{"id":5808,"date":"2003-11-14T00:00:30","date_gmt":"2003-11-13T22:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=5808"},"modified":"2022-07-26T13:31:36","modified_gmt":"2022-07-26T11:31:36","slug":"die-graswurzelrevolution-und-das-konzept-des-friedensjournalismus-von-johan-galtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2003\/11\/die-graswurzelrevolution-und-das-konzept-des-friedensjournalismus-von-johan-galtung\/","title":{"rendered":"Die &#8222;Graswurzelrevolution&#8220; und das Konzept des Friedensjournalismus von Johan Galtung"},"content":{"rendered":"<p>Westf\u00e4lische Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster<br \/>\nInstitut f\u00fcr Soziologie<br \/>\nVerfasser: Dominik Hanning<br \/>\nSeminar: Terror, Krieg und Medien<br \/>\nDozent: Dr. Bernd Dr\u00fccke<br \/>\nSommersemester 2003<br \/>\nDatum:17.10.03<\/p>\n<h3>1. Einleitung<\/h3>\n<p>Am 10.April 2003 war in der Bildzeitung in \u00fcbergro\u00dfen Buchstaben das Wort &#8218;Sieg&#8216; zu lesen. Es wurde \u00fcber die jubelnden amerikanischen Soldaten und der &#8218;dankbaren&#8216; irakischen Zivilbev\u00f6lkerung ((1)) berichtet. Der Konflikt schien durch den Sieg des angloamerikanischen Milit\u00e4rs gel\u00f6st. Ganz nach der Formel f\u00fcr den Kriegsjournalismus &#8222;Peace = victory + case-fire&#8220; entwickelt von dem norwegischen Friedensforscher Johann Galtung. Seine Formel scheint sich zu best\u00e4tigen. Zwar war hier noch kein Waffenstillstand geschlossen, aber dieser schien aufgrund der sich fluchtartig aufl\u00f6senden staatlichen Gewalt auch unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den Massenmedien versuchen alternative Medien eine Gegen\u00f6ffentlichkeit zu schaffen und \u00fcber andere Sichtweisen zu berichten. Im Falle eines anstehenden Krieges bedeutet das eine gewaltfreie Alternative zu thematisieren. Die Monatszeitschrift &#8218;Graswurzelrevolution&#8216; vertritt diesen gewaltfreien Weg. Ziel der Monatszeitschrift ist eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft.<\/p>\n<p>In meinem ersten Teil der Hausarbeit soll das Konzept von Johan Galtung \u00fcber den Friedensjournalismus vorgestellt werden, w\u00e4hrend im zweiten Teil die Forderungen Galtungs an den Friedensjournalismus anhand der Monatszeitschrift &#8218;Graswurzelrevolution&#8216; untersucht werden. Die Berichterstattung der &#8218;Graswurzelrevolution&#8216; vor und w\u00e4hrend des dritten Irakkrieges wird analysiert und hinsichtlich des Konzeptes von Johan Galtung untersucht.<\/p>\n<h3>2. Vorstellung der Graswurzelrevolution (GWR)<\/h3>\n<p>Im Jahre 1972 erschien erstmals die Graswurzelrevolution. Wolfgang Hertle gr\u00fcndete gemeinsam mit anderen gewaltfrei-libert\u00e4ren Sozialisten die GWR. &#8222;In Konzept und Ausrichtung wurde das neue Blatt inspiriert u.a. durch die im frankophonen Sprachraum von der gleichnamigen Gruppe verbreitete gewaltfrei-anarchistische Anarchisme et Nonviolence (Lausanne), durch die heute noch in London erscheinende Peace News und durch die Direkte Aktion ((2)) (Hannover).&#8220; ((3)) Seit der Nr. 53\/1981 erscheint die anfangs alle zwei bis drei Monate herausgebrachte GWR monatlich mit einer Sommerpause im Juli\/August. Die verkaufte Auflage bewegt sich zwischen 3 000 und nicht mehr als 5 000 Exemplaren. ((4)) Seit Dezember 1995 erscheint sie mit einem neuen Layout im Stil der Berliner taz. Die presserechtliche Verantwortung rotiert innerhalb des Herausgeberkreises. Es arbeiten alle Redakteure ehrenamtlich bis auf ein bis zwei bezahlte Mitarbeiter, die sich unter anderem um Druck, Layout und Vertrieb k\u00fcmmern. Die Redaktion ist dezentral organisiert und die meisten Artikel erscheinen unter einem Pseudonym. Nicht der Autor, sondern die Inhalte sollen im Vordergrund stehen. Die Redaktion ist basisdemokratisch organisiert und entscheidet gemeinsam \u00fcber die Inhalte. Alle drei bis vier Jahre wird der einzige hauptamtliche Koordinationsredakteur neu gew\u00e4hlt. Zurzeit bekleidet Bernd Dr\u00fccke, Doktor der Soziologie aus M\u00fcnster, das Amt.<\/p>\n<p>Die Ziele der GWR werden in jeder Ausgabe abgedruckt und haben sich seit der ersten Ausgabe nicht ver\u00e4ndert: &#8222;Graswurzelrevolution bezeichnet eine tiefgreifende gesellschaftliche Umw\u00e4lzung, in der durch Macht von unten alle Formen von Gewalt und Herrschaft abgeschafft werden sollen. Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr eine Welt, in der die Menschen nicht l\u00e4nger wegen ihres Geschlechtes oder ihrer geschlechtlichen Orientierung, ihrer Sprache, Herkunft, \u00dcberzeugung, wegen einer Behinderung, aufgrund rassistischer oder antisemitischer Vorurteile diskriminiert und benachteiligt werden. Wir streben an, da\u00df Hierarchie und Kapitalismus durch eine selbstorganisierte, sozialistische Wirtschaftsordnung und der Staat durch eine f\u00f6deralistische, basisdemokratische Gesellschaft ersetzt werden. Schwerpunkte unserer Arbeit lagen bisher in den Bereichen Antimilitarismus und \u00d6kologie. Unsere Ziele sollen &#8211; soweit es geht &#8211; in unseren Kampf- und Organisationsformen vorweggenommen und zur Anwendung gebracht werden. Um Herrschafts- und Gewaltstrukturen zur\u00fcckzudr\u00e4ngen und zu zerst\u00f6ren, setzen wir gewaltfreie Aktionsformen ein. In diesem Sinne bem\u00fcht sich die anarchistische Zeitung Graswurzelrevolution seit 1972, Theorie und Praxis der gewaltfreien Revolution zu verbreitern und weiterzuentwickeln.