{"id":563,"date":"1996-09-01T00:00:16","date_gmt":"1996-08-31T22:00:16","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=563"},"modified":"2022-07-26T14:26:37","modified_gmt":"2022-07-26T12:26:37","slug":"atomenergie-in-indien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/1996\/09\/atomenergie-in-indien\/","title":{"rendered":"Atomenergie in Indien"},"content":{"rendered":"<p>Es \u00fcberrascht viele, da\u00df die Arbeit an Atomenergie in Indien viel fr\u00fcher begann als in vielen westlichen L\u00e4ndern. Tats\u00e4chlich hat schon 1944, noch bevor Indien unabh\u00e4ngig wurde und vor dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki, Dr. Homi J Bhabha (der sp\u00e4ter Kopf der Atomenergiekommission wurde) die Schaffung eines Instituts f\u00fcr die Ausbildung von WissenschaftlerInnen und IngenieurInnen f\u00fcr Atomenergie ins Auge gefa\u00dft. Die Atomenergiekommission wurde 1948 gebildet; die erste Forschungsanstalt, das <cite>Tata Institute of Fundamental Research<\/cite> (Tata Institut f\u00fcr Grundlagenforschung) in Bombay wurde 1954 eingerichtet; der erste Forschungsreaktor nahm 1956 den Betrieb auf und bis 1962 hatte Indien bereits das Atomenergiegesetz erlassen, das die Enth\u00fcllung von Informationen zu Atomfragen durch nicht- authorisierte Personen untersagte. Ein Programm gro\u00dfangelegter Nuklearisierung wurde 1962 vorgestellt, mit einer gro\u00dfen Zahl von Schwerwasserreaktoren, die urspr\u00fcnglich mit kanadischer Hilfe gebaut werden sollten, gefolgt von Brutreaktoren, um Plutonium zu produzieren, das sp\u00e4ter genutzt werden sollte, um aus Thorium, das an der indischen Westk\u00fcste reichlich vorkommt, Uran 233 herzustellen. Es wurde projektiert, da\u00df Indien innerhalb von 25 Jahren (also 1987) eine Nuklearkapazit\u00e4t von 25 000 Megawatt elektrischer Energie haben w\u00fcrde. Der Bau des ersten Leistungsreaktors (ein Siedewasserreaktor, zu anf\u00e4nglich niedrigen Kosten von General Electric gebaut) begann 1963 und die ersten beiden Bl\u00f6cke waren am 1. April 1969 fertiggestellt und in Betrieb. Indien f\u00fchrte im Mai 1974 in der W\u00fcste von Rajasthan eine nukleare Explosion durch, die als &#8222;friedliche Nuklearexplosion&#8220; bezeichnet wird. Seitdem befindet sich Indien gegen\u00fcber westlichen Nuklearstaaten in der Isolation, und es gab wenig fremde Hilfe f\u00fcr Indiens Atomprogramm.<\/p>\n<h3>Atomtechnologie als Symbol der Macht<\/h3>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Faszination der Atomtechnolgie liegen tief in der Geschichte Indiens. Zwei Jahrhunderten britischer Herrschaft, denen mehr als tausend Jahre mit Invasionen aus dem Nordwesten vorausgingen, haben viele in Indien von der Notwendigkeit einer starken milit\u00e4rischen Pr\u00e4senz \u00fcberzeugt. Die Atomexplosionen in Hiroshima und Nagasaki haben diese \u00dcberzeugung best\u00e4rkt, und ebenso die Vorstellung, da\u00df nur die Beherrschung moderner Wissenschaft und Technologie es dem unabh\u00e4ngigen Indien erlauben w\u00fcrde, seinen rechtm\u00e4\u00dfigen Platz in der Weltgemeinschaft einzunehmen. Deshalb hat der indische Staat trotz der Schwierigkeiten beim Aufbau der Nation von Beginn an der Atomenergie eine gro\u00dfe Bedeutung beigemessen. So sehr, da\u00df f\u00fcr viele Jahre der Forschungshaushalt f\u00fcr Atomenergie die Haushalte f\u00fcr alle