{"id":7314,"date":"2006-02-01T00:00:05","date_gmt":"2006-01-31T22:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=7314"},"modified":"2022-07-26T14:15:01","modified_gmt":"2022-07-26T12:15:01","slug":"rascheln-im-libertaren-blatterwald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2006\/02\/rascheln-im-libertaren-blatterwald\/","title":{"rendered":"Rascheln im libert\u00e4ren Bl\u00e4tterwald"},"content":{"rendered":"<p>Der <em>Schwarze Faden <\/em>(<a href=\"http:\/\/www.schwarzerfaden.de\">www.schwarzerfaden.de<\/a>), neben <em>da<\/em> und <em>GWR<\/em> in den 1980er und 90er Jahren die wichtigste \u00fcberregionale anarchistische Zeitung in der Bundesrepublik, wurde 2005 nach 77 Ausgaben eingestellt (vgl. GWR 304).<\/p>\n<p>Beerdigt wurde auch das <em>TATblatt<\/em> aus Wien. Dieses \u00fcberregionale Gegenmedium erschien ab 1988 zun\u00e4chst zweiw\u00f6chentlich, dann monatlich, bis Sommer 2005 insgesamt 220 mal.<\/p>\n<p>Es war ein etabliertes und wichtiges Sprachrohr prim\u00e4r der autonomen Szene \u00d6sterreichs, mit deutlich anarchistischen Tendenzen. Der Versuch des <em>TATblatt<\/em>-Kollektivs, auch Leute au\u00dferhalb der linksradikalen Szene zu erreichen, scheiterte.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt interne Konflikte und das Schmoren im eigenen Saft f\u00fchrten letztlich wohl zur Resignation der verbliebenen RedakteurInnen. Die lesenswerte Abschiedsnummer reflektiert Gr\u00fcnde f\u00fcr den Niedergang dieses Bewegungsorgans. Sie findet sich auch im <em>TATblatt<\/em>-Textarchiv im Internet: <a href=\"http:\/\/www.tatblatt.net\">www.tatblatt.net<\/a><\/p>\n<h3>Einige Bl\u00e4tter sterben, andere wachsen und gedeihen<\/h3>\n<p>In den 80er und 90er Jahren gab es in Deutschland noch eine gro\u00dfe Vielfalt vor allem an lokalen, sowie regionalen Anarchobl\u00e4ttern und Flugblattsammlungen. Mittlerweile haben sich viele dieser libert\u00e4ren Printmedien aufgel\u00f6st. Relativ wenige wurden neu gegr\u00fcndet, w\u00e4hrend gleichzeitig das Internet enorm an Bedeutung gewonnen hat.<\/p>\n<p>Viele Periodika, die nicht explizit &#8222;anarchistisch&#8220; sind, haben libert\u00e4re Tendenzen. So kommen erfreulicherweise zum Beispiel in der \u00fcberregionalen, seit 1984 als &#8222;Monatszeitung f\u00fcr Selbstverwaltung&#8220; erscheinenden <em>Contraste<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.contraste.org\">www.contraste.org<\/a>) immer wieder auch anarchistische Positionen zum Vorschein. ((1))<\/p>\n<p>Das gilt auch f\u00fcr den <em>Wahrschauer<\/em>, ein Blatt, das anders konzipiert ist als die im Berliner Tageszeitungsformat mit monatlich 16 Seiten und einer Auflage von 3.000 St\u00fcck erscheinende <em>Contraste<\/em>.<\/p>\n<p>Mittlerweile sind 52 Ausgaben des &#8222;Magazin(s) f\u00fcr Gegenkultur mit CD&#8220; erschienen. Als das Fanzine 1989 in Berlin gegr\u00fcndet wurde, kam es mit 20 bis 40 DIN-A-4-Seiten Umfang im klassischen Schnibbel-Layout heraus. Heute erscheint der <em>Wahrschauer<\/em> mit 132, zum Teil vierfarbigen Seiten (plus CD). Die Auflage ist von knapp 2.000 auf 15.000 pro Ausgabe gestiegen. Neben unz\u00e4hligen CD- und Buchbesprechungen, Konzertberichten und Band-Interviews finden sich viele lesenswerte Artikel, oft aus anarchistischer Perspektive geschrieben.