{"id":4651,"date":"2002-04-01T00:00:58","date_gmt":"2002-03-31T22:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=4651"},"modified":"2022-07-26T13:06:06","modified_gmt":"2022-07-26T11:06:06","slug":"die-bewegungsstiftung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2002\/04\/die-bewegungsstiftung\/","title":{"rendered":"Die Bewegungsstiftung"},"content":{"rendered":"<p>Das Ziel der Bewegungsstiftung ist es, kreative und mutige Aktionen sowie Kampagnen sozialer Bewegungen zu unterst\u00fctzen. F\u00fcr die Gr\u00fcndung war mit dem <em>Haus der Demokratie<\/em> in Berlin ein angemessener Ort gew\u00e4hlt. Ende 1989 besetzten Aktive der B\u00fcrgerbewegung ein SED-Geb\u00e4ude in der Friedrichstra\u00dfe. Sp\u00e4ter meldete der Beamtenbund Eigentumsanspr\u00fcche an und nach neun Jahren harter Auseinandersetzung einigten sich beide Seiten in einem Vergleich. Das <em>Haus der Demokratie<\/em> bezog ein gr\u00f6\u00dferes Geb\u00e4ude in der Greifswalder Str. im Prenzlauer Berg und beherbergt nun \u00fcber sechzig Initiativen und Vereine. Klaus Wolfram, Mitbegr\u00fcnder des Neuen Forums und Vorstandsmitglied im Haus der Demokratie pointierte in seinem Gru\u00dfwort an die frisch gegr\u00fcndete Bewegungsstiftung die unterschiedlichen Traditionen sozialer Bewegungen aus Ost- und Westdeutschland. Die BRD mit gro\u00dfen privaten Verm\u00f6gen gibt eine Chance, die in der DDR nicht bestand und die sich auch in Ostdeutschland nur langsam entwickelt: Menschen mit Verm\u00f6gen k\u00f6nnen die Arbeit von ehren- oder hauptamtlich Engagierten finanziell unterst\u00fctzen. Gro\u00dfe und kleine Spenden verschaffen sozialen Bewegungen eine Unabh\u00e4ngigkeit von staatlichen Zusch\u00fcssen, die f\u00fcr Kritik- und Streitf\u00e4higkeit unabdingbar ist.<\/p>\n<p>Die Bewegungsstiftung spricht die Menschen an, die mit ihrem Verm\u00f6gen einen gesellschaftlichen Wandel hin zu einer gerechteren, friedlicheren, \u00f6kologischeren und gleichberechtigteren Welt zur Verf\u00fcgung stellen wollen. Zehn StifterInnen haben die Stiftung mit einem Startkapital von insgesamt 250.000 \u20ac ausgestattet. Sie haben neben Barverm\u00f6gen auch Privatdarlehen an Projekte wie z.B. das \u00d6kologische Zentrum in Verden, die Bremer Stadtkommune Alla Hopp und das wendl\u00e4ndische Verlagsprojekt Tolstefanz an die Stiftung \u00fcbertragen. Diese \u00dcbertragungen treffen auch die Absicht der Stiftung. Nicht nur mit der F\u00f6rderung einzelner Projekte soll ein gesellschaftlicher Wandel unterst\u00fctzt werden, auch die Anlage des Stiftungsverm\u00f6gens soll dazu dienen, die Ziele der Stiftung zu verwirklichen. Das Verm\u00f6gen wird nach strengen ethischen Kriterien angelegt. Daf\u00fcr verzichtet die Stiftung auf hohe Renditen und wird als erste Stiftung in Deutschland \u00fcber ihre Geldanlage vollst\u00e4ndige Transparenz herstellen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Novum ist die Struktur der Mitbestimmung, die neben der \u00fcblichen Vertretung der StifterInnen auch eine Vertretung der gef\u00f6rderten Projekte im Stiftungsrat vorsieht. Einmal j\u00e4hrlich l\u00e4dt die Stiftung StifterInnen, AktivistInnen der gef\u00f6rderten Projekte und aus sozialen Bewegungen, sowie BewegungsforscherInnen zu einer Strategiewerkstatt ein. W\u00e4hrend der Werkstatt werden die Ziele, die Struktur und die F\u00f6rderschwerpunkte der Stiftung diskutiert und Empfehlungen an den Stiftungsrat verabschiedet. W\u00e4hrend der ersten Strategiewerkstatt wurde der Anti-Atom Aktivist Jochen Stay als Vertreter der gef\u00f6rderten Projekte und Susanne Haltermann als Vertreterin f\u00fcr die StifterInnen bestimmt. In den Stiftungsrat wurden der Bewegungsforscher Dieter Rucht, die feministische Soziologin Gisela Notz und der Psychoanalytiker und langj\u00e4hrige Friedensaktivist Horst-Eberhardt Richter berufen.<\/p>\n<p>In der F\u00f6rderung greift die Bewegungsstiftung eine Idee auf, die Ende der siebziger Jahre in gewaltfreien Gruppen diskutiert und zum Teil auch realisiert wurde. Die Stiftung unterst\u00fctzt BewegungsarbeiterInnen, in ihrem besonderen Engagement in sozialen Bewegungen mit Hilfen zum Lebensunterhalt. Unterst\u00fctzt werden AktivistInnen, die auf eine andere Erwerbsarbeit verzichten und \u00fcber jahrelange Erfahrungen in politischer Basisarbeit verf\u00fcgen. Leider sind die Mittel, die zur F\u00f6rderung verwendet werden k\u00f6nnen gering. So erhalten die BewegungsarbeiterInnen finanzielle Mittel nur aus Patenschaften, die f\u00fcr ihre Arbeit gewonnen werden k\u00f6nnen. Dazu m\u00fcssen die BewegungsarbeiterInnen selbst aktiv beitragen.<\/p>\n<p>Zehn Menschen haben mit ihrer Zustiftung einen ersten gro\u00dfen Schritt zum Aufbau der Stiftung getan. Wir hoffen jetzt auf die Unterst\u00fctzung von vielen Bewegungsaktiven, die mit einer Zustiftung -gleich welcher H\u00f6he- uns das Signal geben: Ja, die Bewegungsstiftung ist auf dem richtigen Weg und ich m\u00f6chte dabei sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ziel der Bewegungsstiftung ist es, kreative und mutige Aktionen sowie Kampagnen sozialer Bewegungen zu unterst\u00fctzen. 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