{"id":4655,"date":"2002-05-01T00:00:56","date_gmt":"2002-04-30T22:00:56","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=4655"},"modified":"2022-07-26T14:26:13","modified_gmt":"2022-07-26T12:26:13","slug":"in-frankreich-brennen-synagogen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2002\/05\/in-frankreich-brennen-synagogen\/","title":{"rendered":"In Frankreich brennen Synagogen"},"content":{"rendered":"<p>Mit ca. 700000 Mitgliedern hat Frankreich die gr\u00f6\u00dfte j\u00fcdische Gemeinde Europas. Seit Ostern sagen viele Juden und J\u00fcdinnen, dass sie Angst haben und dass sie sich das erste Mal in Frankreich nicht mehr sicher f\u00fchlen. Innerhalb von wenigen Tagen wurden \u00fcber das Osterwochenende hinweg drei Synagogen niedergebrannt, in Stra\u00dfbourg, Lyon und Marseille. Auf eine weitere Synagoge in Montpellier wurde ein Molotowcocktail geworfen, in Aubervilliers brannte der Bus einer j\u00fcdischen Schule aus. Am 7.4., eine Woche nach den Osteranschl\u00e4gen, wurden in Marseille weitere zwei Molotowcocktails gegen eine Synagoge geworfen, am gleichen Tag wurde in einer j\u00fcdischen Schule in Marseille Feuer gelegt ((1)).<\/p>\n<p>Schon im Oktober letzten Jahres wurde auf die Synagoge &#8222;Or Aviv&#8220; im \u00f6stlichen Marseiller Stadtteil Caillol ein Anschlag ver\u00fcbt, der allerdings keinen gr\u00f6\u00dferen Schaden anrichtete.<\/p>\n<p>Nun brannte die Synagoge v\u00f6llig aus. Es war kein Anschlag vorbei fahrender Jugendlicher, sondern ein geplantes Attentat. Die T\u00e4ter m\u00fcssen den Hintereingang gekannt haben und haben das Feuer in der Bibliothek gelegt, um sofort einen m\u00f6glichst gro\u00dfen Effekt zu erzielen. Ansonsten fehlt jede Spur, was Herkunft und Motive der T\u00e4ter betrifft ((2)). Der signifikante Anstieg des Antisemitismus in Frankreich wird bereits seit einem Jahr von den j\u00fcdischen Gemeinden ebenso wie von antirassistischen Organisationen wie &#8222;SOS Racisme&#8220; oder &#8222;MRAP (Mouvement contre le racisme et pour l&#8217;amiti\u00e9 entre les peuples&#8220;) beobachtet und kritisiert. Vom franz\u00f6sischen Innenministerium wurden die Warnsignale aber ignoriert, der Antisemitismus wurde zu vereinzelten Akten orientierungsloser Jugendlicher in den Vorst\u00e4dten banalisiert, noch j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichte die Regierung eine Statistik, nach welcher antisemitische Akte im Jahre 2001 zur\u00fcck gegangen seien ((3)).<\/p>\n<h3>Der j\u00fcdisch-arabische Mikrokosmos in Marseille<\/h3>\n<p>Marseille ist in vielerlei Hinsicht exemplarisch f\u00fcr das, was sich in Frankreich abspielt und es ist auch kein Zufall, dass sich die T\u00e4ter eine Synagoge dieser Stadt ausgesucht haben. Es gab 43 Synagogen, jetzt sind es noch 42 in Marseille, mit \u00fcber 50000 hat die j\u00fcdische Gemeinde der Stadt die gr\u00f6\u00dfte Mitgliederzahl Frankreichs, nach Paris. Im Stadtteil Caillol leben 600 j\u00fcdische Familien. Und in der Innenstadt Marseilles folgen die j\u00fcdischen und arabischen Viertel unmittelbar aufeinander. Oft gen\u00fcgt nur der Gang um eine Stra\u00dfenecke und man\/frau findet sich in einer anderen Welt. Fran\u00e7is und Anne, die beiden AnarchistInnen, die den B\u00fcrobetrieb und die Bibliothek des &#8222;CIRA&#8220; (Internationales Zentrum zur Erforschung des Anarchismus) aufrecht erhalten, erz\u00e4hlen von franz\u00f6sischen, arabischen und j\u00fcdischen Jugendlichen und Erwachsenen, die sich tagt\u00e4glich zusammen auf dem Platz vor dem anarchistischen Zentrum unterhalten oder ihren Kaffee trinken. Viele AntirassistInnen sahen lange im Mikrokosmos von Marseille ein beispielhaftes Modell, andere beobachten seit Beginn der zweiten Intifada Ende 2000 eine Reethnisierung der Stadtviertel, und die j\u00fcngste Anschlagsserie scheint ihnen recht zu geben. Wenn es denn ein Modell war, dann steht es jetzt auf dem Pr\u00fcfstand.