{"id":7837,"date":"2007-01-01T00:00:33","date_gmt":"2006-12-31T22:00:33","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=7837"},"modified":"2012-06-24T16:00:39","modified_gmt":"2012-06-24T14:00:39","slug":"wasserstoff-fur-nukleare-traume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2007\/01\/wasserstoff-fur-nukleare-traume\/","title":{"rendered":"Wasserstoff f\u00fcr nukleare Tr\u00e4ume"},"content":{"rendered":"<p>Wasserstoff ist jedoch nur ein Sekund\u00e4renergietr\u00e4ger. Die Energie selbst kann in konventionellen Kraftwerken, durch Alternativenergie oder aber durch Atomkraftwerke hergestellt werden. Es ist also f\u00fcr die Stromkonzerne die ideale Energieform, um in einer energiepolitischen \u00dcbergangszeit die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber ihre wahren Absichten im Unklaren zu lassen und nukleare Optionen trotz &#8222;Atomausstieg&#8220; weiterzuverfolgen. Das Forschungszentrum Karlsruhe (FZK) arbeitet seit Jahren hochsubventioniert an einer engen Verzahnung von Nuklear- und Wasserstofftechnologie. Institute mit kerntechnischen Wurzeln und andere ohne Diese werden von ihm im Rahmen des Europ\u00e4ischen Exzellenz-Netzwerkes &#8222;Hysafe&#8220; koordiniert. In der Zeitschrift &#8222;Nachrichten&#8220; (3\/05) visualisiert das FZK ganz offen ihre Forschungsziele (siehe Abbildung): Innerhalb des Wasserstoff-Grafikkuchens befinden sich als Anwendungsform nicht nur Kohle, Erdgas, Biomasse und Solarw\u00e4rme. Nuklearstrom und Nuklearw\u00e4rme haben ihr eigenes &#8222;Viertel&#8220; und d\u00fcrfen selbstverst\u00e4ndlich nicht fehlen. Die 110 an diesem Projekt beteiligten WissenschaftlerInnen entscheiden in einem Koordinations-Komitee und einem zus\u00e4tzlichen Beratergremium selbst, ob sie mehr in Richtung Nuklear- oder Alternativenergie forschen wollen. Der Ausstiegswille der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung spielt hier keine Rolle mehr. Hier entscheidet eine bestimmte Elite.<\/p>\n<p>Die EU sieht im laufenden 6. Rahmenprogramm (und im zuk\u00fcnftigen 7.) die Forschung an der nuklearen Wasserstofferzeugung vor und bundesdeutsche Nuklearforscher arbeiten hier selbstverst\u00e4ndlich mit. Ebenfalls sind die Internationale Atomenergiebeh\u00f6rde und das Generation IV International Forum (GIF), in der an der neuesten Reaktorlinie geforscht wird, eingebunden.<\/p>\n<p>Mit den Ministern Pinkwart und Thoben hat die nukleare Wasserstofftechnologie in der NRW-Landesregierung zwei wichtige und unerm\u00fcdliche F\u00f6rderer. Gerade in diesem Bundesland wird versucht, die in Hamm gescheiterte nukleare Hochtemperatur (HTR) -Technologie mit der Wasserstoffproduktion zu koppeln. Die nuklear produzierte Energie soll in einem Parallelkreislauf zus\u00e4tzlich noch ein Edelgas aufheizen und Wasserstoff produzieren. Dieses gekoppelte nuklear-chemische System greift prozessbedingt ineinander und birgt zus\u00e4tzliche Gefahren in sich. Die hohe Explosionsgefahr im chemischen Teil wirkt sich auch auf den nuklearen aus. Es besteht ebenfalls die Gefahr, dass bisherige nukleare Sicherheitsstandards zugunsten von weniger strengen Bestimmungen in konventionellen Anlagen aufgeweicht werden. Die eingesetzten Produktgase k\u00f6nnten radioaktiv verseucht werden.<\/p>\n<p>Die effektive Speicherung von Wasserstoff ist nach Aussagen vieler WissenschaftlerInnen noch weitgehend ungel\u00f6st. Die extrem kleine Z\u00fcndenergie von Wasserstoff (20 mal geringer als Benzin oder Erdgas!) f\u00fchrt zu gravierenden Sicherheitsproblemen und Explosionsgefahr bei Wasserstoffautos, Garagen und Depots. Ob die Forschung diese technischen Probleme wirklich in den Griff bekommt, steht in den Sternen. Fest steht, hierf\u00fcr werden auf allen politischen Ebenen viele Milliarden Euro ausgegeben. Es ist die Chance der Atomlobby ihrer Technologie ein positives, umweltfreundliches Image zu verpassen und F\u00f6rdergelder aus dem Bereich der erneuerbaren Energien zur Atomkraft zur\u00fcckzuleiten. Die Bev\u00f6lkerung schaut irritiert bis fasziniert dem undurchsichtigem Treiben zu und wei\u00df nicht, was sie davon halten soll, weil alles so kompliziert ist.<\/p>\n<p>Hinter den Kulissen jedoch wurden die Fakten l\u00e4ngst geschaffen, ohne Mitwirkung der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wasserstoff ist jedoch nur ein Sekund\u00e4renergietr\u00e4ger. Die Energie selbst kann in konventionellen Kraftwerken, durch Alternativenergie oder aber durch Atomkraftwerke hergestellt werden. 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