{"id":8218,"date":"2007-06-01T00:00:26","date_gmt":"2007-05-31T22:00:26","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=8218"},"modified":"2022-07-26T14:14:53","modified_gmt":"2022-07-26T12:14:53","slug":"ein-denkmal-fur-einen-anarchisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2007\/06\/ein-denkmal-fur-einen-anarchisten\/","title":{"rendered":"Ein Denkmal f\u00fcr einen Anarchisten"},"content":{"rendered":"<p>Im westf\u00e4lischen M\u00fcnster ist der gr\u00f6\u00dfte Platz nach Paul von Hindenburg benannt, einem Revanchisten, der den Ersten Weltkrieg einmal wie folgt kommentierte: &#8222;Der Krieg bekommt mir wie eine Badekur.&#8220;<\/p>\n<p>Die Universit\u00e4t dieser Stadt tr\u00e4gt den Namen eines Judenhassers und Imperialisten, der den Ersten Weltkrieg mitverschuldete: Kaiser Wilhelm II.<\/p>\n<p>Viele Stra\u00dfen in der katholischen Provinzmetropole sind Militaristen und &#8222;Kriegshelden&#8220; wie Manfred von Richthofen, Maximilian Graf von Spee und Otto Weddingen gewidmet.<\/p>\n<p>Eine Stra\u00dfe, die an den M\u00fcnsteraner Antimilitaristen Paul Wulf erinnert, sucht man dagegen vergebens.<\/p>\n<p>Dabei war Paul Wulf eine herausragende Pers\u00f6nlichkeit des Antifaschismus.<\/p>\n<h3>Paul Wulf &#8211; ein K\u00e4mpfer f\u00fcr soziale Gerechtigkeit<\/h3>\n<p>Der am 2. Mai 1921 geborene Paul Wulf verstand sich als Anarchist und Kommunist. Er war ein extrem humorvoller Mensch und leidenschaftlicher Blasphemiker, er liebte das revolution\u00e4re Pathos und konnte sich \u00fcber herrschaftskritische und antiklerikale Sp\u00e4\u00dfe wie ein Kind freuen.<\/p>\n<p>Seine Waffe war das kritische und entlarvende Wort. Sein Ziel war ein freiheitlicher Sozialismus, eine herrschaftsfreie Gesellschaft.<\/p>\n<p>Paul Wulf verstarb am 3. Juli 1999 im Alter von 78 Jahren.<\/p>\n<h3>Paul Wulf &#8211; das Arbeiterkind<\/h3>\n<p>Paul Wulf wuchs mit seinen drei Geschwistern in proletarischen Verh\u00e4ltnissen auf.<\/p>\n<p>Sein Vater war in den Jahren 1921 bis 1928 im Ruhrbergbau in der Zeche Ernestine in der Kokerei besch\u00e4ftigt, wo seine Gesundheit angegriffen wurde.<\/p>\n<p>Es war die Zeit zwischen der Inflation und der Weltwirtschaftskrise (1923-1930), die Zeit der Weimarer Republik.<\/p>\n<p>So formulierte Paul Wulf: &#8222;Die Regierung Severing (SPD) tat [so], als ob sie die Interessen der Arbeiter vertreten w\u00fcrde, [sie] war schon damals &#8211; so m\u00f6chte ich sagen &#8211; der Folterknecht der arbeitenden Bev\u00f6lkerung.&#8220;<\/p>\n<h3>Zwangssterilisation<\/h3>\n<p>Angesichts ihrer materiellen Not gaben seine Eltern ihn 1928 schweren Herzens in die Obhut des katholischen St. Vincent-Heims in Cloppenburg.<\/p>\n<p>1932 wurde er in die jugendpsychiatrische &#8222;Idiotenanstalt&#8220; nach Marsberg verlegt.<\/p>\n<p>Hier lebten aufgrund fehlender Heimpl\u00e4tze gesunde und &#8222;kranke&#8220; Kinder unter menschenunw\u00fcrdigen Bedingungen zusammen. Sie waren den Anstalts-&#8222;\u00c4rzten&#8220; und ihren &#8222;rassen-hygienischen Ma\u00dfnahmen&#8220; ausgesetzt.<\/p>\n<p>1937 stellten Paul Wulfs Eltern einen Entlassungsantrag.