{"id":6365,"date":"2004-10-01T00:00:23","date_gmt":"2004-09-30T22:00:23","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=6365"},"modified":"2022-07-26T14:15:07","modified_gmt":"2022-07-26T12:15:07","slug":"subversive-kopffusler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2004\/10\/subversive-kopffusler\/","title":{"rendered":"Subversive Kopff\u00fc\u00dfler?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Graswurzelrevolution (GWR): Am 26. M\u00e4rz 2004 wurde der Edition Nautilus auf der Leipziger Buchmesse der <em>Kurt-Wolff-Preis<\/em> \u00fcberreicht. Ihr wurdet damit f\u00fcr Euer anspruchsvolles literarisches Verlagsprogramm, f\u00fcr die bei Euch herausgekommenen K\u00fcnstlerbiographien, wie z.B. \u00fcber Billie Holiday und Vincent van Gogh, und f\u00fcr die Herausgabe der Franz Jung-Werke geehrt. Ich zitiere aus der Laudatio von Dr. Christina Weiss, der Beauftragten der Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien, die Euch den Preis \u00fcberreicht hat: &#8222;(&#8230;) der Kurt-Wolff-Preis (&#8230;) bleibt (&#8230;) ein Tropfen auf den hei\u00dfen Stein als Anerkennung vom Staat. (&#8230;) eigentlich m\u00fc\u00dfte die Kulturnation selbst sich die F\u00f6rderung solcher Verlage zur Aufgabe machen.&#8220; <\/strong><strong>Das ist Dialektik: Anarchisten, die vom Staat gef\u00f6rdert werden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hanna Mittelst\u00e4dt:<\/strong> So kannst Du das sehen.<\/p>\n<p>Wenn man bedenkt, dass wir in 30 Jahren \u00fcber 400 B\u00fccher herausgebracht haben, dann haben wir diesen Scheck \u00fcber 26.000 Euro vom Kultusministerium verdient. Im Januar\/Februar hatten wir noch keine Ahnung, wie wir die Druckereirechnung f\u00fcr das vorliegende Programm in H\u00f6he von 60.000 Euro bezahlen sollten. Mindestens 80% unserer B\u00fccher werden nicht kostendeckend verkauft. B\u00fccher wie der Durruti-Band von Abel Paz oder die Bakunin-Biographie von Madeleine Grawitz sind Zuschussgesch\u00e4fte, die uns ausbluten und die wir durch andere B\u00fccher quer finanzieren m\u00fcssen. Wenn die dann nicht kommen, dann sieht das nach ein, zwei Produktionen, die schief gegangen sind, einfach schei\u00dfe aus. Selbst nach 30 Jahren wissen wir nicht, welche B\u00fccher etwas abwerfen. Es sind in den letzten Jahren immer wieder Wunder passiert, dass wir so in der Gr\u00f6\u00dfenordnung Geld bekommen haben, mit dem wir nicht gerechnet haben. Diesmal war es dieser Preis.<\/p>\n<p><strong>Lutz Schulenburg:<\/strong> Wir haben uns im Kern nie als &#8222;anarchistischer Verlag&#8220; verstanden, sind aber seit unserer Jugend libert\u00e4r geblieben, auch in unserer Haltung als Verleger.<\/p>\n<p>In unserem Verlag ver\u00f6ffentlichen wir literarische Titel, die unabh\u00e4ngig sind von der Einstellung des Autors, die literarische Qualit\u00e4t haben.<\/p>\n<p>Bei den politischen Texten versuchen wir, Tendenzen zur sozialen Emanzipation zum Ausdruck zu bringen.<\/p>\n<p>Wir sind gezwungen, als professionell-kommerzielles Unternehmen zu agieren. Das f\u00fchrt zu Schwierigkeiten.<\/p>\n<p><strong>Hanna:<\/strong> Der Kurt-Wolff-Preis, um noch mal darauf zur\u00fcck zu kommen, ist dazu da, dass diese Vielzahl an Verlagen oder auch an Kultur gest\u00fctzt wird.<\/p>\n<p>Die Tendenz zur Monopolisierung, Bertelsmann und Co., die soll dadurch ein bisschen abgefedert werden, weil die Kultur unheimlich verarmt dadurch, dass es nur noch ein, zwei, drei Monopole gibt, die sie bestimmen.<\/p>\n<p>Diese Entleerung der Kultur, das merken einige, auch Christina Weiss. Ich glaube, dass es relativ ehrlich war, dass sie sich dar\u00fcber gefreut hat, dass wir diesen Preis bekommen haben. Zumal sie auch eine spezielle Beziehung zu Franz Jung hat.