{"id":8307,"date":"2007-10-01T00:00:41","date_gmt":"2007-09-30T22:00:41","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=8307"},"modified":"2022-07-26T14:24:17","modified_gmt":"2022-07-26T12:24:17","slug":"ideen-sterben-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2007\/10\/ideen-sterben-nicht\/","title":{"rendered":"Ideen sterben nicht"},"content":{"rendered":"<p>Gelebt und gek\u00e4mpft hat Ken Saro-Wiwa im Land der Ogoni ((1)), das sich im S\u00fcdosten von Nigeria im Niger-Delta befindet, ungef\u00e4hr 240.000 km\u00b2 gro\u00df und f\u00fcr die \u00d6lindustrie, aufgrund seiner immensen und qualitativ hochwertigen \u00d6lreserven, interessant geworden ist.<\/p>\n<p>\u00d6lkonzerne haben sich dort bereits 1958 angesiedelt.<\/p>\n<p>Das Niger-Delta gilt als eines der wichtigsten und sensibelsten \u00d6kosysteme der Welt, das allerdings durch die jahrzehntelange \u00d6lf\u00f6rderung gro\u00dfen Schaden genommen hat.<\/p>\n<p>U.a. aus diesem Grund wurde 1990 das <em>Movement for the Survial of the Ogoni People<\/em> (<em>MOSOP<\/em>) gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Dessen Vorsitzender war ab 1993 Ken Saro-Wiwa. Mit gewaltfreien Mitteln leistete MOSOP Widerstand gegen die fortschreitenden Umweltzerst\u00f6rungen durch Mineral\u00f6lkonzerne und gegen Menschenrechtsverletzungen durch die Truppen des Diktators.<\/p>\n<h3>Umweltzerst\u00f6rung, <em>MOSOP<\/em> und <em>Shell<\/em><\/h3>\n<p><em><\/em>Die Erd\u00f6lf\u00f6rderung im Niger-Delta spielt sich zu einem gro\u00dfen Teil auf dem Land der Ogoni ab. Sie ist verantwortlich f\u00fcr die gro\u00dffl\u00e4chige Zerst\u00f6rung des \u00d6kosystemsund der Lebensgrundlagen der dort lebenden Menschen, die vorwiegend von Landwirtschaft und Fischfang leben. Leck geschlagene Pipelines, aus denen Unmengen an \u00d6l austraten, verseuchten die Ackerb\u00f6den, das Trinkwasser und t\u00f6teten die Fischbest\u00e4nde. 30 Jahre lang wurde Erdgas rund um die Uhr abgefackelt, worunter die Luftqualit\u00e4t erheblich litt und somit wiederum die gesamte Flora und Fauna in Mitleidenschaft gezogen wurde.<\/p>\n<p>Die dort ans\u00e4ssige Bev\u00f6lkerung profitierte in keiner Weise von der Erd\u00f6lf\u00f6rderung, im Gegenteil haben sie, so Ken Saro-Wiwa 1991 &#8222;nichts erhalten au\u00dfer einer zerst\u00f6rten Landwirtschaft und eine mit Kohlendioxid, Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoff angef\u00fcllten Atmosph\u00e4re; ein Land, in dem Tier- und Pflanzenwelt unbekannt sind; ein Land verseuchter B\u00e4che und Fl\u00fcsse; Fl\u00fcsse ohne Fische; ein Land, das in jeder Bedeutung des Begriffs ein \u00f6kologisches Desaster ist.&#8220; ((2))<\/p>\n<p>Der niederl\u00e4ndische Mineral\u00f6lkonzern <em>Royal Dutch Shell <\/em>war von Beginn an intensiv involviert in dem Gebiet \u00d6l zu f\u00f6rdern und tr\u00e4gt somit an der Zerst\u00f6rung der Natur im Niger-Delta gro\u00dfe Schuld. Deshalb war es auch dieser Konzern, mit dem das <em>MOSOP<\/em> prim\u00e4r auf Konfrontationskurs ging. ((3))<\/p>\n<p><em>MOSOP<\/em> schaffte es, auch mit Hilfe internationaler Organisationen, immer mehr Druck auf <em>Shell<\/em> auszu\u00fcben, sodass Bef\u00fcrchtungen innerhalb des Konzerns immer st\u00e4rker wurden, dass dies international einen Imageschaden nach sich ziehen k\u00f6nnte, mit den zumeist daraus resultierenden Umsatzverlusten.