{"id":7154,"date":"2005-12-01T00:00:42","date_gmt":"2005-11-30T22:00:42","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=7154"},"modified":"2022-07-26T14:15:01","modified_gmt":"2022-07-26T12:15:01","slug":"projekt-a-plan-b","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2005\/12\/projekt-a-plan-b\/","title":{"rendered":"Projekt A \/ Plan B"},"content":{"rendered":"<p><strong>Graswurzelrevolution (GWR): Horst, Du verstehst Dich als Anarchist und hast B\u00fccher und Aufs\u00e4tze zum Anarchismus geschrieben. Viele Menschen denken, Anarchie sei Chaos und Anarchisten seien Chaoten oder Terroristen. Was verstehst Du unter Anarchie? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Horst Stowasser:<\/strong> Ich verstehe Anarchie &#8211; im Sinne von Immanuel Kant ((2)) oder von Elis\u00e9e Reclus &#8211; als den h\u00f6chsten Ausdruck der Ordnung. Das klingt paradox, aber nicht, wenn man es philosophisch betrachtet, weil Anarchie eine Ordnung ist, die auf Freiwilligkeit beruht, statt auf Zwang. Das &#8222;Terrorismus&#8220;-Etikett haben ja jetzt andere, und wie ich meine, mit Recht. Was die Anarchie und die Konnotation mit der Unordnung angeht, das ist eines der gr\u00f6\u00dften Missverst\u00e4ndnisse der Geschichte, und zwar schon seit Aristoteles. Der hat Anarchisten als gef\u00e4hrliche Bestien bezeichnet. Dem liegt der Denkfehler zugrunde, dass Ordnung nur durch Herrschaft und Unterdr\u00fcckung entstehen kann.<\/p>\n<p>Anarchismus ist eine h\u00f6chst ordentliche Geschichte. Es gibt sogar anarchistische Organisationstheorien. Aber das, wie Du schon sagtest, widerspricht dem g\u00e4ngigen Klischee.<\/p>\n<p><strong>GWR: Wie bist Du zum Anarchismus gekommen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Horst Stowasser:<\/strong> Durch eine respektlose Gegen\u00fcberstellung. Mir sagte n\u00e4mlich jemand: &#8222;Du bist Anarchist!&#8220;<\/p>\n<p>Ich war entsetzt; ich war damals 16 Jahre alt, lebte in Argentinien. Das war der Bibliothekar unserer Schule, ein \u00e4lterer Herr, mit dem habe ich \u00f6fter abends philosophiert.<\/p>\n<p>Ich bewegte mich damals, in den 60ern, in Lateinamerika als Linker unter lauter Parteien, Kommunisten, Trotzkisten Spaltungen,&#8230; Ich f\u00fchlte mich da nicht wohl.<\/p>\n<p>Und er sagte mir einfach: &#8222;Du bist Anarchist&#8220;, und ich antwortete: &#8222;Um Gottes Willen, nein!&#8220;<\/p>\n<p>Da fragte er mich, ob ich wisse, was das sei, und gab mir eine kleine Brosch\u00fcre. Die habe ich gelesen. Dann hat er mich bekannt gemacht mit \u00e4lteren Herrschaften, die waren steinalt f\u00fcr mich, zwischen 60 und 70, die aus der alten anarchistischen Bewegung Argentiniens kamen.<\/p>\n<p>Wobei viele nicht wissen, dass Anarchismus vielleicht auch eine Bewegung ist, die schon mal Massencharakter hatte. In Argentinien gab es Zeiten, da war jeder zehnte Erwachsene Mitglied einer anarchistischen Organisation, das war in den 20er Jahren. So etwas k\u00f6nnen wir uns hier gar nicht vorstellen, dass der Anarchismus mal eine ganz normale, popul\u00e4re Bewegung war.<\/p>\n<p><strong>GWR: Kannst Du deine Lebensphilosophie kurz darlegen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Horst Stowasser:<\/strong> Philosophie ist mir etwas zu hochtrabend, vielleicht habe ich eine Maxime. Da halte ich es mit dem alten Epikur, der lebte im dritten vorchristlichen Jahrhundert: das Leben genie\u00dfen, aber nicht auf Kosten anderer, sondern mit anderen. Wenn man sagt, ich kann meine Freiheit nur genie\u00dfen, wenn die anderen Menschen um mich herum so frei sind wie ich, dann ist dies nicht nur legitim, das ist ein viel ehrlicherer Ansatz, als wenn man sagt: &#8222;Ich will anderen Leuten Gutes tun.&#8220;<\/p>\n<p>Wenn ich meinen eigenen &#8222;Egoismus&#8220; verkn\u00fcpfe mit dem Wohlergehen der anderen Menschen, dann ist das eine aufrichtige Geschichte.