<\/p>\n<p>Wir sind Teil dieser Gesellschaft und Teil dieser Kultur, und da kann man auch einen solchen Preis entgegen nehmen.<\/p>\n<p><strong>Lutz: <\/strong>Man muss \u00f6ffentlich darum k\u00e4mpfen, dass der Anspruch der Gesellschaft im Bewusstsein bleibt. Es ist nicht so, dass die Gesellschaft nur aus dem Staat besteht.<\/p>\n<p>Es ist zun\u00e4chst mal die Gesellschaft da und der Staat, der die Gesellschaft zerst\u00f6rt oder eingrenzt und okkupiert. Der Staat zieht seine Subsistenzmittel aus der Gesellschaft. Man muss dies umkehren, versuchen, die Politiker in die Defensive zu bringen. Im Moment sind sie noch in der Offensive.<\/p>\n<p><strong>GWR: Die Edition Nautilus ist jetzt 30 Jahre alt. <\/strong><strong>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch! <\/strong><strong>Wie fing alles an?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lutz:<\/strong> Es fing sehr lustig an. Wir hatten Sehns\u00fcchte und Fragen. Die mussten wir beantworten. Dazu, dachten wir, helfen uns auch bestimmte, ausgew\u00e4hlte internationale Texte, die wir verbreiten wollten. Wir hatten auch eigene Texte, wir wollten eingreifen. So hat alles angefangen. Eigentlich in gewisser Weise als Selbsthilfeprojekt.<\/p>\n<p>Da wir als Libert\u00e4re immer eine extreme Minderheitenposition innerhalb der Linken vertreten haben, war das nicht einfach.<\/p>\n<p><strong>Hanna:<\/strong> Wir waren drei Leute: Lutz und ich und Pierre Gallissaires, ein Franzose, der zehn Jahre \u00e4lter ist als wir. Der kam frustriert aus dem Mai 1968 zur\u00fcck. Er war niedergeschlagen, sozusagen geschlagen, und er hat gesagt, dass er es gehasst hat, weiter in Paris zu sein. Er wollte nach der Niederlage dieser Bewegung dort nicht weiter leben. So ist er nach Deutschland gekommen. Er war Anarchist, ein Freund von Jean Barru\u00e9, der am selben Gymnasium in Bordeaux unterrichtete, das Pierre besuchte. Wir waren auch bei der anarchistischen Bewegung, und da haben wir uns kennen gelernt. Er kam mit einem Kopf voller Projekte und einem Koffer voller B\u00fccher, u.a. mit der gerade erschienenen Sammlung der Situationistischen Internationale. Wir haben dann angefangen, politische Texte zu \u00fcbersetzen, z.B. Berneris Analysen zum Spanischen B\u00fcrgerkrieg.<\/p>\n<p>Pierre hatte jede Menge \u00dcbersetzungsvorschl\u00e4ge aus dem Franz\u00f6sischen, und besonders Lutz hatte genaue Vorstellungen, auch andere Sachen zu ver\u00f6ffentlichen. Ich konnte &#8222;10-Finger-blind-Schreibmaschine&#8220; und Franz\u00f6sisch. So haben Pierre und ich jahrelang zusammen \u00dcbersetzungen gemacht, so kamen wir zusammen.<\/p>\n<p><strong>GWR: Ihr habt ab September 1971 die anarchistische &#8222;MAD&#8220; herausgegeben, bis 1973 das gleichnamige &#8222;Satire&#8220;-Blatt gerichtlich gegen Euch vorging.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lutz: <\/strong>Wir hatten die Zeitschrift &#8222;MAD&#8220; zun\u00e4chst mit dem Untertitel &#8222;Materialien, Analysen, Dokumente&#8220; herausgebracht.<\/p>\n<p>Man konnte das nat\u00fcrlich auch als &#8222;M\u00e4\u00e4d&#8220; aussprechen, also wie die satirische Zeitschrift.<\/p>\n<p>Es war ein sachlicher Titel und hatte Untertitel wie &#8222;Anarchistische Hefte&#8220;. Mit diesem Zeitungsprojekt haben wir angefangen, und daraus hat sich dann der Verlag entwickelt. Eines Tages haben wir das verbotene Bommi Baumann-Buch &#8222;Wie alles anfing&#8220; neu herausgegeben, gemeinsam mit 150 Verlagen, Buchhandlungen und namhaften Pers\u00f6nlichkeiten. Damals hat Otto Schily das noch verteidigt. Wir hatten mit unterschrieben. Dann hatte wahrscheinlich ein Gesch\u00e4ftspartner dieser &#8222;lustigen Zeitschrift&#8220; gesagt: &#8222;Ihr seid auch daf\u00fcr, dass das Buch von Bommi Baumann wieder erscheint?