<\/p>\n<p>Der Anstaltsleiter teilte ihnen mit, dass dem Antrag aufgrund von Pauls &#8222;angeborenen Schwachsinn ersten Grades&#8220; nur in Verbindung mit der Sterilisation zugestimmt werden k\u00f6nne. Um ihr Kind vor der Vergasung zu retten, stimmten die Eltern der Zwangssterilisation zu.<\/p>\n<p>Der 12. M\u00e4rz 1938, der Tag, an dem \u00d6sterreich dem Deutschen Reich &#8222;angeschlossen&#8220; wurde, war der traumatischste Tag seines Lebens. An diesem Tag wurde Paul Wulf im Paderborner Landeskrankenhaus zwangssterilisiert.<\/p>\n<p>Noch keine 17 Jahre alt, wurde er Opfer des von den Nazis am 14. Juli 1933 verabschiedeten &#8222;Erbgesundheitsgesetzes zur Verh\u00fctung erbkranken Nachwuchses&#8220;.<\/p>\n<p>Dieser brutale Eingriff ver\u00e4nderte sein Leben und machte ihn zu einem unerm\u00fcdlichen Antifaschisten.<\/p>\n<h3>Antifaschistischer Widerstand und Aufkl\u00e4rungsarbeit<\/h3>\n<p>Nach seiner Entlassung aus der Anstalt in Niedermarsberg arbeitete Paul Wulf w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges gegen das Nazi-Regime. Er konspirierte mit Kriegsgefangenen, gab Informationen an sie weiter und ver\u00fcbte kleinere Sabotageaktionen.<\/p>\n<p>Den Einmarsch der Alliierten erlebte er als Befreiung. Doch er musste schon bald sehen, dass viele der alten NS-Schreibtischt\u00e4ter auch im &#8222;neuen Deutschland&#8220; Schl\u00fcsselpositionen besetzten und gesellschaftliches Ansehen genossen, w\u00e4hrend er aufgrund seiner offen ausgesprochenen sozialrevolution\u00e4ren Gedanken selbst in Zeiten der Vollbesch\u00e4ftigung arbeitslos und arm war.<\/p>\n<p>Nach dem Zusammenbruch des &#8222;Dritten Reiches&#8220; k\u00e4mpfte Paul Wulf beharrlich f\u00fcr politische Aufkl\u00e4rung und f\u00fcr eine Entsch\u00e4digung.<\/p>\n<p>1950 verk\u00fcndete das Amtsgericht Hagen:<\/p>\n<p>&#8222;Der Antragsteller hat sich offenbar sp\u00e4t entwickelt und die Entwicklung ist f\u00fcr ihn g\u00fcnstig verlaufen, so da\u00df die Diagnose &#8218;angeborener Schwachsinn&#8216; nicht mehr aufrecht erhalten werden kann.&#8220;<\/p>\n<p>Das gleiche Gericht lehnte Paul Wulfs Schadensersatzanspruch zynisch ab:<\/p>\n<p>&#8222;Erfahrungsgem\u00e4\u00df behaupten die Betroffenen, durch die Unfruchtbarmachung k\u00f6rperliche Sch\u00e4den, die zur Arbeitsunf\u00e4higkeit oder Arbeitsbehinderung gef\u00fchrt haben sollen, erlitten zu haben. Die Erfahrung des Wiederaufnahmegerichts lehrt, da\u00df diese k\u00f6rperlichen Sch\u00e4den durchweg simuliert werden.&#8220;<\/p>\n<p>Erst 1979 gab ihm das Sozialgericht M\u00fcnster Recht und verurteilte die Landesversicherungsanstalt zur Zahlung einer bescheidenen Erwerbsunf\u00e4higkeitsrente.<\/p>\n<p>Durch seine juristische und politische Hartn\u00e4ckigkeit wurde Paul Wulf zur Stimme der ca. 400.000 im nationalsozialistischen Deutschland zwangssterilisierten Menschen.<\/p>\n<p>Ohne sein \u00f6ffentliches Engagement w\u00e4re wohl auch die 1981 vom Bund bewilligte einmalige Entsch\u00e4digungszahlung in H\u00f6he von 5.000 DM an die noch lebenden Zwangssterilisierten nicht zustande gekommen.