<\/p>\n<p>Aus meiner Sicht darf man\/frau sich keine Illusionen dar\u00fcber machen, dass der Anstieg des Antisemitismus in Frankreich mit dem Krieg der israelischen Armee in Pal\u00e4stina zusammen h\u00e4ngt. Denn neben der st\u00e4rksten j\u00fcdischen Gemeinde in Europa gibt es in Frankreich gleichzeitig die st\u00e4rkste arabische und maghrebinische Exilgemeinde, besonders in Marseille. Und beide Seiten schenken sich nichts: ob arabische Jugendliche neuerdings Juden und J\u00fcdinnen in der Innenstadt mit &#8222;dreckiger Jude&#8220; anmachen, oder ob die j\u00fcdische Gemeinde eine Woche vor Ostern im gro\u00dfen Marseiller Kongre\u00dfzentrum eine Galaveranstaltung mit israelischen S\u00e4ngerInnen zur Unterst\u00fctzung von Tsahal, der israelischen Armee, organisiert. So hat man\/frau sich \u00fcber Monate hinweg provoziert und gegenseitig beleidigt.<\/p>\n<p>Bei einer Gegendemonstration, die Pal\u00e4stinenserInnen zusammen mit franz\u00f6sischen Linken vor dem Eingang des Kongre\u00dfzentrums durchf\u00fchrten (ca. 500 TeilnehmerInnen), mischte auch eine minorit\u00e4re Gruppe unter dem Namen &#8222;Union juive fran\u00e7aise pour la paix&#8220; (UJFP) mit, die israelische Kriegsdienstverweigerer unterst\u00fctzt. Befragt, wie er sich denn gegen\u00fcber antisemitischen Spr\u00fcchen der arabischen DemonstrantInnen wie etwa &#8222;Sharon nazi&#8220; verhalte, erkl\u00e4rt ihr Sprecher, Michel Barak, er versuche durchzusetzen, dass sich die Verantwortlichen der Demonstration von antisemitischen Parolen distanzieren.<\/p>\n<p>Doch zu sehen und zu h\u00f6ren sind sie immer wieder. Die CRIF (Conseil repr\u00e9sentatif des institutions juives en France), die dominante Organisation der j\u00fcdischen Gemeinde, spricht der Gruppe kategorisch jede Berechtigung ab, f\u00fcr j\u00fcdische B\u00fcrgerInnen zu sprechen, denunziert sie geradezu als antij\u00fcdisch ((4)).<\/p>\n<p>Die j\u00fcdischen Libert\u00e4ren in Frankreich reagieren gespalten, je nachdem, ob sie pro- oder antizionistisch sind. Der Antizionist Pierre Stambul etwa meinte noch in einem im M\u00e4rz erschienen Artikel, von Antisemitismus zu sprechen, wenn einige erhitzte Araber Steine gegen eine Synagoge werfen, sei pure Sharon-Propaganda. Die ersten Opfer des gesellschaftlichen und staatlichen Rassismus in Frankreich seien MaghrebinerInnen, AfrikanerInnen, Sinti &amp; Roma, \u00fcber die aber in den Medien nicht berichtet werde. Als Antizionist meint er, es sei Sharons Strategie, die j\u00fcdischen Exilgemeinden geschlossen hinter sich zu bringen, um sein zionistisches Ziel zu erreichen, pal\u00e4stinensisches Land f\u00fcr mehr j\u00fcdische EinwandererInnen zu erobern (aktuell vor allem argentinische Juden und J\u00fcdinnen). Noch leben nach Stambul nur 40 Prozent aller Juden\/J\u00fcdinnen weltweit in Israel, Sharons Eroberungs- und Bev\u00f6lkerungspolitik solle den Satz auf \u00fcber 50 Prozent bringen. Daf\u00fcr nehme er die j\u00fcdischen Exilgemeinden in die Geiselhaft der Zwangssolidarit\u00e4t, wobei es j\u00fcdischen Gruppen oder Einzelpersonen zunehmend schwerer gemacht werde, innerhalb der Gemeinde abweichende Meinungen zu formulieren ((5)).