{"id":8275,"date":"2007-09-01T00:00:15","date_gmt":"2007-08-31T22:00:15","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=8275"},"modified":"2022-07-26T14:24:18","modified_gmt":"2022-07-26T12:24:18","slug":"fur-die-zweite-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2007\/09\/fur-die-zweite-freiheit\/","title":{"rendered":"F\u00fcr die &#8222;zweite Freiheit&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>In Indien k\u00e4mpfen verschiedene Bewegungen f\u00fcr die wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit der auf diese Weise unterdr\u00fcckten Bev\u00f6lkerungsgruppen und f\u00fcr ihre Kontrolle \u00fcber die f\u00fcr ihr Leben notwendigen Ressourcen. R.V. Rajagopal, der Pr\u00e4sident von Ekta Parishad nennt diese Anstrengungen den &#8222;Kampf um die zweite Unabh\u00e4ngigkeit&#8220; und Elaben Bhatt, die langj\u00e4hrige Direktorin von SEWA unterscheidet die &#8222;erste&#8220;, politische Freiheit, die 1947 errungen wurde und die &#8222;zweite&#8220; \u00f6konomische Freiheit, die es f\u00fcr die arme Bev\u00f6lkerung Indiens noch zu erreichen gilt.<\/p>\n<h3>Janadesh 2007 &#8211; &#8222;Auf Anordnung des Volkes&#8220;<\/h3>\n<p>Janadesh 2007 ist die bedeutendste gewaltfreie Aktion der letzten Jahre in Indien, mit der eine Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse gefordert wird. Die Bewegung Ekta Parishad hat dazu aufgerufen.<\/p>\n<p>Etwa 25 000 vorwiegend landlose Menschen laufen ab dem 2. Oktober 350 km bis zur Hauptstadt Neu Delhi.<\/p>\n<p>Nach 26 Tagen werden sie dort ankommen und einen Sitzstreik vor dem Parlament beginnen, an dem sich voraussichtlich \u00fcber 100.000 weitere Menschen beteiligen werden. 500 Aktivistinnen und Aktivisten wollen die Aktionen mit einem Fasten begleiten.<\/p>\n<p>Die Auseinandersetzung um Rechte, Akzeptanz und Ressourcen wird gewaltfrei gef\u00fchrt und zielt auf die Ver\u00e4nderung der staatlichen Politik.<\/p>\n<p>Die Menschen fordern, eine Landreformagenda in den Programmen aller politischen Parteien, den Aufbau einer nationalen Landbeh\u00f6rde, die Einf\u00fchrung eines Landverteilungssystems, die Verteilung von Land an alle Menschen mit Landrechten, einen sofortigen Stopp der Umsiedelung der Urbev\u00f6lkerung aus den W\u00e4ldern und eine gerechte Verteilung der lebensnotwendigen Ressourcen, vor allem Land, Wasser und W\u00e4lder.<\/p>\n<h3>Wasser, Wald und Land<\/h3>\n<p>1990 schlossen sich viele, bis dahin lokal arbeitende Gruppen, die sich f\u00fcr die Rechte von Landlosen engagiert hatten, zusammen. Es entstand die Bewegung Ekta Parishad (w\u00f6rtl. &#8222;gemeinsames Forum&#8220;), die zu Janadesh 2007 aufruft. Im Verlauf der Zeit verbanden sich Gruppen aus insgesamt 8 Staaten um gemeinsam handeln zu k\u00f6nnen und um eine st\u00e4rkere Opposition gegen die immer gr\u00f6\u00dfer werdende Ungerechtigkeit in der Landpolitik der Congress-Regierung zu bilden.<\/p>\n<p>Seit der Gr\u00fcndung von Ekta Parishad wurden von der Bewegung viele Fu\u00dfm\u00e4rsche unternommen, bisher aber nur auf lokaler oder bundesstaatlicher Ebene. Der Ruf der diese M\u00e4rsche begleiten ist: &#8222;Jal, Jungel, aur Jamin Hamara&#8220; (Wasser, Wald und Land geh\u00f6ren uns).