{"id":5151,"date":"2002-12-01T00:00:54","date_gmt":"2002-11-30T22:00:54","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=5151"},"modified":"2022-07-26T14:15:14","modified_gmt":"2022-07-26T12:15:14","slug":"wie-kam-die-jungfrau-zum-kinde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2002\/12\/wie-kam-die-jungfrau-zum-kinde\/","title":{"rendered":"Wie kam die Jungfrau zum Kinde?"},"content":{"rendered":"<p>Weihnachten steht vor der T\u00fcr. Grund genug sich mit den <em>3 Tornados<\/em> zu besch\u00e4ftigen. <em>Die 3 Tornados<\/em>? Das waren die Satiriker Arnulf Rating, Holger Klotzbach und G\u00fcnter Thews. Von 1977 bis 1989 tourten sie durch die Lande und erregten die Gem\u00fcter.<\/p>\n<p>Wenn sich wer ernsthaft mit der Frage besch\u00e4ftigt hat, wie die Jungfrau Maria zum Kinde kam, dann ist es diese Kabarettcombo.<\/p>\n<p>Gesehen hab ich die legend\u00e4re Spa\u00dfguerilljagruppe nur einmal, 1987 bei einem Openair-Festival in Berlin. Da hatten sie schon zehn Jahre B\u00fchnenerfahrung hinter sich und wirkten ein bisschen ausgebrannt und m\u00fcde.<\/p>\n<h3>WER MACHT ENDLICH WANN &amp; WIE REIBUNGSLOSE ANARCHIE?<\/h3>\n<p>Umgehauen haben mich die <em>Tornados<\/em> erst zwei Jahre sp\u00e4ter, nachdem mir ein Freund einige alte <em>Tornado<\/em>-Platten aufgenommen hatte. Monatelang qu\u00e4lte ich fortan meine FreundInnen und MitbewohnerInnen im besetzten Haus und sp\u00e4ter im selbstverwalteten Wohnprojekt mit diesen ausgeleierten Cassetten. Mein Kumpel hatte mich auch mit seinen sch\u00f6n ausgeschm\u00fcckten Storys auf den Geschmack gebracht: er wurde als Sch\u00fcler politisiert, bei einem 3 <em>Tornados<\/em>-Soliauftritt, der zugleich der Beginn einer Hausbesetzung und ein schriller Kontrast zur Tristesse in der katholischen Provinzmetropole war. Die von Rating, Klotzbach und Thews signierten <em>Tornado<\/em>-Fotos und die Schallplatte &#8222;Totalschaden&#8220; aus dem Jahre 1985 sind f\u00fcr ihn so etwas wie ein &#8222;Heiligtum&#8220;. Ein Widerspruch?<\/p>\n<p>Nein, wer sich die Sachen von &#8222;Deutschlands erfolgreichstem Tingelkabarett&#8220; (Der Spiegel) anh\u00f6rt, versteht, warum das gerade f\u00fcr AtheistInnen und Antiklerikale logisch ist. Zum Schreien komisch z.B., wie die <em>Tornados<\/em> den &#8222;WG-Terror&#8220; auf die Sch\u00fcppe nehmen:<\/p>\n<p><strong>&#8222;Wissen sie, was das hei\u00dft, Weihnachten in einer WG? Keine Gedichte, keine Geschenke, keine Weihnachtsgans. Daf\u00fcr Spaghetti Bolognese, Lambrusco, Pink Floyd.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Nach eigenem Bekunden &#8222;eine der unpolitischsten Nummern, die wir je gemacht haben&#8220;, mittlerweile ein wenig angestaubt und meines Erachtens nicht gerade das beste Weihnachtsst\u00fcck der <em>Tornados<\/em>, aber zweifellos eines, das mehr Aufsehen erregt hat, als alle anderen ist &#8222;Das Krippenspiel&#8220;:<\/p>\n<h3>Die 3 Tornados: Das Krippenspiel<\/h3>\n<p>Josef: Maria, Mary, deine Haare leuchten ja wieder wie Gold und deine Augen sind wie Sterne am Firmament. Du siehst aus, wie die Madonna von Michelangelo.