<\/p>\n<p>Nun mag es den antiarabischen Rassismus in Frankreich sicherlich geben, das ist nicht neu, und vielleicht auch einen Solidarisierungsdruck Israels auf die j\u00fcdischen Gemeinden, aber beides kann nicht ernsthaft als Argument benutzt werden, die Existenz des Antisemitismus zu leugnen oder zu verharmlosen. Weniger stramm antizionistische franz\u00f6sische libert\u00e4re Juden wie Jean-Marc Izrine warnen denn auch seit Jahren eindringlich vor der ansteigenden Welle des Antisemitismus in Frankreich, vor allem zu beobachten bei Anschl\u00e4gen gegen j\u00fcdische Friedh\u00f6fe und dem permanent vorgetragenen, zum Teil offenen, zum Teil versteckten Antisemitismus der hoff\u00e4hig gemachten extremen Rechten wie etwa der Front National. Und diese antisemitischen Akte sind allerdings rein franz\u00f6sischer Herkunft und stecken tief in der franz\u00f6sischen antisemitischen Tradition. Der gespannte arabisch-j\u00fcdische Mikrokosmos trifft nun auf diesen traditionellen Boden des franz\u00f6sischen Antisemitismus und vermischt sich mit ihm zu einem unentwirrbaren Brei. Izrine arbeitet in Toulouse als Sozialarbeiter in arabischen Stadtvierteln und ist als Jude st\u00e4ndig mit den Problemen der jugendlichen NordafrikanerInnen konfrontiert. Er beschreibt seine Arbeit auch f\u00fcr sich selbst als zunehmend schwieriger, ja sogar existenzbedrohend. Um ein positives Gegenbild zum grassierenden Antisemitismus und auch zur seiner Meinung nach mangelhaften Auseinandersetzung damit in der franz\u00f6sischen Linken und in libert\u00e4ren Kreisen Frankreichs zu schaffen, hat er schon 1998 ein Buch \u00fcber den Zusammenhang von Judentum und Anarchismus ver\u00f6ffentlicht ((6)).<\/p>\n<h3>Kein Ort, nirgends?<\/h3>\n<p>10000 Menschen, darunter viele Menschen anderer Religionen und einige AtheistInnen kamen am 1.4., am Tag nach dem Brandanschlag auf die Synagoge von Caillol zur Trauerfeier, bei der die f\u00fcnf bei dem Anschlag zerst\u00f6rten oder verbrannten Thorarollen auf dem \u00f6rtlichen j\u00fcdischen Friedhof symbolisch begraben wurden. F\u00fcr kurze Zeit verdr\u00e4ngte die Trauer die Diskussion und die Konflikte um Israel\/Pal\u00e4stina. Doch schon die Ank\u00fcndigung der j\u00fcdischen Gemeinde, am kommenden Sonntag, 7.4., in Paris und in Marseille gegen Antisemitismus und f\u00fcr die Unterst\u00fctzung des Staates Israel zu demonstrieren, sorgte wieder f\u00fcr Dissonanzen.<\/p>\n<p>Seit der israelischen Milit\u00e4roffensive gibt es in Frankreich immer wieder pro-pal\u00e4stinensische Demonstrationen, so auch in Marseille, unterst\u00fctzt von Pal\u00e4stinenserInnen, arabischen Bev\u00f6lkerungsteilen und der franz\u00f6sischen Linken, vor allem der Kommunistischen Partei und den TrotzkistInnen. Einige franz\u00f6sische Libert\u00e4re und die j\u00fcdische UJFP beteiligen sich daran, indem sie ihre Solidarit\u00e4t mit den israelischen Kriegsdienstverweigerern in den Vordergrund der Flugbl\u00e4tter r\u00fccken, andere bleiben fern. Gern w\u00fcrde ich mitmachen, aber Sharon-Hitler-Vergleiche sind bei der Demo gang und g\u00e4be, auch noch nach den Anschl\u00e4gen auf die Synagogen. Und es kommt niemand auf die Idee, wenigstens jetzt auch den Kampf gegen den Antisemitismus zu den Schwerpunkten der Demo (R\u00fcckzug der israelischen Armee aus den besetzten Gebieten, Bildung eines pal\u00e4stinensischen Staates) hinzuzuz\u00e4hlen. So bleibe ich fern.<\/p>\n<p>Am 7. April demonstrierte die j\u00fcdische Gemeinde in Paris (ca. 100000), in Marseille (ca. 15-20000) und anderen Orten Frankreichs gegen Antisemitismus und f\u00fcr die Solidarit\u00e4t mit Israel. Menschenrechtsorganisationen und antirassistische Gruppen wie die MRAP protestierten gegen diese Vermischung und f\u00fchrten \u00f6rtlich eigene Demonstrationen durch, die jedoch \u00f6ffentlich kaum beachtet wurden. In Marseille konnte die j\u00fcdische Gemeinde erkennbar mehr Unterst\u00fctzung aus ihren eigenen Reihen und in der franz\u00f6sischen Bev\u00f6lkerung mobilisieren als die arabische Gemeinde bei den propal\u00e4stinensischen Demonstrationen, bei denen jeweils nur ca. 2-4000 Menschen beteiligt waren. Vorneweg gingen j\u00fcdische Deportierte aus der Zeit der deutschen Besatzung, die noch einmal ihren Judenstern anlegten. Gern w\u00fcrde ich mitmachen, wenn in Parolen &#8222;Stop dem Antisemitismus&#8220; skandiert wird, aber es wird auch gerufen: &#8222;Solidarit\u00e4t mit Israel&#8220; und sogar &#8222;Sharon Solidarit\u00e4t!