{"id":7120,"date":"2005-11-01T00:00:55","date_gmt":"2005-10-31T22:00:55","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=7120"},"modified":"2022-07-26T14:15:02","modified_gmt":"2022-07-26T12:15:02","slug":"wir-sind-gar-nicht-anarchistisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2005\/11\/wir-sind-gar-nicht-anarchistisch\/","title":{"rendered":"&#8222;Wir sind gar nicht anarchistisch!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Graswurzelrevolution (GWR): Stellt Euch doch bitte mal vor.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Wir sind <em>Der Blarze Schwock<\/em>.<\/p>\n<p><strong>GWR: K\u00f6nnt Ihr euch bitte pers\u00f6nlich vorstellen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Daniel:<\/strong> Ich bin <em>Baxi<\/em>, studiere Romanistik, schreibe gerade meine Doktorarbeit und spiele die Gitarre.<\/p>\n<p><strong>GWR (<em>zu Baxi<\/em>): Und hier, der andere mit den vier Augen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Baxi: <\/strong>Ich bin <em>Der Daniel<\/em>, ich mag Meerschweinchen, Raufasertapeten und die Bee Gees. Ich gr\u00fc\u00dfe meine Mutter in H\u00f6xter, seelisch dauernd in K\u00f6ln, und alle, die mich kennen. Mach du mal weiter.<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Ja hallo, ich bin <em>Der Katrin<\/em>. Ich wohne in so &#8217;nem alternativen Wohnprojekt, aber nur halb. Ansonsten bin ich n\u00e4mlich Schleswig-Holsteinerin, schreibe auch an meiner Doktorarbeit und arbeite hier an der Uni M\u00fcnster.<\/p>\n<p><strong>GWR (<em>zu Katrin<\/em>): Ach, dann bist Du bestimmt <em>Bewi<\/em>?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Katrin:<\/strong> Ich bin <em>Bewi<\/em>, oder <em>Die Torsten<\/em>. Ich wohne nicht in M\u00fcnster, sondern in Mecklenbeck, das ist sozusagen die Hauptstadt von M\u00fcnster. Und ich schreibe an meiner Doktorarbeit.<\/p>\n<p>Wir sind ziemlich klug. Das merkt man auch an unseren Texten &#8230;<\/p>\n<p><strong>Daniel:<\/strong> &#8230; und an diesem Interview.<\/p>\n<p><strong>GWR: Wie seid Ihr darauf gekommen, eine anarchistische Kabarettgruppe zu gr\u00fcnden?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Wir sind gar nicht anarchistisch! Wer hat denn das gesagt?!<\/p>\n<p><strong>GWR: Das stand doch in der <em>Graswurzelrevolution<\/em>. ((1))<\/strong><\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Sind wir &#8217;ne Kabarettgruppe?!<\/p>\n<p><strong>Daniel:<\/strong> Man sollte nicht alles glauben, was in der <em>Graswurzelrevolution<\/em> steht!<\/p>\n<p><strong>Katrin:<\/strong> Eigentlich wollten wir ernsthaftes Theater spielen und dann &#8230;<\/p>\n<p><strong>Daniel:<\/strong> Wir sind todernst.<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Wir haben uns getroffen, um Goethes <em>&#8222;Faust&#8220; <\/em>zu spielen, und dann kam das. Dann haben wir so gelacht beim Lesen, dass wir gedacht haben, wir machen jetzt Kabarett.<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Wir haben Goethes <em>&#8222;Faust&#8220;<\/em> auch nicht verstanden.<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> &#8230; aber verarscht &#8230;<\/p>\n<p><strong>Katrin:<\/strong> &#8230; und zum Teil gelesen.<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Also, ich nicht!<\/p>\n<p><strong>Baxi: <\/strong>Du musstest die Nummer ja auch nicht spielen!<\/p>\n<p><strong>GWR: Wann ist der <em>Blarze Schwock<\/em> gegr\u00fcndet worden?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Das wei\u00df keiner mehr so genau.<\/p>\n<p><strong>Bewi (<em>zu Baxi und Daniel<\/em>):<\/strong> Doch, ihr beide wisst das. Da gab es doch diese Ahaus-Fotos.