<\/p>\n<p><strong>Vor 20 Jahren hast Du <em>&#8222;Das Projekt A&#8220;<\/em> geschrieben, eigentlich auch ein utopisches Buch, das ziemlich &#8222;konspirativ&#8220; verbreitet wurde. Was ist <em>&#8222;Das Projekt A&#8220;<\/em>? <\/strong><\/p>\n<p>Das ist ein Versuch, den Anarchismus aus der reinen Denkschule, aus dem politischen Ghetto herauszuholen und im Alltag zu verankern, als eine normale Handlungsmaxime von Menschen.<\/p>\n<p>Im Idealfall w\u00e4re das so gewesen, dass Leute in so ein Projekt gekommen w\u00e4ren und gesagt h\u00e4tten: &#8222;Das finde ich toll, was ihr macht. Wenn das Anarchie ist, habe ich nichts dagegen.&#8220;<\/p>\n<p>Es ging um Modelle, wie wir in unserer Gesellschaft, wo wir eben nicht Mainstream sind, Zug\u00e4nge schaffen f\u00fcr normale Menschen, die sich nicht f\u00fcr Politik interessieren. Und zwar gleichberechtigt, \u00fcber die Wirtschaft, \u00fcber die Lebensqualit\u00e4t, und \u00fcber die Politik nach au\u00dfen.<\/p>\n<p>Das haben wir versucht und sind in mehreren St\u00e4dten im In- und Ausland gestartet. Es gibt davon noch \u00dcberreste, aber ohne durchschlagenden Erfolg.<\/p>\n<p><strong>Was meinst Du, warum das bis jetzt ein bisschen gescheitert ist?<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ein bisschen gescheitert&#8220; ist nett gesagt. Ich bin ein unverbesserlicher Optimist und eigentlich ist es nie zu Ende. Solche Anl\u00e4ufe brauchen lange Zeit. Es ist in der Vision, die dahinter steckt, wahrscheinlich aus zwei Gr\u00fcnden gescheitert. Das eine ist ein \u00e4u\u00dferer Grund: Wir haben dieses Projekt in den 80er Jahren gestartet, da war gerade die Alternativbewegung auf dem R\u00fcckzug. Wir sind gegen den Mainstream gestartet, und uns blieb einfach der Nachwuchs aus. Die Leute hatten kein Interesse an Selbstverwaltung, das war denen zu m\u00fchselig. Die wollten lieber eine normale Anstellung und den p\u00fcnktlichen Lohn. Freiheit erfordert aber Engagement.<\/p>\n<p>Das andere ist viel besch\u00e4mender. Ich sehe das so, dass viel dadurch kaputt gegangen ist, dass, als sich der Erfolg einstellte, massenweise die Puritaner kamen, die Anh\u00e4nger der reinen Lehre. Die haben das Ding von vorne bis hinten kritisiert, weil es nicht radikal oder nicht anarchistisch genug war. Das war denen zu b\u00fcrgerlich, nicht so richtig k\u00e4mpferisch. Die sind so lange geblieben, bis sie es kaputt geredet und auf diese Weise &#8222;Recht behalten&#8220; haben. Es gab h\u00e4ssliche Szenen. Ich pers\u00f6nlich habe mich 1992 ziemlich angewidert zur\u00fcckgezogen.<\/p>\n<p>Aber vieles existiert noch, nicht nur hier. Es gibt noch Firmen, Menschen, Wohnzusammenh\u00e4nge, und die Hoffnung ist nie zu sp\u00e4t, dass das wieder eine politische Dimension kriegt, wenn sich die \u00e4u\u00dferen Bedingungen bessern. Im Augenblick formiert sich hier \u00fcbrigens gerade ein Ding mit dem Namen &#8222;Projekt A \/ Plan B&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Es ist vielleicht auch ein Problem, dass den meisten Leuten heute das &#8222;Projekt A&#8220; kein Begriff ist, auch weil das Buch nur unter der (Info-)Ladentheke verbreitet wurde. Dabei bietet es ein gutes Konzept zur konkreten Verwirklichung einer gelebten Utopie. Du hast es vor 20 Jahren im Eigenverlag herausgegeben. W\u00e4re es nicht sinnvoll, es heute zu \u00fcberarbeiten und mit einer h\u00f6heren Auflage unter die Leute zu bringen? <\/strong><\/p>\n<p>Wir werden das Buch sicher noch einmal ver\u00f6ffentlichen, aber nicht unkritisch. Es muss dazu eine Aufarbeitung kommen, dazu w\u00fcrden wir dann viele Leute zum Schreiben einladen, die mitgemacht haben, so dass ein objektiveres Bild entsteht. Was ich eben gesagt habe, ist nat\u00fcrlich nur meine pers\u00f6nliche Meinung, andere sehen das ganz anders.