&#8220; ((5))<\/p>\n<h3>3. Friedensjournalismus nach Johan Galtung<\/h3>\n<p>Johan Galtung wurde 1930 als Sohn eines Arztes in Norwegen geboren. Er verweigerte den Kriegsdienst und musste daf\u00fcr ins Gef\u00e4ngnis, weil es in Norwegen zu diesem Zeitpunkt noch keinen Zivildienst gab. Danach studierte er Mathematik und Soziologie. Bereits 1959 gr\u00fcndete er das erste Friedensforschungsinstitut in Oslo Norwegen (PRIO). Galtung ver\u00f6ffentlichte zahlreiche B\u00fccher und Schriften zum Thema Frieden und Gewaltfreiheit. Heute lehrt er an der Universit\u00e4t von Hawaii, der Fernuni Hagen, der Universit\u00e4t Oslo und der Friedensuniversit\u00e4t in Schlaining in \u00d6sterreich. Immer wieder hat Galtung auch Vorschl\u00e4ge zur Konfliktl\u00f6sung in zahlreichen Streitf\u00e4llen vorgelegt. Obwohl es schwierig ist, sich als Gewaltfreier Geh\u00f6r zu verschaffen. 1987 bekam er den Alternativen Nobelpreis f\u00fcr seine Arbeiten auf dem Gebiet der Friedensforschung.<\/p>\n<p>Galtung unterscheidet zwischen zwei M\u00f6glichkeiten, Konflikte zu betrachten bzw. \u00fcber sie zu berichten. Er sieht den Unterschied in der Betrachtungsweise und wie \u00fcber den Konflikt berichtet wird. Die erste M\u00f6glichkeit ist die Betrachtungsweise des friedlichen Transformation Prozesses oder als zweite M\u00f6glichkeit die ausschlie\u00dfliche Thematisierung des durch Gewalt und Krieg entstehenden Meta-Konflikts und die Frage, wer die Auseinandersetzung gewinnt. ((6)) Er bezeichnet diese unterschiedlichen Betrachtungsweisen die &#8222;high Road&#8220; und die &#8222;Low Road&#8220; ((7)) der Konfliktberichterstattung. Die &#8222;hohen Stra\u00dfen&#8220; bezeichnet Galtung als Friedensjournalismus. Hier wird der Focus auf die friedliche Konflikttransformation gelegt. &#8222;Conflicts would be seen as a challenge to the world, a challenge such having 2000 nations waiting a nationstate in a world with only 200 countries and only 20 nationstates.&#8220; ((8)) In dieser Problematik sieht Galtung den eigentlichen Konflikt. Menschen, Gruppen, Staaten und Gruppen von Staaten stehen sich gegenseitig im Weg. Dadurch ist eine klare Gefahr f\u00fcr Gewalt gegeben. Aber er sieht in diesem Konflikt auch eine klare M\u00f6glichkeit f\u00fcr menschlichen Fortschritt, den Konflikt zu benutzen um neue Wege zu finden und den Konflikt kreativ zu transformieren, so dass die friedlichen M\u00f6glichkeiten die Oberhand gewinnen. ((9))<\/p>\n<p>In den &#8222;niedrigen Stra\u00dfen&#8220; sehen die Medien den Konflikt als eine Schlacht vergleichbar mit einer Sportarena oder einem Gladiatorenkampf. Hier werden die Parteien, in der Regel auf zwei reduziert und es gibt nur einen Gewinner und Verlierer. Diese Nullsummen Perspektive ist vergleichbar mit dem Sportjournalismus, &#8222;winning is not everything, it is the only thing&#8220; ((10)). Kriegesjournalismus hat den Sportjournalismus als Vorbild.<\/p>\n<p>F\u00fcr Galtung ist die Wahrheit nicht das erste Opfer des Krieges, sondern der Friede. Gute Berichterstattung der &#8222;niedrigen&#8220; und der &#8222;hohen&#8220; Stra\u00dfen sollte wahrheitsgem\u00e4\u00df sein. Aber wahrheitsgem\u00e4\u00dfer Journalismus ist nicht gleich Friedensjournalismus. ((11))<\/p>\n<p>In der Zeitschrift epd Entwicklungspolitik von 6\/99 gibt Galtung vier Forderungen an, die f\u00fcr den Friedensjournalismus zwingend notwendig sind.<\/p>\n<h3>3.1. friedens- und konfliktorientiert<\/h3>\n<p>In Abgrenzung zum Kriegsjournalismus soll der Friedensjournalismus friedens- und konfliktorientiert sein. W\u00e4hrend sich der Kriegsjournalismus wie der Sportjournalismus verh\u00e4lt, mit zwei Parteinen, einem Gewinner und Verlierer, versucht der Friedensjournalismus die Ursachen und die L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten des Konfliktes zu thematisieren. &#8222;What is the conflict about? Who are the parties and what are their real goals, including the parties beyond the immediate arena of violence? What are the deeper roots of the conflict, structural and cultural, including the history of both?&#8220; ((12)) Der Konflikt muss transparent dargestellt werden. &#8222;Makes the conflicts transparent&#8220;. ((13)) Zudem sollte der Friedensjournalismus \u00fcber die Folgen des Krieges berichten. &#8222;Focus on invisible effects of violence (trauma and glory, damage to structure\/culture)&#8220;. ((14))<\/p>\n<p>Idealerweise wird eine pr\u00e4ventive Berichterstattung angestrebt, bevor es zu offener Gewalt oder Krieg kommt. &#8222;Pro-active: prevention before violence\/war occurs&#8220;. ((15)) Durch die Thematisierung des Konflikts vor jeglicher offener Gewalt wird versucht den m\u00f6glichen Krieg und dessen Folgen zu verhindern &#8222;&#8218;win-win&#8216; orientation&#8220; ((16)).<\/p>\n<p>Der Kriegsjournalismus verh\u00e4lt sich im Gegensatz zum Friedensjournalismus rein nullsummenorientiert. Er sieht den Krieg als L\u00f6sung von Problemen und impliziert eine &#8218;Wir-Sie-Gegen\u00fcberstellung&#8216;. Die Berichterstattung ist reaktiv und objektiv.