<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Ach so, ja. Da kommt der Name &#8222;Blarzer Schwock&#8220; her. Da gab es noch kein Kabarett.<\/p>\n<p><strong>Katrin: <\/strong>Was f\u00fcr Ahaus-Fotos?<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Der Gr\u00fcndungsmythos.<\/p>\n<p><strong>Daniel:<\/strong> Ich erz\u00e4hle das mal f\u00fcrs Mikrofon und f\u00fcr Katrin.<\/p>\n<p><strong>Baxi (<em>zu Daniel<\/em>):<\/strong> Komm <em>Baxi<\/em>, erz\u00e4hl mal.<\/p>\n<p><strong>Daniel:<\/strong> Es war einmal an einem Abend im <em>Infoladen Bankrott<\/em>, da hat ein Freund von uns Cartoons gemalt. Kleine Zeichnungen vom Schwarzen Block, so M\u00e4nnchen. Der &#8222;Schwarze Block&#8220; war damals wieder in den Medien von wegen &#8222;b\u00f6se, b\u00f6se, b\u00f6se&#8220;, wegen Atomkraft und so. Da hat Alex gezeichnet, kleine maskierte Leute mit schwarzen Pappkartons um sich rum. Daraufhin haben wir das nachgestellt f\u00fcr eine Anti-Atom-Aktion in Ahaus. Da sind wir als &#8222;Schwarzer Block&#8220; aufgetreten.<\/p>\n<p><strong>Baxi: <\/strong>Umzugskartons haben wir uns angezogen, sch\u00f6n schwarz angemalt. Aber was fehlte &#8211; wir hatten halt Sorge, dass man uns nicht sieht &#8211; war ein Namensschildchen, sozusagen ein Wegweiser f\u00fcr Demo-Touristen. Da haben wir ein Transparent gemalt. Und ich wusste nicht, was ich draufmalen sollte: &#8222;Schwarzer Block&#8220; war mir zu bl\u00f6de. Also habe ich spontan, krickel-die-krackel, mit so einem dicken Quast draufgeschrieben: &#8222;Der Blarze Schwock&#8220;.<\/p>\n<p>Das hat dann jemand vom <em>Komitee f\u00fcr Grundrechte und Demokratie<\/em> fotografiert und uns netterweise sp\u00e4ter Abz\u00fcge der Fotos geschickt, wie wir da b\u00f6se in unseren Kartons vor diesem dusseligen Transpi stehen. So kam dann der Name in die Welt und auch gleich die erste Nummer. &#8222;Hic, haec, hoc &#8211; Schwarzer Block!&#8220;. Das haben wir gebr\u00fcllt auf der Demo &#8230;<\/p>\n<p><strong>Daniel: <\/strong>&#8230; als Replik auf &#8222;hopp, hopp, hopp &#8211; Castor stopp!&#8220; Vor jungen Anti-AKW-AktivistInnen &#8230;<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> &#8230; die waren etwas irritiert.<\/p>\n<p><strong>GWR: Das war im Fr\u00fchjahr 1998<\/strong>?<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Das muss 1997 gewesen sein.<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Der erste Auftritt des <em>Blarzen Schwocks<\/em> war dann im Rahmen der Veranstaltungsreihe des <em>Infoladen Bankrotts<\/em> in der <em>Baracke<\/em>, direkt nach dem Studistreik 1997. Da haben wir zum ersten und zum letzten Mal die Nummer <em>&#8222;Die Wahl des Rudi Dutschke 97&#8220; <\/em>gemacht. Darum kann man sich das merken.<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Mit Bewi als Moderator.<\/p>\n<p><strong>GWR: Wie ging es dann weiter?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Eigentlich sollte es eine einmalige, spa\u00dfige Veranstaltung werden. Daraufhin sind wir aber direkt nach Bielefeld eingeladen worden, zu den <em>&#8222;Schwarzen Tagen&#8220;<\/em>. Das war unser 2. Auftritt. Und das ist typisch f\u00fcr zweite Auftritte, dass sie immer daneben gehen, weil man glaubt, man kann alles.<\/p>\n<p><strong>Katrin:<\/strong> Das ist wie &#8217;ne zweite Platte. ((2))<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Danke, danke, Blumen bitte hierher.<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Also, es ist komplett schief gegangen. Wir haben den Text vergessen, sind an den falschen Stellen auf die B\u00fchne gegangen. Aber das Publikum fand es aus irgend einem mir unverst\u00e4ndlichen Grunde gut. Und dann kamen die n\u00e4chsten f\u00fcnf Anfragen.