<\/p>\n<p>Im Januar 1993 organisierte <em>MOSOP<\/em> friedliche Demonstrationsz\u00fcge durch Ogoni-Land, an denen bis zu 300.000 Menschen &#8211; also die H\u00e4lfte der gesamten Ogoni-Bev\u00f6lkerung &#8211; teilnahmen. <em>Shell<\/em> stellte hierauf seine \u00d6lf\u00f6rderung in dem Gebiet vor\u00fcbergehend ein, das nigerianische Milit\u00e4r allerdings besetzte daraufhin das Ogoni-Land und Ken Saro-Wiwa und viele seiner MitstreiterInnen wurden immer wieder verhaftet und eingesch\u00fcchtert.<\/p>\n<h3>Menschenrechtsverletzungen<\/h3>\n<p>Die willk\u00fcrlichen Verhaftungen von AktivistInnen spinnen den Faden direkt weiter zu dem Vorwurf gegen <em>Shell<\/em>, der Konzern h\u00e4tte sich der Truppen des Diktators bedient, um f\u00fcr &#8222;Ruhe&#8220; in den \u00d6lf\u00f6rdergebieten zu sorgen, was mit schweren Menschenrechtsverletzungen einher ging und zus\u00e4tzlich, neben dem Vorwurf der Umweltverschmutzung, f\u00fcr Aufregung sorgte. Der Konzern bestritt stets, auf Regierungsstellen Einfluss zu haben, die Tatsache aber, dass das Milit\u00e4r gerade die Gebiete mit Repression \u00fcberzog, deren BewohnerInnen gegen die zerst\u00f6rerischen Auswirkungen der \u00d6lf\u00f6rderung &#8211; also gegen die dort t\u00e4tigen Konzerne &#8211; Widerstand leisteten, ist nicht von der Hand zu weisen. Die Vorw\u00fcrfe waren ziemlich konkret: &#8222;Shell-Verantwortliche r\u00e4umten ein, die nigerianische Polizei in Fragen der Sicherheit und bei St\u00f6rungen anzufordern. Eric Nickson, Leiter der PR-Abteilung von Shell, gestand im Mai 1994 ein, da\u00df &#8217;sich die Gesellschaft unvermeidbarerweise gelegentlich veranla\u00dft sah, um Hilfe zu bitten&#8216;. Als sich zum Beispiel Ogoni bei den \u00f6rtlichen Beh\u00f6rden beschwerten, da\u00df in Korokoro seit dem 12. Juni 1993 wegen eines Lecks in einer Shell-Pipeline schon zwei Monate lang \u00d6l entwich, kamen am 25. Oktober 24 Milit\u00e4rpolizisten auf von Shell gemieteten Lastern nach Korokoro, umzingelten das Dorf, erschossen einen Jungen und einen 17j\u00e4hrigen Dorfbewohner, w\u00e4hrend ein 74j\u00e4hriger Mann mit Sch\u00fcssen in den Brustkorb verletzt wurde. Shell Nigeria gab zu, die Milit\u00e4rpolizei gerufen zu haben.&#8220; ((4))<\/p>\n<p>Dazu passt auch eine Einsch\u00e4tzung von Naemeka Achebe, damals <em>Shell<\/em>-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer in Nigeria, die er einen Monat vor der Hinrichtung Ken Saro-Wiwas \u00e4u\u00dferte: &#8222;Ein Unternehmen, das investieren will, braucht eine stabile Umwelt &#8230; Diktaturen k\u00f6nnen diese gew\u00e4hrleisten.