{"id":8410,"date":"2007-11-01T00:00:31","date_gmt":"2007-10-31T22:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=8410"},"modified":"2022-07-26T13:18:08","modified_gmt":"2022-07-26T11:18:08","slug":"strike-bike-widerstand-und-selbstbehauptung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2007\/11\/strike-bike-widerstand-und-selbstbehauptung\/","title":{"rendered":"&#8222;Strike Bike&#8220;, Widerstand und Selbstbehauptung"},"content":{"rendered":"<h3>Zum Hintergrund<\/h3>\n<p>Am 7. November 2005 verkaufte die <em>Biria AG<\/em> ihre zwei Fahrradwerke im s\u00e4chsischen Neukirch und th\u00fcringischen Nordhausen &#8211; zusammen \u00fcber 400 Arbeiterinnen und Arbeiter ohne Arbeitsplatzgarantie &#8211; an den US-amerikanischen Finanzinvestor <em>Lone Star<\/em> mit Sitz in Br\u00fcssel und Frankfurt\/Main.<\/p>\n<p>Eingef\u00e4delt hat diesen Deal der ehemalige <em>Biria<\/em>-Bev\u00f6llm\u00e4chtigte Gerhard Urbannek.<\/p>\n<p>Der damals zweitgr\u00f6\u00dfte deutschen Fahrradhersteller mit j\u00e4hrlich einer halben Million R\u00e4der und einem Umsatz von 75 Millionen Euro gibt damit auf.<\/p>\n<p>Aufgrund einer Flaute im Fahrradgesch\u00e4ft konnte oder musste sich der Marktf\u00fchrer, die MIFA &#8211; <em>Mitteldeutsche Fahrradwerke AG<\/em> im sachsen-anhaltinischen Sangerhausen, den Konkurrenten <em>Biria<\/em> durch den Erwerb s\u00e4mtlicher Wirtschaftsg\u00fcter (Asset Deal) \u00fcber die <em>Lone Star<\/em>-&#8222;Pl\u00fcnderer&#8220; aus Texas einverleiben. Sie bekommen &#8222;notleidende Kredite&#8220; von Banken angeboten und kaufen alles, was ihnen unter die N\u00e4gel kommt.<\/p>\n<p>Im Jahr 2005 gr\u00fcndete die <em>Lone Star<\/em> in Berlin \u00fcber ihre diversen Anwaltskanzleien die <em>gattus 233. GmbH<\/em> und konzentrierte dort alle Verm\u00f6genswerte der beiden <em>Biria AG<\/em>-Werke: Patente, Rechte, Forderungen und Fahrrad-Material &#8211; vor allem aber die Kundenkarteien als &#8222;immaterielle Verm\u00f6genswerte&#8220;. Damit ist die <em>Biria AG<\/em> nichts mehr wert und muss in den Konkurs gehen.<\/p>\n<p>Das erledigen die findigen Manager der <em>Hudson Advisors Germany<\/em> (HAG), die die Drecksarbeit f\u00fcr die imperialen Kreuzz\u00fcge der <em>Lone Star<\/em> rund um den Globus machen, sie fegen die Reste zusammen, kassieren die Profite und wickeln ab. Wie z.B. die Auffanggesellschaften oder die Insolvenzverfahren. Da haben sie ihre eigenen &#8222;Hy\u00e4nen&#8220;, die seit Jahrzehnten f\u00fcr sie arbeiten.<\/p>\n<p>Nachdem das Neukirchener Werk Ende 2005 dicht gemacht wurde und ohne nennenswerten Widerstand die Produktion der gelben Postfahrr\u00e4der an die MIFA \u00fcberging, war auch das Ende von Nordhausen l\u00e4ngst geplant. Durch einen perversen MIFA-Lohnfertigungsauftrag mussten bis zu 30.000 Fahrr\u00e4der monatlich f\u00fcr Aldi, Metro und Penny produziert werden. So schlachtete die MIFA die <em>Biria AG<\/em> endg\u00fcltig aus. Der Preis auch f\u00fcr die maximale Anzahl produzierter Fahrrad-&#8222;Einheiten&#8220; betrug laut Vertrag vom 5. Dezember 2006 ganze 204.000 Euro, pro Rad also auf 6,80 Euro. Dieses bewusste Ausbluten geh\u00f6rt zur Strategie der <em>Lone Star<\/em>&#8211;<em>Advisors<\/em>, die dann lauthals verk\u00fcnden, dieser Betrieb sei nicht mehr konkurrenzf\u00e4hig. Es sind die gleichen Typen, die zuk\u00fcnftig die ben\u00f6tigten 4,5 Millionen verkauften Fahrr\u00e4der vollst\u00e4ndig in China zusammenbauen lassen werden.