{"id":7691,"date":"2006-10-01T00:00:36","date_gmt":"2006-09-30T22:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=7691"},"modified":"2022-07-26T14:24:23","modified_gmt":"2022-07-26T12:24:23","slug":"barcelona-70-jahre-danach-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2006\/10\/barcelona-70-jahre-danach-2\/","title":{"rendered":"Barcelona, 70 Jahre &#8222;danach&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>In der <em>Rosa del Foc<\/em> l\u00e4uft mir ein Mann mittleren Alters in die Arme, stutzt, lacht: &#8222;He, was machst du denn hier?&#8220; fragt er. Es d\u00fcrfte 15 Jahre her sein, seit er uns in Neustadt besucht hatte, um das <em>Projekt A<\/em> aus der N\u00e4he kennen zu lernen&#8230; Er umarmt mich, wir plaudern. Agust\u00edn arbeitet jetzt bei <em>Virus<\/em>, einem sehr r\u00fchrigen anarchistischen Verlag, und brachte gerade ein Paket B\u00fccher f\u00fcr Carmen vorbei. Carmen, eine resolute Frau in den F\u00fcnfzigern, ist die &#8222;gute Seele&#8220; von <em>Rosa del Foc<\/em> &#8211; dem gut sortieren und geschmackvoll eingerichteten anarchistischen Buchladen in der Altstadt, in dem nicht nur Anarchisten ihre B\u00fccher kaufen. Der Laden, der auch Produkte von libert\u00e4ren Kooperativen anbietet, steht dem undogmatischeren Fl\u00fcgel der CNT nahe (<a title=\"Barcelona, 70 Jahre \u201cdanach\u201d\" href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2006\/07\/barcelona-70-jahre-danach\/\">vgl. GWR 311<\/a>) und unterh\u00e4lt auch ein <em>Ateneo<\/em> &#8211; jene typisch spanische Variante eines politisierenden Kulturclubs, irgendwo angesiedelt zwischen Bibliothek, Freidenkertreff und Volkshochschule.<\/p>\n<p>Agust\u00edn will viel von mir wissen und ich von ihm. Wir reden \u00fcber die Initiativen, die damals in Barcelona vom Projekt-A-Fieber befallen waren; fast alle existieren noch, die meisten haben sich gut entwickelt, und die Projektidee stehe nach wie vor hoch im Kurs.<\/p>\n<h3>El Proyecto A<\/h3>\n<p>Das war eigentlich das Letzte, was ich erwartet hatte. Nach der Krise des Projekts in Deutschland (vgl. GWR 304) waren die Kontakte zu anderen L\u00e4ndern langsam eingeschlafen, und irgendwie hatte ich geglaubt, denen m\u00fcsste es genauso ergangen sein wie uns&#8230;<\/p>\n<p>Aber schon am ersten Tag in Barcelona bin ich eines Besseren belehrt worden: Unser erster Besuch gilt <em>Tr\u00e8vol<\/em>. Meine Lebensgef\u00e4hrtin und ich samt Kindern fallen reisem\u00fcde in die R\u00e4ume dieser fast schon legend\u00e4ren Genossenschaft ein, die den einzigen \u00f6kologischen Fahrrad-Kurierdienst Kataloniens unterh\u00e4lt und zu den eifrigsten Pionieren des <em>Proyecto A<\/em> in Barcelona geh\u00f6rt. Unser alter amigo Chavi Palos, seinerzeit ebenfalls oft gesehener Gast in Neustadt, empf\u00e4ngt uns mit offenen Armen &#8211; und der Einladung zu einem veritablen &#8222;Bankett&#8220;, das schon f\u00fcr diesen Abend, eigens &#8222;zu unseren Ehren&#8220;, arrangiert ist&#8230;<\/p>\n<p>Auch <em>Tr\u00e8vol <\/em>war seit meinem letzten Besuch umgezogen: gr\u00f6\u00dfere R\u00e4ume, bessere Gesch\u00e4fte, weiterer Aktionsradius &#8211; und immer noch eine selbstverwaltete Kooperative ohne Chefs, daf\u00fcr aber jetzt auch mit den ersten Elektro-Lieferwagen in der Branche &#8211; wof\u00fcr sie sogar einen Umweltpreis erhalten haben.