{"id":7556,"date":"2006-06-01T00:00:59","date_gmt":"2006-05-31T22:00:59","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=7556"},"modified":"2022-07-26T14:24:24","modified_gmt":"2022-07-26T12:24:24","slug":"nahstube-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2006\/06\/nahstube-der-welt\/","title":{"rendered":"N\u00e4hstube der Welt"},"content":{"rendered":"<p>Knapp 144 Millionen Menschen leben heute auf 144.000 Quadratkilometern; Bangladesch ist damit das am dichtesten besiedelte Land der Welt. 56 Millionen Menschen sind erwerbst\u00e4tig.<\/p>\n<p>47,5 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Der Analphabetismus ist extrem hoch: Er betr\u00e4gt bei Frauen 57 Prozent, bei M\u00e4nnern 41 Prozent. 87 Prozent der Bev\u00f6lkerung geh\u00f6ren dem Islam an, 12 Prozent dem Hinduismus. In dem islamisch gepr\u00e4gten Land werden M\u00e4nner- und Frauenwelt streng getrennt, die Frau untersteht grunds\u00e4tzlich der m\u00e4nnlichen Aufsicht.<\/p>\n<p>So darf sie sich nicht mit anderen M\u00e4nnern in der \u00d6ffentlichkeit zeigen, am Arbeitsplatz darf sie sich nicht mit ihnen unterhalten. Der gesellschaftliche Stellenwert von Arbeiterinnen ist gering; viele werden im Falle der R\u00fcckkehr in ihre D\u00f6rfer gesellschaftlich isoliert.<\/p>\n<h3>Exportschlager Textilien<\/h3>\n<p>Gr\u00f6\u00dfter industrieller Sektor des stark landwirtschaftlich ausgerichteten Landes ist die Bekleidungsindustrie. Dabei handelt es sich um eine relativ junge Branche: 1977 gab es ganze acht Bekleidungsfabriken. Der Boom setzte erst in den 80er Jahren ein. Heute existieren in so genannten Exportproduktionszonen (EPZ) ca. 3.300 dieser Fabriken. 1,6 Millionen Menschen sind dort besch\u00e4ftigt, 80 Prozent davon Frauen, meist im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Sie kommen aus den l\u00e4ndlichen Gebieten in die St\u00e4dte, um hier Arbeit zu finden und ihre Familien zu unterst\u00fctzen. Das Bildungsniveau der ArbeiterInnen ist aufgrund des weit verbreiteten Analphabetismus gering.<\/p>\n<p>Das macht sie manipulierbar und als billige, flexible und f\u00fcgsame Arbeitskr\u00e4fte attraktiv. Die ArbeiterInnen wissen kaum etwas \u00fcber die ihnen zustehende Rechte.<\/p>\n<p>76 Prozent des gesamten Exports werden von den TextilarbeiterInnen produziert; Hauptabnehmer sind die USA, Kanada und die EU.<\/p>\n<p>Die Zulieferer in Bangladesch arbeiten f\u00fcr Lee, Wrangler, Umbro, Karstadt\/Quelle, New Yorker, Wal-Mart, H&amp;M und Tchibo (eigenes Label: TCM).<\/p>\n<h3>Billig und billiger<\/h3>\n<p>Die Fabrikbesitzer versuchen, durch immer billigere Produktion die Konkurrenz aus dem Feld zu schlagen und die Auftragsunternehmen so von einer Abwanderung in andere Produktionszentren abzuhalten.<\/p>\n<p>Das geht zu Lasten der Besch\u00e4ftigten und der Umwelt, da Schutzvorkehrungen in jeglicher Hinsicht nicht getroffen werden.<\/p>\n<p>Die Fabrikbesitzer geh\u00f6ren der gesellschaftlichen Elite an, sind (ehemalige) Politiker, Armeeoffiziere und Staatsbeamte. Die zust\u00e4ndigen staatlichen Stellen zeigen wenig Interesse daran, gegen sie vorzugehen. Die Textilproduktion bringt zudem die meisten Devisen ins Land.