<\/p>\n<p>Die Halbwertzeit des MIFA-Standortes Sangerhausen ist vorprogrammiert: der ehemalige <em>Biria AG<\/em>-Vorstand Br\u00fcning hat f\u00fcr seine hervorragenden Dienste bei der &#8222;Komplett-Sanierung&#8220; der Konkurrenz umgehend einen Vorstandsposten bei der MIFA erhalten. Befristet ist dieser Vertrag bis Ende 2009 &#8211; just in diesem Jahr will sich auch der ehemalige Direktor des <em>Robotron<\/em>-Kombinats in S\u00f6mmerda, und jetziger MIFA- und <em>Hyrican<\/em> AG-Aktion\u00e4r (einer Billig-PC-Firma), Peter Wicht, mit 60 Jahren &#8222;zur Ruhe&#8220; setzen.<\/p>\n<p>Bereits einen Tag sp\u00e4ter, am 6. Dezember 2006, hat &#8222;der MIFA-Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, 100 Prozent der Gesch\u00e4ftsanteile an der <em>gatus 233. GmbH<\/em> von <em>Lone Star Funds<\/em> zu erwerben. Die <em>gatus 233. GmbH<\/em> hat zuvor Vorr\u00e4te und Lagerbest\u00e4nde der Biria-Gruppe sowie Kundenvertr\u00e4ge der Biria-Gruppe \u00fcbernommen. Vorangegangen war ein Beschluss der <em>Biria-Gruppe<\/em>, den Betrieb in Neukirch stillzulegen.&#8220; Die Integration der <em>gatus 233. GmbH<\/em> brachte der MIFA &#8222;immaterielle Verm\u00f6genswerte&#8220; von 6,43 Mio. Euro ein &#8211; gekauft f\u00fcr 8 Millionen Euro. ((1))<\/p>\n<h3>Wie kam es zur &#8222;Strike-Bike&#8220;-Kampagne?<\/h3>\n<p>Die ersten Meldungen \u00fcber die Besetzungen haben die deutschen <em>Wobblies<\/em> (u.a. Ex-Genoss\/innen der anarchosyndikalistischen FAU) auf ihrer Internet-Seite ver\u00f6ffentlicht &#8211; am 11.7.2007 dokumentierten sie einen Artikel aus der <em>Th\u00fcringer Allgemeinen<\/em>. ((2))<\/p>\n<p>Danach besuchten viele solidarische Kolleginnen und Kollegen das Nordhauser Fahrradwerk. Die erste Solidarit\u00e4tsbekundung kam aus Mannheim, vom Betriebsrat der Alston Power, und dem <em>Metallertreff des Stuttgarter Zukunftsforum (Gewerkschaftslinke). <\/em>Es folgten Beitr\u00e4ge auf<em> de.indymedia.org<\/em>. In der Region hatte sich die Nachricht von dem besetzten Betrieb l\u00e4ngst verbreitet und die Solidarit\u00e4t ist gro\u00df.<\/p>\n<p>In Hamburg haben wir bei <em>Caf\u00e9 Libertad Kollektiv eG<\/em>, einem selbstverwalteten Betrieb von FAU-Genoss\/innen, der zapatistischen Kaffee aus Chiapas importiert, als Zeichen unserer Solidarit\u00e4t mit der Fabrikbesetzung Kaffee an die Belegschaft geschickt und unsere Werbe-Flyer \u00fcber unser Projekt und Plakate mitgeschickt. Der Gewerkschaftslinke Dieter Wegner vom Jour Fixe Hamburg schreibt \u00fcber seinen Besuch in Nordhausen am 31.7.: &#8222;Mit der Post wird ein gro\u00dfes Paket mit Kaffee (Marke <em>St\u00f6rtebeker<\/em>) gebracht, mit dem Versprechen, bei Bedarf ein weiteres Paket zu schicken. Absender ist ein Hamburger Kollektiv.&#8220; ((3))<\/p>\n<p>Auf Nachfrage lieferte das Caf\u00e9 Libertad Kollektiv weiteren Soli-Kaffee nach Nordhausen. In der Nacht vom 23. auf den 24. August haben dann zwei Genoss\/inn der FAU Hamburg und des <em>Caf\u00e9 Libertad <\/em>das besetzte Werk zum ersten Mal besucht und wurden sehr freundlich empfangen. Bei unserem zweiten Besuch am 27. August wurde die Idee von einer m\u00f6glichen Produktion angesprochen und wie wohl ein Fahrrad ank\u00e4me, das in einer besetzten Fabrik produziert wird.