<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Meine Lieben, wir wissen ja nicht, was die sonst noch f\u00fcr Veranstaltungen hatten an dem Abend.<\/p>\n<p>(<em>Gel\u00e4chter<\/em>)<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Da war noch was mit &#8222;Zwischen Schreibschrift und Stra\u00dfenbahn&#8220;, oder so etwas.<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Etwas ganz Obskures. Ein \u00e4lterer Soziologe aus M\u00fcnster war da eingeladen.<\/p>\n<p>(<em>Gel\u00e4chter<\/em>)<\/p>\n<p><strong>Bewi: <\/strong>Jedenfalls dauerte unser Auftritt vielleicht &#8217;ne halbe Stunde und bestand aus f\u00fcnf Nummern.<\/p>\n<p>Dann haben wir gesagt, entweder m\u00fcssen wir jetzt ein Programm schreiben, oder wir lassen es ganz bleiben und die armen Bielefelder Anarchisten im Regen stehen. Das w\u00e4re auch nicht so schlecht gewesen &#8230;<\/p>\n<p>(<em>Gel\u00e4chter<\/em>)<\/p>\n<p>&#8230; und dann haben wir uns f\u00fcrs Weitermachen entschieden.<\/p>\n<p><strong>Baxi: <\/strong>Wobei Nummern an den verr\u00fccktesten Ecken entstanden. Das war meistens so ein Versuch, das Hirn auszufegen w\u00e4hrend irgendwelcher politischer Veranstaltungen, oder auch danach.<\/p>\n<p>Den <em>&#8222;Strahlengottesdienst&#8220;<\/em> aus dem ersten Programm haben wir zum Beispiel gemacht, als wir eigentlich auf einem Protestcamp in Ahaus eine Theatergruppe leiten sollten.<\/p>\n<p>Das <em>&#8222;Lied vom Stalinisten&#8220; <\/em>ist entstanden, als Daniel und ich mit dem Auto zu einer &#8222;Kuba-Soliveranstaltung&#8220; unterwegs waren. Irgendwie war das n\u00f6tig, weil wir uns nicht so richtig wohl f\u00fchlten dabei. Wir fuhren durch stockfinstere Nacht und fingen pl\u00f6tzlich an zu singen: &#8222;Ich bin Stalinist\/ ich bin Stalinist\/ ich bin noch einer, der im Stehen pisst &#8230;&#8220;<\/p>\n<p>So kamen langsam, aber sicher die Nummern f\u00fcr das erste abendf\u00fcllende Programm zusammen.<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Es ist auf jeden Fall festzustellen, dass die Gr\u00fcndung des <em>Blarzen Schwocks<\/em> eng an die Anti-Castor-Bewegung angegliedert ist.<\/p>\n<p><strong>Baxi: <\/strong>Wenn man es so wissenschaftlich sehen will. Ich k\u00f6nnte Ihre These unterst\u00fctzen, Herr Bewernitz, \u00e4h, <em>Herr Katrin<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Daniel:<\/strong> Dann kam Katrin.<\/p>\n<p><strong>Katrin:<\/strong> Genau. Und mit mir die Emanzipation.<\/p>\n<p><strong>Baxi: <\/strong>Mit ihr kam der Inhalt.<\/p>\n<p><strong>Bewi: <\/strong>Vorher haben wir halt Klamauk gemacht, dann kam Katrin.<\/p>\n<p><strong>GWR: Es gibt historische Parallelen zwischen dem <em>Blarzen Schwock<\/em> und den <em>3 Tornados<\/em>. ((3)) <\/strong><\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Wer sind <em>Die 3 Tornados<\/em>?<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Wir sind <em>Die 4 sanften Windst\u00f6\u00dfe<\/em>.<\/p>\n<p><strong>GWR: <em>Die 3 Tornados<\/em> waren eine anarchistische Kabarettgruppe, die in Berlin entstanden ist, auch an der Uni, auch im Zusammenhang mit einem Studistreik. Eine Gruppe, die von 1977 bis 1989 auf Tour war &#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> &#8230; und nach acht Jahren einen Kabarettf\u00f6rderpreis bekommen hat.<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Wenn man mal nachrechnet, sind wir n\u00e4chstes Jahr auch schon acht Jahre auf Tour, das hei\u00dft, wir m\u00fcssten n\u00e4chstes Jahr auch einen Kabarettf\u00f6rderpreis bekommen.<\/p>\n<p><strong>Katrin:<\/strong> Einen Kleinkunstpreis.<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Wenn Volker Pispers schon auf der B\u00fchne f\u00fcr uns Werbung macht.<\/p>\n<p><strong>GWR: Wie bitte?