<\/p>\n<p>Maria: Und du, o Josef mein, du siehst aus wie ne holzgeschnitzte Figur ausm Krippenspiel.<\/p>\n<p>Josef: Das ist ja auch kein Wunder. Ich bin ja auch von Beruf Tischler. Du, sag mal, Maria, wollen wir mal jetzt zusammen &#8230; \u00e4h\u00e4m&#8230;<\/p>\n<p>Maria: Was hei\u00dft das, Josef, deinen Daumen durch den Zeigefinger?<\/p>\n<p>Josef: Na, wollen wir jetzt mal zusammen?<\/p>\n<p>Maria: Versteh ich nicht?<\/p>\n<p>Josef: Ach, Maria, ich meine, wollen wir beide jetzt mal zusammen hier in diesem sch\u00f6nen Bett&#8230;<\/p>\n<p>Maria: Ach, bumsen, was?! Ehrlich, Josef, ihr M\u00e4nner wollt doch immer nur das eine. Du wei\u00dft ganz genau, dass ich das nicht will. Jedenfalls nicht bevor wir nicht ordentlich verheiratet sind.<\/p>\n<p>Josef: Also, Maria, du benimmst dich wie ne Heilige! Na gut, dann warten wir eben bis zu dieser Schei\u00df Ehe. Nacht.<\/p>\n<p>Maria: Du, Josef?<\/p>\n<p>Josef: Lass mich in Ruhe.<\/p>\n<p>Maria: Du, Josef, ich wei\u00df auch nicht, wie ich&#8217;s dir sagen soll. Ich hab meine Tage nicht gekriegt.<\/p>\n<p>Josef: Was?! Wie bitte?! Wer war das?!<\/p>\n<p>Maria: Ich wei\u00df auch nicht, wie das zugegangen ist. Von keinem Manne war es.<\/p>\n<p>Josef: Wie hei\u00dft der Typ?! Manne?! Dem polier ich die Fresse!<\/p>\n<p>Maria: Nein, Josef, das war ganz anders. Der Heilige Geist ist mir erschienen.<\/p>\n<p>Josef: Och ja, der &#8222;Heilige Geist&#8220;! Das muss ja&#8217;n sch\u00f6ner Heiliger Geist sein, der meine Verlobte hinter meinem R\u00fccken von hinten bumst!<\/p>\n<p>Maria: Nein, Josef, das war nicht so wie du denkst mit Sex und so. Der Heilige Geist ist zu mir gekommen und der hat zu mir gesagt irgendein Herr h\u00e4tte mich ausgew\u00e4hlt, dieser Herr w\u00fcrde gerne mit mir sein und ich w\u00fcrde ein Kind kriegen, aber als Jungfrau.<\/p>\n<p>Josef: Ach Maria, du hast ne Macke! Das ist doch die letzte Ausrede. Die Story kauft dir doch kein Schwein ab.<\/p>\n<p>Maria: Doch Josef, die kaufen se uns ab. Da waren schon ein paar Typen da, die wollen da ein Buch dr\u00fcber schreiben &#8211; soll ein Bestseller werden.<\/p>\n<p>Josef: Also, wer das glaubt wird selig. Nun erz\u00e4hl mal lieber wie&#8217;s wirklich war.<\/p>\n<p>Maria: Also, das war so, ich lag hier wieder abends allein in der H\u00fctte &#8211; du bist ja auch immer bis 12 in deiner Werkstatt und hobelst deine Bretter. Du D\u00fcnnbrettbohrer! Ich war wieder ganz allein und mit einmal geht in der Bude die volle Beleuchtung an und da kommt so&#8217;n Typ zum Fenster rein und sagt, er hei\u00dft Gabriel und er w\u00e4r von Beruf Engel, Erzengel.<\/p>\n<p>Josef: &#8222;Erzengel&#8220;. Erzganove meinst du! Und dann?<\/p>\n<p>Maria: Dann kam er \u00fcber mich und dann \u00fcberkam es mich. Auf einmal h\u00f6rte ich im Himmel die Glocken l\u00e4uten und da wusste ich wo Gott wohnt. Und als ich wieder zu mir gekommen bin, war der ganze Budenzauber vorbei und der Typ war weg. Tote Hose.