<\/p>\n<p>Dabei versto\u00dfen die Fabriken massiv gegen geltendes Arbeitsrecht und die von Bangladesch ratifizierten ILO-Normen. ((1))<\/p>\n<h3>Working poor<\/h3>\n<p>F\u00fcr gew\u00f6hnlich fangen die Frauen in den Fabriken als &#8222;Helferinnen&#8220; im Alter von 14 bis 15 Jahren an. Mit 16 erhalten sie dann einen Job als N\u00e4herinnen auf der untersten Hierarchiestufe. Das Management besteht ausschlie\u00dflich aus M\u00e4nnern, die Aufseher sind ebenfalls fast nur M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Die Besch\u00e4ftigten bekommen keine Arbeitsvertr\u00e4ge; Sozial- oder Vorsorgeleistungen fehlen g\u00e4nzlich. Eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall besteht nicht. Die Frauen leben deshalb von der Hand in den Mund und stehen im K\u00fcndigungsfalle oder bei Krankheit vor dem Nichts. Sie verlieren ihre Wohnung, m\u00fcssen ggf. ihre Kinder von der Schule nehmen, weil sie das Schulgeld nicht mehr aufbringen k\u00f6nnen (falls sie das vorher konnten). In der Hauptstadt Dhaka sind Mieten zwischen 8 und 30 Euro f\u00fcr 10 bis 15 Quadratmeter \u00fcblich. Die sanit\u00e4ren Bedingungen in diesen Unterk\u00fcnften sind in der Regel katastrophal.<\/p>\n<p>1994 wurde von der Regierung ein monatlicher Mindestlohn f\u00fcr ungelernte ArbeiterInnen festgesetzt: 930 Taka (ca. 14 Euro). Dieser liegt weit unter der Armutsgrenze. Eigentlich sollte er alle zwei Jahre angepasst werden, was aber nicht geschehen ist. Und selbst dieser wird noch regelm\u00e4\u00dfig unterschritten. Das gleiche gilt f\u00fcr den Mindestlohn f\u00fcr gelernte ArbeiterInnen (2.100 Taka &#8211; ca. 35 Euro). Die L\u00f6hne werden individuell ausgehandelt. Der monatliche Durchschnittslohn in der Branche liegt bei 12,50 Euro f\u00fcr ungelernte bzw. 28 bis 34 Euro f\u00fcr berufserfahrene N\u00e4herinnen.<\/p>\n<p>Die L\u00f6hne werden fast immer einen halben Monat zu sp\u00e4t gezahlt, \u00dcberstunden sogar erst nach einem Monat oder noch sp\u00e4ter. Meist fehlt die n\u00f6tige Transparenz, sodass die ArbeiterInnen gar nicht nachvollziehen k\u00f6nnen, wie viele \u00dcberstunden sie \u00fcberhaupt verg\u00fctet bekommen haben. In der Regel erhalten sie daf\u00fcr nur den Normalstundenlohn, obwohl \u00dcberstunden nach dem Arbeitsgesetz mit dem doppelten Stundensatz verg\u00fctet werden m\u00fcssten.<\/p>\n<h3>Dereguliert<\/h3>\n<p>Laut Gesetz gilt maximal die 60-Stunden-Woche bei einem freien Tag pro Woche. In der Praxis sind dagegen 14- bis 16-Stunden-Tage an sieben Tagen die Woche \u00fcblich, meist gibt es nur ein bis zwei freie Tage im Monat. Die \u00dcberstunden werden einfach erzwungen: Es wird solange gearbeitet, wie die Produktionsvorgaben es erfordern. Wer murrt, fliegt. F\u00fcnf \u00dcberstunden pro Tag und in Sto\u00dfzeiten zehn \u00dcberstunden, also Nachtarbeit, sind in den Textilfabriken \u00fcblich. Am n\u00e4chsten Tag beginnt f\u00fcr die ArbeiterInnen dennoch regul\u00e4r ihre Arbeit. So kommen sie schnell auf \u00fcber 100 Stunden die Woche.