&#8220;<\/p>\n<p>Dann sagten die: &#8222;Nein, nein, nein!&#8220; Die haben sofort eine einstweilige Verf\u00fcgung gegen uns erwirkt, wegen Namensgleichheit und pipapo.<\/p>\n<p>Wir haben daraufhin den MAD-Verlag endg\u00fcltig in der Edition Nautilus aufgehen lassen, ein viel sch\u00f6nerer Name.<\/p>\n<p><strong>GWR: Die Zeitschrift &#8222;MAD&#8220; habt Ihr aber schon 1973 in &#8222;Revolte&#8220; umbenannt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lutz: <\/strong>Genau. Und seit 1981 erscheint jetzt &#8222;Die Aktion&#8220; als &#8222;Zeitschrift f\u00fcr Politik, Literatur, Kunst&#8220; ((1)). Das sind die knappen Ver\u00e4nderungen in den letzten 30 Jahren, sind nicht so viele, aber es \u00e4ndert sich etwas, manchmal. Der Verlag ist gewachsen und wir mit ihm.<\/p>\n<p><strong>Hanna: <\/strong>Die ersten Brosch\u00fcren haben wir noch pers\u00f6nlich geheftet, in DIN A4 gedruckt, auch den Umschlag. Dann haben wir alles zusammen gelegt und gesehen, dass wir vergessen hatten, den R\u00fccken einzuberechnen. So kamen unsere ersten Brosch\u00fcren zustande.<\/p>\n<p><strong>Lutz:<\/strong> Also richtig dilettantisch.<\/p>\n<p><strong>Hanna: <\/strong>Und wir hatten kein Geld.<\/p>\n<p><strong>Lutz: <\/strong>Aber Tipp-Ex, die gro\u00dfe Errungenschaft.<\/p>\n<p><strong>Hanna:<\/strong> Ich habe das auf einer halbelektrischen Schreibmaschine abgetippt. Pierre hatte eine manuelle Schreibmaschine mit vielen schiefen Buchstaben, und ich habe gesagt: &#8222;Na, so geht&#8217;s aber nicht.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Lutz: <\/strong>Wir sind mit den Produktionsmitteln gewachsen, mussten sie uns erobern. Das erste Heft der MAD, da war nur der Umschlag Offset, das Andere haben wir noch abgenudelt. Wir haben also alle diese Stadien der Aneignung der Produktionsmittel und der F\u00e4higkeiten durchgemacht, bis hin zur Umstellung auf Computer. Insofern sind wir mit den Mitteln gewachsen. Vieles hat sich dadurch verquickt. Deswegen sind wir leidenschaftliche Anh\u00e4nger der Selbstorganisation. (&#8230;) Die erste Brosch\u00fcre in der Reihe &#8222;Flugschriften&#8220; war eine Sammlung \u00fcber den Betriebskampf mit vielen Stimmen aus Frankreich, England &#8230; Das war eine Zusammenstellung, mit internationalem Blick, weil der Schwerpunkt der autonomen und radikalen Klassenk\u00e4mpfe nicht in Deutschland lag. Sie hie\u00df &#8222;Dranbleiben, einmal klappts bestimmt&#8220;. Das sollte auch ein Beispiel daf\u00fcr sein, welche Formen auf einer internationalen Ebene schon von der Klasse eingesetzt werden. Und das stand konfrontativ zu den Leuten, die sich heute in Regierung oder sonst wo rumtummeln, die doch eine andere Meinung hatten, wie der Arbeiterkampf, der Kampf der Jugend, oder anderer sozialer Schichten zu f\u00fchren w\u00e4ren. Deswegen waren wir zwar nach allen Seiten hin offen, aber eingekesselt. Diesen Kessel Buntes gab es immer schon: Ob das nun diese Dilettanten in Frankfurt um Fischer und Cohn-Bendit, das Gro\u00dfmaul, waren, oder der Joscha Schmierer aus Heidelberg. Die sind sich konsequent treu geblieben.<\/p>\n<p>Das waren starke Bataillone, die die aufbringen konnten, auch der Kommunistische Bund (KB) Hamburg, mit denen mussten wir uns auseinandersetzen und manchmal mit ihren schlagkr\u00e4ftigen Ordnern herumpr\u00fcgeln.