<\/p>\n<h3>3.2. wahrheitsorientiert<\/h3>\n<p>Die Wahrheit ist eines der ersten Opfer des Krieges. Dieser Satz gewinnt in jedem Konflikt an Bedeutung in dem der Kriegsjournalismus Partei ergreift. Er deckt zwar die L\u00fcgen des Gegners auf, \u00fcbernimmt aber ungefiltert die Information der &#8218;Wir-Partei&#8216;. Die professionelle Verf\u00e4lschung der Wahrheit zeigt deutlich der Vertragsschluss zwischen der PR-Agentur Rendon Group ((17)) und der US Regierung. ((18))<\/p>\n<p>Der Friedensjournalismus entlarvt Unwahrheiten auf allen Seiten. &#8222;Expose untrtuhts on all sides&#8220;. ((19)) Diese Forderung stellt den Friedensjournalismus vor die Aufgabe alle Informationen von allen Seiten zu pr\u00fcfen und nicht unkontrolliert zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<h3>3.3. menschenorientiert<\/h3>\n<p>Das Leiden aller Menschen wird in der Berichterstattung des Friedensjournalismus thematisiert im Gegensatz zum Kriegsjournalismus in dem &#8218;unser&#8216; Leiden in den Vordergrund gestellt wird. Dieses Leiden bezieht sich dann nur auf die Eliten, auf die Politiker und Soldaten. ((20))<\/p>\n<p>Alle menschlichen Greultaten von beiden Seiten der Parteien m\u00fcssen ver\u00f6ffentlicht werden, &#8222;Names all evil-doers&#8220; ((21)). In vielen Konflikten wird ausgiebig \u00fcber die Greultaten der Gegenseite berichtet. W\u00e4hrend des Konfliktes werden aber Greultaten der &#8218;eigenen Seite&#8216; nicht durch den Kriegsjournalismus ver\u00f6ffentlicht und der Kriegsjournalismus bedient sich einer verharmlosenden Wortwahl, um \u00fcber bestimmte milit\u00e4rische Aktionen der &#8218;eigenen Seite&#8216; zu berichten. Vielfach wird in den Medien \u00fcber &#8218;chirurgische Kriegsf\u00fchrung&#8216; oder &#8218;Kollateralsch\u00e4den&#8216; berichtet. Impliziert doch das erste Wort einen klinisch sauberen Krieg in dem das &#8218;B\u00f6se&#8216; von dem &#8218;Guten&#8216; getrennt wird. Wobei &#8218;Kollateralsch\u00e4den&#8216; eine verbale Verharmlosung des Zustandes zivilen Leidens darstellt.<\/p>\n<p>Der Friedensjournalismus beh\u00e4lt den Focus auf alle friedensstiftenden Initiativen, &#8222;Focus on all peacemakers&#8220; ((22)), im Gegensatz zu dem Kriegsjournalismus, der Eliten orientiert nur \u00fcber die Friedensinitiativen der Politik berichtet.<\/p>\n<h3>3.4. l\u00f6sungsorientiert<\/h3>\n<p>Als Formel gilt f\u00fcr den Friedensjournalismus Frieden = Gewaltfreiheit + Kreativit\u00e4t w\u00e4hrend f\u00fcr den Kriegsjournalismus Frieden = Sieg + Waffenstillstand gilt. ((23)) Der Friedensjournalismus setzt schon pr\u00e4ventiv ein und thematisiert den eigentlichen Konflikt objektiv von allen Seiten. Der Frieden ergibt sich aus der Gewaltfreiheit und der Kreativit\u00e4t. Friedensinitiativen werden in den Vordergrund gestellt. Der Kriegsjournalismus berichtet aber erst wenn der Konflikt schon durch offene Gewalt ausgebrochen ist oder die Parteien sich im Kriegszustand befinden. Der Frieden stellt sich erst ein wenn eine der Parteien den Sieg davongetragen hat und es zu einem Waffenstillstand gekommen ist. Die Nachkriegsberichterstattung wird von dem Kriegsjournalismus vernachl\u00e4ssigt. Er verl\u00e4sst den Ort des Geschehens f\u00fcr einen anderen Krieg und kommt nur zur\u00fcck wenn der &#8218;alte Krieg&#8216; wieder aufflammt. ((24))<\/p>\n<p>Der Kriegsjournalismus berichtet \u00fcber Vertr\u00e4ge und Institutionen. F\u00fcr Galtung aber spielt der Bericht \u00fcber Friedensinitiativen und Konfliktl\u00f6sungen eine besondere Rolle. Dadurch k\u00f6nnten m\u00f6gliche Mechanismen und Konfliktl\u00f6sungen thematisiert werden, die auch f\u00fcr andere potenzielle schwelende Konflikte pr\u00e4ventiv genutzt werden k\u00f6nnen, um Gewalt und Kriege zu verhindern, &#8222;Highlights peace initatives, to prevent more war&#8220; ((25)).<\/p>\n<h3>4. Die GWR und die 4 Forderungen von Galtung<\/h3>\n<p>Nachfolgend wird die Graswurzelrevolution anhand der vier Forderungen von Galtung an den Friedensjournalismus analysiert.<\/p>\n<h3>4.1. friedens- und konfliktorientiert<\/h3>\n<p>Die GWR thematisiert die Ursachen sehr ausf\u00fchrlich. &#8222;Die US-Regierung will mit Hilfe der britischen Regierung einen Krieg gegen den Irak f\u00fchren, um an die umfangreichen \u00d6lreserven heranzukommen&#8220; ((26)), &#8222;Bei der Installierung einer US-freundlichen &#8222;Musterdemokratie&#8220; im Irak, w\u00fcrden auch einige andere L\u00e4nder unter enormen Reformdruck geraten. Insbesondere Iran w\u00fcrde bei einem Wechsel in Bagdad durch die bereits erfolgte Auswechslung hin zu einer US-freundlichen Regierung in Kabul in die Zange genommen werden.&#8220; ((27)), &#8222;Nach den Enron- und Worldcom-Konkursen stehen Vizepr\u00e4sident Cheney als ehemaliger Chef des weltweit gr\u00f6\u00dften \u00d6lindustriezulieferers Halliburton wie auch George W. Bush als ehemaliger Top-Manager des \u00d6ldienstleistungsunternehmens Harken \u00d6l wegen Bilanzf\u00e4lschungen und ihrer Verwicklung in Insidergesch\u00e4fte in der \u00f6ffentlichen Kritik &#8211; und vor den Kongress-Zwischenwahlen im November 2002 unter enormen Druck. Es w\u00e4re im Falle eines Krieges nicht das erste Mal, dass sich ein US-Pr\u00e4sident in Bedr\u00e4ngnis durch einen Feldzug innenpolitisch Luft zu verschaffen hofft.&#8220; ((28)) Dies zeigt eine sehr facettenreiche Ursachenanalyse, die sich nicht nur auf die populistische Begr\u00fcndung des Krieges um das \u00d6l beschr\u00e4nkt. ((29)) Die Begr\u00fcndung der Irak besitze Massenvernichtungswaffen und stelle eine Gefahr f\u00fcr andere Staaten insbesondere Israel dar sowie er unterst\u00fctze den internationale Terrorismus wird von der GWR glaubhaft und entschieden verneint. ((30))<\/p>\n<p>L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten, um einen drohenden Krieg noch zu verhindern und langfristig pr\u00e4ventiv den Terrorismus vorzubeugen, werden von der GWR detailliert beschrieben. &#8222;Bei einem mittelfristigen Abzug der US-Pr\u00e4senz aus der Region, einer Einstellung der Waffenlieferungen und einer Schuldenstreichung f\u00fcr die verarmten L\u00e4nder der arabischen Liga k\u00f6nnte auch dem Terrorismus im Zuge aller genannten Ma\u00dfnahmen der N\u00e4hrboden entzogen werden. Gerechtigkeit und Frieden bek\u00e4men eine Chance, die islamische Welt w\u00fcrde endlich einmal gleichberechtigt und mit Respekt behandelt werden.