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Das muss <em>Die Bewi<\/em> erz\u00e4hlen. Ich war nicht dabei.<\/p>\n<p><strong>Katrin:<\/strong> Er hat gesagt, man soll sich auch mal Nachwuchsk\u00fcnstler ansehen.<\/p>\n<p><strong>Baxi: <\/strong>Der wohnt in M\u00fcnster, der kann nur uns gemeint haben.<\/p>\n<p><strong>Katrin:<\/strong> Er hat mich angeguckt, da bin ich sicher. Er hat ganz klar in meine Richtung geguckt. Das war live, und von den 350 Leuten, die da waren, war das ganz klar.<\/p>\n<p><strong>Bewi: <\/strong>Vielleicht liest er ja dieses Interview in dieser Zeitschrift, f\u00fcr die Du schreibst. Wie hie\u00df die noch mal?<\/p>\n<p><strong>GWR: <em>direkte aktion<\/em>.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> <em>Neues Deutschland<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Katrin:<\/strong> <em>taz<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Daniel: <\/strong>Hallo Volker!<\/p>\n<p><strong>Bewi: <\/strong>Also, wenn Du f\u00fcr die <em>taz M\u00fcnster<\/em> schreibst, dann liest er das ja vielleicht wirklich: Hallo, wir sind kleine Kabarettisten und brauchen Geld!<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Ich glaube, wir torpedieren dieses Interview ganz sch\u00f6n. Viel Spa\u00df beim Abschreiben!<\/p>\n<p><strong>Bewi: <\/strong>Das muss der Schlusssatz sein.<\/p>\n<p><strong>Baxi: <\/strong>Ich muss jetzt noch was Gebildetes zu unseren Vorl\u00e4ufern sagen: auf die Frage, ob wir an den <em>3 Tornados<\/em> kleben. Ich w\u00fcrde sagen, zu unseren Vorl\u00e4ufern geh\u00f6rt eine ganze Reihe von Kabaretts. ((4)) <em>Die 3 Tornados<\/em> waren ja nicht das einzige urspr\u00fcnglich studentische Ensemble. <em>Die Amnestierten<\/em> waren das erste politische Studentenkabarett, schon in der Nachkriegszeit. Die zogen durch das ganze Land, spielten in den letzten L\u00f6chern und k\u00e4mpften gegen die Wiederbewaffnung. Das h\u00e4tte schon auf uns gepasst: Wir sind ja auch so bl\u00f6de und touren durch die Gegend. <em>Die 3 Tornados<\/em> waren auch nicht das einzige Szenekabarett. Da gab es <em>Karl Napps Chaostheater<\/em>, das <em>Vorl\u00e4ufige Frankfurter Fronttheater<\/em>, alle m\u00f6glichen Gruppen. Ich glaube, der einzige Kabarettist, der momentan auf der B\u00fchne unterwegs ist, auf den wir uns alle einigen k\u00f6nnen, ist der Volker Pispers. Vor dem ziehen wir alle den Hut. Matthias Beltz als Solist w\u00e4re ein anderer gewesen, aber der lebt ja leider nicht mehr.<\/p>\n<p><strong>GWR: Auf Matthias Beltz gab es einen sch\u00f6nen Nachruf in der <em>Graswurzelrevolution<\/em>. ((5)) <\/strong><\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Wo drin?!<\/p>\n<p>Letztlich, wenn du heute Kabarett spielen willst, musst du dir im Grunde die Kollegen alle angucken. Jedes gute Kabarett hat im Laufe der Jahre bestimmte Stilmittel kultiviert, die heute einfach jeder beherrschen muss &#8211; und auch beherrscht &#8211; der als Kleink\u00fcnstler \u00fcberleben will.<\/p>\n<p>Die <em>M\u00fcnchner Lach- und Schie\u00dfgesellschaft<\/em> hat dieses journalistische Kabarett etabliert. Einer wie Matthias Beltz hat die Szenesprache und die Szenelogik aufs Korn genommen und hat sie gemischt mit Philosophie und Literatur. Der Quast ersetzt auf der B\u00fchne mit Mund und Stimme ein ganzes Tonstudio und ist auch sonst genial. Dietrich Kittner hat wundersch\u00f6nes, straff marxistisches Kampfkabarett gemacht.<\/p>\n<p>Jedes Kabarett muss auch eine geh\u00f6rige Schaufel Comedy zur Verf\u00fcgung haben, um heute nicht unter zu gehen. Es kommt darauf an, wie man sie einsetzt. Jemand wie Volker Pispers beherrscht diese Stilmittel perfekt. So nimmt man alles, r\u00fchrt es kr\u00e4ftig durch, und wenn man Gl\u00fcck hat, hat man am Ende einen eigenen Stil. Wenn man Pech hat, spielt man eben schei\u00dfe.