<\/p>\n<p>Hinzu kommen die extremen Bedingungen, unter denen produziert wird: Die Fabriken befinden sich h\u00e4ufig in Privath\u00e4usern, die in Produktionshallen ohne notwendige technische Sicherheitsma\u00dfnahmen umgebaut wurden. Die Fluchtwege sind zu eng, verstellt oder verriegelt. Die Besch\u00e4ftigten werden bei der Arbeit eingeschlossen, was dazu f\u00fchrt, dass sie bei Br\u00e4nden und Fehlalarmen zu Tode getrampelt oder gequetscht werden. Zwischen 1990 und 2006 sind ca. 450 ArbeiterInnen in brennenden oder einst\u00fcrzenden Fabriken ums Leben gekommen. Sicherheitsunterweisungen, beispielsweise der Umgang mit Feuerl\u00f6schern (die durchaus vorhanden sind), finden genauso wenig statt wie solche in Erster Hilfe. Es gibt weder eine Bel\u00fcftung noch sauberes Trinkwasser. Das Essen muss mitgebracht und oft auf Treppen und in G\u00e4ngen im Eiltempo eingenommen werden, um anderen Platz zu machen. Extrar\u00e4ume oder gar Kantinen sind nicht vorgesehen.<\/p>\n<p>Nach 8 bis 9 Jahren Arbeit in derartigen Fabriken sind die Frauen gesundheitlich v\u00f6llig ausgelaugt.<\/p>\n<h3>Sexuelle Gewalt<\/h3>\n<p>Als w\u00e4re das noch nicht genug, sind die Frauen noch vielf\u00e4ltigen Schikanen und offener sexueller Gewalt ausgesetzt. Wegen Zusp\u00e4tkommens m\u00fcssen sie in einigen Fabriken &#8222;am Pranger stehen&#8220;, bei dreimaligem Zusp\u00e4tkommen wird ihnen der Lohn eines ganzen Arbeitstages abgezogen. Fehlen die Arbeiterinnen einen ganzen Tag, wird ihnen der Lohn f\u00fcr zwei Tage gestrichen.<\/p>\n<p>Missachtung, Beschimpfungen und Schl\u00e4ge sind in den Fabriken an der Tagesordnung. Toilettenbesuche werden gew\u00f6hnlich eingeschr\u00e4nkt und \u00fcberwacht.<\/p>\n<p>Beim Arbeiten d\u00fcrfen die Frauen nicht miteinander reden.<\/p>\n<p>Beim Verlassen der Fabrik werden sie bis unters Hemd gefilzt; immer wieder kommt es zu Vergewaltigungen durch Vorgesetzte.<\/p>\n<p>Aufgrund der fehlenden \u00f6ffentlichen Transportmittel geraten die Frauen gerade vor den Fr\u00fch- und nach den Sp\u00e4tschichten in die Gefahr von \u00dcbergriffen auf der Strasse.<\/p>\n<h3>Organisierung<\/h3>\n<p>Gewerkschaften sind eng an Regierungsparteien gebunden und werden auch in der frauendominierten Textilindustrie von M\u00e4nnern geleitet. Weniger als ein Prozent der Frauen sind Gewerkschaftsmitglieder.<\/p>\n<p>Gewerkschaftsrechte sind in Bangladesch gesetzlich verankert; praktisch werden sie nur selten gew\u00e4hrt. Die Fabrikbesitzer setzen der Organisierung Widerstand entgegen. &#8222;Unruhestifter&#8220; werden fristlos entlassen. Organisierungswillige werden durch Vertreter der Gesch\u00e4ftsleitung oder angeheuerte Schl\u00e4ger k\u00f6rperlich misshandelt. Bei Streiks und Demonstrationen werden Polizei-Sondereinheiten auf die ArbeiterInnen gehetzt, die auch mit Schusswaffen vorgehen.<\/p>\n<p>Nicht einsch\u00fcchtern l\u00e4sst sich davon die 1984 als unabh\u00e4ngige, emanzipatorische Gewerkschaft gegr\u00fcndete National Garment Workers Federation (NGWF) ((2)) , die seit Jahren Beziehungen zur anarchosyndikalistischen Gewerkschaftsbewegung, darunter der Freien ArbeiterInnen Union (FAU) sowie der gesamten Internationalen Arbeiter Assoziation (IAA), unterh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Die NGWF hat z.Zt. \u00fcber 20.000 Mitglieder und k\u00e4mpft f\u00fcr eine St\u00e4rkung der Frauen in der Gewerkschaftsbewegung und eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie.<\/p>\n<p>Den Frauen geht es v.a. um die Erlangung ihrer W\u00fcrde und die Anerkennung ihrer Rechte.<\/p>\n<p>Mitglieder der NGWF sind in vielen Textilfabriken aktiv. Da der Druck auf sie enorm ist und die M\u00f6glichkeiten, sich zu treffen, aufgrund der Arbeitsumst\u00e4nde schlecht sind, wird versucht, \u00fcber Spenden Organizer zu finanzieren, die die TextilarbeiterInnen unterst\u00fctzen sollen.<\/p>\n<p>Um Druck auszu\u00fcben, organisiert die NGWF immer wieder Streiks und Blockaden der Fabriken, stellt Streikposten vor den Wohnsitzen der Fabrikbesitzer und dem Sitz des Arbeitgeberverbandes auf, f\u00fchrt Demonstrationen, Kundgebungen, Menschenketten und symbolische Hungerstreiks durch.<\/p>\n<p>Sie begleitet die ArbeiterInnen aber auch zu den Arbeitsgerichten und unterst\u00fctzt sie w\u00e4hrend der Prozesse finanziell.<\/p>\n<p>Auf ihre Initiative hin schlossen sich vor einigen Jahren sechs Gewerkschaften im Bangladesh Garment Workers Unity Council (BGWUC) ((3)) zusammen, um koordiniert gegen die Fabrikbesitzer vorzugehen. Die NGWF bildet dabei zugleich die gr\u00f6\u00dfte Gewerkschaft im Einheitsrat.<\/p>\n<h3>Faden verloren<\/h3>\n<p>Doch die NGWF geht noch weiter: Seit Jahren beteiligt sich die Organisation am Projekt &#8222;ExChains&#8220;, das direkte Kontakte zwischen den Besch\u00e4ftigten entlang der Zuliefererkette der Textil- und Bekleidungsindustrie und des Einzelhandels aufbauen soll. Einziger Wermutstropfen: Darin arbeitet sie neben einer Gewerkschaft aus Sri Lanka auch mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di (Fachbereich 12: Handel) zusammen, einer bekanntlich zentralistischen Gewerkschaft. Nun ist es nahe liegend, sich auch auf internationaler Ebene mit den Besch\u00e4ftigten der gleichen Industrie zusammen zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Nur ist im Falle von ver.di kritisch zu hinterfragen, ob dies tats\u00e4chlich geschieht. Es scheint vielmehr, dass es sich um ein Projekt der so genannten Gewerkschaftslinken handelt, das, losgekoppelt von den Besch\u00e4ftigten, lediglich von ihr zuzurechnenden Gewerkschaftsfunktion\u00e4rInnen getragen wird. Es ist deshalb auch nicht erkennbar und sp\u00fcrbar, dass konkret Druck auf die Bekleidungsunternehmen durch die ver.di-Basis ausge\u00fcbt wird. ((4))<\/p>\n<p>Alles, was sie leistet, ist \u00d6ffentlichkeitsarbeit, die sich v.a. an die VerbraucherInnen wendet. Das ist wichtig und nicht zu untersch\u00e4tzen, hat aber mit den M\u00f6glichkeiten, gewerkschaftliche Druckmittel anzuwenden, nur zum Teil etwas zu tun. Denn diese \u00d6ffentlichkeitsarbeit gew\u00e4hrleisten andere Organisationen genauso bzw. besser und umfangreicher. Man denke dabei nur mal an die Clean Clothes Campaign (CCC). ((5))<\/p>\n<h3>Tagespolitische Forderungen<\/h3>\n<p>Tats\u00e4chlich setzt die NGWF nicht