<\/p>\n<p>So etwas muss man kontrovers diskutieren.<\/p>\n<p><strong>Vielleicht k\u00f6nnen sich die Leute unter &#8222;Projekt A&#8220; noch nicht so richtig etwas vorstellen. Kannst Du dieses Konzept, auch mit den &#8222;Doppelprojekten&#8220;, kurz darstellen, damit verst\u00e4ndlicher wird, worum es geht?<\/strong><\/p>\n<p>Die Grundeinheit ist immer ein Projekt, meist ein selbstverwalteter Betrieb, der geh\u00f6rt den Leuten, die in ihm arbeiten. Die sind gleichberechtigt. Da gibt es immer Projekte, die Geld bringen, Gewinn machen, und es gibt Projekte, die wahrscheinlich nie Profit abwerfen, die Geld brauchen. Das sind die eher politischen Projekte, die sich am Markt nicht &#8222;rechnen&#8220;, wie man heute so sch\u00f6n sagt.<\/p>\n<p>Die Idee war, dass die immer in &#8222;Doppelprojekten&#8220; zusammengefasst sind, so dass man einen Ausgleich der Kosten hat, und dass dann mit den \u00dcbersch\u00fcssen neue Projekte angeleiert werden. Das Ganze verbunden mit freien Wohngemeinschaften, oder auch Kommunen, Einzelleuten und Familien.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, jeder Mensch kann sich aussuchen, wie er leben m\u00f6chte. Es gibt keine &#8222;Zwangsbegl\u00fcckung&#8220;. Man kann mit verschiedenen Lebensformen experimentieren, so dass sich ein gro\u00dfes soziales Laboratorium verschiedener Lebensformen ergibt. Das Projekt wirkt nach au\u00dfen und kriegt im Nebeneffekt ein anarchistisches Label.<\/p>\n<p>Die Leute sehen dann, das ist nicht schlimm, ist sogar toll! Dann ist die Assoziation &#8222;Chaos&#8220; und &#8222;Bomben werfen&#8220; durchbrochen.<\/p>\n<p><strong>Schon 1971 hast Du das <em>AnArchiv<\/em>, ein anarchistisches Dokumentationszentrum gegr\u00fcndet. Kannst Du erkl\u00e4ren, wie es entstanden ist, wie es gewachsen ist, was daraus geworden ist?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist vor allem, wie Du sagst, gewachsen. So etwas bleibt ja nicht stehen, es erlebt Aufs und Abs, w\u00e4chst immer munter weiter, einfach weil es da ist. Das <em>AnArchiv <\/em>ist ein anarchistisches Archiv, wie das Wortspiel schon verr\u00e4t: eine riesige Bibliothek mit Monographien und B\u00fcchern, vor allem auch eine Sammlung von seltenen Dingen, wie Flugbl\u00e4tter, Diskussionspapiere, Aufkleber, Plakate, Filme, Musik und Zeitschriften. Der Schwerpunkt ist deutschsprachiger Anarchismus.<\/p>\n<p>Wir haben aber auch sch\u00f6ne Exponate aus aller Welt.<\/p>\n<p>Das interessiert einerseits Menschen oder Gruppen, die Kontakte suchen oder aus Erfahrungen lernen wollen, oder sehen m\u00f6chten, wie kann ich mich vernetzen. Andererseits nutzen viele das AnArchiv f\u00fcr die Forschung, auch ich habe dort meine B\u00fccher recherchiert, Leute haben dort ihre Diplom- und Doktorarbeiten geschrieben. Es ist ein Ged\u00e4chtnis der Bewegung, denn Anarchismus findet normalerweise in der offiziellen Geschichtsschreibung keinen Platz, und dieser Erfahrungsschatz w\u00e4re wahrscheinlich f\u00fcr alle Zeiten verloren, wenn es solche Archive nicht g\u00e4be.<\/p>\n<p><strong>Vor zwei Jahren gab es einen Aufruf zur finanziellen Rettung des <em>AnArchivs<\/em>. Was war da los?<\/strong><\/p>\n<p>Seit 35 Jahren habe ich das <em>AnArchiv<\/em> immer selbst finanziert und mir nicht gro\u00df Gedanken dr\u00fcber gemacht, solange ich gut verdient habe.