<\/p>\n<p>M\u00e4rsche haben seit dem &#8222;Salzmarsch&#8220; von Gandhi, der die britische Macht in Indien tiefgreifend ersch\u00fctterte, eine Tradition in der gewaltlosen politischen Auseinandersetzung.<\/p>\n<p>Auch Vinoba Bhave, ein Weggef\u00e4hrte und Sch\u00fcler Gandhis, lief nach dessen Tod 20 Jahre lang durch Indiens D\u00f6rfer und bat Landbesitzer um Land f\u00fcr die Landlosen. An seinen M\u00e4rschen beteiligten sich unz\u00e4hlige Menschen und sie erreichten, dass Land von der Gr\u00f6\u00dfe Schottlands, an die Landlosen verteilt wurde.<\/p>\n<p>Viele der M\u00e4rsche f\u00fchren durch abgelegene Landesteile und machen in den D\u00f6rfern f\u00fcr Diskussionen und zur Aufkl\u00e4rung Halt. So werden isolierte Gemeinwesen erreicht und durch den Austausch der AktivistInnen und der lokalen Bev\u00f6lkerung entsteht Solidarit\u00e4t, politische Identit\u00e4t und das Vertrauen in Aktionen. Die AktivistInnen stammen aus verschiedenen Hintergr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Sie geh\u00f6ren der indischen Urbev\u00f6lkerung an, sie sind Landlose, LandbesetzerInnen und Kleinb\u00e4uerinnen und -bauern, deren Land nicht zum Leben reicht.<\/p>\n<p>Der Marsch, der im Oktober stattfinden wird, f\u00fchrt von Gwalior nach Delhi. Er wird voraussichtlich einer der gr\u00f6\u00dften Fu\u00dfm\u00e4rsche seit der Unabh\u00e4ngigkeit. Und er wird der erste Marsch von Ekta Parishad mit dem direkt die Zentralregierung in Delhi mit den Anliegen der Landlosen konfrontiert wird.<\/p>\n<h3>Lebensnotwendige Ressourcen unter die Kontrolle der Menschen!<\/h3>\n<p>Nur der Besitz von Land bietet die M\u00f6glichkeit ein gesichertes Einkommen zu erwirtschaften. Verlieren die Menschen ihr Land, verlieren sie auch die M\u00f6glichkeit ihre einfachen Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen: ausreichend zu essen, ihre Kinder zur Schule zu schicken und einen Ort zum Wohnen und Schlafen zu haben. Als Landarbeiter finden sie nur zeitweise Arbeit und verdienen kaum genug f\u00fcr ihr einfaches \u00dcberleben. Die St\u00e4dte bieten den Landlosen keine Alternative, da sie dort mit anderen Vertriebenen um schlecht bezahlte Arbeit konkurrieren und in Slums oder auf der Stra\u00dfe leben m\u00fcssen. Ein Entwicklungsmodell, dass die Bed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerungsmehrheit mitber\u00fccksichtigt, erfordert also &#8211; das ist die Schlussfolgerung von Ekta Parishad &#8211; eine tiefgreifende Ver\u00e4nderung der Besitzverh\u00e4ltnisse auf dem Land.<\/p>\n<p>Das zentrale Prinzip der Bewegung ist, dass die Ressourcen, die f\u00fcr den Lebensunterhalt der Menschen n\u00f6tig sind, unter der Kontrolle der Menschen stehen m\u00fcssen. Diese Forderung pr\u00e4gt die verschiedenen Strategien der Bewegung und das politische Konzept einer dezentralen Kontrolle \u00fcber die lokalen Ressourcen durch gew\u00e4hlte Dorfr\u00e4te. Zentral f\u00fcr politische Erfolge ist die Mobilisierung der betroffenen Menschen in Demonstrationen und M\u00e4rschen und gewaltfreie Aktionen, wie Blockaden oder das tempor\u00e4re Fasten m\u00f6glichst vieler Menschen, um \u00fcberhaupt erst Aufmerksamkeit f\u00fcr die Probleme der marginalisierten Bev\u00f6lkerung zu schaffen. Zur Strategie geh\u00f6rt auch aufbauende Arbeit, die durch freiwilliges Engagement erfolgt und die Infrastruktur von D\u00f6rfern und die Lebenssituation der Menschen direkt verbessert.