&#8220; ((31)) Diese Zielsetzung ist keine L\u00f6sung f\u00fcr den drohenden Krieg, aber sie bietet eine langfristige Alternative zur Stabilisierung der Region und zur Beseitigung des N\u00e4hrbodens f\u00fcr den Terrorismus.<\/p>\n<p>Zudem beschreibt die GWR M\u00f6glichkeiten der nationalen und internationalen Proteste. In Deutschland ruft das Medium zu Demonstrationen und einer Selbstverpflichtungskampagne auf. ((32))<\/p>\n<p>Die GWR stellt einen Forderungskatalog auf, der sich an die Bundesregierung richtet und M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die deutsche Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik aufzeigt. &#8222;a Die Aufk\u00fcndigung der bedingungslosen Solidarit\u00e4t im so genannten Anti-Terror-Krieg und des B\u00fcndnisfalles. b Der R\u00fcckzug der deutschen ABC-Sp\u00fcrpanzer aus Kuwait und der Seefernaufkl\u00e4rer Breguet Atlantic vom Horn von Afrika. c Die Verweigerung von \u00dcberflugrechten durch den deutschen Luftraum f\u00fcr US-Angriffsfl\u00fcge sowie jeglicher Nutzung von Infrastrukur. d Die Verweigerung finanzieller Unterst\u00fctzung f\u00fcr einen US-Irak-Feldzug. e Der Aufbau einer internationalen Allianz, die die europ\u00e4ischen Staaten inklusive Russland sowie China und Indien umfasst, und unter dem Dach der UN eine zivile L\u00f6sung der Irak-Frage durch die Wiederzulassung von UN-Inspektoren bei gleichzeitiger Aufhebung des Embargos anstrebt.&#8220; ((33)) Allerdings stellt sich im letzten Punkt die Frage, wie realistisch die Umsetzung ist mit L\u00e4ndern zusammen zuarbeiten, die zum Teil selbst Menschrechte mit F\u00fc\u00dfen treten und prim\u00e4r ihre eigenen Interessen vertreten.<\/p>\n<p>&#8222;F\u00fcr die gesamte Region Naher Osten und Zentralasien k\u00f6nnte sich die europ\u00e4ische Politik nach Vorbild der KSZE\/OSZE f\u00fcr einen regionalen Friedens- und Sicherheitspakt stark machen, der auf eine ABC-Waffen-Abr\u00fcstung und ABC-waffenfreie Zone dr\u00e4ngt und f\u00fcr Kurdistan ebenso wie f\u00fcr Kaschmir diplomatische L\u00f6sungen vorantreibt.&#8220; ((34)) Die Forderung der GWR sieht vor Mechanismen zu entwickeln, die helfen Spannungen und drohende Konflikte gewaltfrei und in einem Konsens zu l\u00f6sen sowie den einzelnen Staaten der Region die M\u00f6glichkeit einer multilateralen Plattform zu bieten.<\/p>\n<p>Die GWR schl\u00e4gt au\u00dferdem zur besseren Verst\u00e4ndigung einen wissenschaftlichen und kulturellen Austausch vor. &#8222;Zur besseren Verst\u00e4ndigung zwischen westlicher und arabischer Welt m\u00f6chte ich die Etablierung einer europ\u00e4isch-arabischen Universit\u00e4t in der arabischen Welt und einer arabisch-europ\u00e4ischen Hochschule in der westlichen Welt ins Gespr\u00e4ch bringen. Viele Vorurteile auf beiden Seiten k\u00f6nnten mit solch einer Hochschule abgebaut werden.&#8220; ((35))<\/p>\n<p>Es wird deutlich, dass die GWR viele L\u00f6sungsans\u00e4tze bietet. Die einmal kurzfristig auf den drohenden Konflikt ausgerichtet sind. In dem die GWR \u00fcber M\u00f6glichkeiten und Formen der Proteste des Einzelnen und der Regierungen berichtet. Au\u00dferdem berichtet die GWR \u00fcber langfristige M\u00f6glichkeiten die Region zu stabilisieren. Einige der Forderungen sind sehr vision\u00e4r und der Leser mag sich fragen, wie eine Umsetzung der Forderungen aussehen k\u00f6nnte. Das Ziel, &#8222;F\u00fcr die gesamte Region Naher Osten und Zentralasien k\u00f6nnte sich die europ\u00e4ische Politik nach Vorbild der KSZE\/OSZE f\u00fcr einen regionalen Friedens- und Sicherheitspakt stark machen&#8220; ((36)), wird zwar beschrieben, aber der Autor bleibt dem Leser die m\u00f6gliche Umsetzung des Ziels schuldig.<\/p>\n<p>Aufgrund der Zensur der Informationen vor und w\u00e4hrend des Krieges ist es f\u00fcr die GWR sehr schwierig glaubw\u00fcrdige und verl\u00e4ssliche Quellen \u00fcber die Konfliktregion zu erhalten. &#8222;Recherchen in Zeiten des Krieges werden immer schwieriger, besonders in der Vorphase eines angek\u00fcndigten Angriffes wie im Falle Irak: Welchen Quellen ist zu trauen? Wer \u00fcbertreibt, untertreibt, testet aus oder manipuliert mit welchen Absichten?&#8220; ((37)) Trotzdem versucht die GWR potenzielle Folgen durch den Krieg aufzuzeigen. Sie berichtet \u00fcber Folgen f\u00fcr die zivile Bev\u00f6lkerung und f\u00fcr die ganze Region. &#8222;Stolz verk\u00fcndeten die US-Milit\u00e4rs, dass am 22. M\u00e4rz Bomben im Wert von 500 Millionen Dollar gegen den Irak eingesetzt wurden. Am zweiten und dritten Kriegstag wurden nach Angaben der US-Milit\u00e4rs innerhalb von 48 Stunden mehr Bomben auf die Menschen im Irak abgeworfen als w\u00e4hrend des gesamten Golfkriegs 1991. &#8222;shock and awe&#8220; (Schock und Schrecken), so nennen das die Milit\u00e4rstrategen. Wieviele Menschen diesem Bombenterror zum Opfer gefallen sind und noch fallen werden, wird sowohl von Seiten der US-Regierung als auch vom Irak heruntergespielt. Nach Angaben der USA haben die Invasoren allein am 25. M\u00e4rz mehr als 500 irakische Soldaten get\u00f6tet. Am 26. M\u00e4rz seien 1000 Irakis in der Stadt Nadschaf get\u00f6tet worden, so CNN. Keine Kriegspartei hat ein Interesse daran das wirkliche Ausma\u00df des Krieges, die tats\u00e4chliche Zahl der Opfer zu benennen. Stattdessen werden &#8222;Silvesterbilder&#8220;, &#8222;\u00fcberlegene Technik&#8220;, &#8222;intelligente Waffen&#8220; und &#8211; von beiden Kriegsparteien &#8211; gefangene Feinde pr\u00e4sentiert.