<\/p>\n<p>Vor zwei Jahren hatte ich wirtschaftliche Schwierigkeiten mit meiner Firma und es bestand die Gefahr, dass das AnArchiv in der Konkursmasse untergehen k\u00f6nnte. Den Konkurs haben wir durch die solidarische Hilfe Vieler abgewendet. Wir haben die Konsequenzen daraus gezogen und einen Tr\u00e4gerverein gegr\u00fcndet, dem das AnArchiv jetzt geh\u00f6rt. Vor einem Jahr hatten wir dann die grandiose Neuer\u00f6ffnung in den neuen R\u00e4umen, an denen wir f\u00fcnf Jahre gearbeitet hatten. Nach zwei Monaten mussten wir schon wieder zu machen, weil ich im Dezember 2004 eine gesundheitlich sehr schlechte Prognose bekommen habe, dann meinen Job aufgeben und auch das Haus r\u00e4umen musste, in dem das AnArchiv untergebracht war. Jetzt ist alles<em> <\/em>wieder einmal in Kisten, wieder im Hochregal, und wir hoffen, dass wir daf\u00fcr bald eine L\u00f6sung finden.<\/p>\n<p><strong>Gibt es einen Spendenaufruf f\u00fcr den AnArchiv-Verein?<\/strong><\/p>\n<p>Nein, erst muss klar sein, wie es weitergeht. Mein gesundheitliches Problem ist Kinderl\u00e4hmung. Die kommt wieder, daran stirbt man nicht, aber es wird tendenziell schlechter und ist nicht heilbar. Als diese Diagnose im Raum stand, war ich erst einmal entsetzt und deprimiert. Daraus ist nun aber etwas Positives entstanden, was hier unter dem Label &#8222;Projekt A \/ Plan B&#8220; l\u00e4uft. Dieser Name ist \u00fcbrigens nicht von mir! Die Leute vom AnArchiv haben gesagt: &#8222;Das kann jedem von uns passieren. Menschenw\u00fcrdig zu leben und mit einer Krankheit menschenw\u00fcrdig alt zu werden, das ist ein Luxus, den kann sich kein Mensch mehr leisten heutzutage.&#8220; Aus meiner Not und der Not des <em>AnArchivs <\/em>ist dann ein Wohnprojekt entstanden, das jetzt hier flei\u00dfig und diszipliniert die Trommel r\u00fchrt. Da steht ein typischer Projekt-A-Gedanke im Hintergrund. Wir wollen uns zu einer generationen\u00fcbergreifenden Wohngruppe zusammenschlie\u00dfen, in der man auch menschenw\u00fcrdig alt werden kann, ohne dass man dazu Million\u00e4r sein muss. Und in dem auch das <em>AnArchiv<\/em>, das ist Konsensbeschluss, untergebracht werden soll.<\/p>\n<p>Etwas Besseres kann mir nat\u00fcrlich nicht passieren. Dann bin ich nicht mehr f\u00fcr die Finanzen usw. verantwortlich, kann auf meine alten Tage die H\u00e4nde \u00fcber dem Bauch verschr\u00e4nken und als Kurator oder wie auch immer t\u00e4tig sein und meinem liebsten Hobby nachgehen: anarchistische Geschichtsforschung betreiben und vielleicht mal wieder ein kluges Buch schreiben.<\/p>\n<p><strong>Deine B\u00fccher haben viele Menschen f\u00fcr anarchistische Ideen begeistert. Dein Bestseller ist <em>&#8222;Leben ohne Chef und Staat. Tr\u00e4ume und Wirklichkeit der Anarchisten&#8220;<\/em>, der gerade vom <em>Karin Kramer Verlag<\/em> neu aufgelegt wurde. Wie viele Auflagen gibt es mittlerweile?<\/strong><\/p>\n<p>Da bin ich \u00fcberfragt. Bei <em>Eichborn <\/em>ist das Buch, glaube ich, in acht Auflagen erschienen, und bei <em>Kramer <\/em>d\u00fcrfte es mittlerweile an die 20 erreicht haben. Aber ich bin trotzdem kein Auflagenmillion\u00e4r geworden. Ich bin ein wenig stolz auf dieses Buch, weil es den Anarchismus anekdotenhaft r\u00fcberbringt. Ich habe es eigentlich f\u00fcr meine Mutter geschrieben und gesagt, wenn Mutti das versteht, dann verstehen andere das auch.<\/p>\n<p>Ich habe versucht, journalistische, kurzweilige Geschichten \u00fcber den Anarchismus herauszufinden, die nicht so bekannt sind, und an jede dieser Geschichten ein bestimmtes &#8222;Essential&#8220; des Anarchismus zu koppeln, ob nun Pazifismus, oder ob Gewerkschaften oder die Gewaltfrage &#8230; Das hat offenbar gut funktioniert.<\/p>\n<p><strong>Dein letztes Buch, <em>&#8222;Freiheit pur. Die Idee der Anarchie, Geschichte und Zukunft&#8220;<\/em>, erschien vor zehn Jahren im <em>Eichborn-Verlag<\/em>. Es ist ein gutes Einsteigerbuch, aber nur einmal aufgelegt worden und seit Jahren vergriffen. Wann wird es neu aufgelegt? <\/strong><\/p>\n<p>Hoffentlich bald. <em>&#8222;Freiheit pur&#8220; <\/em>f\u00fchrt \u00fcbrigens im Internet ein munteres Eigenleben, und es gibt ne Menge Raubdrucke.