<\/p>\n<p>Wir haben als Teil der Aktivisten viel mitorganisiert: Aktionen gegen Fahrpreise, im Jugendzentrumsbereich, gegen die Repression im Zuge der RAF-Fahndungen, usw.<\/p>\n<p>Da waren die Libert\u00e4ren immer ein st\u00f6render Faktor.<\/p>\n<p>Im R\u00fcckblick muss man sagen, dass wir leider nicht f\u00e4hig waren, eine dauerhafte Vermittlung unserer Vorstellungen zu organisieren. Wir dachten alle mehr oder weniger, es geht nur voran. Dass es auch zur\u00fcck geht, hatten wir im \u00dcberschwang unserer Leidenschaften nicht beachtet. Es sind dann viele gegangen, und das hatte auch viel damit zu tun, dass die Erwartung vom stetigen Vorw\u00e4rts stark verbreitet war. Da haben wir, als MAD-Kollektiv, einen vorsichtigeren, mittleren Kurs gefahren: Theorie ist wichtig, das Denken, das Wissen, die Erfahrungen m\u00fcssen bewahrt und eingebracht werden.<\/p>\n<p><strong>GWR: Wie seid Ihr mit anarchistischen Ideen in Ber\u00fchrung gekommen? <\/strong><strong>Die marxistischen Str\u00f6mungen waren damals ja wesentlich gr\u00f6\u00dfer als die libert\u00e4ren. <\/strong><strong>Ihr wart aber schon Ende der 60er Jahre aktiv in einer anarchistischen Jugendgruppe?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lutz:<\/strong> Die Trennung war ja nicht so klar. 1968\/69 gab es einen Schwung, z.B. bei den Sch\u00fclern, Lehrlingen und jungen Arbeitern. Alles war in Bewegung, und die autorit\u00e4ren Differenzierungen in Richtung Maoismus, Leninismus, Trotzkismus, etc. fanden erst statt.<\/p>\n<p>Man war eigentlich mit allen &#8222;Politisierten&#8220; befreundet.<\/p>\n<p>In meinem Hamburger Stadtteil, bestand eine lebendige Bewegung, die sich auch aus unterschiedlichen Erfahrungen und Traditionen zusammensetzte.<\/p>\n<p>Viele Genossen kamen aus kommunistischen Familien.<\/p>\n<p>Gerade bei den Sch\u00fclern und Lehrlingen gab es die &#8222;Draufg\u00e4nger&#8220;, die &#8222;Molli-Fraktion&#8220;, die &#8222;aktionistisch Orientierten&#8220;, die &#8222;Vorsichtigeren&#8220;, die Theoriearbeitskreise, &#8230; das war alles da und hing 1969 noch zusammen. Dann flog das auseinander. Einige sind in die DKP gegangen oder haben den KB mitgegr\u00fcndet. Da konnte man zwischen die R\u00e4der geraten oder sich mit der &#8222;Hauptstr\u00f6mung&#8220; mitrei\u00dfen lassen. Aber wenn die einen nicht mitnahmen, &#8230; also, die trennten sich ja von Leuten, die sie nicht ausstehen konnten.<\/p>\n<p>Als 1969 die DKP gegr\u00fcndet wurde, hatte das f\u00fcr viele etwas Verf\u00fchrerisches, da viele Gruppen und Zusammenh\u00e4nge, auch international, keinen Bestand hatten. Viele sind umgeschwenkt, die schlimmsten Aktionisten der Sch\u00fclerbewegung aus Hamburg waren auf einmal in der Partei.<\/p>\n<p>Man ist weggefahren, kam am Montag wieder, und dann sagten die: &#8222;Mensch, wir sind gestern in die DKP eingetreten.&#8220;<\/p>\n<p>Ich stand dann da an der Kreuzung: &#8222;Was?! Und ich?!&#8220; Mich hat nat\u00fcrlich keiner gefragt. Die anderen sind dann zu den Maoisten, bzw. zum KB, und ich bin in eine Anarchozelle in Hamburg gegangen und habe in meinem Stadtteil eine kleine Gruppe mitorganisiert.<\/p>\n<p><strong>Hanna:<\/strong> Ich kam dann dazu.<\/p>\n<p><strong>GWR: Wer hat die anarchistische Zelle in Hamburg gegr\u00fcndet? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Lutz:<\/strong> Die gab es schon. Es gab sogar ein paar Rudimente aus den 20er Jahren. Es gab hier in Hamburg starke Gruppen und einen sympathisierenden Anhang, der dazu gekommen ist. Dazu geh\u00f6rte z.B. auch Uwe Timm, der sich allerdings immer etwas bedeckt hielt.