&#8220; ((38)) Zudem verdeutlichte die GWR in ihren Berichten die Gefahren der Destabilisation f\u00fcr die Region. &#8222;W\u00fcrde bei einem Sturz Saddam Husseins der Irak zerfallen, k\u00f6nnte dies die kurdische Bev\u00f6lkerung in Nordirak ermutigen, einen eigenen Staat zu gr\u00fcnden. Dies wiederum w\u00fcrde die Regierung in Ankara vermutlich nicht zulassen und gleichzeitig wom\u00f6glich versucht sein, die Kontrolle \u00fcber den erd\u00f6lreichen Norden Iraks zu erlangen.&#8220; ((39))<\/p>\n<p>Die GWR analysiert die Ursachen und berichtet \u00fcber die wahren Gr\u00fcnde des Krieges. Es werden L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten vor dem drohenden und w\u00e4hrend des Konfliktes publiziert. Die L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten sind alle gewaltlos und zielen kurzfristig auf eine gewaltfreie L\u00f6sung des Konfliktes sowie langfristig und pr\u00e4ventiv auf eine Befriedung der Region. Die GWR berichtet auch \u00fcber potenzielle Folgen des Krieges. Somit erf\u00fcllt sie die erste Forderung von Galtung an den Friedensjournalismus.<\/p>\n<h3>4.2. wahrheitsorientiert<\/h3>\n<p>Das die Wahrheit eines der ersten Opfer des Krieges ist, wei\u00df man nicht erst seit dem zweiten Golfkrieg. Daher sollte der Friedensjournalismus alle L\u00fcgen auf allen Seiten entlarven. ((40)) Die GWR ist sich, wie oben bereits erw\u00e4hnt, bewusst \u00fcber der Flut von falschen Informationen auf beiden Seiten und \u00fcber den Versuch der Politik die Medien zu instrumentalisieren. ((41)) Ein interessantes Ph\u00e4nomen in dem dritten Golfkrieg ist, dass nicht nur die Kriegsparteien versuchen die Medien zu instrumentalisieren auch die &#8218;Kriegsgegner&#8216; verfolgen eigene Interessen und versuchen die Medien f\u00fcr ihre Interessen zu nutzen.<\/p>\n<p>Die GWR reagiert auf die Beweggr\u00fcnde der USA, der Krieg sei notwendig, da der Irak durch den Besitz von Massenvernichtungswaffen eine potenzielle Gefahr f\u00fcr seine Nachbarl\u00e4nder darstelle sowie den Terrorismus f\u00f6rdere und ihn mit Know-How \u00fcber Massenvernichtungswaffen unterst\u00fctze, mit mehreren Artikeln. &#8222;Im Streit um die Gef\u00e4hrlichkeit Saddam Husseins schrecken der US-Pr\u00e4sident und sein britischer Kollege auch vor dreisten L\u00fcgen nicht zur\u00fcck, wie &#8222;Die Zeit&#8220; am 12.9.02 berichtete: &#8222;Als George Bush und Tony Blair am vergangenen Wochenende in Camp David vor die Fernsehkameras traten, war der Fall Saddam f\u00fcr sie klar. &#8218;Ich wei\u00df nicht, welche Beweise wir noch brauchen&#8216;, meinte der US-Pr\u00e4sident mit Fingerzeig auf einen &#8217;neuen Bericht&#8216; der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO). Den, sekundierte ihm der britische Premier, m\u00fcsse man doch nur lesen, um zu erfahren, &#8218;was in einer fr\u00fcheren Nuklearwaffenfabrik vor sich geht&#8216;. Hier irren die Staatsm\u00e4nner. Denn einen neuen Bericht der IAEO, noch dazu einen, der auf ein neues Atomprogramm im Irak hindeuten k\u00f6nnte, gibt es nicht. Der aufgerufene Zeuge, der Leiter des Irak-Teams bei der Wiener IAEO, Jaques Baute, stellte klar: &#8218;Wir haben nichts, was uns erlaubt Schlussfolgerung zu ziehen&#8216;. So haben Blair und Bush bisher nur eins bewiesen: wie frei sie die tats\u00e4chlichen Erkenntnisse \u00fcber Saddams nukleares Potenzial zu interpretieren verstehen&#8220; (Die Zeit, 12.9.02, S.2)&#8220; ((42)), &#8222;&#8220;Es gibt bis heute keine ernst zu nehmenden Beweise \u00fcber eine F\u00f6rderung des muslimischen Terrorismus durch Irak. [&#8230;] Und auch Nato-Generalsekret\u00e4r George Robertson erkl\u00e4rte dieser Tage lakonisch: &#8218;Die Amerikaner haben erkl\u00e4rt, dass sie zurzeit keine Informationen haben, nach denen eine Verbindung zwischen Al Qaeda und Irak besteht'&#8220;, schrieb der CDU-Politiker J\u00fcrgen Todenh\u00f6fer (FR, 28.2.02).&#8220; ((43)) Heute wei\u00df man das Geheimdienstberichte &#8217;sexier&#8216; gestaltet wurden und bis dato wurden auch noch keine Massenvernichtungswaffen im Irak entdeckt. Es ist auch abwegig, dass ein s\u00e4kularer Autokrat wie Saddam Hussein fanatische religi\u00f6se Gruppierungen in seinem Land duldet.<\/p>\n<p>Die GWR analysierte aber auch die selbsternannte Friedenstroika Frankreich, Russland und Deutschland und ihre wahren wirtschaftlichen Interessen. &#8222;Die z\u00f6gernde bis ablehnende Politik der Regierungen Frankreichs, Russlands und der Bundesrepublik hat mit pl\u00f6tzlich erwachter Liebe zum Frieden oder dem Schutz Tausender von Menschenleben, die durch einen Krieg gef\u00e4hrdet w\u00fcrden, wenig zu tun. Alle Mitglieder des <i>&#8222;Dreierbundes&#8220;<\/i> haben handfeste \u00f6konomische Interessen in der Golfregion, die sich zum Teil sogar gegenseitig ausschlie\u00dfen. Es ist unwahrscheinlich, da\u00df diese Allianz Bestand hat.&#8220; ((44))<\/p>\n<p>Die GWR berichtet \u00fcber die \u00f6konomischen Interessen Russlands. Da russisches \u00d6l in der F\u00f6rderung teurer ist als irakisches, w\u00fcrde bei einer Aufhebung des Embargos oder eines Sieges der USA f\u00fcr Russland ein starker Konkurrent auftreten. Besonders schwierig ist dies f\u00fcr Russland da sich der \u00f6konomisch schwer angeschlagene Staat nur mit dem Verkauf von Rohstoffen vor der Staatspleite retten kann. &#8222;Russlands Wirtschaft hat kein Interesse an einem Krieg am Golf. Aber sie hat auch kein Interesse an einer Aufhebung der Sanktionen, auf die deutsche und franz\u00f6sische Firmen hoffen. Nach Sch\u00e4tzungen des Wirtschaftsberaters des Wei\u00dfen Hauses, Lawrence Lindsey, w\u00fcrden ein rascher Sieg am Golf oder eine Aufhebung des Embargos einen betr\u00e4chtlichen Anstieg der \u00d6lf\u00f6rdermenge und damit eine Verringerung des \u00d6lpreises zur Folge haben.