<\/p>\n<p>Auf der Buchmesse in Frankfurt habe ich mit zwei Verlagen verhandelt. Es sieht so aus, als ob es 2006 wieder erscheinen wird. Dass es so lange vergriffen ist, hat viel damit zu tun, dass ich 1992 die Klotten hingeschmissen habe. Ich war entt\u00e4uscht, verletzt und niedergeschlagen.<\/p>\n<p>Ich hab dann erst mal sechs, sieben Jahre nur Karriere gemacht und Anarchie schleifen lassen. Hab dann aber festgestellt, dass das auf Dauer nicht das Wahre ist, und jetzt habe ich vielleicht so was wie ein &#8222;Comeback&#8220;. Allerdings hab ich in dieser Zeit auch Geld verdient, das ins <em>AnArchiv<\/em> geflossen ist. Von daher war das nicht unsinnig.<\/p>\n<p><strong>Deine B\u00fccher sind voll mit spannenden Geschichten. Was sind Deine liebsten? <\/strong><\/p>\n<p>Am sympathischsten finde ich immer noch die symboltr\u00e4chtige Anekdote zum Thema &#8222;Anarchie = Chaos und Unordnung&#8220;: In Barcelona hatte ich eine \u00e4ltere Dame interviewt, sehr katholisch, \u00fcberhaupt nicht anarchistisch, und die sagte: &#8222;Ja, ja, an diese Anarchisten kann ich mich gut erinnern! Das waren wilde Zeiten und wilde Typen &#8211; aber die U-Bahn fuhr nie so p\u00fcnktlich wie damals bei den Anarchisten!&#8220;<\/p>\n<p><strong>Der <em>Schwarze Faden<\/em> ((3)), eine der besten und langlebigsten anarchistischen Zeitschriften in Deutschland, erschien zuletzt im Sommer 2004. Jetzt wurde seine Einstellung verk\u00fcndet (siehe Kasten auf dieser Seite), nach einer jahrelangen Krise, in der nur wenige Ausgaben erschienen sind. Warum ist der <em>Schwarze Faden<\/em> Deiner Meinung nach gerissen? <\/strong><\/p>\n<p>Ich bin nicht berufen, das zu beurteilen, denn ich war zwar gelegentlich Autor, aber nie so dicht dran. Aber ich habe zwei Erkl\u00e4rungen, die vielleicht paradigmatisch sind.<\/p>\n<p>Die eine hat etwas mit der &#8222;Konjunktur&#8220; der Ideen zu tun. Der <em>Schwarze Faden<\/em> war eine Topzeitung auf hohem theoretischen Niveau, der irgendwann die Leserschaft weggebrochen ist. Das muss nicht unbedingt das Ende sein. Wer wei\u00df, ob nicht in drei oder f\u00fcnf Jahren der <em>Faden<\/em> wieder wie Phoenix aus der Asche entsteht, wenn das Bed\u00fcrfnis wieder da ist?<\/p>\n<p>Der andere Grund ist ein allgemein verbreitetes Problem der Libert\u00e4ren. Man muss sich mal klar machen, mit welchen M\u00fchen das alles verbunden ist. Man muss Geld reinstecken, und trotz aller gro\u00dfen kollektivistischen Etiketten, letztendlich bleibt es immer nur an wenigen, idealistischen Menschen h\u00e4ngen, die sich aufreiben, und irgendwann haben die Leute die Kraft nicht mehr.<\/p>\n<p><strong>Ja. Aber es w\u00e4re sinnvoll gewesen, wenn es noch einen <em>SF<\/em>-Rettungsversuch gegeben h\u00e4tte, z.B. einen Aufruf zur redaktionellen <em>SF<\/em>-Mitarbeit in <em>GWR<\/em>, <em>da<\/em>, <em>Contraste<\/em> und anderen Bewegungsbl\u00e4ttern. Vielleicht h\u00e4tten sich Leute gefunden, die das Projekt reaktiviert h\u00e4tten. Stattdessen droht dem <em>Faden<\/em> nun das Schicksal vieler einst wichtiger Bewegungsbl\u00e4tter: Vergessenheit. Eine neue Gruppe, die jetzt eine \u00e4hnliche Zeitung machen m\u00f6chte, k\u00f6nnte nicht so ohne weiteres an den <em>Schwarzen Faden<\/em> ankn\u00fcpfen, und m\u00fcsste stattdessen praktisch wieder bei Null anfangen.<\/strong><\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte aber doch auch ein Ankn\u00fcpfen mit den alten und neuen Mitmachern sein. Ich denke da sollte man nicht zu fr\u00fch die Flinte ins Korn werfen. Aber es ist auf jeden Fall ein bedauerlicher Verlust, zumal gerade auf der theoretischen Ebene der Anarchismus in Deutschland nicht gerade eine Vorreiterrolle spielt.<\/p>\n<p><strong>Wie beurteilst Du die Entwicklung der <em>Graswurzelrevolution<\/em> und der <em>direkten aktion<\/em>?<\/strong><\/p>\n<p>Darf ich dazu wieder eine Anekdote loswerden?