<\/p>\n<p>Josef: Und ich sitz jetzt hier in der Patsche. Hoffentlich wird&#8217;s \u00fcberhaupt ein Kind und kein Leuchtstab. Und wer zahlt die Alimente?<\/p>\n<p>Maria: Josef, das ist Gottes Lohn.<\/p>\n<p>Josef: &#8222;Gottes Lohn&#8220;. Sch\u00f6ne Bescherung! Und wie soll das G\u00f6r hei\u00dfen?<\/p>\n<p>Maria: Ich dachte, wenn es ein M\u00e4dchen wird, vielleicht Petra.<\/p>\n<p>Josef: Ach, und wenn&#8217;s n Junge wird, Herbert, Willi oder Owie?<\/p>\n<p>Maria: Wieso Owie?<\/p>\n<p>Josef: Du kennst doch das Lied: &#8222;Stille Nacht, heilige Nacht, Gottes Sohn o wie lacht&#8220;.<\/p>\n<p>Maria: Ach, das find ich bl\u00f6d!<\/p>\n<p>Josef: &#8222;Ach, das find ich bl\u00f6d!&#8220;<\/p>\n<p>Jesses, ist das eine Schei\u00dfe!<\/p>\n<p>Maria: Genau, so nennen wir ihn: Jesses!<\/p>\n<p>Josef: Da gibt&#8217;s aber noch einige Probleme zu l\u00f6sen. Wer zum Beispiel sagt den heiligen drei K\u00f6nigen Bescheid?<\/p>\n<p>Maria: Das ist alles abgekl\u00e4rt. Die Formalit\u00e4ten erledigt der Gabriel. Der sagt den Hirten pers\u00f6nlich Bescheid und wenn&#8217;s dann soweit ist, l\u00e4sst er \u00fcber der Wiege ne Leuchtrakete los. Wir m\u00fcssen uns nur noch um ne Wohnung k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Josef: Ja siehste, das ist ja gerade das Problem. Du wei\u00dft ganz genau, dass die Sozialwohnungen von Nazareth alle weg sind. In so na Schei\u00df Satellitenstadt will ich auch nicht wohnen. Halt! Ich hab ne Idee: Ich kenn da ein paar Freaks aus Bethlehem, die haben ne alternative Kneipe. Da k\u00f6nnten wir den Schuppen, den k\u00f6nnten wir umbauen. Da w\u00fcrde ich die vierte Wand rausnehmen, damit die Welt\u00f6ffentlichkeit zusehen kann, wie wir unseren Rotzl\u00f6ffel inne Weltgeschichte setzen. Dann wirste mal sehen, dann h\u00f6rste se noch 2000 Jahre sp\u00e4ter in K\u00f6ln rumjodeln: &#8222;Johannes Paul der Zweite &#8211; wir stehen an deiner Seite!&#8220;<\/p>\n<p><strong>Nat\u00fcrlich regte dieser &#8222;Comic f\u00fcr Heiden von Heiden&#8220; die Gr\u00fcndung einer katholischen B\u00fcrgerinitiative in Soest an.<\/strong><\/p>\n<p>Diese etwas andere BI ging in den fr\u00fchen Achtzigern emp\u00f6rt auf die Barrikaden und zog mit Hilfe des (un)seligen Gesinnungsparagraphen 166 StGB (&#8222;Beschimpfung religi\u00f6ser Bekenntnisse&#8220;) gegen die Gottesl\u00e4sterer vor Gericht. Ein Gl\u00fcck, denn das erm\u00f6glichte den <em>Tornados<\/em> auch die Gerichtss\u00e4le als B\u00fchnenboden zu nutzen. Wenn es ihnen schon aufgrund ihrer staatsfeindlichen Einstellung verboten war in der DDR, im Landsberger Sportzentrum und im Fernsehen aufzutreten, so konnten sie hier, vor Gericht, ungehemmt ihrem Namen alle Ehre machen und frischen Wind bzw. einen Hauch Anarchie in die miefigen Hallen der Juristerei blasen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des ersten Verfahrens stellten die drei Krippenspieler folgenden Antrag:<\/p>\n<h3>Antrag<\/h3>\n<p>&#8222;Ich r\u00fcge die \u00f6rtliche und sachliche Zust\u00e4ndigkeit des Amtsgerichts K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<\/p>\n<p>Die durch das Buch &#8218;Die Bibel&#8216; bekannten Personen &#8218;Maria und Josef&#8216; sind bereits l\u00e4nger verstorben und k\u00f6nnen daher vor dem Amtsgericht K\u00f6ln nicht als Zeugen erscheinen. Von ihnen selbst verfasste schriftliche Aussagen, die ersatzweise beigebracht werden k\u00f6nnten, sind nicht bekannt.