<\/p>\n<p>Das ganze libert\u00e4re Spektrum versammelte sich regelm\u00e4\u00dfig. Es gab einen gro\u00dfen Anhang unter Sch\u00fclern und Jugendlichen und ein altes Anarchosyndikat, das schon 1967\/68 im Umfeld des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) war: Bauarbeiter, Zimmerleute, &#8230; Das war ein breites Feld.<\/p>\n<p>Nochmal einen Schritt zur\u00fcck, zum Ausgangspunkt. Auf der lokalen Ebene gab es hier in Hamburg als dominierende linke Kraft den KB. Die wollten kommunistische Kaderpolitik betreiben, besonders in den Gewerkschaften.<\/p>\n<p>Die Radikaleren, also Antiautorit\u00e4ren, dagegen wollten keine &#8222;leninistische Taktik&#8220;. Sie sagten: &#8222;Wir tarnen uns nicht \u00fcber gewerkschaftliche Forderungen. Wir greifen voll an.&#8220;<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rte ich, ich war damals Ultra-Radikalist. Damit war kein Blumentopf zu gewinnen.<\/p>\n<p>So sind wir Ultras bei den Anarchisten gelandet oder abgedriftet. Au\u00dferdem waren f\u00fcr radikale Jugendliche wie mich wichtige Themen: Basisdemokratie, R\u00e4te, Selbstorganisation, Spanischer B\u00fcrgerkrieg, &#8230; Das spielte eine Rolle, auch wenn das noch auf einer kleinen theoretischen Basis gelagert war.<\/p>\n<p><strong>Hanna:<\/strong> Nach unserem Verst\u00e4ndnis geh\u00f6rten wir zum guten Haufen, der tats\u00e4chlich aus 68 her\u00fcbergerettet wurde und der aus v\u00f6llig verschiedenen Leuten bestand.<\/p>\n<p>Unsere Dreiergruppe hatte mit den Schriften eine Orientierung und Impulse f\u00fcr Diskussionen gegeben. Es war toll, was Pierre mit seinem gro\u00dfen Wissen und der gr\u00f6\u00dferen Lebenserfahrung aus Frankreich, aus dem Pariser Mai 68 zu erz\u00e4hlen hatte. Das war wichtig, auch wenn es in einem kleinen Keller begann.<\/p>\n<p>Der bewaffnete Kampf, die RAF und die Bewegung 2. Juni, militante Hausbesetzungen, &#8230; das hat dann Teile der Linken aufgerieben. Die Verh\u00e4rtung in den Auseinandersetzungen, als g\u00e4be es nichts mehr zu diskutieren und die Perspektive w\u00e4re, sich zu bewaffnen oder Solidarit\u00e4t zu leisten f\u00fcr die Leute im Knast, das hat der ganzen Entwicklung unheimlich geschadet und alles beschwert.<\/p>\n<p><strong>Lutz:<\/strong> Diese Militanz lief nat\u00fcrlich irgendwann ins Leere. Das war das Problem.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde unsere Basis auch nicht als so klein ansehen. Das Feld war ziemlich gro\u00df. Wir konnten viele Leute mobilisieren und hatten Demonstrationen gemacht.<\/p>\n<p>Der KB, der in Hamburg sozusagen das Organisationsmonopol hatte, auch \u00fcber die K-Gruppen, brauchte immer zwei bis vier Wochen, um &#8222;die Massen&#8220; zu mobilisieren.<\/p>\n<p>Wir wollten immer sofort Aktionen machen. Als Petra Schelm erschossen wurde, da z.B. haben wir auch B\u00fcndnispolitik gemacht, mit den kleineren Gruppen, die leicht links-kommunistisch oder trotzkistisch waren, Proletarische Front von Karl Heinz Roth, den Sponti-Maoisten &#8230; Die haben sich auch radikalisiert. Es gab Absplitterungen bei den Dogmatikern, Leute, die den Kurs nicht f\u00fcr richtig hielten, Lernschritte oder Prozesse, die positiv waren.<\/p>\n<p>Da war es toll, dass Pierre Erfahrungen aus Frankreich mitgebracht hat, aus dem Mai 68, aber auch aus seiner Zeit w\u00e4hrend des Algerienkriegs &#8211; er war nach Nordafrika desertiert. Er hat sehr dabei geholfen, eine Gegenkraft aufzubringen gegen diese damals sehr starken autorit\u00e4ren Auffassungen.<\/p>\n<p><strong>GWR: Was macht Pierre Gallissaires heute?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hanna:<\/strong> Er lebt als literarischer \u00dcbersetzer wieder in Frankreich.