<\/p>\n<p>Ich kann mich noch gut erinnern, als ich die erste <em>Graswurzelrevolution<\/em> bekam. Da hatten wir so einen kleinen, anarchistischen Buchladen in Wetzlar, und die Zeitung wurde uns unaufgefordert zugeschickt. Ich packe sie aus und dachte: &#8222;Was ist denn das f\u00fcr ein komisches Blatt? Irgendwas \u00fcber Gartenbau?&#8220; Ich habe den Titel einfach nicht verstanden. Mir war &#8218;grassroot&#8216; damals kein Begriff.<\/p>\n<p>Bei der <em>direkten aktion<\/em> habe ich 1977 die Anf\u00e4nge miterlebt, war Mitbegr\u00fcnder und Mitherausgeber.<\/p>\n<p>Ich kann f\u00fcr beide sagen, dass sie auch journalistisch sehr professionell geworden sind. Ich freue mich immer, wenn ich anarchistische Zeitungen in der Hand habe, die ich Nicht-Anarchisten geben kann, ohne rot zu werden. Beide geh\u00f6ren seit vielen Jahren dazu, denn sie behandeln Themen, die die Menschen interessieren, und die so geschrieben sind, dass sie sie auch kapieren.<\/p>\n<p>Was ich allerdings bedaure, ist, dass es keine Publikumszeitschrift der Anarchisten gibt, ein Blatt, das wirklich &#8222;Kiosk-f\u00e4hig&#8220; w\u00e4re. Aber auch das hat etwas mit der mangelnden Virulenz der Bewegung zu tun.<\/p>\n<p><strong>Immer wieder l\u00e4sst sich beobachten, wie viele Aktivistinnen und Aktivisten sich nach ein paar Jahren zur\u00fcckziehen und sich entpolitisieren. Hast Du Ideen, wie diese Fluktuation, dieses periodisch auftretende &#8222;Burning out&#8220;-Syndrom gestoppt werden k\u00f6nnten? <\/strong><\/p>\n<p>Wir haben uns vor Jahren an einer Untersuchung beteiligt: &#8222;Warum wird jemand Anarchist? Warum steigt er dann wieder aus?&#8220;<\/p>\n<p>Heraus kam, dass &#8222;Anarchismus&#8220; so eine Art Durchlauferhitzer ist. So um die 16 geht man rein, Mitte 20 ist man meistens wieder drau\u00dfen.<\/p>\n<p>Die &#8222;Durchhalte-Anarchisten&#8220; sagen dann meistens: &#8222;Die haben die Ideen verraten. Die sind keine Anarchisten mehr.&#8220;<\/p>\n<p>Interessanterweise hat sich das nicht best\u00e4tigt. Die meisten Menschen stehen zu ihrer libert\u00e4ren Einstellung, finden das nach wie vor toll, aber es gibt typische Br\u00fcche, wo man aussteigt. Das ist z.B. das Ende des Studiums, oder der Beruf f\u00e4ngt an, oder man kriegt Kinder.<\/p>\n<p>Das sind Zust\u00e4nde, auf die unsere anarchistische Bewegung in Deutschland, die eigentlich eine Nischenbewegung ist, kaum Antworten zu geben wei\u00df.<\/p>\n<p>Zu Anfang bezog ich mich auf den Anarchismus in Argentinien, der volkst\u00fcmlich und verwurzelt war. Man kann auch den spanischen Anarchismus nehmen, auch in Italien, in manchen Gegenden, da war das etwas v\u00f6llig Normales. Man war nicht Anarchist, nur um zu politisieren, sondern die Bewegung war das Leben und hat den Leuten etwas geboten, ob das jetzt die Freizeitgestaltung war, oder die Kindererziehung, der Einkauf des t\u00e4glichen Bedarfs, Kultur oder der Kampf ums Einkommen. \u00dcberall hatte diese Bewegung eine Antwort auf die Fragen der Menschen. Man musste nicht rausgehen, weil man alles in dieser libert\u00e4ren Alltagskultur fand.<\/p>\n<p>Unsere Bewegung, hier und heute, ist kopf- und theorielastig. Man findet sie deshalb mit Vorliebe in Universit\u00e4tsst\u00e4dten. Das verliert dann irgendwann seinen Reiz, wenn man sagt: &#8222;Gut und sch\u00f6n, diese tollen Ideen, aber ich hab jetzt andere Sorgen.&#8220;<\/p>\n<p>Dann ist man pl\u00f6tzlich kein guter Genosse oder keine gute Genossin mehr, weil man nicht mehr soviel Zeit hat. Man f\u00e4llt raus aus dieser Geschichte.<\/p>\n<p>Eine L\u00f6sung solcher Probleme kann nur in der Bewegung liegen.<\/p>\n<p>Da k\u00f6nnen dann Ideen, wie Projekt A und \u00e4hnliche Initiativen, die auch jenseits einer Politgruppe etwas schaffen im Alltag, schon eher eine L\u00f6sung bieten.