<\/p>\n<p>Allen hiesigen Gerichten sowie den religi\u00f6sen Anh\u00e4ngern der Personen &#8218;Maria und Josef&#8216; liegt mit dem Buch &#8218;Die Bibel&#8216; lediglich die Darstellung Dritter vor, denen nach den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen weder Josef noch Maria oder Jesus pers\u00f6nlich bekannt waren.<\/p>\n<p>In wieweit die dramatisierte Darstellung des w\u00fcrdigenden Gespr\u00e4chs zwischen Maria und Josef durch &#8218;Die drei Tornados&#8216; so entstellend ist, dass daraus eine Beschimpfung des religi\u00f6sen Bekenntnisses zu diesen Personen abgeleitet werden kann, lie\u00dfe sich letztendlich aber nur durch pers\u00f6nlichen Augenschein und Befragung von Maria und Josef selbst vor Gericht entscheiden.<\/p>\n<p>Als gerichtliche Instanz, die die M\u00f6glichkeit hat, alle Betroffenen sowie die erforderlichen Zeugen zur Kl\u00e4rung der Vorw\u00fcrfe zu h\u00f6ren, verweist der Antragsteller daher auf das &#8218;J\u00fcngste Gericht&#8216;, das im Falle einer Verurteilung auch zahlreiche Sanktionen &#8211; wie Fegefeuer und ewige Verdammnis &#8211; kennt, die Verfehlung ordnungsgem\u00e4\u00df zu bestrafen.&#8220;<\/p>\n<p>Das Amtsgericht K\u00f6ln lehnte diese \u00fcberzeugende Eingabe zwar ab. Allerdings konnten die <em>Tornados<\/em> das beanstandete &#8222;Krippenspiel&#8220; dem Gericht und dem Prozesspublikum an Ort und Stelle vorf\u00fchren. W\u00e4hrend des Prozesses traten zudem GutachterInnen auf, wie z.B. der Theaterwissenschaftler Arno Paul, die in Ungnade gefallene katholische Theologin Uta Ranke-Heinemann und der Rocks\u00e4nger Udo Lindenberg. Dennoch sollten die drei bekennenden Anarchisten eine Geldstrafe von 1800 Mark zahlen. Nach Ansicht des K\u00f6lner Amtsgerichts sollen sie gegen \u00a7 166 StGB versto\u00dfen haben, nach dem mit Geld- oder mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren verurteilt wird, wer &#8222;\u00f6ffentlich oder durch Verbreiten von Schriften den Inhalt des religi\u00f6sen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den \u00f6ffentlichen Frieden zu st\u00f6ren&#8220;.<\/p>\n<p>Staatsanwaltschaft, Richter und Soester Katholiken machten von Gerichtsverhandlung zu Gerichtsverhandlung ein wahrhaft christliches Martyrium durch, bis nach vier Instanzen endlich der Freispruch f\u00fcr die drei brillanten Blasphemiker erfolgte.