<\/p>\n<p><strong>GWR: Vor der Macht\u00fcbernahme der Nazis 1933 gab es in Hamburg eine rege anarchistische Bewegung und Zeitungen wie &#8222;Alarm&#8220; (1919-1930), das Organ des Anarchistischen Freibundes. <\/strong><strong>Nach dem Zweiten Weltkrieg hat es Versuche gegeben, den in 12 Jahren Faschismus zerschlagenen Anarchismus wiederzubeleben. <\/strong><strong>Am 20. Mai 1945 hat Otto Reimers in Hamburg den &#8222;Mahnruf&#8220; als erste anarchistische Nachkriegszeitung herausgebracht. Von 1947 bis 1948, zwanzig Jahre vor der &#8222;Renaissance&#8220; des Anarchismus, erschien in der Hansestadt &#8222;Der Freie Sozialist&#8220;, ein gut gemachtes anarchistisches Blatt. 1949 hat Carl Langer die Nachfolgezeitschrift &#8222;Die Anarchie&#8220; herausgegeben. <\/strong><strong>Gab es Kontakte zu den Hamburger Altanarchisten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lutz:<\/strong> Ja, aber ein Manko von uns jungen Anarchos war, dass wir nicht in der Lage waren, die Erfahrungen, die die Genossen gemacht hatten, wirklich aufzunehmen. Die alten Anarchisten waren, in unseren Augen, sehr pazifistisch und gewaltfrei. Unsereins war viel verbalradikaler. Das war ein wenig reflektierter \u00dcberschwang, Revolution ohne Schie\u00dfen konnte man sich gar nicht vorstellen.<\/p>\n<p>Die alten Anarchisten waren nat\u00fcrlich skeptisch und dachten: &#8222;Nee, was f\u00fcr Hei\u00dfsporne.&#8220;<\/p>\n<p>Zum Teil waren sie ein bisschen verbittert und betrachteten uns skeptisch.<\/p>\n<p>Das haben wir pers\u00f6nlich etwas bedauert, weil man bei ihnen einige Leute kennen lernen konnte, die waren erfahren, hatten reichlich soziale, klassenk\u00e4mpferische Erfahrungen gemacht. Es gab bei ihnen Genossen, die nicht von Pappe waren, auch nicht f\u00fcr &#8222;Hei\u00dfsporne&#8220;, &#8222;Gr\u00fcnschn\u00e4bel&#8220; und Bakunisten. Sie hatten Erfahrungen, die uns, h\u00e4tten sie diese uns vermitteln k\u00f6nnen, wirklich geholfen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Im Nachhinein gesehen waren wir ziemlich bl\u00f6d, weil durch unsere Ignoranz der Weg f\u00fcr uns unn\u00f6tig schwerer war, als er vielleicht h\u00e4tte sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sie, die &#8222;Alten&#8220;, h\u00e4tten erz\u00e4hlen k\u00f6nnen, was passiert, wenn eine Bewegung zur\u00fcckgeht und eine Niederlage verarbeitet werden muss, nicht nur die der steckengebliebenen Revolution von 1918. Wir haben uns zu sehr aufgerieben an den &#8222;neuen&#8220; leninistischen Parteien. Die waren ja eine Kom\u00f6die, die Wiederholung einer Sache, die schon mal gegen den Baum gegangen ist.<\/p>\n<p><strong>GWR: Was waren pr\u00e4gende Erlebnisse, die Euch auf den libert\u00e4ren Weg gebracht und politisiert haben?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hanna:<\/strong> Ich bin ganz jung, noch auf der Schulbank, von einem Anarchisten, einem genau so alten Menschen wie ich, der schon seinen Bakunin gelesen hatte, vollgequatscht worden. Der hat mich einfach endlos vollgequatscht mit Bakunin und den anarchistischen Traditionen, bis er mich derartig weichgeklopft hat, dass ich mal mitgegangen bin zu diesen anarchistischen Treffen. Dieses Antiautorit\u00e4re entsprach meinem Naturell. Ich hab mich nie in irgendeiner Parteigruppe wohlgef\u00fchlt, das fand ich immer bescheuert.<\/p>\n<p>Ich kam dann in diese Anarcho-Gruppe, weil mich diese Mischung aus Theorie, Gef\u00fchl, Intuition, dieses Lebensgef\u00fchl angesprochen hat. Das hat sich dann \u00fcber lange Jahre hin gefestigt.<\/p>\n<p>Es ist schwer, das an einzelnen Ereignissen fest zu machen.