<\/p>\n<p><strong>Wie sch\u00e4tzt Du die Situation der libert\u00e4ren Bewegung hierzulande ein?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe nach meinem R\u00fcckzug nat\u00fcrlich etwas den \u00dcberblick verloren. Ich glaube aber, der Anarchismus hat in den letzten Jahren an St\u00e4rke verloren. Die gro\u00dfen Bewegungen der 70er und 80er Jahre haben ihre Kraft eingeb\u00fc\u00dft. Es ist das passiert, was du vorhin erz\u00e4hlt hast: Die Menschen haben sich zur\u00fcckgezogen, man erinnert sich nur noch an vergangene Zeiten.<\/p>\n<p>Ich glaube, dass das Potenzial sehr gro\u00df ist. Ich bin ein Anh\u00e4nger dieser etwas simplen Pendeltheorie. Das Pendel der Gesellschaft schl\u00e4gt immer in eine Richtung aus. In meiner pers\u00f6nlichen Biographie habe ich erlebt, wie diese erzkonservative, verklemmte Adenauer\u00e4ra sich pl\u00f6tzlich Luft gemacht hat in Rock&#8217;n&#8217;Roll, in Hippie-, 68er-Bewegung und Anarchismus.<\/p>\n<p>Wir sind jetzt in einer Zeit, wo das Yuppietum abklingt, wo der eiskalte Neoliberalismus seine vermeintlichen Triumphe feiert.<\/p>\n<p>Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass wir in den n\u00e4chsten zehn Jahren Zust\u00e4nde bekommen, die der anarchistischen Bewegung gro\u00dfe Chancen geben k\u00f6nnten. Aber ich denke, sie ist schlecht aufgestellt. Sie ist zu r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt, holt sich ihre Vorbilder aus den 20er oder 30er Jahren. Ich f\u00fcrchte, wenn das Pendel wieder nach links ausschl\u00e4gt und es wieder so ein Revival geben w\u00fcrde, dann w\u00e4ren wir recht hilflos, weil wir nicht darauf vorbereitet sind, weil wir im Alltag nur wenige Projekte verankert haben, die so etwas im realen Leben auffangen k\u00f6nnten, jenseits von Theorie, Zeitungen und B\u00fcchern.<\/p>\n<p><strong>Welche M\u00f6glichkeiten siehst Du denn dann, die Perspektiven des Anarchismus zu verbessern? <\/strong><\/p>\n<p>Ich pl\u00e4diere daf\u00fcr, dass man aus dem selbstgemachten Ghetto herauskommt, dass man weniger Ber\u00fchrungs\u00e4ngste hat, weniger auf die Reinheit der Lehre und mehr auf die Bed\u00fcrfnisse der Menschen achtet, auch st\u00e4rker in die Medien geht und da unverkrampfter heran geht.<\/p>\n<p>Ich darf vielleicht etwas aus der Schule plaudern. Du erw\u00e4hntest ja bereits, dass das &#8222;Projekt A-Buch&#8220; sehr konspirativ verbreitet wurde. Wir hatten eine Heidenangst, dass, sobald der Name Anarchismus f\u00e4llt, man uns in so einer provinziellen Kleinstadt sofort niedermachen und an den Pranger stellen w\u00fcrde. Zu unserem Erstaunen war das Gegenteil der Fall. Die Tagespresse kam, brachte ganzseitige Artikel und Interviews und hat den Anarchismus dargestellt.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, unsere Feindbilder sind vielleicht ein bisschen antiquiert. Wir werden heute nicht mehr als &#8222;anarchistische Gewaltt\u00e4ter der RAF&#8220; verfolgt.<\/p>\n<p>Eigentlich haben wir ein recht offenes Klima, die Indikatoren zeigen, dass nach wie vor ein Interesse an anarchistischer Literatur und anarchistischen Positionen da ist. Aber manchmal stehen sich die lieben Genossinnen und Genossen ein bisschen selbst im Weg. Das w\u00e4re das Eine.<\/p>\n<p>Das Andere w\u00e4re, dass man Anarchismus &#8211; die 68er sind ja auch in die Jahre gekommen &#8211; auch als ein Projekt des Alterns verstehen darf. Wir haben fr\u00fcher immer nur geschaut auf Action, Demos, und darauf irgendwelche Projekte und Zeitungen herauszubringen. Ich glaube, das wird ein gro\u00dfes Thema werden in der Gesellschaft. Es kann sich eigentlich kein Arbeiter mehr leisten, alt zu werden, rein finanziell gesehen. Gerade an so einem Punkt kann man die St\u00e4rke der anarchistischen Organisationsform klar machen: &#8222;Leute, es gibt Wahlverwandtschaften, man kann sich das Leben aussuchen, es gibt Affinit\u00e4tsgruppen, es gibt Sympathiegruppen, und die organisieren und vernetzen sich frei.