&#8220; ((5))<\/p>\n<p>Im April 1993 wurde eine Memorandum innerhalb des nigerianischen Milit\u00e4rs mit dem Titel &#8222;Wiederherstellung von Recht und Ordnung im Ogoniland&#8220; versandt und eine umfassende Truppenverlegung von Milit\u00e4r, Polizei und der ber\u00fcchtigten <em>Mobile Police Force &#8211; <\/em>die in den Gebieten, in denen sie operierten, als &#8222;Kill-and-Go-Kommando&#8220; bezeichnet wurden &#8211;<em> <\/em> eingeleitet. Im April 1994 wurde die &#8222;Operation zur Wiederherstellung von Recht und Ordnung im Ogoniland&#8220; gestartet, mit dem Ziel, das <em>MOSOP<\/em> und den gewaltfreien Widerstand im Ogoni-Land auszutilgen. Die Bilanz der Milit\u00e4roperation, geleitet von Major Paul Okuntimo, der sich r\u00fchmte, 204 verschiedene T\u00f6tungsarten zu beherrschen, war d\u00fcster: \u00dcber 1.800 Tote und ca. 30.000 Vertriebene. Ken Saro-Wiwa bemerkte hierzu lakonisch: &#8222;This is it &#8211; they are going to arrest us all and execute us. All for Shell.&#8220; ((6))<\/p>\n<p>Seine Bef\u00fcrchtungen sollten sich leider auf ganzer Linie bewahrheiten.<\/p>\n<h3>Prozess und Hinrichtung<\/h3>\n<p>Am 21. Mai 1994 wurden im Zuge einer Demonstration, an der hunderte Ogoni teilnahmen, vier bekannte <em>MOSOP<\/em>-Leute, die Ken Saro-Wiwa kritisch gegen\u00fcberstanden, weil sie ihn als zu radikal empfanden, get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Ken Sawo-Wiwa selbst war weit vom Ort des Geschehens entfernt, da er zu der Zeit vom Milit\u00e4r unter Hausarrest gestellt worden war. Nichtsdestotrotz wurde er f\u00fcr diese Morde verantwortlich gemacht und noch in der Nacht auf den 22. Mai in seinem Haus von Truppen des Diktators verhaftet und an einen unbekannten Ort verschleppt. Heute scheint mit ziemlicher Sicherheit gekl\u00e4rt zu sein, dass diese Morde von Provokateuren der Diktatur eingef\u00e4delt wurden, um Ken Saro-Wiwa und weiteren <em>MOSOP-<\/em>AktivistInnen unter einem Vorwand den Prozess machen zu k\u00f6nnen, der im Februar 1995 in Port Hacourt begann.<\/p>\n<p>Die Anklage lautete: &#8222;Anstiftung zum vierfachen Mord&#8220;.<\/p>\n<p>Das Gerichtsverfahren, wo sich unter den Richtern des Sondertribunals, das extra f\u00fcr diesen Prozess zusammengestellt wurde, sogar ein abgesandter des Milit\u00e4rs wiederfand, wurde u.a. von Rechtsanw\u00e4lten wie dem Briten Michael Birnbaum, einer UN-Untersuchungskommission, <em>amnesty international<\/em> und <em>Human Rights Watch<\/em> &#8211; scharf kritisiert. Es war augenf\u00e4llig, dass es sich hierbei um einen Schauprozess gegen die f\u00fcr die Diktatur unangenehmen AktivistInnen von <em>MOSOP<\/em> handelte. Die Rechtsanw\u00e4lte der Angeklagten wurden immer wieder bedroht und f\u00fcr kurze Zeit inhaftiert, die Angeklagten selbst gaben an, in Haft misshandelt worden zu sein.<\/p>\n<p>Zeugen, die gegen die Angeklagten ausgesagt hatten, nahmen ihre Aussagen teilweise wieder zur\u00fcck und gaben zu, bestochen worden zu sein. All das blieb jedoch ohne Auswirkungen auf das Verfahren.<\/p>\n<p>Ende Oktober schlie\u00dflich f\u00e4llte das Sondertribunal sein Urteil und es lautete f\u00fcr Saro-Wiwa und acht weitere Angeklagte: &#8222;Tod durch Erh\u00e4ngen&#8220;. ((7))<\/p>\n<p>Dass diese Urteile tats\u00e4chlich ohne weiteres vor den Augen der sich mittlerweile emp\u00f6renden Welt\u00f6ffentlichkeit vollstreckt w\u00fcrden, mochte niemand so richtig glauben, doch das Milit\u00e4rregime lie\u00df die neun Angeklagten bereits am 10. November 1995 h\u00e4ngen.