<\/p>\n<p>Wie kein anderer in M\u00fcnster hat Paul Wulf faschistische Strukturen aufgedeckt und die Biografien von Menschen verfolgt, die im &#8222;Dritten Reich&#8220; als NSDAP-Schreibtischt\u00e4ter aktiv waren und dann nach dem Krieg eine reibungslose Karriere gemacht haben.<\/p>\n<p>So machte er sich viele Feinde, weil er als Ergebnis seiner Recherchen zum Beispiel die Nazivergangenheit des M\u00fcnsteraner Professors Dr. Otmar Freiherr von Verschuer dokumentierte und dessen NS-Schriften zug\u00e4nglich machte.<\/p>\n<p>Verschuer war Leiter der &#8222;Zwillingsforschung&#8220;. Sein bekanntester Sch\u00fcler war der KZ-Arzt Josef Mengele, der im KZ Auschwitz-Birkenau f\u00fcr Verschuers Forschung Menschen mit Krankheitserregern infizierte und die Proben an ihn sandte.<\/p>\n<p>Ab 1951 war Verschuer Professor f\u00fcr Humangenetik und erster Lehrstuhlinhaber des neu gegr\u00fcndeten Institut f\u00fcr Humangenetik an der Westf\u00e4lischen Wilhelms Universit\u00e4t (WWU) M\u00fcnster, zeitweise auch Dekan der Medizinischen Fakult\u00e4t. Bis zu seinem Tod am 8. August 1969 blieb er ein hoch angesehener B\u00fcrger seiner Stadt.<\/p>\n<p>Paul Wulf recherchierte t\u00e4glich in Staatsbibliotheken und diversen Archiven. Immer auf der Suche nach Material, das er f\u00fcr seine zahlreichen antifaschistischen Ausstellungen nutzen konnte. Die Themen seiner heute teilweise in der Bildungsst\u00e4tte <em>Villa ten Hompel<\/em> zug\u00e4nglich gemachten Schautafeln sind, neben Euthanasie, auch die Situation der Frauen, der Jugendlichen und der Sinti und Roma im NS-Staat.<\/p>\n<p>Bei der Zusammenstellung seiner Ausstellungen verstand er es &#8211; inspiriert durch die Arbeiten des Dadaisten John Heartfield und des libert\u00e4ren Antimilitaristen Ernst Friedrich -, in Collagenform Zusammenh\u00e4nge zu verdeutlichen.<\/p>\n<p>Nicht viele Menschen haben sich so intensiv mit den Themen Euthanasie und Zwangssterilisation besch\u00e4ftigt wie Paul Wulf.<\/p>\n<p>Er war Mitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und engagierte sich zeitweise in der ab 1956 verbotenen KPD. Doch die Kaderkommunisten waren ihm, dem lebensfrohen Freidenker und Anarchisten, bald zu hierarchisch, zu &#8222;revisionistisch&#8220;, zu autorit\u00e4r, zu stalinistisch.<\/p>\n<p>Er blieb ein undogmatischer, linker Einzelk\u00e4mpfer. Kaum eine Hausbesetzung, kaum ein alternatives Stra\u00dfenfest, kaum eine Anti-Atom-, Anti-Kriegs- oder Antifa-Demonstration, an der er nicht teilnahm. Noch kurz vor seinem Tod engagierte er sich gegen den NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien.<\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfig besuchte er das Umweltzentrum in der Scharnhorststra\u00dfe, um zu diskutieren, im Umweltzentrum-Archiv zu st\u00f6bern und alternative Zeitungen zu lesen.<\/p>\n<p>Egal wo man ihn gerade traf, aus seiner legend\u00e4ren Aktentasche zauberte er immer wieder seine neuesten Funde, spannende B\u00fccher oder Kopien, die er bei seinen Touren durch die Archive und Buchl\u00e4den entdeckt hatte.<\/p>\n<h3>Das Bundesverdienstkreuz f\u00fcr einen Anarchisten<\/h3>\n<p>Anfang der 1990er Jahre setzten sich der damalige ESG-Pfarrer Werner Lindemann und andere Demokratinnen und Demokraten, die Paul Wulf nahe standen, daf\u00fcr ein, dass er das Bundesverdienstkreuz bekommen solle. 