&#8220; ((45)) Russland stellt also seine eigentlichen \u00f6konomischen Interessen in den Vordergrund und versteckt diese unter dem Deckmantel des Friedensh\u00fcters. Es ist zudem ein interessantes Paradoxon, dass ein Staat sich einerseits international f\u00fcr den Frieden engagiert, andererseits aber Tschetschenien zum zweiten Mal \u00fcberfallen hat, dort eine Marionettenregierung installiert und zudem die Menschenrechte mit F\u00fc\u00dfen tritt. Frankreich wird der Schein des Friedensh\u00fcters durch Artikel in der GWR ebenfalls entzogen. &#8222;Die wirtschaftlichen Interessen Frankreichs stehen denen Russlands diametral entgegen. Die franz\u00f6sische Industrie, allen voran der \u00d6lgigant TotalFinaElf, rechnen auf eine Aufhebung der Sanktionen, um das in ihren Vertr\u00e4gen ungenutzt schlummernde Kapital baldm\u00f6glichst zu realisieren.&#8220; ((46)) Frankreich ist genauso an einer friedlichen L\u00f6sung gelegen wie Russland. Nur sind die inhaltlichen \u00f6konomischen Interessen der beiden Staaten unterschiedlich.<\/p>\n<p>Deutschland hatte sowohl \u00f6konomische wie auch innenpolitische Interessen als Kriegsgegner aufzutreten. Die \u00f6konomischen Interessen werden in der GWR ver\u00f6ffentlicht. &#8222;Die Interessen deutscher Firmen d\u00fcrften sich daher auf den Wiederaufbau der industriellen Infrastruktur des Irak richten &#8211; ein Bet\u00e4tigungsfeld, in dem ebenfalls viel Geld zu holen ist, allein wenn man die bereits geplante (und vertraglich festgelegte) Ausweitung der \u00d6lf\u00f6rderung durch europ\u00e4ische und asiatische Firmen bedenkt.&#8220; ((47)) Ein wohl wesentlich bedeutender Beweggrund war die innenpolitische Lage f\u00fcr die rot-gr\u00fcne Bundesregierung. Die sich kurz vor der Wahl, aufgrund schlechter Meinungsfragen, um ihre Wiederwahl Sorgen machte. Aufgrund des nat\u00fcrlichen politischen Antriebs der Reproduktion der Macht instrumentalisierte die Bundesregierung die \u00c4ngste und Sorgen der Bev\u00f6lkerung um die Chancen der Wiederwahl zu steigern. &#8222;Deutschland ist offiziell gegen den Krieg, das hat die Regierung vor der Bundestagswahl so erkl\u00e4rt und sie wurde nicht zuletzt deshalb wiedergew\u00e4hlt.&#8220; ((48)) Mit Verwunderung konnte man den Meinungswandel der Mitglieder der Bundesregierung feststellen die gegen Jugoslawien noch vor kurzen einen Angriffskrieg gef\u00fchrt haben, jetzt aber pl\u00f6tzlich zu Friedensengeln mutierten und jeden Krieg ohne UN-Mandat ablehnen. &#8222;Eine oberfl\u00e4chliche Ablehnung des Krieges wird aber SPD und Gr\u00fcnen kaum neue Wahlstimmen einbringen. Der neue &#8218;Antikriegskurs&#8216; von Schr\u00f6der und Fischer ist wenig glaubw\u00fcrdig: Die rot-gr\u00fcne Regierung hat sich bisher zweimal an Angriffskriegen beteiligt (NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien und der Krieg gegen Afghanistan). Rot-gr\u00fcn hat die Bundeswehr durch die Strukturver\u00e4nderungen entscheidend kriegsf\u00fchrungsf\u00e4hig gemacht.&#8220; ((49))<\/p>\n<p>Die GWR entlarvt in ihren Artikeln viele Unwahrheiten. Abgesehen von einem Beitrag \u00fcber &#8222;Deserteure im Irak&#8220; (GWR 274, Dezember 2003, Seite 1) fehlten leider Artikel \u00fcber die Zust\u00e4nde vor dem 22. M\u00e4rz im Irak. Scheinbar vergessen bleibt oft, dass im Irak ein m\u00f6rderischer Despot regiert, der mehrere Kriege gef\u00fchrt und gegen seine eigene Bev\u00f6lkerung Giftgas eingesetzt hat.<\/p>\n<p>Die GWR berichtet ausf\u00fchrlich \u00fcber die Unwahrheiten der USA und analysierte auch die wahren Beweggr\u00fcnde von Russland, Frankreich und Deutschland.<\/p>\n<h3>4.3. menschenorientiert<\/h3>\n<p>Es wird in der GWR \u00fcber die m\u00f6glichen Leiden der Zivilbev\u00f6lkerung unter einem Bombenkrieg berichtet. &#8222;Eine Woche vor Kriegsbeginn hat die US-Luftwaffe eine &#8222;Moab&#8220;-Bombe getestet. Nach Angaben von US-Kriegsminister Rumsfeld wurden diese neuen 9.500-Kilo-Mega-Bomben inzwischen gegen den Irak eingesetzt. Diese Benzinbomben zerst\u00f6ren alles Leben im Umkreis von 1500 Metern. Die Detonation ist im Umkreis von 60 Kilometern zu sp\u00fcren. [&#8230;] Obwohl diesmal der arabische Sender Al Dschasira durch das Zeigen von get\u00f6teten und verletzten irakischen ZivilistInnen die US-Propaganda vom &#8222;sauberen Krieg&#8220; ansatzweise ins Leere laufen l\u00e4sst, werden die Kriegsberichte in westlichen Medien nach wie vor \u00fcberwiegend von bunten CNN-Bildern dominiert.&#8220; ((50)) Der Bericht verdeutlicht die Schwierigkeit den von Galtung geforderten Punkt &#8222;Focus on suffering all over; on women, the aged, children, giving voice to the voiceless&#8220; ((51)) umzusetzen. Die GWR verf\u00fcgt \u00fcber keine Korrespondenten in dem Konfliktgebiet und ist daher auf Informationen anderer Medien angewiesen. Es ist daher fast unm\u00f6glich \u00fcber die tats\u00e4chlichen Leiden der Bev\u00f6lkerung zu berichten und den Stimmlosen eine Stimme zu geben. Daher berichtet die GWR \u00fcber die Unf\u00e4higkeit der westlichen Medien \u00fcber die tats\u00e4chlichen Folgen eines Krieges zu berichten. &#8222;Der Krieg in den Medien verspricht hohe Einschaltquoten f\u00fcr die Fernsehsender und Null-Information f\u00fcr die KonsumentInnen. Wie schon in den vorangegangenen Kriegen gegen Afghanistan, Jugoslawien, Irak,&#8230; wird von den Massenmedien weitgehend ausgeblendet, was Krieg tats\u00e4chlich bedeutet.&#8220; ((52)) Dadurch dass die GWR einerseits \u00fcber das wahrscheinliche Leiden der Zivilbev\u00f6lkerung unter dem Bombenkrieg berichtet und zus\u00e4tzlich auf die Unf\u00e4higkeit der westlichen Medien hinweist, schafft sie es dem Leser trotz ihrer begrenzten Ressourcen in diesem Punkt ein Bild des Leidens zu vermitteln.