<\/p>\n<h3>Holger Klotzbach: &#8222;Im weitesten Sinne fr\u00f6nen wir dem Anarchismus&#8220;<\/h3>\n<p>Die Bedeutung, die anarchistische HausbesetzerInnenbands wie z.B. <em>Ton Steine Scherben<\/em> und <em>Cochise<\/em> f\u00fcr die Rockmusik und die sozialen Bewegungen der siebziger und achtziger Jahre hatten, muss den <em>3 Tornados<\/em> in Sachen Kabarett zugesprochen werden. Mal abgesehen von Wolfgang Neuss konnte ihnen kaum eineR das (Weih-) Wasser reichen. Ihre sechs Schallplatten gibt es seit 1999 (plus Bonustitel und sch\u00f6n bebildertem Beiheft) auf der 4 CD-Box &#8222;Die 3 Tornados auf Tour 1977 &#8211; 1988&#8220; beim M\u00fcnchner Trikontverlag. Nat\u00fcrlich ist nicht alles, was sich auf diesen CDs findet, genial. Vieles ist platt und einiges ist einfach nur \u00e4tzend. So schreibt Martin Bayer in der linken Monatszeitung <em>analyse und kritik<\/em> treffend:<\/p>\n<p>&#8222;Auf der LP &#8218;Rundschlag am Mittag&#8216; bezeichneten sie (die Tornados) 1978 den israelischen Ministerpr\u00e4sidenten Begin, der zur Zeit der Staatsgr\u00fcndung Israels der Terrorgruppe Irgun angeh\u00f6rte, nicht nur als rechtsradikalen Terroristen. Sie erhofften sich unter dem Gejohle der Zuh\u00f6rerInnen Begins Tod: &#8218;Es machte peng, es machte bumm, da fiel der gute Begin um.&#8216; An diesem Punkt bewegten sich die <em>3 Tornados<\/em> ganz im linken mainstream der 70er Jahre, der uns heute in seiner teilweisen Unbedarftheit manchmal erschaudern l\u00e4\u00dft.&#8220;<\/p>\n<p>Trotzdem: Bisher hat es wohl kaum ein Ensemble gegeben, dass soviel Spa\u00df am blasphemischen Brachial-Witz hatte und dabei so famos die Sittenw\u00e4chter provozierte. Die drei Berliner Kabarettisten kannten keine Hemmungen, wenn es darum ging, einerseits &#8222;Das J\u00fcngste Gericht&#8220;, homophobe Deppen, Rassisten, Militaristen, Sexisten, Gr\u00fcne, \u00c4rzte, Aktivb\u00fcrger, Atommafiosi, Kontaktbereichsbeamte, die &#8222;Hit-Jugend&#8220; und die &#8222;heilige Kleinfamilie&#8220; gnadenlos zu verunglimpfen. Andererseits haben sie das eigene Milieu, die linke Schwulenszene und linksradikale Bewegung gen\u00fcsslich, gr\u00f6lend, polternd und singend veralbert.<\/p>\n<h3>Und heute? Haben die Libert\u00e4ren in Sachen Kabarett nix mehr zu bieten? Haben wir nix mehr zu lachen?<\/h3>\n<p>Oh doch! Wer z.B. beim &#8222;30 Jahre Graswurzelrevolution&#8220;-Fest im Sommer 2002 &#8222;Von der Muse gebissen&#8220;, das neue Programm des <em>Blarzen Schwocks,<\/em> gesehen hat, wird best\u00e4tigen k\u00f6nnen, dass zehn Jahre nach Aufl\u00f6sung der <em>3 Tornados<\/em> ein vergleichbares, neues Anarchokabarett entstanden ist, wie Ph\u00f6nix aus der Asche. Der schwarz-rote Humor ist nicht totzukriegen.<\/p>\n<p>Oder, wie es G\u00fcnter Thews, der schwule Kabarettist und Ex-<em>Tornado<\/em> ausdr\u00fcckte, kurz bevor er, bedingt durch seine Aidserkrankung, im Januar 1993 verstarb: &#8222;Vielleicht komme ich als Flei\u00dfiges Lieschen wieder &#8211; aber wenn ich&#8217;s w\u00fcsste, w\u00e4re die Luft raus aus dem Spiel.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weihnachten steht vor der T\u00fcr. Grund genug sich mit den 3 Tornados zu besch\u00e4ftigen. Die 3 Tornados? Das waren die Satiriker Arnulf Rating, Holger Klotzbach und G\u00fcnter Thews. Von 1977 bis 1989 tourten sie durch die Lande und erregten die Gem\u00fcter. 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