unwesentlich auf die Mobilisierung der \u00d6ffentlichkeit und der VerbraucherInnen. Sie ruft allerdings nicht direkt zum Boykott der Unternehmen auf, die die Auftr\u00e4ge vergeben. Stattdessen sollen die Bedingungen, unter denen die Sachen produziert werden, bekannt gemacht werden. Der Druck auf die Auftragsunternehmen soll sich auf diese Weise erh\u00f6hen, damit sie k\u00fcnftig auf die Einhaltung von Arbeits- und Sicherheitsstandards bei ihren Zulieferern achten. Die NGWF verlangt die \u00dcbernahme des Clean Clothes-Verhaltenskodex ((6)) und die unabh\u00e4ngige Kontrolle seiner Einhaltung. Unternehmen, die gegen die Standards versto\u00dfen, sollen auf schwarze Listen gesetzt werden. Der Arbeitgeberverband Garment Manufacturers Exporters Association (BGMEA) ((7)) soll diesen Unternehmen die Mitgliedschaft, die Regierung die Produktionsgenehmigung entziehen.<\/p>\n<p>Bei Ungl\u00fccksf\u00e4llen fordert die Gewerkschaft die Auszahlung ausstehender L\u00f6hne und Entsch\u00e4digungen, die den ArbeiterInnen regelm\u00e4\u00dfig verweigert werden. Die Besch\u00e4ftigten, die ihren Job durch derartige Ungl\u00fccke verloren haben, sollen wieder eingestellt werden. Durchsetzen will die NGWF auch einen Mutterschaftsurlaub und einen Urlaub nach Arbeitsunf\u00e4llen. ((8)) Eine soziale Absicherung soll etabliert, Pensionskassen sollen eingerichtet werden. Der gesetzliche Mindestlohn f\u00fcr ungelernte ArbeiterInnen soll sich mindestens auf 1.800 Taka verdoppeln.<\/p>\n<p>Die NGWF fordert Organisationsrechte und ein Recht auf kollektive Lohnverhandlungen ein. Immer wieder streikt sie f\u00fcr die p\u00fcnktliche Auszahlung der L\u00f6hne und \u00dcberstunden. Au\u00dferdem fordert sie die Ausstellung von Arbeitsvertr\u00e4gen. Sie k\u00e4mpft f\u00fcr eine Durchsetzung des arbeitsfreien 1. Mai, des internationalen Kampftags der Arbeiterklasse. Jahr f\u00fcr Jahr versuchen die Fabrikbesitzer, den Feiertag zu ignorieren, indem sie die Produktion auf vollen Touren weiterlaufen lassen.<\/p>\n<p>Gro\u00dfen Wert legt die Textilgewerkschaft auf die Bildung ihrer Mitglieder in Arbeitsrechtsfragen.<\/p>\n<p>Sie f\u00fchrt dazu regelm\u00e4\u00dfig 5-Tages-Seminare durch.<\/p>\n<p>Neben der Publikation von Brosch\u00fcren, Flugbl\u00e4ttern und Postern bringt sie mehrmals im Jahr den Newsletter &#8222;Garment Workers&#8220; heraus. Au\u00dferdem ver\u00f6ffentlicht sie den erw\u00e4hnten internationalen Rundbrief &#8222;ExChains&#8220; in Bengali. ((9))<\/p>\n<p>Die NGWF h\u00e4lt viel von branchen\u00fcbergreifender und internationaler Solidarit\u00e4t: Sie unterst\u00fctzt nicht nur die K\u00e4mpfe von ArbeiterInnen anderer Industrien, sondern auch die der TextilarbeiterInnen in anderen L\u00e4ndern &#8211; gegen den Standortnationalismus!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Knapp 144 Millionen Menschen leben heute auf 144.000 Quadratkilometern; Bangladesch ist damit das am dichtesten besiedelte Land der Welt. 56 Millionen Menschen sind erwerbst\u00e4tig. 47,5 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. 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