<\/p>\n<p><strong>Katrin: <\/strong>Dann hat man zwar keinen eigenen Stil, aber viel Geld.<\/p>\n<p><strong>Baxi: <\/strong>Schei\u00dfe und Erfolg schlie\u00dfen sich nicht aus.<\/p>\n<p><strong>Daniel: <\/strong>Haben wir einen eigenen Stil?<\/p>\n<p><strong>Baxi: <\/strong>Ich wei\u00df nicht, ich glaube, wir werden ihn irgendwann mal haben.<\/p>\n<p><strong>Bewi: <\/strong>Wer stellt hier eigentlich die Fragen?<\/p>\n<p><strong>Katrin:<\/strong> Ich glaube schon, dass wir den haben.<\/p>\n<p><strong>GWR: Auf jeden Fall.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bewi: <\/strong>Wer gibt hier eigentlich die Antworten?<\/p>\n<p>(<em>Gel\u00e4chter<\/em>)<\/p>\n<p>Wir haben also einen eigenen Stil? Wie w\u00fcrdest Du, Bernd, den denn definieren?<\/p>\n<p><strong>GWR: Ich w\u00fcrde ja vermuten, dass es sich beim <em>Blarzen Schwock<\/em> um die einzige zurzeit aktive anarchistische Kabarettgruppe handelt &#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Das stimmt nicht.<\/p>\n<p><strong>GWR: &#8230; zumindest die einzige, die mir richtig gut gef\u00e4llt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Katrin: <\/strong>Wir haben den Begriff &#8222;Anarchismus&#8220; ja peinlich vermieden bis jetzt.<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Wobei wir immer &#8222;anarchistisches Kabarett&#8220; hie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Katrin:<\/strong> Kabarett muss immer anarchistisch sein?<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Kabarett muss immer anarchistisch sein. Und ich w\u00fcrde sagen, das Ensemble <em>Blarzer Schwock<\/em> funktioniert anarchistisch, in dem Sinne basisdemokratisch, alle machen alles, und alle gegen alle, und Gewalt auf und hinter der B\u00fchne, &#8230;<\/p>\n<p><strong>Katrin:<\/strong> &#8230; viel Chaos, und es funktioniert nichts &#8230;<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> &#8230; wir kommen nie aus unserem Proberaum raus, den wir nicht bekommen haben &#8230;<\/p>\n<p><strong>Katrin:<\/strong> &#8230; und wir trinken viel Bier und nehmen alle m\u00f6glichen anderen Drogen.<\/p>\n<p><strong>GWR (<em>zu Daniel<\/em>): Gib mir bitte mal ein Bier. Das h\u00e4lt man n\u00fcchtern ja gar nicht aus.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Wir sind nicht das einzige anarchistische Kabarett.<\/p>\n<p>Auch, wenn wir nicht viel geschafft haben, kann man behaupten, dass wir da ein bisschen was angeschoben haben bei einigen Leuten. Ich wei\u00df, dass es ein anarchistisches Kabarett in D\u00fcsseldorf gibt. Ich habe auch schon von anderen lokalen anarchistischen Ensembles geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Der Unterschied: Wir waren vielleicht lange Zeit das einzige anarchistische Tourkabarett.<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Wir mussten in recht abenteuerlichen L\u00f6chern spielen, gelegentlich &#8230;<\/p>\n<p><strong>GWR: &#8230; sprich, in besetzten H\u00e4usern wie der <em>&#8222;Uppe&#8220;<\/em>. ((6))<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Die schulden uns immer noch das Honorar.<\/p>\n<p><strong>GWR: Das Haus ist ja auch mittlerweile abgerissen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Ja, und wir finden die Postadresse nicht, wo wir die Mahnung hinschicken w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>Baxi: <\/strong>Wir schicken sie seit Jahren dahin, aber es kommt nix zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> In Hamburg, in der Hafenstra\u00dfe, und auf dem Bauwagenplatz in Frankfurt am Main, das waren die besten Gigs.