{"id":6978,"date":"2005-07-01T00:00:38","date_gmt":"2005-06-30T22:00:38","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=6978"},"modified":"2022-07-26T13:11:46","modified_gmt":"2022-07-26T11:11:46","slug":"renaissance-der-anti-atom-bewegung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2005\/07\/renaissance-der-anti-atom-bewegung\/","title":{"rendered":"Renaissance der Anti-Atom-Bewegung?"},"content":{"rendered":"<p><b>Ahaus.<\/b> Nach einer mehr als 15-st\u00fcndigen Fahrt rollten                 am 14. Juni 2005 gegen 2.30 Uhr die letzten sechs der insgesamt                 18 Castor-Beh\u00e4lter aus dem ehemaligen Forschungsreaktor bei Dresden                 durch den Hintereingang des Atomm\u00fclllagers im westf\u00e4lischen Ahaus.                 Auf der \u00fcber 600 Kilometer langen Strecke kam es zu Protesten                 und direkten gewaltfreien Aktionen (siehe Kommentar auf Seite                 2 und Artikel auf Seite 1, 6 f.). <\/p>\n<p>Um die 951 abgebrannten Brennelemente mit zwei Kilogramm Plutonium                 an den DemonstrantInnen vorbeizuschleusen, schreckte die Polizei                 vor lebensgef\u00e4hrlichen Man\u00f6vern nicht zur\u00fcck. W\u00e4hrend der erste                 Transport, ohne die betroffene Bev\u00f6lkerung zu informieren, durch                 die engen Gassen der an Ahaus angrenzenden Gemeinde Heek geschleust                 wurde, fuhr der dritte Konvoi mit ausgeschalteten Scheinwerfern                 zuletzt \u00fcber einen Feldweg zu einem Hintereingang des Brennelementezwischenlagers                 (BEZ). <\/p>\n<h3>Am 13. Juni demonstrierten rund 3.000 AktivistInnen in Ahaus.<\/h3>\n<p>&#8222;Angesichts der t\u00e4glichen Gefahr einer Kernschmelzkatastrophe,                 angesichts der heute schon massiven Folgen des Uranabbaus, angesichts                 der wachsenden Atomm\u00fcllberge gibt es nur einen einzigen verantwortbaren                 Weg: Wir brauchen einen Ausstieg, der diesen Namen wirklich verdient.                 Die AKWs m\u00fcssen jetzt vom Netz, denn jeder Tag l\u00e4nger kann ein                 Tag zuviel sein&#8220;, so Jochen Stay von <i>X-tausendmalquer<\/i>.                 Der ehemalige GWR-Redakteur konstatierte: &#8222;Ahaus im Sommer 2005.                 Dieses Datum wird vielleicht sp\u00e4ter in den Geschichtsb\u00fcchern als                 der Beginn der Wiedergeburt der Anti-Atom-Bewegung auftauchen.&#8220;<\/p>\n<p>Eine \u00dcbertreibung. 1998 hatten sich an den Demonstrationen und                 direkten gewaltfreien Aktionen gegen die damaligen Castortransporte                 ins BEZ zeitweise mehr als 12.000 Leute beteiligt.<b> <\/b>((1))<b>                 <\/b><\/p>\n<p>Andererseits: An der Ahauser &#8222;Gro\u00dfdemonstration&#8220; gegen den ersten                 von drei Atomm\u00fclltransporten von Dresden ins BEZ hatten am 30.                 Mai 2005, bei str\u00f6mendem Regen, nur 600 Leute teilgenommen. <\/p>\n<p>Die Zahl der DemonstrantInnen hat sich also innerhalb von zwei                 Wochen verf\u00fcnffacht. <\/p>\n<p>Wie schon am 6. Juni 2005, als 2.000 Leute in Ahaus gegen die                 unsinnige und gef\u00e4hrliche Atomm\u00fcll-Verschiebung protestierten,                 war die Stimmung der AtomgegnerInnen w\u00e4hrend der Demonstrationen                 am 13. und 14. Juni ausgelassen. Dazu trugen mitrei\u00dfende Reden                 und die Livemusik von Salossi und Klaus dem Geiger bei. <\/p>\n<p>Matthias Eickhoff vom <i>Aktionsb\u00fcndnis M\u00fcnsterland gegen Atomanlagen<\/i>                 zog eine positive Bilanz: &#8222;Uns ist es gelungen, die Castortransporte                 im Vorfeld 18 Monate zu verz\u00f6gern. F\u00fcr uns war es eine kleine                 Renaissance: die gr\u00f6\u00dfte Anti-Atom-Demo im M\u00fcnsterland seit sieben                 Jahren.&#8220;<\/p>\n<h3>DIE WELT: &#8222;Kaum Proteste&#8220;<\/h3>\n<p>Anders fiel das Res\u00fcmee (nicht nur) der Springerpresse aus: &#8222;Kaum                 Proteste bei letztem Castor-Transport&#8220;, so titelte am 14. Juni                 die <i>Welt<\/i>. Und die Polizei redete von nur &#8222;1.500 Teilnehmern&#8220;.                 Dabei hat sie die ca. 1.500 Demonstrantinnen (ohne gro\u00dfes Binnen-I)                 offensichtlich &#8222;\u00fcbersehen&#8220;.<\/p>\n<p>Nun stehen nicht nur in Gronau und Ahaus weitere Aktionen der                 Anti-Atom-Bewegung an. <\/p>\n<p>Gegen den Willen der Bev\u00f6lkerungsmehrheit will die neue oder\/und                 alte Bundesregierung im November 2005 Castortransporte nach Gorleben                 durchsetzen.<\/p>\n<p>Widerstand dagegen ist n\u00f6tig. Spucken wir der Atomlobby und ihren                 Regierungen in die strahlende Plutoniumsuppe, die sie uns und                 den kommenden Generationen hinterlassen wollen.<\/p>\n<p>Immer und \u00fcberall: f\u00fcr den sofortigen Atomausstieg!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ahaus. Nach einer mehr als 15-st\u00fcndigen Fahrt rollten am 14. 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