anderen Forschungsaktivit\u00e4ten zusammengenommen \u00fcbertraf. Daneben mu\u00dften AtomwissenschaftlerInnen nicht die gleichen b\u00fcrokratischen Prozeduren durchlaufen wie andere WissenschaftlerInnen an den Universit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Das Ergebnis dieser Anstrengungen ist, da\u00df Indien in allen Bereichen der nuklearen Brennstoffspirale Selbstversorger ist. Es hat seine eigenen Uranminen, eine eigene Brennstabproduktion, plant und erstellt die eigenen Leistungsreaktoren, hat eine Wiederaufarbeitungsanlage und ist genauso ratlos in Sachen Abfallagerung wie alle anderen Nuklearstaaten.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich Atomwaffen war die indische Politik immer zweideutig. Auf der einen Seite ist Indien stolz, das Land von <cite>ahimsa<\/cite> (Gewaltlosigkeit) zu sein, und es gibt eine starke Str\u00f6mung, die gegen jede Art von Nuklearwaffen ist. Und das Land hat in den Vereinten Nationen und anderswo konsequent gegen die Herstellung und die Drohung mit dem Einsatz von Nuklearwaffen durch welches Land auch immer opponiert. Es sollte erw\u00e4hnt werden, da\u00df Indien 1971, w\u00e4hrend des Krieges mit Pakistan und der &#8222;Geburt&#8220; von Bangladesh, glaubw\u00fcrdige nukleare Drohungen durch die Nixon-Administration erleiden mu\u00dfte, die mit Nuklearwaffen best\u00fcckte Flug- zeugtr\u00e4ger in den indischen Ozean entsandte, um Indien zu warnen, sich innerhalb der von den USA gesteckten Grenzen zu verhalten. Auf der anderen Seite hat es in Indien immer eine Lobby gegeben, die argumentierte, da\u00df Atomwaffen ein internationales Symbol f\u00fcr Macht sind, und in einer Welt, die nur die M\u00e4chtigen respektiert, solle Indien st\u00e4rkere Antrengungen unternehmen, eine Atomwaffenmacht zu werden.<\/p>\n<p>Der indische Staat folgte einem Kurs zwischen diesen beiden Positionen. W\u00e4hrend er konsequent gegen die Entwicklung von Nuklearwaffen eintrat, scheute er sich jedoch nicht, die Zweideutigkeit, die sich aus den Anforderungen der Technologie ergab, auszunutzen. W\u00e4hrend Nuklearwaffen tabu waren, waren es friedliche Nuklearexplosionen, die sich von Nuklearwaffen nicht unterscheiden lassen, nicht. Es ist klar, da\u00df das nichts spezifisch indisches ist, sondern da\u00df auch andere Nuklearstaaten, in der Vergangenheit und auch heute, versucht haben die Dinge in einer Zweideutigkeit zu halten, aus deren Verschwommenheit und aus Ideen wie &#8222;friedlicher Nuklearexplosionen&#8220; sie jeden m\u00f6glichen &#8222;Vorteil&#8220; ableiteten.<\/p>\n<p>Erfahrungen mit Atomenergie sind in Indien kaum verbreitet. W\u00e4hrend die urspr\u00fcnglichen Pl\u00e4ne eine Atomenergiekapazit\u00e4t von 20 000 bis 25 000 MW f\u00fcr 1987 anstrebten, betr\u00e4gt die aktuelle Reaktorkapazit\u00e4t selbst heute nur 1 700 MW. Die meisten Reaktoren arbeiten mit etwa 40 % ihrer m\u00f6glichen Leistung, und es gab zahlreiche St\u00f6rf\u00e4lle und Zwischenf\u00e4lle in diesen Kraftwerken, und einige von ihnen werden mit Recht als die &#8222;dreckigsten in der Welt&#8220; bezeichnet.