<\/p>\n<p>Der Wert des Individuellen war mir immer wichtig und die Poesie, und das eingebettet in diese politischen Aktivit\u00e4ten. Ich h\u00e4tte nie in einer Gruppe mitgemacht, wo nicht Poesie und eigenes, individuelles Gl\u00fcckstreben eine gleichberechtigte Rolle gespielt h\u00e4tten. Aber das durchzusetzen, das individuelle Gl\u00fcckstreben nicht aufzugeben und den Mut zu haben, das zu sagen, gerade auch in den finsteren Zeiten der RAF, das war wichtig und pr\u00e4gend. In den Zeiten, wo im Anarchokeller mit Waffen rumgefuchtelt wurde, wo alles irgendwie d\u00fcster war, wo irgendwelche Leute zu einem kamen und sagten: &#8222;Der ist im Knast, wir holen ihn raus, und ihr stellt die Infrastruktur!&#8220;<\/p>\n<p>Sich mit solchen Sachen auseinander zu setzen als junger Mensch, Anfang 20, da war ich oft \u00fcberfordert. F\u00fcr diese Auseinandersetzung war ich noch nicht reif genug. H\u00e4tte man mich noch mehr unter (Soli-)Druck gesetzt, h\u00e4tte ich in eine ganz andere Perspektive rutschen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>GWR: Wie sch\u00e4tzt Du die Situation der linken und libert\u00e4ren Szenen und die allgemeine politische Entwicklung heute ein?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hanna:<\/strong> Das kann ich vielleicht nicht mehr so beurteilen, weil ich da nicht mehr so drin bin. Was ich einerseits sehe, dass es viele junge Leute heute leichter haben, dass sie viele Prozesse, sich von den Autorit\u00e4ten zu l\u00f6sen, den eigenen Weg zu finden, nicht mehr so durchk\u00e4mpfen m\u00fcssen, wie wir das mussten.<\/p>\n<p>Es gibt ein gr\u00f6\u00dferes Selbstverst\u00e4ndnis, auf die eigene Autonomie zu pochen.<\/p>\n<p>Diese Sektenbildung, diese Identifizierung &#8211; &#8222;Wir sind die Anarchisten&#8220;, &#8222;Wir sind die Proletarische Front&#8220;, &#8222;Das sind die Maoisten&#8220; &#8211; dieses Tableau von Identifizierungen ist nicht mehr so da.<\/p>\n<p><strong>GWR: Vielleicht anders? <\/strong><strong>Heute gibt es &#8222;Anti-Imps&#8220;, &#8222;Anti-Deutsche&#8220;, &#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hanna:<\/strong> Aber die sind doch blo\u00df marginal.<\/p>\n<p><strong>GWR: Wie erkl\u00e4rt Ihr euch die Metamorphose von ehemaligen Libert\u00e4ren, wie z.B. Joschka Fischer und Daniel Cohn-Bendit, zu Staatsm\u00e4nnern, die auch beim NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien 1999 eine f\u00fchrende Rolle gespielt haben?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hanna:<\/strong> Man hatte schon ein ungutes Gef\u00fchl bei einigen, weil es auch Profilierungsgeschichten gab, Leute, die sich innerhalb der Bewegung profiliert haben.<\/p>\n<p><strong>Lutz:<\/strong> Aber man h\u00e4tte sich damals nicht vorstellen k\u00f6nnen, dass Fischer Au\u00dfenminister wird oder unser Cohn-Bendit nicht Sportreporter, was ja sein bescheidener Wunsch einmal gewesen war, sondern Lautsprecher f\u00fcr die Bombardierung.<\/p>\n<p>Ich glaube, dass es mit der besonderen Situation in Deutschland zu tun hatte. Das war keine normale Situation. Es war eine postfaschistische Gesellschaft. Nicht &#8222;normal&#8220; war z.B., dass sich die herrschende Klasse praktisch immer im Schatten der Geschichte bewegte, teilsouver\u00e4n, geteiltes Land, der Kalte Krieg&#8230; das spielte eine gro\u00dfe Rolle. Die Lehren aus Auschwitz f\u00fcr Joschka Fischer sind: Bombardieren. Das meint der ernsthaft, das ist zwar eine verkehrte Welt, aber es entspricht der geistigen und psychologischen Entwicklung seit 1968.<\/p>\n<p>Deshalb sind die &#8222;Anti-Deutschen&#8220; auch so sehr deutsch: mit ihrer Unbedingtheit, ihrem Absolutheitsanspruch, ihrer provinziellen Blindheit und Rechthaberei. Fischer k\u00f6nnte gut ihren Hausheiligen abgeben, bramarbasiert er doch wie sie.