<\/p>\n<p>Doch die Ungerechtigkeiten in der Landverteilung werden immer schamloser. Tausende von Hektar werden an multinationale Firmen vergeben die in sog. &#8222;Special Economic Zones&#8220; h\u00e4ufig von allen Arbeitsschutzgesetzen entbunden sind. Immer mehr Menschen werden von dem Land, das sie bewirtschaften, vertrieben oder zwangsumgesiedelt, durch den Bergbau, die Einrichtung von Tierschutzreservaten oder den Bau riesiger Staud\u00e4mme. Erhalten die Menschen im besten Fall Land als Kompensation, finden sie sich meistens in Gegenden wieder, in denen es kaum Wasser gibt und in denen das Land unfruchtbar ist. Die meisten sind sp\u00e4testens jetzt gezwungen in die riesigen Slums der St\u00e4dte abzuwandern, da sie auf dem Dorf ihre Lebensgrundlagen nicht mehr erwirtschaften k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Regierung hat schon vor einigen Monaten angek\u00fcndigt, die Probleme vor Oktober l\u00f6sen zu wollen, um zu verhindern, dass der Marsch stattfindet. Bisher ist in dieser Richtung jedoch nichts unternommen worden. Unter den AktivistInnen wird angenommen, dass die Regierung die Menschen \u00fcberhaupt nicht aus Gwalior hinauslassen oder eine Ankunft in Delhi verhindern will.<\/p>\n<h3>Das Problem der Armut und der Verlust von Freiheit h\u00e4ngen direkt zusammen<\/h3>\n<p>In Indien arbeiten \u00fcber 94% der Frauen im informellen Sektor. Sie erhalten minimale L\u00f6hne, k\u00f6nnen jederzeit entlassen werden und haben keinerlei Sicherheiten, wie Versicherungsschutz, Sozialversicherung oder Rentenanspr\u00fcche. Sie geh\u00f6ren zu den am st\u00e4rksten benachteiligten Schichten der Bev\u00f6lkerung und arbeiten in den am schlechtesten bezahlten Stellen und in Heimarbeit.<\/p>\n<p>F\u00fcr ihre Arbeit erhalten sie nur ca. die H\u00e4lfte des Lohnes, den M\u00e4nner f\u00fcr die gleiche T\u00e4tigkeit bekommen. Zudem sind sie oft Gewalt und sexuellem Missbrauch durch die Arbeitgeber, aber auch durch Polizei oder Kollegen ausgesetzt. F\u00fcr die Kindererziehung sind sie allein verantwortlich und m\u00fcssen den Haushalt f\u00fchren.<\/p>\n<p>Aufgrund der systematischen gesellschaftlichen Diskriminierung sind die Mehrzahl der Frauen Analphabetinnen.<\/p>\n<p>So werden sie in ihrer Arbeit leicht das Opfer von Betr\u00fcgereien, da sie Vertr\u00e4ge nicht lesen oder Rechnungen nicht nachvollziehen k\u00f6nnen. In der Gesellschaft haben diese Frauen keinen akzeptierten Platz.<\/p>\n<p>Zwar erledigen sie z.B. als B\u00e4uerinnen, Stra\u00dfenverk\u00e4uferinnen, Bauarbeiterinnen und M\u00fcllsammlerinnen die f\u00fcr die Gesellschaft lebensnotwendigen Arbeiten, aber ihnen werden die mindesten Ressourcen verweigert um grundlegendste Bed\u00fcrfnisse zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<h3>Stabile Arbeitsverh\u00e4ltnisse und wirtschaftliche Eigenst\u00e4ndigkeit<\/h3>\n<p>4000 Frauen, die im informellen Sektor arbeiteten, gr\u00fcndeten 1972 in Ahmedabad im Bundesstaat Gujarat eine Gewerkschaft mit dem Namen SEWA (Self Employed Womens Association). Das