<\/p>\n<p>In dem Pl\u00e4doyer Ken Saro-Wiwas, das er allerdings vor Gericht nicht halten durfte, steht u.a.: &#8222;Ich und meine Kollegen sind nicht die einzigen, die hier vor Gericht stehen. Shell steht hier vor Gericht, und es ist nur gut, da\u00df der Konzern durch einen Anwalt vertreten ist, der angeblich als Beobachter fungiert. Diesem Verfahren ist das Unternehmen ausgewichen, aber sein Tag wird sicher kommen [&#8230;] denn ich hege keinerlei Zweifel, da\u00df der \u00f6kologische Krieg, den der Konzern im Delta f\u00fchrt, eher fr\u00fcher als sp\u00e4ter zur Untersuchung kommen wird und die Verbrechen dieses Krieges ordnungsgem\u00e4\u00df bestraft werden.&#8220; ((8))<\/p>\n<p><em>Shell<\/em> weigerte sich hartn\u00e4ckig, gegen die Todesurteile zu protestieren, und argumentierte, dass es nicht ihre Sache und Aufgabe sei, in ein juristisches Verfahren eines souver\u00e4nen Staates wie Nigeria einzugreifen. ((9)) Erst zwei Tage vor der Vollstreckung der Urteile, am 8. November 1995 &#8222;gab der \u00d6lkonzern <em>Shell<\/em> dem internationalen Druck nach und bat in der Hauptstadt Abuja &#8218;um Gnade&#8216; f\u00fcr die neun Aktivisten. Sp\u00e4ter wurde der Konzern nicht nur ob seines Z\u00f6gerns kritisiert, sondern auch weil man der Meinung war, <em>Shell<\/em> h\u00e4tte <em>verlangen<\/em> m\u00fcssen, da\u00df die neun Ogoni nicht hingerichtet werden und nicht um Gnade bitten sollen.&#8220; ((10))<\/p>\n<p>Die Hinrichtung selbst war laut Augenzeugenberichten f\u00fcrchterlich. Der Todeskampf des am Galgen h\u00e4ngenden Ken Saro-Wiwa soll, aufgrund seines geringen Eigengewichtes, 20 Minuten angedauert haben.<\/p>\n<h3>Der Aufstand in der Retrospektive<\/h3>\n<p>Ken Saro-Wiwa hatte offenbar recht, als er 1995 sagte: &#8222;I&#8217;ll tell you this, I may be dead, but my ideas will not die.&#8220; ((11))<\/p>\n<p>H\u00f6rt man sich innerhalb der sozialen Bewegungen, der globalisierungskritischen Bewegung, Friedens-, Menschenrechts- und Umweltgruppen um, so taucht immer wieder der Name Saro-Wiwas und der Ogoni<em> <\/em>auf, als Beispiel f\u00fcr eine auf Gewaltfreiheit basierende Revolte gegen Militarismus und gegen die inhumanen Kr\u00e4fte der kapitalistischen Globalisierung. Welche Bedeutung die Aktivit\u00e4ten des <em>MOSOP<\/em> und Ken Saro-Wiwas heute in den sozialen Bewegungen haben wird unter anderem ersichtlich, wenn man einen Blick in B\u00fccher wirft, die von den verschiedenen Str\u00f6mungen der globalisierungskritischen Bewegung viel gelesen und diskutiert werden.<\/p>\n<p>Im <em>Schwarzbuch Markenfirmen<\/em> liest man dar\u00fcber, mit der Erg\u00e4nzung, dass <em>Shell<\/em> mittlerweile aus den Turbolenzen in Nigeria und auch aufgrund der Kontroverse rund um die Versenkung der \u00d6lplattform <em>Brent Spar<\/em> in der Nordsee, die kurze Zeit vor der Hinrichtung seinen H\u00f6hepunkt erreichte und zu einer Boykottkampagne f\u00fchrte, Konsequenzen gezogen hat und mittels Umwelt- und Menschenrechtsberichten versucht, die schlechte Reputation wieder loszuwerden. ((12))<\/p>\n<p>Jean Ziegler erw\u00e4hnt den &#8222;international angesehenen Schriftsteller&#8220; ((13)) Ken Saro-Wiwa in seinen Publikationen und auch in Naomi Kleins Buch <em>No Logo!