<\/p>\n<p>In Frankfurt mit <em>Thee Evil Bad<\/em>, also einer Punkband, was eine gro\u00dfartige Stimmung war auf kleinem Raum mit vielen Leuten. Dieses Gedr\u00e4nge macht einfach immer viel aus. Und wo, Bernd, das ist dann auch wieder ein Anekd\u00f6tchen f\u00fcr dich, wo ein etwas \u00e4lterer Genosse heulend rausgegangen ist aus dem Wagen: &#8222;Ach, das ist wie damals in den 80er Jahren mit den <em>3 Tornados<\/em>&#8222;.<\/p>\n<p><strong>Baxi: <\/strong>Wirklich, der heulte. Er hat noch nachgeschoben: &#8222;Ich f\u00fchl mich 20 Jahre j\u00fcnger.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Bewi: <\/strong>Selbst wenn wir uns nicht nur an den <em>3 Tornados<\/em> orientieren. Ein bisschen stimmt der Vergleich sicherlich.<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Wir schmei\u00dfen nicht so viel Zeug rum.<\/p>\n<p><strong>GWR: Ich habe <em>Die 3 Tornados<\/em> 1987 in Berlin gesehen. Da hatten sie ihre beste Zeit leider schon hinter sich. Da muss ich sagen, da waren sie schlechter als <em>Der Blarze Schwock<\/em>.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Katrin: <\/strong>Uuhh.<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> 1987 war ich 12, und da war ich schlechter als <em>Die 3 Tornados<\/em>.<\/p>\n<p><strong>GWR: <em>Die 3 Tornados<\/em> haben super Platten und Programme gemacht. Aber Ihr seid nicht schlechter.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Oh doch.<\/p>\n<p><strong>Katrin:<\/strong> <em>Die 3 Tornados<\/em> konnten singen.<\/p>\n<p><strong>GWR: Die konnten prima gr\u00f6len.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bewi: <\/strong>Bei uns kann nur <em>Die Bewi<\/em> singen.<\/p>\n<p><strong>GWR: Ihr seid kreuz und quer durch die Republik gereist, von Gig zu Gig. Es gibt &#8222;heimliche&#8220; Mitschnitte, die in jugendlichen Kreisen Kultstatus haben, &#8230; <\/strong><\/p>\n<p><strong>Bewi: <\/strong>Die Schweine!<\/p>\n<p><strong>GWR: &#8230; Raubkopien von Schwock-Auftritten &#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Katrin:<\/strong> &#8230; da leiden wir sehr drunter! Diese Leute ziehen sich das alles aus dem Internet.<\/p>\n<p>Und die Musikindustrie, oder wie wir, die Kabarettindustrie, die leiden da sehr drunter.<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Copying Kabarett is killing Kabarett!<\/p>\n<p><strong>Katrin:<\/strong> &#8222;Copy kills Kabarett!&#8220;, das sind unsere neuen Aufkleber.<\/p>\n<p>Wir werden auch demn\u00e4chst Personaleinsparungen vornehmen m\u00fcssen. Das geht auch an uns nicht vorbei.<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Wir werden uns daf\u00fcr einsetzen, dass die Strafm\u00fcndigkeit f\u00fcr Leute, die sich unsere Sachen heruntergeladen haben, auf mindestens acht Jahre herabgesetzt wird. Irgendjemand muss ja mal Schritte einleiten, und wenn wir das sind, ist das gut so. M\u00f6chtest Du was wissen von unseren Vorstellungen \u00fcber Anarchismus?<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Ich habe auch diesen Oskar Schily gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p><strong>GWR: &#8230; es gibt immer noch keine offizielle CD vom <em>Blarzen Schwock<\/em>. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Wenn wir Gl\u00fcck haben, gibt es von unserem 3. Programm irgendwann mal eine sch\u00f6ne Aufnahme.<\/p>\n<p><strong>GWR: Wann gibt es die CD? Wann gibt es das 3. Programm?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Es gibt auf jeden Fall die CD zum 3. Programm vor dem 3. Programm.<\/p>\n<p><strong>Bewi: <\/strong>So um den Dreh, &#8230; wir nennen das immer gern: &#8222;Agenda 2010&#8220;. Da sollte das Programm fertig sein. Und unsere Doktorarbeiten auch.