Ziel dieser Selbstorganisation war es, durch die Kontrolle \u00fcber und den Besitz von \u00f6konomischen Ressourcen den Zustand der Ausbeutung zu \u00fcberwinden und sich damit &#8222;Doosri Azadi&#8220;, die &#8222;zweite Freiheit&#8220;, zu erk\u00e4mpfen, was vor allem gesellschaftliche Akzeptanz und allt\u00e4gliche Handlungsfreiheiten bedeutet. Als wichtige Voraussetzung f\u00fcr diese Freiheit, gelten f\u00fcr SEWA stabile Arbeitsverh\u00e4ltnisse (&#8222;full employment&#8220;) und wirtschaftliche Eigenst\u00e4ndigkeit (&#8222;self-reliance&#8220;). Aus den Anf\u00e4ngen hat sich eine breite soziale Bewegung entwickelt, die es in ihren K\u00e4mpfen geschafft hat ein Netzwerk von Organisationen zu schaffen, welches die notwendigen Grundlagen f\u00fcr das Erreichen dieser zwei Voraussetzungen zur Verf\u00fcgung stellt. Durch die Orientierung an den Bed\u00fcrfnissen der Mitglieder, ist nicht nur eine der erfolgreichsten Bewegungen in Indien entstanden, sondern auch ein praktischer Entwurf, wie eine Entwicklung, die sich an den Bed\u00fcrfnissen der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung orientiert, aussehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Heute geh\u00f6ren der Bewegung mehrere tausend Basisgruppen, 96 Kooperativen und verschiedene Zusammenschl\u00fcsse dieser Gruppen und Kooperativen an. Mitglieder k\u00f6nnen nur Frauen werden. Die vielf\u00e4ltige Struktur reflektiert die zwei zentralen Aspekte in den Aktivit\u00e4ten der Bewegung: soziale und politische Auseinandersetzung und wirtschaftliche Entwicklung. Die Auseinandersetzungen mit der Regierung, den Beh\u00f6rden und den Arbeitgebern werden \u00fcber die Gewerkschaft gef\u00fchrt, die Kooperativen dienen der St\u00e4rkung der wirtschaftlichen Position der Mitglieder und schaffen alternative Einkommensm\u00f6glichkeiten. In ganz Indien sind ca. 950.000 Frauen Mitglieder in der SEWA-Gewerkschaft, viele von ihnen sind dar\u00fcber hinaus Mitglied in Kooperativen oder Basisgruppen. Ca. 2\/3 der Mitglieder wohnen in l\u00e4ndlichen Gebieten, die \u00fcbrigen in St\u00e4dten.<\/p>\n<p>Es ist das Selbstverst\u00e4ndnis der Bewegung, dass es nicht allein gen\u00fcgt h\u00f6here L\u00f6hne zu erk\u00e4mpfen, um wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit zu erreichen. Wesentlich f\u00fcr die Frauen um ihre Lebenssituation nachhaltig zu verbessern sind vor allem der Erwerb neuer F\u00e4higkeiten, der Zugang zu finanziellen Ressourcen und der Aufbau von sozialer Sicherung.<\/p>\n<p>Aus diesen Bed\u00fcrfnissen haben sich die verschiedenen Einrichtungen der Bewegung entwickelt: die SEWA-Bank erm\u00f6glicht Frauen ein Konto zu f\u00fchren und Kleinkredite zu g\u00fcnstigen Konditionen aufzunehmen, die Versicherungskooperative bietet g\u00fcnstige Versicherungen, andere Kooperativen stellen Kindertagesst\u00e4tten zur Verf\u00fcgung und eine Gesundheitskooperative leistet ambulante Krankenhilfe.<\/p>\n<p>Die Mehrheit der Frauen aus den St\u00e4dten wohnt in Slums, oft ohne Strom, Wasser und Kanalisation. Die SEWA Stiftung f\u00fcr Wohnraum unterst\u00fctzt die Frauen dabei, die schwerwiegendsten M\u00e4ngel ihrer jeweiligen Wohnsituation zu beheben.