1991 war es soweit: Der Sozialrevolution\u00e4r und Staatskritiker Paul Wulf erhielt f\u00fcr seine antifaschistische Bildungsarbeit das Bundesverdienstkreuz.<\/p>\n<p>Die Verleihung war f\u00fcr ihn eine zwiesp\u00e4ltige Sache. Er hatte \u00fcberlegt, den Orden abzulehnen, weil er meinte, dass &#8222;so viele schlechte Menschen, so viele Nazis diese Auszeichnung gekriegt&#8220; haben.<\/p>\n<p>Paul Wulf hat seine Ideale nie verraten. Er war ein Menschenfreund, ein liebenswerter Hand- und Kopfarbeiter mit Herz, ein schwieriger, bisweilen chaotisch und skurril wirkender, aber wunderbarer Mensch.<\/p>\n<p>Wenn er mit Menschen geredet hat, nahm er oft ihre H\u00e4nde und schaute ihnen tief in die Augen. Und seine Augen waren auch im Alter die eines Siebzehnj\u00e4hrigen. Seine Seele war jung geblieben, bis zu seinem Tod war er ungebrochen, sehr lebendig und k\u00e4mpferisch.<\/p>\n<h3>Der Freundeskreis Paul Wulf<\/h3>\n<p>Seit der gemeinsam organisierten Trauerfeier im Juli 1999 trifft sich der Freundeskreis Paul Wulf, produziert Publikationen und f\u00fchrt Lesungen und Ged\u00e4chtnisveranstaltungen durch.<\/p>\n<p>Intention der Gruppe ist es, Paul Wulfs Nachlass aufzuarbeiten und der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich zu machen. Im April 2007 hat der Freundeskreis das Buch &#8222;Lebensunwert? Paul Wulf und Paul Brune. NS-Psychiatrie, Zwangssterilisierung und Widerstand&#8220; im Verlag Graswurzelrevolution herausgegeben.<\/p>\n<p>Nun engagiert er sich f\u00fcr eine Umbenennung des M\u00fcnsteraner &#8222;J\u00f6tten-Wegs&#8220; in &#8222;Paul Wulf Weg&#8220;.<\/p>\n<p>Der J\u00f6tten-Weg ist benannt nach einem NS-Rasseforscher, der nach 1945 unbehelligt an der Uni M\u00fcnster weiterarbeiten konnte. Karl Wilhelm J\u00f6tten war von 1924 bis zu seinem Tod 1958 Direktor des M\u00fcnsteraner Instituts f\u00fcr Hygiene. Seine wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Gewerbehygiene hat ihm Ehrungen eingebracht. Er bekam das Bundesverdienstkreuz verliehen. Die Deutsche Akademie der Naturforscher zeichnete ihn mit der Cothenius-Medaille aus. Bis vor kurzem genoss J\u00f6tten in M\u00fcnster einen guten Ruf.<\/p>\n<p>&#8222;Dass er der eugenischen und rassenhygienischen Forschung an der Universit\u00e4t M\u00fcnster bis 1945 wie kaum ein anderer Vorschub leistete, wird mithin gerne \u00fcbersehen&#8220;, schreibt Jan Nikolas Dicke in seiner Examensarbeit (Wei\u00dfensee-Verlag 2004). Dickes Dissertation belegt, dass J\u00f6tten menschenunw\u00fcrdige Praktiken mit seiner akademischen Autorit\u00e4t legitimierte.<\/p>\n<p>AntifaschistInnen haben der Forderung nach Umbenennung des J\u00f6tten-Wegs durch eine direkte gewaltfreie Aktion Nachdruck verliehen. Das Stra\u00dfenschild wurde \u00fcberklebt, wo zuvor &#8222;Karl Wilhelm-J\u00f6tten-Weg&#8220; stand, steht nun &#8222;Paul-Wulf-Weg&#8220;.<\/p>\n<p>Auch die Chancen f\u00fcr eine offizielle Umbenennung des J\u00f6tten-Wegs in Paul-Wulf-Weg stehen nicht schlecht. Der \u00f6ffentliche Druck auf die Verantwortlichen w\u00e4chst.