&#8220;<\/p>\n<p>Das ist zwar eine ganz unpr\u00e4tenti\u00f6se Herangehensweise, mit der man aber anarchistische Essentials unter die Leute bringen kann.<\/p>\n<p>Das \u00fcberzeugt mehr, als das geschriebene Wort.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6chtest Du den Leserinnen und Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?<\/strong><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte vielleicht ein Beispiel nennen, um meine Kritik klarer zu machen.<\/p>\n<p>Vor kurzem war ich auf einem Treffen der <em>Freien ArbeiterInnen Union (FAU)<\/em>, das ist die deutsche anarchosyndikalistische Organisation. Die haben in Deutschland ungef\u00e4hr 300 Mitglieder. Das sind r\u00fchrige, sympathische Leute, die tolle Arbeit machen und die <em>direkte aktion<\/em> herausgeben.<\/p>\n<p>Die Zeitung absorbiert einen Gro\u00dfteil der Kr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Diese wackere <em>FAU <\/em>steht nun in der Crux, dass sie gern eine Gewerkschaft sein m\u00f6chte, andererseits aber das ausf\u00fcllen muss, was es leider nicht gibt, n\u00e4mlich eine anarchistische F\u00f6deration. So dass sie also st\u00e4ndig damit besch\u00e4ftigt ist, sich den R\u00fccken frei zu halten und zu sagen: &#8222;Unser Thema ist die Arbeitswelt. Wenn ihr euch als Anarchos organisieren wollt, organisiert euch woanders.&#8220;<\/p>\n<p>In Spanien, Lieblingsland der Anarchisten, hat es nach Francos Tod, Mitte der 70er Jahre, ein gro\u00dfes Revival des Anarchismus gegeben. Da konnte die <em>CNT<\/em>, die spanische Anarcho-Gewerkschaft, nach 40 Jahren Illegalit\u00e4t pl\u00f6tzlich 500.000 Menschen auf einer Kundgebung mobilisieren, und hatte wieder ein paar hunderttausend Mitglieder.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Spanier war die CNT damals die ernsthafte Alternative zu Sozialisten und Kommunisten.<\/p>\n<p>Die Anarchisten haben sich aber in den folgenden Jahren derma\u00dfen in Grundsatzdebatten um die reine Lehre zerfleischt, so dass sie eigentlich inzwischen wieder ziemlich bedeutungslos geworden sind.<\/p>\n<p>Aus der Spaltung ist eine andere Anarcho-Gewerkschaft entstanden, die <em>CGT<\/em>, die einen weniger dogmatischen Kurs vertritt und heute immerhin wieder 60.000 Mitglieder z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Wenn man das mit den 300 hier vergleicht, dann denke ich, die reine Lehre kann nicht immer die Antwort auf alles sein.<\/p>\n<p>Das wird an einem konkreten Beispiel klar: Man streitet sich seit Jahren um die Frage: &#8222;D\u00fcrfen anarchistische Gewerkschaften Tarifvertr\u00e4ge abschlie\u00dfen? D\u00fcrfen sie mit anderen Organisationen zusammenarbeiten?&#8220; Die Beschl\u00fcsse, die die <em>CNT<\/em> als reine Lehre verteidigt, stammen aus dem Jahre 1934, einer Zeit, als sie mit zwei Millionen Mitgliedern die gr\u00f6\u00dfte Gewerkschaft Spaniens war.<\/p>\n<p>Aber k\u00f6nnen solche Positionen noch funktionieren, wenn man in einer Minderheitenposition steckt?<\/p>\n<p>Dabei zeigt das Beispiel der <em>CGT<\/em>, dass man mit einer anarchistischen Gewerkschaft auch heute noch &#8222;Massen&#8220; ansprechen kann, ohne reformistisch zu werden. Wenn wir mal 60.000 Mitglieder in Deutschland h\u00e4tten, dann s\u00e4he die Welt auch anders aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Graswurzelrevolution (GWR): Horst, Du verstehst Dich als Anarchist und hast B\u00fccher und Aufs\u00e4tze zum Anarchismus geschrieben. Viele Menschen denken, Anarchie sei Chaos und Anarchisten seien Chaoten oder Terroristen. Was verstehst Du unter Anarchie? 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