<\/p>\n<p>Als Bildungseinrichtung erm\u00f6glicht die SEWA-Akademie den Frauen sich neue, produktive Fertigkeiten anzueignen.<\/p>\n<h3>Aufbauende Arbeit<\/h3>\n<p>Auch wenn die Eigenst\u00e4ndigkeit der Mitglieder im Mittelpunkt der Arbeit steht, ist es das allgemeine Verst\u00e4ndnis, dass die individuelle Eigenst\u00e4ndigkeit in den gemeinschaftlichen Anstrengungen um mehr Freiheiten wurzelt.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt die Organisationsarbeit in den Kooperativen, die Treffen der lokalen SEWA-Gruppen und die aktive Beteiligung an politischen Auseinandersetzungen, z.B. um Arbeitszeitbeschr\u00e4nkungen, gegen Polizeiwillk\u00fcr oder f\u00fcr h\u00f6here Mindestl\u00f6hne&#8230;<\/p>\n<p>\u00dcber diese Aktivit\u00e4ten hinaus, die dem Erreichen der Ziele der Bewegung dienen, \u00fcbernehmen die Frauen gesellschaftliche Verantwortung in Notlagen. Immer wieder haben sie bei Naturkatastrophen solidarisch der notleidenden Bev\u00f6lkerung Hilfe geleistet.<\/p>\n<p>Und nach schweren Unruhen zwischen Moslems und Hindus mit Tausenden Toten in Gujarat, haben sie Friedenszentren ins Leben gerufen, in denen Moslem- und Hindufrauen gemeinsam an der \u00dcberwindung der tiefen Spaltung wirken. In der Bewegung sind Frauen aller Konfessionen vertreten und sie widersetzen sich aktiv den gesellschaftlichen Tendenzen eines militanten Hindunationalismus.<\/p>\n<p>Die Mittel mit denen SEWA f\u00fcr die Ziele der Bewegung k\u00e4mpft, sind gewaltlos und stehen in der gandhianischen Tradition gesellschaftlicher Auseinandersetzung. Zentral ist der Aspekt der &#8222;Constructive Work&#8220;, d.h. die eigenen praktische, aufbauende Arbeit. Die Kampagnen von SEWA stellen daher auch nicht nur wirtschafts- oder sozialpolitische Forderungen. Sie organisieren die betroffenen Frauen auch um eigenst\u00e4ndige, erste Schritte zur Umsetzung der angestrebten Ziele zu unternehmen.<\/p>\n<p>Die m\u00e4nnlich dominierte Gesellschaft regiert darauf h\u00e4ufig mit Repressionen, individuell gegen einzelne Frauen und, wie in 2005, von staatlicher Seite, als die Landesregierung von Gujarat eine aggressive Kampagne initiierte um die Glaubw\u00fcrdigkeit der Organisation zu untergraben.<\/p>\n<p>In Indien wird seit Anfang der 90er Jahre mit zunehmender Intensit\u00e4t das westliche, kapitalistische Wirtschaftmodell eingef\u00fchrt. Es ist aber deutlich, dass es seine Versprechen vom allgemeinen Wohlstand nicht erf\u00fcllen wird. Vielmehr zeigt sich, dass dieses Wirtschaftssystem Armut schafft, da es auf Armut aufbaut.<\/p>\n<p>Die K\u00e4mpfe von Ekta Parishad und SEWA gegen diese globale Unterdr\u00fcckungsstruktur, zeigen deutlich Alternativen auf.<\/p>\n<p>Sie entspringen den Bed\u00fcrfnissen der Menschen, wie \u00f6konomische Sicherheit, gegenseitige Anerkennung und friedliches Zusammenleben, die im Kapitalismus unterdr\u00fcckt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Indien k\u00e4mpfen verschiedene Bewegungen f\u00fcr die wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit der auf diese Weise unterdr\u00fcckten Bev\u00f6lkerungsgruppen und f\u00fcr ihre Kontrolle \u00fcber die f\u00fcr ihr Leben notwendigen Ressourcen. R.V. 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