<\/p>\n<p>Im Mai 2007 informierten die Frankfurter Rundschau, die M\u00fcnstersche Zeitung (MZ) und die Westf\u00e4lischen Nachrichten (WN) \u00fcber den &#8222;Fall J\u00f6tten&#8220;.<\/p>\n<p>Am 6. Juni berichtete die MZ \u00fcber die Umbenennungsinitiative des Paul Wulf-Freundeskreises.<\/p>\n<h3>Ein Denkmal f\u00fcr einen Widerstandsk\u00e4mpfer<\/h3>\n<p>Vom 17. Juni bis zum 30. September ist in M\u00fcnster die Skulpturenausstellung zu sehen. Sie gilt als &#8222;die wichtigste Freiluftschau der Gegenwartsplastik&#8220; (DER SPIEGEL 21\/07).<\/p>\n<p>Das von der Frankfurter K\u00fcnstlerin Silke Wagner in Zusammenarbeit mit der Graswurzelrevolution-Redaktion und dem M\u00fcnsteraner Umweltzentrum-Archiv-Verein konzipierte Paul-Wulf-Denkmal, das w\u00e4hrend dieser &#8222;skulptur projekte 07&#8220; zu sehen sein wird, k\u00f6nnte die \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit auf das Leben des Zwangssterilisierten lenken.<\/p>\n<p>Die Paul-Wulf-Skulptur aus Epoxid-Zement steht vor dem Stadthaus 1 im Zentrum M\u00fcnsters. Sie ist 3,40 Meter hoch und tr\u00e4gt einen Mantel, der als Litfasss\u00e4ule dient. Auf den Plakaten ist die Lebensgeschichte des Anarchisten mit Dokumenten und Texten skizziert.<\/p>\n<p>Alle vier Wochen soll der Mantel neu plakatiert werden.<\/p>\n<p>Dann werden zudem Artikel \u00fcber die Geschichten der M\u00fcnsteraner HausbesetzerInnenbewegung, der Anti-Atom-Bewegung, des Umweltzentrum-Archivs und der Kriminalisierung alternativer Medien dokumentiert. Ausf\u00fchrlichere Beitr\u00e4ge, viele Dokumente und Fotos zu diesen Themen sind au\u00dferdem zu finden auf der eigens eingerichteten Internetseite <a href=\"http:\/\/www.uwz-archiv.de\">http:\/\/www.uwz-archiv.de<\/a>.<\/p>\n<p>Durch seine Recherchen und sein Engagement in den sozialen Bewegungen sei Paul Wulf &#8222;selbst zu einer Art wandelnden Sammlung geworden&#8220;, so Silke Wagner.<\/p>\n<p>Diese Eigenschaft m\u00f6chte die K\u00fcnstlerin mit ihrer &#8222;Mischung aus Denkmal und Display&#8220; festhalten.<\/p>\n<p>Ein Ziel des Projektes &#8222;M\u00fcnsters Geschichte von unten&#8220; ist es, Kunst und Politik zusammenzuf\u00fchren und f\u00fcr die plakatierten Inhalte eine \u00d6ffentlichkeit zu schaffen. Soziale Probleme sollen zur Diskussion gestellt werden.<\/p>\n<p>Vielleicht kann so auch zus\u00e4tzlicher Druck auf die Verantwortlichen gemacht werden?<\/p>\n<p>Damit die nach dem NS-Verbrecher J\u00f6tten benannte Stra\u00dfe verschwindet und stattdessen Paul Wulfs widerst\u00e4ndiges Lebenswerk auch in Form eines Stra\u00dfennamens gew\u00fcrdigt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im westf\u00e4lischen M\u00fcnster ist der gr\u00f6\u00dfte Platz nach Paul von Hindenburg benannt, einem Revanchisten, der den Ersten Weltkrieg einmal wie folgt kommentierte: &#8222;Der Krieg bekommt mir wie eine Badekur.&#8220; Die Universit\u00e4t dieser Stadt tr\u00e4gt den Namen eines Judenhassers und Imperialisten, der den Ersten Weltkrieg mitverschuldete: Kaiser Wilhelm II. 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