<\/p>\n<p>Und auch immer noch stark engagiert als Vorreiter der libert\u00e4ren Selbstverwaltungsidee innerhalb der traditionellen spanischen Kooperative-Bewegung. Erst k\u00fcrzlich wurden sie in den nationalen Vorstand gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Auch die tolle <em>Festa de l&#8217;Autogesti\u00f3<\/em> gibt es noch, das Fest der Selbstverwaltung, beliebter Ort zum Feiern, Kennen Lernen und Vernetzen f\u00fcr die vielen selbstverwalteten Betriebe der Stadt.<\/p>\n<p>Das &#8222;Bankett&#8220; ger\u00e4t dementsprechend zu einer Mischung aus nostalgischer R\u00fcckschau und optimistischer Zukunftsvision: noch mehr bekannte Gesichter, die ich zuletzt vor 10 Jahren in Neustadt oder Barcelona gesehen hatte, Umarmungen, Trinkspr\u00fcche, feuchte Augen hier und da. Aber auch ganz junge Frauen und M\u00e4nner voller Elan und frischer Ideen &#8211; eine ganz neue Generation in offensichtlichem Einklang mit den Carrozas, wie in Spanien &#8222;die Alten&#8220; genannt werden.<\/p>\n<p>Meine Tischnachbarinnen, wohl noch keine 20 Jahre alt, erkl\u00e4ren mir voller Begeisterung die Idee von <em>Xarxa<\/em>, dem &#8222;Netz&#8220;, und ebenso begeistert redet der inzwischen ergraute Ferr\u00e1n auf mich ein, damit ich auch alles sch\u00f6n begreife. Dass <em>Xarxa<\/em> n\u00e4mlich mit seinen Ideen von solidarischer \u00d6konomie und gegenseitiger Hilfe ganz auf der Linie von Projekt A liege und in den verschiedenen Stadtteilen entsprechende Initiativen miteinander vernetze.<\/p>\n<p>Ich m\u00fcsse mir das unbedingt ansehen, meint Ferr\u00e1n, und l\u00e4dt mich f\u00fcr \u00fcbermorgen zu einer Tour durch sein Barrio ein, den Stadtteil Sants.<\/p>\n<h3>Lebendige Gegengesellschaft<\/h3>\n<p>Auch Ferr\u00e1n Aguil\u00f3 hatte uns in Neustadt besucht und ist seither nicht m\u00fcde geworden, das Projekt A zu propagieren und wo immer m\u00f6glich umzusetzen. Er arbeitet bei <em>Mon Verd<\/em>, der &#8222;Gr\u00fcnen Welt&#8220;, einem ideenreichen Vertrieb und auch Hersteller \u00f6kologischer Produkte, die im &#8222;alternativen Barcelona&#8220; \u00fcberall zu finden sind. Er erwartet mich mit einem riesenhaften anarchotouristischen Programm, von dem wir am Ende nicht einmal die H\u00e4lfte schaffen.<\/p>\n<p>Sants, so erkl\u00e4rt er mir, ist eines jener typischen barceloneser Barrios mit langer libert\u00e4rer Tradition; einer Art k\u00e4mpferischer und autonomistischer Gegengesellschaft, deren Wurzeln weit \u00fcber 100 Jahre zur\u00fcckreichen, bis hin in die fr\u00fche Arbeiterbewegung, den Antiklerikalismus, die Genossenschaftsbewegung. Die Alltagssolidarit\u00e4t hat selbst die langen Jahre der Franco-Diktatur \u00fcberlebt, an ihr kn\u00fcpften die Libert\u00e4ren vor \u00fcber 20 Jahren wieder an.