&#8220;. Also bleibe ich fern. Es kommt zu Zwischenf\u00e4llen: 250 arabische Jugendliche sammeln sich, von der franz\u00f6sischen Sonderpolizei CRS abgeschirmt, als die Demo der j\u00fcdischen Gemeinde an ihnen vorbei geht. Sie rufen: &#8222;Die Araber sind da&#8220;, &#8222;Wir sind alle Kamikazes&#8220;, &#8222;Es lebe Bin Laden.&#8220; Ein j\u00fcdischer Demonstrant wird von einem Jugendlichen mit einem Messerstich am Bein verletzt ((7)). In Paris wiederum haben junge extremistische Juden aus der Demo heraus pazifistische GegendemonstrantInnen und JournalistInnen k\u00f6rperlich angegriffen ((8)).<\/p>\n<p>Wo der militante Tsahalismus auf den arabischen und franz\u00f6sischen Antisemitismus trifft, ist f\u00fcr Libert\u00e4re kein Ort, nirgends. Warum, so frage ich, muss man\/frau als AktivistIn immer irgendwo mitmachen, wo alle B\u00fcndnisse solch gravierende Regression, solch offensichtlich r\u00fccksichtslose Nationalismen aufweisen? Warum glauben alle, in dieser Kriegssituation k\u00f6nne man\/frau entweder nur propal\u00e4stinensisch (mit allen negativen Folgen, als da sind Unterst\u00fctzung oder Verharmlosung der Attentate und des arabischen Antisemitismus) oder nur proisraelisch (mit allen negativen Folgen, als da sind Unterst\u00fctzung und Verharmlosung der Milit\u00e4roffensive und des antiarabischen Rassismus) sein? Es gibt nicht nur zwei Positionen, sondern drei, vier, viele! Und es ist f\u00fcr mich als Libert\u00e4ren eine Befreiung, mich weder dem einen noch dem anderen falschen B\u00fcndnis anzuschlie\u00dfen. Die milit\u00e4rische Unterdr\u00fcckung der Pal\u00e4stinenserInnen ist eine Realit\u00e4t ebenso wie der pal\u00e4stinensische Terror gegen die israelische Zivilbev\u00f6lkerung ebenso wie der Antisemitismus in Frankreich. Und alle diese Herrschaftsformen m\u00fcssen bek\u00e4mpft werden, ausnahmslos und kompromisslos. In dieser Hinsicht gab es zuletzt wenigstens einen Hoffnungsschimmer: ca. 50 maghrebinische Intellektuelle (SchriftstellerInnen, LehrerInnen, K\u00fcnstlerInnen), die in Frankreich leben, haben in der Tageszeitung &#8222;Le Monde&#8220; einen Appell gegen Antisemitismus verfasst. Unter dem Titel &#8222;Verirren wir uns nicht im Kampf&#8220; schreiben sie:<\/p>\n<p>&#8222;Als AraberInnen sagen wir, dass die antij\u00fcdischen Anschl\u00e4ge in Frankreich absolut intolerabel sind. Die Wut, die wir angesichts der Verbrechen Sharons empfinden, darf unter keinen Umst\u00e4nden falsche Angriffsziele und Vermengungen rechtfertigen. (&#8230;) Die j\u00fcdische Gemeinde ist nicht identisch mit der israelischen Bev\u00f6lkerung. Und die israelische Bev\u00f6lkerung ist schon gar nicht ineinszusetzen mit den Zielen Sharons. (&#8230;) Zu unseren PartnerInnen und wertvollsten Mitk\u00e4mpferInnen geh\u00f6ren Israelis und Juden\/J\u00fcdinnen, die an der Seite von Pal\u00e4stinenserInnen gegen die Besatzung und die Repression arbeiten (&#8230;). Ein Gro\u00dfteil von ihnen kennt eine tragische Familiengeschichte, die vom Holocaust gezeichnet ist. Ihr haben wir unseren Respekt entgegen zu bringen. (&#8230;) Verirren wir uns nicht im Kampf. Der Angriff auf einen Juden oder einen Araber wiegt gleich schwer.&#8220; Und immerhin hat die offizielle PLO-Vertreterin in Frankreich, Le\u00efla Shahid erkl\u00e4rt, die Angriffe gegen Synagogen und j\u00fcdische Einrichtungen seien &#8222;Verbrechen gegen die Pal\u00e4stinenserInnen.&#8220; ((9))<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit ca. 700000 Mitgliedern hat Frankreich die gr\u00f6\u00dfte j\u00fcdische Gemeinde Europas. 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