<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Wir gehen auf die B\u00fchne und lesen sie vor. Das wird ein Fetzer.<\/p>\n<p><strong>GWR: Was plant Ihr f\u00fcr die Zukunft?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Programm Nr. 3.<\/p>\n<p><strong>GWR: Sch\u00f6n w\u00e4re doch, wenn Ihr von der Kabarett-Arbeit leben k\u00f6nntet.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Sch\u00f6n w\u00e4re auch, wenn die <em>Graswurzelrevolution<\/em> eine 2 Millionen-Auflage h\u00e4tte &#8230;<\/p>\n<p><strong>GWR: &#8230; hat sie doch fast, wenn wir die Auflagen der ersten 302 Ausgaben zusammenz\u00e4hlen &#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bewi: <\/strong>&#8230; und nur noch anarchosyndikalistische Texte publizieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Baxi: <\/strong>Ein Solist kann notfalls noch von Kleinkunst leben, ein Ensemble nicht.<\/p>\n<p><strong>Katrin: <\/strong>Und wenn, dann nur der Chef von uns.<\/p>\n<p>(<em>Gel\u00e4chter<\/em>)<\/p>\n<p><strong>GWR: Warum? <em>Die 3 Tornados <\/em>haben ja auch davon gelebt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Ja, aber die sind mit ihrem schimmeligen Kadett durch die Gegend gefahren.<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Die waren ja auch nur 3.<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Die waren nonstop unterwegs und nachher eines der bekanntesten deutschen Kabaretts. So weit muss man es erst einmal bringen.<\/p>\n<p><strong>Bewi: <\/strong>Au\u00dferdem hatten die nicht so einen ausschweifenden Lebensstil wie wir.<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Die hatten einen leichten Shit-Konsum, aber ansonsten brauchten sie nicht so viel.<\/p>\n<p><strong>Daniel:<\/strong> Das w\u00fcrde dann doch in Arbeit ausarten.<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Vor allem schr\u00e4nkt es deine k\u00fcnstlerischen M\u00f6glichkeiten ein. Wenn wir uns jetzt auf gr\u00f6\u00dferen B\u00fchnen tummeln w\u00fcrden, w\u00e4ren wir schon eine Stufe \u00fcber dem, was wir machen k\u00f6nnen oder m\u00f6gen.<\/p>\n<p>Von der Qualit\u00e4t her sind wir noch weit entfernt von einem Profiensemble.<\/p>\n<p><strong>Katrin: <\/strong>Und inhaltlich m\u00fcsste vieles anders werden, weil das, was wir bisher gemacht haben, tats\u00e4chlich ein Szenekabarett ist. Und so gro\u00df ist die Szene nicht, dass &#8230;<\/p>\n<p><strong>Daniel: <\/strong>&#8230; sie sich uns leisten kann.<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Wir hatten da schon \u00f6fter dr\u00fcber nachgedacht. Die Frage ist, ob es tats\u00e4chlich schlau gewesen w\u00e4re, die Nische, die wir gef\u00fcllt haben, eben das Szenekabarett, das gelegentlich in die allgemeine Politik hin\u00fcberspazieren kann und einfach alles mischt, tats\u00e4chlich zu verlassen. Denn auf einmal musst Du konkurrenzf\u00e4hig sein mit ganz anderen Gestalten. Das momentane Kleinkunstniveau, von einer Reihe wunderbarer Leute, die da oben arbeiten, explizit abgesehen, ist eigentlich ziemlich mau. Da zu konkurrieren, wenn alle auf bl\u00f6de Flachwitze, Frauenscherze und &#8222;h\u00f6 h\u00f6 h\u00f6 h\u00f6i, ich steh am Pissbecken&#8220;-Lacher stehen, h\u00e4tte nicht wirklich Spa\u00df gemacht, glaube ich.<\/p>\n<p><strong>Bewi: <\/strong>Andererseits ist es so, dass es da anscheinend eine L\u00fccke gibt &#8230;<\/p>\n<p><strong>GWR: Was bedeutet f\u00fcr Euch Kabarett?