<\/p>\n<p>Er gibt mir <em>La Burxa<\/em>, das professionell gemachte Stadtteilblatt, das von der basisdemokratischen <em>Asamblea de Barrio<\/em>, einer Art Stadtteilrat, herausgegeben wird. In Rotationsdruck und hoher Auflage, finanziert durch Anzeigen sympathisierender Kleinfirmen und linker Projekte &#8211; und \u00fcberall im Viertel verteilt und gern gelesen. Mit einer in Deutschland kaum vorstellbaren inhaltlichen Toleranz: von den linken katalanischen Separatisten \u00fcber die Gewerkschaften bis hin zu Anarchopunks und Hausbesetzern &#8211; mit einer in Wort und Bild klar erkennbaren Dominanz libert\u00e4rer Ideen.<\/p>\n<h3>Vielfalt ohne Dogma<\/h3>\n<p>Unser n\u00e4chster Besuch gilt <em>Malea<\/em>, einem kleinen L\u00e4dchen namens &#8222;Unkraut&#8220;, \u00fcber dem <em>Herborister\u00eda<\/em> steht, Kr\u00e4uterladen. Hier wollen wir einkehren. Ich assoziiere moralinsauren deutschen \u00d6kofundamentalismus und stelle mich auf Kamillentee ein. Stattdessen erwartet uns die sympathische Symbiose aus \u00f6kologischem Bewusstsein und spanischer Lebensart, halb Bioladen, halb Bar. Kr\u00e4uter, Tees und viele gute Bio-Produkte von <em>Mon Verd <\/em>f\u00fcr ein gesundes Leben in selbstverst\u00e4ndlichem Einklang mit einer Bar, an der es auch Martini und Cognac gibt. Sohn Moritz kriegt ein Bier, Tochter Nora eine Limo, Freundin Ute ihren Kr\u00e4utertee und ich nach einem kleinen tinto einen echten argentinischen Mate, stilvoll aus der Bombilla. Wie erfrischend undogmatisch! Ich bin entz\u00fcckt.<\/p>\n<p>Etwas sp\u00e4ter werde ich ein wenig verlegen. Denn unsere jungen Gastgeberinnen, Maria und Milena, z\u00fccken pl\u00f6tzlich eine stark abgegriffene Fotokopie einer Fotokopie: <em>El Proyecto A<\/em>, ein 15 Jahre alter Reader auf spanisch, der, so sagen sie, hier noch \u00fcberall zirkuliere und von den jungen Leuten begeistert gelesen und engagiert diskutiert werde. Auch sie haben sich bei ihrem Laden davon inspirieren lassen: Doppelprojekt Bar\/Kr\u00e4uter, Kinderbetreuung, Mittagstisch, politische Infotheke, Treffpunkt. <em>Malea<\/em> sei kein Gutmensch-Ghetto, sondern ein beliebter Ort f\u00fcr Jung und Alt aus der gesamten Nachbarschaft.<\/p>\n<p>Sie selbst seien so etwas wie die zweite Generation des Projekts in Barcelona (und das k\u00f6nne ich ruhig w\u00f6rtlich nehmen, denn Milena ist tats\u00e4chlich die Tochter von Ferr\u00e1n). Als sie dann beginnen, aus dem Proyecto halbe Passagen zu rezitieren, f\u00fcrchte ich fast, sie w\u00fcrden mich um ein Autogramm bitten, aber so weit kommt es dann doch nicht.<\/p>\n<p>Denn wir werden schon in <em>La Ciutat Invisible<\/em> erwartet, der &#8222;unsichtbaren Stadt&#8220;, einem weiteren Projekt gleich um die Ecke, das ebenfalls zum Dunstkreis des <em>Proyecto A<\/em> z\u00e4hlt und &#8211; mit <em>Malea <\/em>und etlichen weiteren &#8211; in loser Kooperation vernetzt und verbandelt ist.