<\/em> liest man: &#8222;Unter F\u00fchrung des Schriftstellers und Nobelpreiskandidaten Ken Saro-Wiwa k\u00e4mpfte das Movement for the Survival of the Ogoni People [&#8230;] gewaltlos f\u00fcr Reformen und verlangte Entsch\u00e4digungszahlung von Shell.<\/p>\n<p>Doch der nigerianische Diktator General Sani Abacha [&#8230;] schickte das nigerianische Milit\u00e4r ins Land der Ogoni. Die Soldaten t\u00f6teten und folterten tausende. Die Ogoni machten [&#8230;] nicht nur Abacha verantwortlich, sondern warfen Shell vor, das nigerianische Milit\u00e4r als seine Privatpolizei einzusetzen. [&#8230;] Ken Saro-Wiwa k\u00e4mpfte f\u00fcr B\u00fcrgerrechte und gegen Rassismus, f\u00fcr Antikapitalismus und Umweltschutz, f\u00fcr \u00d6kologie und Arbeiterrechte.&#8220; ((14))<\/p>\n<p>In dem Buch <em>wir sind \u00fcberall<\/em> wird die Ogoni-Bewegung eingereiht in die globale (antikapitalistische) Protestbewegung wie z.B. den Zapatistas in Chiapas\/Mexiko, der brasilianischen Landlosenbewegung<em> Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra <\/em>(<em>MST<\/em>), Bauernvereinigungen in Indien oder der <em>Peoples Global Action<\/em>. ((15))<\/p>\n<p>Die Ogoni, <em>MOSOP<\/em> und Ken Saro-Wiwa haben gezeigt, wie man mit einer gewaltfreien Massenmobilisierung &#8211; unter den denkbar schlechtesten Rahmenbedingungen wohlgemerkt &#8211; Erfolge erzielen kann.<\/p>\n<p>Der Widerstand musste sich gleich gegen zwei \u00fcberm\u00e4chtige Gegner richten: gegen <em>Shell<\/em>, also einen der gr\u00f6\u00dften und m\u00e4chtigsten Mineral\u00f6lkonzerne weltweit, und gegen eine brutale Milit\u00e4rdiktatur, jene von Sani Abacha, die mit unerbittlicher H\u00e4rte gegen alles vorging, was f\u00fcr seine bizarren Machtphantasien und ausl\u00e4ndische Investoren st\u00f6rend war.<\/p>\n<p>Dennoch schaffte es die Ogoni-Bewegung, <em>Shell<\/em> zumindest tempor\u00e4r aus dem Gebiet zu vertreiben, das Image des Konzerns, auch mit Hilfe einer internationalen Kampagne, nachhaltig zu sch\u00e4digen und die Diktatur in Bedr\u00e4ngnis zu bringen.<\/p>\n<p>Ken Saro-Wiwas Ideen und Aktivit\u00e4ten sind auch \u00fcber 10 Jahre nach seiner Hinrichtung noch immer von Relevanz.<\/p>\n<p>Sie sind Inspiration f\u00fcr eine Bewegung, die sich gegen die lebensfeindlichen, zerst\u00f6rerischen Auswirkungen der neoliberalen Globalisierung und deren Wegbereitern wie die WTO und Regierungen jeglicher Couleur stellt, mit der Ambition, eine Zukunft fernab von kapitalistischer Ausbeutung, Zerst\u00f6rung und Gewalt zu gestalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gelebt und gek\u00e4mpft hat Ken Saro-Wiwa im Land der Ogoni ((1)), das sich im S\u00fcdosten von Nigeria im Niger-Delta befindet, ungef\u00e4hr 240.000 km\u00b2 gro\u00df und f\u00fcr die \u00d6lindustrie, aufgrund seiner immensen und qualitativ hochwertigen \u00d6lreserven, interessant geworden ist. \u00d6lkonzerne haben sich dort bereits 1958 angesiedelt. 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