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bewi: <\/strong>Kabarett bedeutet Kaba und Red. Ich kann mich daran erinnern, dass ich mal in einem Soziologieseminar sa\u00df, es ging um Anarchismus und Medien, oder so \u00e4hnlich, und die letzte Sitzung war dann: &#8222;Anarchistisches Kabarett&#8220;. Da hat dann <em>Der Daniel<\/em> einen Vortrag gehalten und ein bisschen kabarettistisch den Lehrer gespielt und mich gefragt, was denn Kabarett sei. <em>Daniel<\/em> hat dann dieses Zitat gebracht: &#8222;Kabarett ist Spiel mit dem erworbenen Wissenszusammenhang des Publikums&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Baxi:<\/strong> Das hat Professor Dr. J\u00fcrgen Henningsen 1968 geschrieben. Immer noch eine sch\u00f6ne Definition, wenn man denn eine braucht. Ich finde noch einen anderen Satz sch\u00f6n. Volker Pispers hat einmal gesagt, f\u00fcr ihn sei das Kabarett &#8222;kein Kurpark f\u00fcr Unzufriedene&#8220;. Das ist ein sch\u00f6ner Ansatzpunkt, um in einer wie auch immer gearteten linken Szene Kabarett zu machen. Denn die m\u00f6chte manchmal noch viel lieber als die B\u00fcrgersleut&#8216;, dass man es ihr gem\u00fctlich macht.<\/p>\n<p>Man ist ja schon sooo kritisch! Wenn man da mal reinhakt, eine b\u00f6se Pointe raushaut, das Publikum provoziert, dann schadet das nichts. Es herrscht ja tats\u00e4chlich unter vielen, vielen endemischen Arten dieses merkw\u00fcrdigen, zahnreichen, wollhaarigen Lebewesens &#8222;Szene&#8220; eine gewisse Selbstgef\u00e4lligkeit, gelegentlich. Das ist ein sch\u00f6nes Bet\u00e4tigungsfeld f\u00fcr Kabarett. Kabarett wird umso besser, je besser man sein Publikum kennt. Deshalb sitzen bei Volker Pispers immer nur Lehrer im Publikum. Oder Theologen.<\/p>\n<p>Aber wenn es eine Regel f\u00fcr politisches Kabarett gibt, dann die: Du sollst es Deinen G\u00e4sten nicht gem\u00fctlich machen.<\/p>\n<p><strong>Daniel:<\/strong> F\u00fcr mich war und ist dieses Kabarett auch eine M\u00f6glichkeit, auf eine humorvolle Art sich und die linke Szene selbst zu kritisieren. Viele kommen sich doch sehr wichtig und sehr ernst vor. Das ist manchmal echt stressig. Da ist das eine nette Sache, solche St\u00fccke wie <em>&#8222;Der Spitzel&#8220;<\/em> auf die B\u00fchne zu bringen, wo die Leute dr\u00fcber lachen k\u00f6nnen, das alles ein bisschen lockerer anzugehen.<\/p>\n<p><strong>Bewi: <\/strong>Durchaus ein Spiegel.<\/p>\n<p>Da f\u00e4llt mir noch ein Anekd\u00f6tchen ein. <em>&#8222;Der Spitzel&#8220;<\/em>, unsere ber\u00fchmteste Nummer, leider, denn es ist nicht unsere beste, hat sehr fr\u00fch sehr viel Ruhm auch \u00fcber unsere Stadtgrenzen hinaus erlangt. Und es begab sich dann im Dezember 1998, dass ich in Berlin in der Gneisenaustra\u00dfe im <em>Ex<\/em> war, einem DER linken L\u00e4den \u00fcberhaupt, dort hineingewandert kam. Und erst mal wurde mir entgegengebr\u00fcllt: &#8222;Da ist der Spitzel aus M\u00fcnster!&#8220; Ich wurde kreidebleich, was in Berlin sicherlich angemessen ist. Und ich fragte mich: &#8222;Was will die denn?!&#8220;<\/p>\n<p>Der zweite Satz war dann: &#8222;Ist Bernd auch hier?&#8220; &#8211; Das ist der Mensch, der uns da interviewt! Schlagartig wurde mir klar, diese Person hat uns als Kabarett im Oktober 1998 bei Bernds <em>Libert\u00e4ren Doktor Andentagen<\/em> gesehen und meint den &#8222;Spitzel auf der B\u00fchne&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Katrin: <\/strong>Um dann zusammengeschlagen zu werden.<\/p>\n<p><strong>Bewi:<\/strong> Zum Gl\u00fcck sind diese autonomen Zeiten vorbei, wo jeder und jede erst mal Spitzel war. Das war echt nicht angenehm. (&#8230;)<\/p>\n<p>Aber wenn man einmal auf der B\u00fchne drauf gestanden hat, dann will man da auch nicht mehr runter.<\/p>\n<p><strong>Daniel: <\/strong>Deshalb schindet Bewi bei jedem Auftritt auch immer Sekunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Graswurzelrevolution (GWR): Stellt Euch doch bitte mal vor. Bewi: Wir sind Der Blarze Schwock. 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