<\/p>\n<h3>Entwicklung einer Anti-AKW-Bewegung<\/h3>\n<p>Eine Einstellung gegen Atomenergie hat sich in Indien nur langsam gebildet. W\u00e4hrend der 50er Jahre wurde &#8211; obwohl es Abscheu vor der Bombe gab &#8211; &#8222;Nuklearenergie f\u00fcr friedliche Ziele&#8220; von nahezu jeder\/m als eine gute Idee angesehen. In den fr\u00fchen Tagen war man im Land stolz darauf, da\u00df indische WissenschaftlerInnen solch komplexe Anlagen bauen und betreiben konnten, und die Menschen dachten, da\u00df sich die Fr\u00fcchte all dieser Aktivit\u00e4ten sehr bald verbreiten w\u00fcrden und sich der traurige Zustand des allt\u00e4glichen Lebens wirklich ver\u00e4ndern w\u00fcrde. Die Geschichte des Atomkraftwerks Rajasthan (Rajasthan Atomic Power Station &#8211; RAPS) ist daf\u00fcr beispielhaft.<\/p>\n<p>RAPS war der erste indische Reaktor, der mit kanadischer Hilfe als Schwerwasserreaktor kanadischen Typs gebaut wurde. Der erste Block wurde 1973 fertiggestellt, und die Arbeit am zweiten Block war im Gange, als Indien 1974 eine Nuklearexplosion durchf\u00fchrte. Kanada stoppte jede Unterst\u00fctzung, der zweite Block wurde trotzdem bis 1980 fertiggestellt und nahm den Betrieb auf.<\/p>\n<p>Das Kraftwerk wurde am Ostufer des Rana Pratap Reservoirs, am Flu\u00df Chambal, errichtet. W\u00e4hrend der 50er Jahre wurden an diesem Flu\u00df in einem Bereich von 100 km vier Staud\u00e4mme gebaut. Viele der dort lebenden Menschen wurden vertrieben. Als der Reaktor gebaut wurde, und den Menschen Arbeit versprochen wurde, dachten diese, sie w\u00fcrden nun &#8222;entwickelt&#8220; werden und ihre Kinder w\u00fcrden ein gutes Leben f\u00fchren k\u00f6nnen. Doch als die zivilen Bauarbeiten beendet waren, gab es keine Arbeit f\u00fcr unausgebildete und analphabetische DorfbewohnerInnen, au\u00dfer als GelegenheitsarbeiterInnen f\u00fcr Reinigungsarbeiten in den Zeiten, in denen der Reaktor abgeschaltet war. Der Strom, der vom Reaktor produziert wurde, wurde in die Industriestadt Kota, 50 km vom Reaktor entfernt, transportiert, und selbst 17 Jahre nach Inbetriebnahme des Reaktors hatten die D\u00f6rfer, auf deren Land der Reaktor erbaut wurde, keine Elektrizit\u00e4t. Eine Studie, die 1991 erstellt wurde, kam zu dem Ergebnis, da\u00df nur f\u00fcnf Menschen aus einer Bev\u00f6lkerung von 2 860 aus f\u00fcnf D\u00f6rfern in 10 km Umkreis um den Reaktor dort einen Arbeitsplatz bekommen hatten, und nur 19 % der Haushalte \u00fcber Elektrizit\u00e4t verf\u00fcgten. Die Verh\u00e4ltnisse in vergleichbaren D\u00f6rfern, mehr als 50 km vom Reaktor entfernt, waren sehr viel besser. Dort waren mehr als 52 % der Haushalte elektrifiziert.<\/p>\n<p>Die Gesundheitsbedingungen der Menschen, die in der N\u00e4he des Reaktors lebten, wurden schlechter und schlechter. Die oben genannte Studie zeigte, da\u00df bez\u00fcglich chronischer Gesundheitsprobleme Menschen in der N\u00e4he des Reaktors dreimal h\u00e4ufiger betroffen waren als vergleichbare Menschen in gr\u00f6\u00dferer Entfernung. Alterskrankheiten, wie z.B. grauer Star, kamen fr\u00fcher zum Ausbruch, die H\u00e4ufigkeit massiver Tumore war siebenmal so hoch. Der l\u00e4stigste Aspekt waren die Auswirkungen auf Kinder. Unnormale Schwangerschaftsverl\u00e4ufe, wie Fehlgeburten, Totgeburten, angeborene Fehlbildungen und Ein-Tags-Tode traten in den D\u00f6rfern in der Umgebung des Reaktors statistisch signifikant h\u00f6her auf als weiter entfernt, und die H\u00e4ufigkeit stieg mit der Zeit an.