<\/p>\n<p>Auch der Preis von 4 Euro macht dieses viertelj\u00e4hrlich erscheinende Blatt nicht nur f\u00fcr Libert\u00e4re, die gerne mal Punk h\u00f6ren, zu einem Muss.<\/p>\n<p>Kontakt: <a href=\"http:\/\/www.wahrschauer.net\">www.wahrschauer.net<\/a><\/p>\n<p><strong>Die Grenzen von unten abschaffen will <em>ABB<\/em>, ein gut gemachter und lesenswerter anarchistischer Kurier aus Osteuropa.<\/strong><\/p>\n<p><em>Abolishing The Borders From Below<\/em> <em>&#8211; An Anarchist Courier From Eastern Europe <\/em>ist ein zweimonatlich in leicht verst\u00e4ndlichem Englisch erscheinendes Magazin mit Informationen \u00fcber verschiedene politische und kulturelle Prozesse und Aktivit\u00e4ten in Osteuropa.<\/p>\n<p><em>ABB <\/em> betrachtet, kommentiert und analysiert aus anarchistischer Perspektive. Das internationale Redaktionskollektiv wurde im August 2001 in Berlin von osteurop\u00e4ischen MigrantInnen gegr\u00fcndet. Sp\u00e4ter kamen andere MitstreiterInnen aus aller Welt hinzu. Neben der aktionsorientierten Zeitung produziert die Gruppe auch Radiosendungen, eine libert\u00e4re Bibliothek, Solidarit\u00e4tsaktionen sowie kulturelle und politische Veranstaltungen.<\/p>\n<p>Sie kooperiert mit anderen, vor allem osteurop\u00e4ischen Kollektiven und unterst\u00fctzt lokale und globale K\u00e4mpfe gegen jede Art von Unterdr\u00fcckung und f\u00fcr eine freie Gesellschaft.<\/p>\n<p>Die aktuelle <em>ABB<\/em> Nr. 22 (Dezember 2005\/Januar 2006) bringt auf 60 DIN A 4-Seiten zum Beispiel Interviews mit &#8222;Food Not Bombs&#8220;-AktivistInnen aus Kiew und Warschau, sowie mit einem Unterst\u00fctzer des in der T\u00fcrkei zu vier Jahren Haft verurteilten Kriegsdienstverweigerers Mehmet Tarhan.<\/p>\n<p>Thematisiert werden zudem u.a. das G8-Treffen in St. Petersburg, &#8222;Anarchismus und Prostitution&#8220;, faschistische \u00dcberf\u00e4lle gegen AnarchistInnen in Russland, Litauen und der Ukraine, Antifa transnational, Homophobie und die Situation in Polen nach der Wahl.<\/p>\n<p>Brauchbar ist auch die Auflistung libert\u00e4rer Kontakte aus allen L\u00e4ndern des ehemaligen &#8222;Ostblocks&#8220;. Wer die Vernetzung mit osteurop\u00e4ischen GenossInnen verst\u00e4rken m\u00f6chte, kommt an <em>ABB <\/em>nicht vorbei.<\/p>\n<p>Kontakt: <a href=\"http:\/\/www.abb.hardcore.lt\">www.abb.hardcore.lt<\/a> \/ E-Mail: <a href=\"mailto:abolishingbb_subs@riseup.net\">abolishingbb_subs@riseup.net<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schwarze Faden (www.schwarzerfaden.de), neben da und GWR in den 1980er und 90er Jahren die wichtigste \u00fcberregionale anarchistische Zeitung in der Bundesrepublik, wurde 2005 nach 77 Ausgaben eingestellt (vgl. GWR 304). Beerdigt wurde auch das TATblatt aus Wien. Dieses \u00fcberregionale Gegenmedium erschien ab 1988 zun\u00e4chst zweiw\u00f6chentlich, dann monatlich, bis Sommer 2005 insgesamt 220 mal. 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