<\/p>\n<p><strong>GWR: Wenn Ihr auf Euer Verlagsprogramm schaut, auf was seid Ihr besonders stolz?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hanna:<\/strong> Das ist zum Beispiel unser erstes Mammutprojekt, neben der Franz-Jung-Ausgabe: &#8222;Durruti. Leben und Tode des spanischen Anarchisten&#8220; von Abel Paz. ((2))<\/p>\n<p>Das war eine unglaubliche Arbeit. Da gab es seit Ewigkeiten diese \u00dcbersetzung, getippt auf der Schreibmaschine, ohne dass der \u00dcbersetzer Tipp-Ex kannte, mit drei Durchschl\u00e4gen, es gab nicht einmal eine Kopie, sondern einen Durchschlag, mit vielen durchge-x-ten Worten, &#8230; das war die Arbeitsgrundlage.<\/p>\n<p>Es war schon kompliziert genug gewesen, wie wir an diese \u00dcbersetzung gekommen sind, und dann solch eine \u00dcbersetzung &#8230; Viele Freunde haben dann an der Bearbeitung dieser \u00dcbersetzung mitgearbeitet. Im Buch findet sich eine lange Liste der Leute, die damit besch\u00e4ftigt waren.<\/p>\n<p>Das war alles wahnsinnig aufreibend und kostspielig f\u00fcr uns.<\/p>\n<p>Als wir das Buch dann fertig hatten, war es das dickste Buch, das in unserer Verlagsgeschichte bisher herauskam. Wir waren total stolz auf dieses Werk.<\/p>\n<p>Dann war es unheimlich sch\u00f6n, dass viele Rezensenten aus ihren Feuilleton-Winkeln kamen und dieses Buch w\u00fcrdigten.<\/p>\n<p><strong>GWR: Mittlerweile gibt es sogar eine t\u00fcrkische Ausgabe im Istanbuler KAOS-Verlag.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lutz:<\/strong> Die hatten auch eine gute kritische Textgrundlage, wenn sie unsere Ausgabe hinzugenommen haben.<\/p>\n<p><strong>Hanna:<\/strong> Ich denke, ohne \u00dcberheblichkeit sagen zu k\u00f6nnen, unsere Ausgabe ist die sorgf\u00e4ltigste. Wir haben sehr viel lektoriert, nachgeforscht und \u00fcberpr\u00fcft, denn es waren massenhaft Fehler sowohl in der franz\u00f6sischen, wie auch in der spanischen Ausgabe enthalten. Es war ein kollektives Produkt.<\/p>\n<p>Das war eine sch\u00f6ne Sache.<\/p>\n<p><strong>GWR: Herzlichen Dank.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Graswurzelrevolution (GWR): Am 26. M\u00e4rz 2004 wurde der Edition Nautilus auf der Leipziger Buchmesse der Kurt-Wolff-Preis \u00fcberreicht. Ihr wurdet damit f\u00fcr Euer anspruchsvolles literarisches Verlagsprogramm, f\u00fcr die bei Euch herausgekommenen K\u00fcnstlerbiographien, wie z.B. \u00fcber Billie Holiday und Vincent van Gogh, und f\u00fcr die Herausgabe der Franz Jung-Werke geehrt. Ich zitiere aus der Laudatio von Dr. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2004\/10\/subversive-kopffusler\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Subversive Kopff\u00fc\u00dfler? - graswurzelrevolution","description":"Graswurzelrevolution (GWR): Am 26. M\u00e4rz 2004 wurde der Edition Nautilus auf der Leipziger Buchmesse der Kurt-Wolff-Preis \u00fcberreicht. Ihr wurdet damit f\u00fcr Euer a"},"footnotes":""},"categories":[390,44,1042],"tags":[],"class_list":["post-6365","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-292-oktober-2004","category-bucher","category-ohne-chef-und-staat"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6365","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6365"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6365\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6365"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6365"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6365"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}