<\/p>\n<p>Galtung fordert von dem Friedensjournalismus \u00fcber alle Friedensinitiativen zu berichten. ((53)) Die GWR richtet ihren Focus besonders auf friedliche Demonstrationen und beschreibt z.B. die M\u00f6glichkeiten die Bush-Administration mit emails &#8218;zu nerven&#8216;. &#8222;Am 20. April &#8217;02 werden in den USA Tausende auf die Stra\u00dfen gehen, um gegen die Kriegspolitik der USA zu demonstrieren. \u00c4hnliches k\u00f6nnte in Deutschland an diesem Tag geschehen. Am 22.\/23. Mai &#8217;02 kommt Pr\u00e4sident Bush zu einem Staatsbesuch nach Berlin. Dies wird eine Gelegenheit sein dem US-Pr\u00e4sidenten mitzuteilen, was wir von seiner derzeitigen Politik halten.&#8220; ((54)) &#8222;Viele Menschen in den USA demonstrieren auch jetzt gegen den Krieg. Zigtausende Protest-E-Mails nerven die Kriegsherren im Wei\u00dfen Haus.&#8220; ((55)) Die GWR weist auch auf die alternative einer Boykottkampagne hin. &#8222;Wir m\u00fcssen den Regierungen, den \u00d6l- und R\u00fcstungskonzernen in die Suppe spucken. Die Boykottkampagne gegen Esso und andere Finanziers des Bush-Clans trifft die Kriegstreiber \u00f6konomisch.&#8220; ((56)) Die GWR wird ihrem eigenen Ziel von der Graswurzel empor gerecht. Alle diese Formen der Friedensaktivit\u00e4ten werden von den Menschen getragen und sind nicht Elitenorientiert.<\/p>\n<p>&#8222;Names all evil doers&#8220; ((57)) ist eine Anforderung die Galtung an den Friedensjournalismus stellt. Wie bereits erw\u00e4hnt ist es der GWR aufgrund ihrer Ressourcen und der gezielten Desinformation der Kriegsparteien unm\u00f6glich \u00fcber alle menschlichen Untaten zu berichten. Die GWR beschreibt daher Untaten von vergangenen Kriegen. In einem Aufruf zur Kriegsdienstverweigerung der von 700 US-amerikanischen KriegsverteranInnen unterzeichnet wurde werden die Schrecken des Krieges verdeutlicht. &#8222;W\u00e4hrend des letzten Golfkrieges wurde uns als Truppe befohlen, aus sicherer Entfernung zu morden. Wir zerst\u00f6rten aus der Luft vieles vom Irak und t\u00f6teten dabei Hunderttausende, einschlie\u00dflich Zivilisten. Wir erinnern uns an die Stra\u00dfe nach Basra &#8211; der Autobahn des Todes &#8211; wo uns befohlen wurde, fliehende Irakis zu t\u00f6ten. Mit Bulldozern gruben wir Gr\u00e4ben und begruben die Leute bei lebendigem Leibe. Die Verwendung von abgereichertem Uran hinterlie\u00df ein radioaktives Schlachtfeld. Der massive Einsatz von Pestiziden, Medikamenten im Versuchsstadium, verbunden mit brennenden chemischen Waffendepots und \u00d6lfeuern schuf einen Giftcocktail, der die Gesundheit des irakischen Volkes genau so sch\u00e4digte, wie die der Golfkriegsveteranen von heute. Einer von vier Golfkriegsveteranen ist kriegsversehrt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Vietnamkrieges wurde uns befohlen, Vietnam von der Luft und vom Boden aus zu zerst\u00f6ren. In My Lai massakrierten wir 500 Frauen, Kinder und alte M\u00e4nner. Das war kein Irrtum. So f\u00fchrten wir den Krieg. Wir verwendeten gegen\u00fcber dem Feind Agent Orange (ein Giftmittel) und erfuhren so direkt seine Folgen und seine Wirkung. Wir wissen, wie post-traumatische Stresssyndrome aussehen und wie sie empfunden werden; denn die Geister von \u00fcber 2 Millionen M\u00e4nnern, Frauen und Kindern verfolgen uns noch immer in unseren Tr\u00e4umen. Mehr, als in der Schlacht fielen, nahmen sich nach der R\u00fcckkehr das Leben.&#8220; ((58))<\/p>\n<p>Fraglich bleibt auch hier wieso die GWR es vers\u00e4umt \u00fcber die menschlichen Greultaten, durch die irakische Regierung, im Irak zu berichten. Ansonsten schafft sie es trotz ihrer wirtschaftlich beschr\u00e4nkten Ressourcen menschenorientiert zu berichten.<\/p>\n<h3>4.4. l\u00f6sungsorientiert<\/h3>\n<p>Es wird von dem Friedensjournalismus die Formel Frieden = Gewaltfreiheit + Kreativit\u00e4t gefordert. Dass die GWR Gewaltfreiheit propagiert versteht sich aus ihrer antimilitaristischen Grundeinstellung. Sie berichtet zus\u00e4tzlich \u00fcber kreative L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten des Konfliktes. So berichtet die GWR vor dem Konflikt \u00fcber L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten sowie w\u00e4hrend des Konfliktes. Sie thematisierte die M\u00f6glichkeit des Protestes f\u00fcr jeden der Leser.<\/p>\n<p>Sie ver\u00f6ffentlicht Adressen f\u00fcr Protestschreiben und wirbt f\u00fcr eine Selbstverpflichtungskampagne. &#8222;Der InitiatorInnenkreis ruft dazu auf, die nachfolgende Selbstverpflichtung weiterhin breit zu verteilen, abzudrucken, zu unterzeichnen sowie finanzielle Beitr\u00e4ge zu spenden &#8211; was auch unabh\u00e4ngig von der Unterzeichnung m\u00f6glich ist &#8211; damit noch weitere Anzeigen in gro\u00dfen Tageszeitungen bezahlt werden k\u00f6nnen. [&#8230;] Der Text der Selbstverpflichtung lautet: Wir k\u00fcndigen Widerstand im Falle eines Irak-Krieges an. Ein Feldzug der US-Regierung gegen den Irak bedroht das Leben vieler Menschen. F\u00fcr den Fall, dass die US-Regierung mit dem Angriff beginnt, erkl\u00e4re ich heute schon, mich an Protesten, Demonstrationen und\/oder Aktionen zivilen Ungehorsams vor US-Milit\u00e4reinrichtungen, US-Konsulaten und der US-Botschaft in Berlin zu beteiligen&#8220; ((59)) Die GWR berichtet zudem \u00fcber L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten auf nationaler und internationaler Ebene. ((60)) Sie bietet hier konkrete und abstrakte L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten. Wie bereits erw\u00e4hnt, mag es manchem Leser schwer fallen die Umsetzung einiger L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge nachzuvollziehen. Meiner Meinung nach bedeutet aber gerade ein kreativer L\u00f6sungsansatz von alten Denkstrukturen abzuweichen. Die GWR hat den von Galtung geforderten letzten Punkt der L\u00f6sungsorientierung in ihrer Berichterstattung umgesetzt.