den unterschiedlichsten Gr&uuml;nden nicht                 zur Ausrichtung einer solchen Konferenz, sodass der jetzigen eine                 besondere Bedeutung zukommen wird. <\/p>\n<p>War die Anti-Atom-Bewegung in den letzten Jahren kaum wahrnehmbar,                 so hat sie sich seit M&auml;rz diesen Jahres im Zusammenhang mit dem                 Castortransport ins Wendland eindrucksvoll zur&uuml;ckgemeldet. Die                 Ablehnung des &#8218;Atomkonsens&#8216; von Atomwirtschaft und Bundesregierung                 h&auml;tte deutlicher kaum ausfallen k&ouml;nnen, der Castor musste zeitweilig                 gar r&uuml;ckw&auml;rts fahren. Die folgenden Transporte zur &#8218;Wiederaufarbeitung'(WAA)                 nach La Hague und Sellafield verursachten zwar lange nicht solch                 ein Medienereignis, doch jeder Einzelne konnte mittels Blockaden                 thematisiert werden. Den Betreibern und der Politik gelang es                 nicht, zum Normalzustand von unbemerkt laufenden Castorfahrten                 wie vor dem Kontaminierungsskandal von 1998 zur&uuml;ckzukehren. Einige                 Bundesl&auml;nder wehren sich bereits dagegen, angesichts der ver&auml;nderten                 sicherheitspolitischen Lage seit dem 11.September und den andauernden                 Anti-Atom-Protesten in diesem Jahr weitere Transporte durchzuf&uuml;hren.<\/p>\n<p>Wir haben den Termin der Konferenz bewu&szlig;t nach dem wahrscheinlichen                 Castortransport ins Wendland gelegt, um auch anderen Handlungsfelder                 ins Blickfeld zu bekommen. Zwar hat sich der Widerstand gegen                 Castortransporte als wirksames Mittel erwiesen, den &#8218;Atomstaat                 auf die Schippe zu nehmen&#8216; &#8211; doch ist diese Ausrichtung recht                 einseitig, und der Staat richtet sich immer mehr auf den Widerstand                 ein. Au&szlig;erdem fallen die Transporte mittelfristig weg. Die neuen                 Bedingungen des liberalisierten Strommarktes, das Agieren innerhalb                 der neuen sozialen Bewegung dieses Sommers, der Umgang mit verst&auml;rkten                 Repressionsma&szlig;nahmen, die geplanten Zwischenlager an den AKW-Standorten,                 die scheinbar neu er&ouml;ffnete Endlagersuche oder eine Kampagne zu                 Uran bieten neue Bet&auml;tigungsfelder.<\/p>\n<p>Bevor sich auf die Umsetzung der Handlungsperspektiven gest&uuml;rzt                 werden kann, bedarf es einer reiflichen Analyse. Dies soll in                 zwei Bl&ouml;cken geschehen: Block A, &#8222;Die aktuelle gesellschaftlich-politische                 Situation&#8220;, und Block B, &#8222;Die Anti-Atom-Bewegung als soziale Bewegung&#8220;.                 Die Diskussion daf&uuml;r ist er&ouml;ffnet, wir sind in freudiger Erwartung                 zahlreicher Analysepapiere (Kontakt siehe unten). Diese werden                 im Vorfeld der Konferenz in einem Reader zusammengefasst und dienen                 dann als fundierte Grundlage f&uuml;r die Diskussionen an dem Novemberwochenende.                 Was stellen wir uns konkret unter den beiden Bl&ouml;cken vor ?<\/p>\n<h3>Block A: Die aktuelle gesellschaftlich-politische Situation<\/h3>\n<ul>\n<li> Was steckt hinter dem Stichwort &#8222;neoliberale Entwicklung&#8220;?                   Das Strommarkt soll hier als Beispiel dienen.\n<li>Welche Auswirkungen wird die Neufassung des Atomgesetzes haben?\n<li>Der Castor als Problem der &#8222;Inneren Sicherheit&#8220;. Die Ausblendung                   des politischen Diskurses.