<\/p>\n<p>Der Unfall in der Pestizidfabrik von Union Carbide in Bophal 1984 alarmierte in Indien viele Menschen \u00fcber die Gefahren, die von gro\u00dfen, mit toxischen Materialien hantierenden Industrien ausgingen. Zur Zeit des Tschernobyl-Unfalls 1986 gab es viele kleine Anti-Atomkraft-Gruppen, die gegen die Atomkraftwerke in Indien arbeiteten. Im August desselben Jahres gab es massive Proteste gegen das Atomkraftwerk Kakrapar im Staat Gujarat im Westen Indiens. Von Seiten der Regierung gab es massive Repression, bei Sch\u00fcssen wurde ein Mensch get\u00f6tet, und Tr\u00e4nengasgranaten wurden sehr freiz\u00fcgig eingesetzt. Es gab zahlreiche Verhaftungen, und die Regierung versuchte, die Verhafteten nach den drakonischen Gesetzen, die zur Abwehr von Terrorismus erlassen worden waren, zu inhaftieren. 1987 und 1988 gab es im s\u00fcdindischen Staat Karnataka Proteste gegen ein im Bau befindliches Atomkraftwerk, durch das die letzten verbliebenden Spuren des tropischen Regenwaldes zerst\u00f6rt werden.<\/p>\n<h3>Der Widerstand organisiert sich<\/h3>\n<p>Im August 1986 trafen sich die verschiedenen Anti-AKW-Gruppen aus dem ganzen Land zum ersten Mal und beschlossen, sich gegenseitig zu unterst\u00fctzen. Es wurde beschlossen, einen Rundbrief herauszugeben, und ein Jahr sp\u00e4ter, im August 1987, erschien die erste Ausgabe des zweimonatlichen englischsprachigen Magazins <cite>Anumukti <\/cite>(frei \u00fcbersetzt: Befreiung vom Atom), das bis heute regelm\u00e4\u00dfig erscheint.<\/p>\n<p>Die AktivistInnen in Karnataka zwangen die Regierung, eine Debatte zwischen den Anti-Nuklear- und Pro-Nuklear-Kr\u00e4ften im Land abzuhalten. Diese fand im Dezember 1988 statt und markierte einen Einschnitt in dem Sinne, da\u00df sie zeigte, da\u00df die antinukleare Position wissenschaftlich begr\u00fcndet war. Seitdem hat sich das nukleare Establishment geweigert, irgendo im Land \u00f6ffentlich mit nuklearkritischen WissenschaftlerInnen zu diskutieren.<\/p>\n<p>Die AktivistInnen von Karnataka haben au\u00dferdem die Atomenergiebeh\u00f6rde zur Frage der Entscheidungskriterien f\u00fcr die Standortwahl des Reaktors Kaiga (in einem tropischen Regenwaldgebiet) vor das Verfassungsgericht gebracht. Das Gericht forderte die Regierung auf, die Vorbehalte zu ber\u00fccksichtigen, und erlaubte den AktivistInnen, bis dahin geheime Berichte einzusehen, doch das Verfahren f\u00fchrte nicht zu einem Baustopp.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren haben einige Anti-Atom-Gruppen wissenschaftliche Studien zur Gesundheitssituation und zum \u00f6konomischen Status um die Atomanlagen herum durchgef\u00fchrt. Die erste solche Studie wurde 1991 im Gebiet um den Reaktor Rajasthan durchgef\u00fchrt, und seitdem gab es solche Studien um die Reaktoren Kakrapar und Kaiga. K\u00fcrzlich hat eine Gruppe mit einer Studie zur Uranmine in Jadugura im n\u00f6rdlichen Staat Bihar begonnen. Der wichtige Punkt bei diesen Studien ist, da\u00df die gesammelten Informationen nicht nur genutzt werden, um wissenschaftliche Papiere f\u00fcr technische Fachzeitschriften zu schreiben, sondern da\u00df sie an die Menschen in einer Form zur\u00fcckgegeben werden, die sie verstehen k\u00f6nnen. Manchmal ist es bei einer \u00fcberwiegend analphabetischen Bev\u00f6kerung notwendig, die Informationen \u00fcber Lieder und Stra\u00dfentheater zu verbreiten.