<\/p>\n<p><em>Ciutat Invisible<\/em> ist ein freundlicher, moderner Laden, der auf den ersten Blick wie eine Boutique wirkt. Auf den zweiten Blick entdeckt man hinter Silberschmuck, M\u00fctzen und den wundersch\u00f6n designten Subversiv-T-Shirts aus eigener Produktion auch Anarcho-Buttons, B\u00fccher, Infos, Zeitungen, Flugbl\u00e4tter und politische Aufrufe. Hern\u00e1n, Mitte zwanzig, f\u00fchrt uns durch alle R\u00e4ume und erkl\u00e4rt: Fr\u00fcher trafen sich hier nur die Opas aus dem Viertel; die kommen auch immer noch, aber seit die jungen Leute das Lokal in kollektiver Leitung \u00fcbernommen h\u00e4tten, kommen Leute jeden Alters und aller Schichten. In der Tat: Der Laden ist rappelvoll. Kein Wunder, bietet er doch neben dem Buch- und Warenverkauf auch ein Internet-Caf\u00e9, ein Archiv zur Stadtteilgeschichte nebst Bibliothek, eine DVD-Produktion, eine kleine Bar und Computerkurse.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Station ist eine Kneipe, in der die katalanischen Separatisten verkehren (von denen es auch eine anarchistische Fraktion geben soll). An den W\u00e4nden Fahnen und Bilder von IRA- und ETA-M\u00e4rtyrern &#8211; hier wird Militanz zur Schau gestellt. Junge Frauen sortieren riesige Haufen roter Nelken, die morgen, auf der Fiesta San Jordi, dem h\u00f6chsten katalanischen Feiertag, traditionellerweise verkauft werden. Und Ferr\u00e1n z\u00e4hlt derweil auf, was es sonst noch alles gibt, was wir aber nicht mehr besuchen k\u00f6nnen (weil Milena mir n\u00e4mlich jetzt das besetzte Haus zeigen will, in dem sie lebt).<\/p>\n<p>Also, zum Beispiel mehrere Dutzend <em>Ateneos<\/em>, zehn davon spezifisch libert\u00e4r, zum Teil mit anarchistischen Bibliotheken und Archiven, Kneipen. F\u00fcnf anarchophil-autonome Radiosender. Den ber\u00fchmten Infoladen <em>El Lokal<\/em> in der Calle Hospital. Das <em>Cinema Rebelde<\/em> und die <em>Pimpam Films<\/em> mit Videoclub, -verleih und eigenen Produktionen. Die Lebensmittelkooperative Germinal mit vier L\u00e4den in Sants, Vall\u00e8s, Sarria und Gracia. Die Fahrradaktivisten von <em>Amigos de la Bici<\/em> und <em>Biciclot<\/em>. Und nat\u00fcrlich die besetzten H\u00e4user, zu denen wir anschlie\u00dfend gehen wollen.<\/p>\n<p>Ich verliere ein wenig den \u00dcberblick; mir wird klar, ich m\u00fcsste eigentlich noch ein, zwei Wochen dranh\u00e4ngen&#8230; Und doch &#8211; das kann noch nicht alles gewesen sein, allenfalls eine Auswahl von Ferr\u00e1ns Favoriten. Denn die <em>Agenda Libertaria 2006<\/em>, der handliche Anarcho-Taschenkalender, f\u00fchrt alleine f\u00fcr Barcelona 73 unabh\u00e4ngige libert\u00e4re Initiativen auf &#8211; wohlgemerkt ohne die zahlreichen gewerkschaftlichen Organisationen: Zeitungen und Aktionsgruppen, Frauen-, Lesben- und Schwulenzirkel, Buch-, Musik- und Comicverlage, \u00d6kogruppen und Bands, bis hin zu Naturisten, Antiprohibitionisten und der Liga f\u00fcr die Freiheit des Impfens. Und \u00fcber all dem schwebt, sozusagen als der Kitt der politischen Gegenkultur, das, was fr\u00fcher in Deutschland &#8222;Alternativpresse&#8220; hie\u00df. Aber auch hier keineswegs irgendwelche selbstgebastelten Szenebl\u00e4ttchen, sondern eine Vielfalt von richtig dicken, professionell und aufw\u00e4ndig gemachten links-undogmatischen Wochenbl\u00e4ttern, teils gratis, teils kommerziell, in denen auch der Anarchismus jederzeit ohne Probleme eine wohlwollende \u00f6ffentliche Plattform findet. Eines davon, die <em>Directa<\/em>, kam gerade mit ihrer ersten Nummer auf den Markt und wartete im Lager von <em>Tr\u00e8vol <\/em>auf ihre Auslieferung.