\n<li>Aber wir haben doch jetzt den Atomausstieg! Die Befriedungskompetenz                   von rot\/gr&uuml;n.\n<li>Die Folgen des Anschlags vom 11.September: Abschaltung der                   AKW\u2019s aus Sicherheitsgr&uuml;nden? Rasterfahndung und Gendatei f&uuml;r                   Atomgegner?               <\/ul>\n<h3>Phase B: Die Anti-Atom-Bewegung als soziale Bewegung<\/h3>\n<ul>\n<li>F&uuml;hrt die Fixierung auf den Castor die Bewegung in eine Sackgasse?\n<li>Diesen Spagat h&auml;lt keine Bewegung aus! Die verschiedenen Spektren\/Gruppen\/Ziele\/Aktionsformen                   der Anti-Atom-Bewegung.\n<li>Wie wird intern damit umgegangen? Wie steht es mit der Streitkultur                   und Kritikf&auml;higkeit?\n<li>&#8222;The Summer of Resistance&#8220; &#8211; wo steht die Anti-Atom-Bewegung?\n<li>Wie ist es um bisherige Anti-Atom-Kampagnen au&szlig;erhalb des                   Wendland-Castors bestellt (z.B. Uran, WAA, Osteuropa, &Ouml;kostrom)?               <\/ul>\n<p>Aus den Ergebnissen dieser Analysephase sollen sich dann Arbeitsgruppen                 entwickeln, die einzelne Themen konkret bearbeiten und Handlungsans&auml;tze                 aufzeigen. Neben Texten zur Analyse freuen wir uns auch auf Angebote                 f&uuml;r die Gestaltung einer AG.<\/p>\n<p>Vom Ablauf der Veranstaltung im November versprechen wir uns,                 dass wir als Anti-Atom-Bewegung uns unserer aktuellen Rolle als                 soziale Bewegung und den gesellschaftlichen Entwicklungen bewusst                 werden und daraus Perspektiven unseres Widerstands aufzeigen k&ouml;nnen.                 Dar&uuml;ber hinaus sollten &uuml;ber die Analyse hinaus konkrete Widerstandsformen                 jenseits des Castors entwickelt und ausgebaut werden.<\/p>\n<h3>Der vorl&auml;ufige Ablaufplan<\/h3>\n<h4>Freitag, 23.11.<\/h4>\n<p>19.00 Gro&szlig;es Er&ouml;ffnungsplenum <\/p>\n<p>20.00 Wie bewerten wir den Widerstand gegen den letzten Castor?<br \/>                 Diskussionsrunde mit BI L&uuml;chow-Dannenberg, Indymedia, Schienencampgruppe,                 X1000mal quer und Agentur 70 <\/p>\n<h4>Samstag, 24.11.<\/h4>\n<p>10.00 Kurzes Orga-Plenum <\/p>\n<p>10.30 Phase A: Aktuelle gesellschaftlich-politische Situation                 (Analyse und Diskussion) <\/p>\n<p>12.30 Mittag<\/p>\n<p>14.00 Phase B: Die Anti-Atom-Bewegung als eine soziale Bewegung                 (Analyse und Diskussion)<\/p>\n<p>18.00 Vortrag mit Vladimir Slivyak (ecodefense! Ru&szlig;land): Osteuropa                 &#8211; billige Atomenergie f&uuml;r den Westen<\/p>\n<p>20.30 Plenum<\/p>\n<p>22.00 Partytime <\/p>\n<h4>Sonntag<\/h4>\n<p>10.00 kurzes Orgaplenum <\/p>\n<p>10.30-12.30 AGs zu Handlungsperspektiven<\/p>\n<p>dann Mittagessen<\/p>\n<p>13.30 bis 15.00 Abschlu&szlig;plenum <\/p>\n<p>Zeitgleich mit unserer Herbstkonferenz findet in Berlin das Bundes-&Ouml;kologie-Treffen                 (B&Ouml;T) statt. Wir haben diese Termin&uuml;berschneidung zu sp&auml;t erfahren,                 um noch umplanen zu k&ouml;nnen. Wir k&ouml;nnen uns vorstellen, die Ergebnisse                 und den Diskussionsstand des B&Ouml;T &#8211; das nach unserem bisherigen                 Wissen einen &auml;hnlichen Analyseanspruch hat wie die Herbstkonferenz                 &#8211; in Leipzig auf den Plena und an Tafeln zu dokumentieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem Anfang November (aktueller Terminspekulatius: um den 5. 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