<\/p>\n<p>Eine der Auswirkungen der Globalisierung und der von der Regierung in den letzten f\u00fcnf Jahren angestrebten marktwirtschaftlichen Politik ist, da\u00df die Undurchf\u00fchrbarkeit der Atomenergie \u00f6ffentlicher geworden ist. Regierungssubventionen wurden reduziert, und NukleokratInnen, die es gewohnt waren, sehr ver- schwenderisch zu sein, ohne Fragen gestellt zu bekommen, finden sich in dem neuen Klima sehr schwer zurecht. Zur gleichen Zeit ist das Bewu\u00dftsein \u00fcber die gesundheitlichen Auswirkungen von Atomkraftwerken in deren Nachbarschaft in weiten Teilen durchgesickert, und heute ist es f\u00fcr das Establishment schwierig, ein Atomkraftwerk an einem neuen Standort zu beginnen. Einige solcher Versuche, wie in Peringome in Kerala, Nargajunasagar in Andra Pradesh und Kudankulam in Tamil Nadu wurden von den Autorit\u00e4ten aufgrund des Widerstandes der Bev\u00f6lkerung entweder aufgegeben oder zeitweise auf Eis gelegt.<\/p>\n<p>Derzeit sind die beiden Bl\u00f6cke in Rajasthan wegen Sicherheitsgr\u00fcnden abgeschaltet und die beiden Bl\u00f6cke in Tarapur und die zwei Bl\u00f6cke in Madras arbeiten mit reduzierter Leistung. Die neuen Bl\u00f6cke in Narora und Kakrapar arbeiten, doch ihre Leistungsfaktoren in den ersten drei Betriebsjahren lagen bei etwa 25 %. Sechs 220 MW Bl\u00f6cke vom Typ des Schwerwasserreaktors befinden sich im Bau (zwei in Rawatbhata in Rajasthan und vier in Kaiga\/Karnataka). Teile des Daches des Containments des im Bau befindlichen Reaktors Kaiga-1 sind bei einem bizarren St\u00f6rfall vor mehr als einem Jahr von allein zusammen-gefallen, und ein Kommittee wurde gebildet, das innerhalb von drei Monaten einen Bericht \u00fcber die Ursachen dieses Unfalls vorlegen sollte. Dieser Bericht mu\u00df jetzt ver\u00f6ffentlicht werden. Der Bau des Containments wurde unterbrochen, da auf den Bericht gewartet wird.<\/p>\n<p>Die Atombeh\u00f6rde ist au\u00dferdem stark daran interessiert, zwei 500 MW-Bl\u00f6cke in Tarapur zu errichten, doch die Genehmigung daf\u00fcr und die finanziellen Garantien wurden von der Regierung bisher nicht erteilt, obwohl in Erwartung dessen die zust\u00e4ndige Abteilung bereits Ausr\u00fcstungen im Wert mehreren Millionen geordert hat.<\/p>\n<p>Da die Nuklearindustrie im Westen immer mehr die H\u00e4rte des Marktes versp\u00fcrt, wird die Undurchf\u00fchrbarkeit der Atomenergie ohne massive staatliche Subventionen und Verk\u00e4ufe ins Ausland immer offensichtlicher. In einem solchen Klima ist es f\u00fcr PolitikerInnen eine gro\u00dfe Versuchung, &#8222;Arbeit zu Hause&#8220; durch die F\u00f6rderung des Verkaufs solcher Technologien in die &#8222;Dritte Welt&#8220; zu sichern. Gl\u00fccklicherweise sch\u00fctzt Indiens Status als Nichtunterzeichner des Atomwaffensperrvertrages vor solchen Anstrengungen. Doch es ist f\u00fcr die NukleokratInnen im Westen und in Indien nicht schwierig, einen Deal auszuarbeiten, der unter verschiedenen Deckm\u00e4nteln wie Sicherheitsfragen, die als Feigenbaum dienen k\u00f6nnen, die \u00d6ffentlichkeit in beiden Gebieten so zu beeinflussen, da\u00df der Verkauf der gesamten Technologie m\u00f6glich wird. Auf diesem Gebiet k\u00f6nnen Freiwilligengruppen im Westen und Indien effektiv zusammenarbeiten, um dagegen vorzugehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es \u00fcberrascht viele, da\u00df die Arbeit an Atomenergie in Indien viel fr\u00fcher begann als in vielen westlichen L\u00e4ndern. 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