<\/p>\n<h3>Hausbesetzung de luxe<\/h3>\n<p>Wenig sp\u00e4ter stehen wir in einer ehemaligen katholischen Kapelle und staunen: Edle T\u00e4felungen und Barocks\u00e4ulen mit goldenen Kapitellen, aber aus den romanischen Bilderrahmen grinsen uns antiklerikale Teufelchen an&#8230; Wir befinden uns in <em>Can Vies<\/em>, einem besetzten Haus am Rande von Sants, in dem einst ein Bahnarbeiter-Heim untergebracht war, nat\u00fcrlich mit Hauskapelle, wie zu Francos Zeiten \u00fcblich. Heute dient sie f\u00fcr Meetings, Versammlungen, Konferenzen.<\/p>\n<p>Auch die Anarchogewerkschaft CGT h\u00e4lt hier gelegentlich Tagungen ab. Und hier wohnt auch Milena, zusammen mit einem Dutzend junger Leute in einer Art Kommune. Alle zwei Wochen treffen sich Bewohner und Unterst\u00fctzer zum Plenum; entschieden wird nach dem Konsensprinzip und, wenn das nicht klappt, nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner. Im Vorderhaus gibt es eine Bar mit Infotheke, hier treffen sich auch Nachbarschafts- und Initiativgruppen, die beispielsweise gegen Globalisierung, Neoliberalismus und die Weltbank mobilisieren. Und nat\u00fcrlich gegen den Bau einer neuen ICE-Trasse, die mitten durch das Haus hindurchf\u00fchren soll. Milena hat Zweifel, ob sie den Abriss verhindern k\u00f6nnen &#8211; aber noch wird gek\u00e4mpft.<\/p>\n<p><em>Can Vies<\/em> ist unter den acht besetzten H\u00e4usern Barcelonas eher eine &#8222;kleine Hausnummer&#8220; &#8211; daf\u00fcr aber ein wundersch\u00f6nes altes Geb\u00e4ude mit Charme und gem\u00fctlichem Ambiente. Die Bewegung der <em>Okupas<\/em>, wie hier die Squatters hei\u00dfen, begann in Barcelona in den 90er Jahren. Ab 2001, berichtet Milena, nahm die Bewegung an sozialer Breite zu &#8211; unter anderem als Folge der neoliberalen Prekarisierung. Seither leben Menschen jeden Alters und verschiedener sozialer Herkunft in den besetzten H\u00e4usern, ideologische Dogmen und politische Vereinnahmungsversuche h\u00e4tten seitdem stark abgenommen. Durch einige Eigent\u00fcmlichkeiten des katalanischen Rechts bleiben die Besetzer relativ unbehelligt, vorausgesetzt, sie k\u00f6nnen die ersten Tage ohne R\u00e4umung \u00fcberstehen und nachweisen, dass der Besitzer das Geb\u00e4ude vernachl\u00e4ssigt hat.<\/p>\n<p>Auf diese Weise kam die Hausbesetzerbewegung sogar zu einer echten De-Luxe-Immobilie in bester Villenlage direkt unter Barcelonas Hausberg Tibidabo: eine aufgegebene Kaserne der verhassten Polizeitruppe Guardia Civil: mit reichem Baumbestand, schattigem Innenhof und sogar einigen \u00c4ckern im Umland.<\/p>\n<p>Dort wird jetzt Bio-Gem\u00fcse angebaut &#8211; ein geradezu musterhaftes Beispiel f\u00fcr eine gelungene libert\u00e4re Resozialisierung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Rosa del Foc l\u00e4uft mir ein Mann mittleren Alters in die Arme, stutzt, lacht: &#8222;He, was machst du denn hier?&#8220; fragt er. 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