<\/p>\n<h3>5. Probleme der GWR bei der Umsetzung des Friedensjournalismus<\/h3>\n<p>Ein Problem der GWR sind die fehlenden Ressourcen, da sie nicht \u00fcber die finanziellen Mittel eines Massenmediums verf\u00fcgt. Es ist der GWR daher nicht m\u00f6glich direkt aus den Konfliktregionen zu berichten. Problematisch wird es dann die Informationen, von anderen Quellen, zu analysieren und ihren Wahrheitsgehalt zu \u00fcberpr\u00fcfen. Viele Anforderungen Galtungs an den Friedensjournalismus lassen sich aber nur durch die Recherche vor Ort realisieren. Auch ist eine sehr intensive Analyse des Konflikts notwendig um die eigentlichen Wurzeln des Konflikts zu erkennen. ((61)) Daher scheint es schwierig f\u00fcr ehrenamtliche Autoren, denen nur begrenzte Ressourcen zur Verf\u00fcgung stehen die komplexen Anforderungen von Galtung zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Das Layout der GWR ist aber trotz ihrer kleinen Auflage und ihrer vielen ehreamtlichen Autoren sehr gef\u00e4llig und gut lesbar. Leider zeigt die Wortwahl in manchen Artikeln eine zu emotionale Berichterstattung, &#8222;so Kriegsminister Struck stolz&#8220; ((62)).<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem bei der Umsetzung ist die Ideologieorientierung der GWR. Einerseits bedeutet dies f\u00fcr die GWR eine schon selbstverst\u00e4ndliche Umsetzung des Friedensjournalismus. Anderseits ist die GWR aber auch durch ihre eigene Ideologieorientierung in der Berichterstattung eingegrenzt. Die GWR ist eine Bewegungszeitung und die Berichte entstehen aus der Ideologieorientierung der Autoren. Die Autoren kommen aus der Bewegung und schreiben im Sinne der Bewegung f\u00fcr die Bewegung. Somit sind einige Forderungen der GWR f\u00fcr &#8218;Bewegungsfremde&#8216; nur schwer nachvollziehbar.<\/p>\n<h3>6. Fazit<\/h3>\n<p>Die Redakteure haben das Konzept von Galtung in der GWR nahezu vollst\u00e4ndig umgesetzt. Leider ist es der GWR aufgrund ihrer begrenzten Ressourcen nicht m\u00f6glich in den Konfliktgebieten zu recherchieren und muss somit Informationen fremder Quellen \u00fcbernehmen. Die GWR weist allerdings auf diese Problematik hin. &#8222;Recherchen in Zeiten des Krieges werden immer schwieriger, besonders in der Vorphase eines angek\u00fcndigten Angriffes wie im Falle Irak: Welchen Quellen ist zu trauen? Wer \u00fcbertreibt, untertreibt, testet aus oder manipuliert mit welchen Absichten?&#8220; ((63)). Die GWR bietet dem Leser gewaltfreie Konzepte um einen Konflikt zu verhindern. Dies scheint aufgrund der Ideologieorientierung der Autoren selbstverst\u00e4ndlich. Besonders vor dem dritten Golfkrieg gab es sehr viele Artikel \u00fcber die wirklichen Kriegsabsichten der USA in der GWR. Die GWR scheute sich auch nicht die wahren Interessen der angeblichen Kriegsgegner zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Da das Medium eine Bewegungszeitschrift ist erreicht sie nur eine relativ kleine Leserschaft. Daher wird es schwer sein f\u00fcr die GWR auch &#8218;Bewegungsfremde&#8216; zu erreichen. Dies ist sehr schade, denn die GWR hat den Friedensjournalismus nach Johan Galtung zum gr\u00f6\u00dften Teil umgesetzt und stellt eine interessante Alternative zu den Massenmedien dar.<\/p>\n<h3>7. Literaturverzeichnis<\/h3>\n<p>Dr\u00fccke, Bernd: <a href=\"\/230\/geschichte.shtml\">Zur Geschichte der Graswurzelrevolution<\/a>. In: Graswurzelrevolution. Nummer 230<\/p>\n<p>Dr\u00fccke, Bernd: <a href=\"\/278\/golfkrieg.shtml\">Der dritte Golfkrieg<\/a>. In: Graswurzelrevolution. Nummer 278<\/p>\n<p>Dr\u00fccke, Bernd: Seminarreader &#8222;Terror, Krieg und Medien&#8220;, Institut f\u00fcr Soziologie, Uni M\u00fcnster, Sommersemester 2003<\/p>\n<p>Galtung, Johan (1999): Friedensjournalismus. Niedere und hohe Stra\u00dfen der Konfliktberichterstattung, in: epd Entwicklungspolitik 6\/99. S. 29-32<\/p>\n<p>Kempf, Wilhelm (1999): Konfliktpr\u00e4vention und Medien. Pl\u00e4doyer f\u00fcr einen Friedensjournalismus. In: epd Entwicklungspolitik 6\/99. S. 17-23<\/p>\n<p>Pfl\u00fcger, Tobias: <a href=\"\/276\/nowar3.shtml\">Deutschland, NATO, EU und Irakkrieg<\/a>. In: Graswurzelrevolution. Nummer 276<\/p>\n<p>Pfl\u00fcger, Tobias: <a href=\"\/271\/irak.shtml\">Gegen jeden Krieg<\/a>. In: Graswurzelrevolution. Nummer 271<\/p>\n<p>Ronnefeldt, Clemens: <a href=\"\/272\/irak.shtml\">Die Entscheidung zum Krieg ist noch offen<\/a>. In Graswurzelrevolution. Nummer 272<\/p>\n<p>Ronnefeldt, Clemens: <a href=\"\/268\/irak2.shtml\">Ist ein US-Feldzug gegen den Irak noch vermeidbar?<\/a> In: Graswurzelrevolution. Nummer 268<\/p>\n<p>Steinbei\u00df, Joseph: <a href=\"\/277\/oel.shtml\">Europa, Russland und das \u00d6l<\/a>. In: Graswurzelrevolution. Nummer 277<\/p>\n<p>Vogler, Kathrin: Vom Fernsehbild zum Feindbild. Journalismus zwischen Kriegspropaganda und Friedenskultur<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Westf\u00e4lische Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster Institut f\u00fcr Soziologie Verfasser: Dominik Hanning Seminar: Terror, Krieg und Medien Dozent: Dr. Bernd Dr\u00fccke Sommersemester 2003 Datum:17.10.03 1. Einleitung Am 10.April 2003 war in der Bildzeitung in \u00fcbergro\u00dfen Buchstaben das Wort &#8218;Sieg&#8216; zu lesen. Es wurde \u00fcber die jubelnden amerikanischen Soldaten und der &#8218;dankbaren&#8216; irakischen Zivilbev\u00f6lkerung ((1)) berichtet. 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