<\/p>\n<p>Kurze Zeit sp\u00e4ter &#8211; am 4. September &#8211; meldete sich der Anwalt der Besetzer\/innen, J. Metz, der schon w\u00e4hrend der Kali-Betriebsbesetzung in Bischofferode 1993 aktiv mithalf, bei <em>Caf\u00e9 Libertad<\/em> und erkl\u00e4rte, dass eine Produktion im besetzten Werk prinzipiell m\u00f6glich ist. Von da an wurde die Kampagne innerhalb der FAU vorbereitet. Es mussten noch rechtliche Dinge und nat\u00fcrlich der Segen der gesamten Belegschaft abgewartet werden.<\/p>\n<p>Die <em>Radspannerei Kreuzberg<\/em> war der erste Ansprechpartner, wir kannten die Kolleg\/innen von einer Veranstaltung in Berlin und als unsere Kunden &#8211; und die haben dann auch begeistert das &#8222;Strike-Bike&#8220;-Modell entworfen und mit Nordhausen koordiniert.<\/p>\n<p>Der <em>Solidarit\u00e4tskreises &#8222;Strike-Bike&#8220; der FAU <\/em>startete eine Kampagne mit dem Ansprechen von vermeintlich alternativen Fahrradl\u00e4den im gesamten Bundesgebiet. Trotz wenig Resonanz haben sich eine Reihe von Fahrrad-Kollektivbetrieben und -L\u00e4den durchgerungen, das eine oder andere Arbeitersolidarit\u00e4ts-&#8222;Strike-Bike&#8220; zu ordern. Das wichtigste Standbein jeder Kampagne ist wohl die Pressearbeit, die nach anf\u00e4nglicher Startschwierigkeit eine weltweite Resonanz fand &#8211; die Idee der selbstverwalteten Produktion und die mutige Verweigerung einer sang- und klanglosen Abwicklung wurde sofort verstanden. Mittlerweile ist &#8222;Strike Bike&#8220; wohl schon ein Synonym f\u00fcr Widerstand und Selbstbehauptung.<\/p>\n<p>Am Abend des 19. September um 19.45 Uhr gab es dann endlich den Startschuss f\u00fcr die gemeinsam abgestimmte Kampagne. Endlich gab es die Verf\u00fcgbarkeitszusagen f\u00fcr alle ben\u00f6tigten Einzelkomponenten des zu bauenden &#8222;Strike-Bike&#8220;. Das hat l\u00e4nger gedauert als geplant, weil im kapitalistischen Markt die Lieferanten kein &#8222;besetztes Fahrradwerk&#8220; beliefern wollten oder nur gegen Vorkasse. Deshalb die sofortige Anzahlung f\u00fcr die bestellten R\u00e4der &#8211; abgesichert durch eine &#8222;Geld-zur\u00fcck-Garantie&#8220; der eingehender Gelder \u00fcber ein Rechtsanwaltskonto. Parallel wurde von den Kolleginnen und Kollegen der Verein &#8222;Bikes-in-Nordhausen&#8220; gegr\u00fcndet, der die Produktion abwickeln und die Interessen der beteiligten Fahrradwerker vertreten soll.<\/p>\n<p>Die lokale Zeitung, die unsere Pressemitteilung aufgriff, war die <em>nnz<\/em> &#8211; die <em>Neue Nordh\u00e4user Zeitung<\/em> &#8211; , die am 20.9. schrieb: &#8222;Es k\u00f6nnte losgehen &#8230;&#8220;. Kein Wort \u00fcber die IG Metall, nur FAU und &#8222;Strike-Bike&#8220;. Es folgte ein gro\u00dfer Artikel im <em>Neuen Deutschland<\/em> vom 21.9. unter \u00dcberschrift: &#8222;Aufm\u00fcpfiges Kollektiv sucht Kunden&#8220;.<\/p>\n<p>Am 27. September dann die <em>nnz<\/em>-Mitteilung, dass es &#8222;bei der Bike Systems GmbH &#8211; vorsichtig ausgedr\u00fcckt &#8211; undurchsichtig&#8220; werde. Denn der vorl\u00e4ufige Insolvenzverwalter lie\u00dfe &#8222;\u00fcber seinen Kanzlei-Chef ausrichten, das Nordh\u00e4user Unternehmen werde geschlossen. Es gebe keinen Investor. Nach nnz-Informationen ist das so nicht richtig &#8230;&#8220; Tags drauf berichtet dann auch <em>Spiegel-online<\/em>, dass es &#8222;zur Weiterf\u00fchrung der Produktion &#8230; dieses Interessenten-Trio um Gerhard Urbanek immer noch&#8220; g\u00e4be. &#8222;Mehr noch: Sie k\u00f6nnten (&#8230;) am 1. M\u00e4rz 2008 mit der Fahrrad-Produktion loslegen.<\/p>\n<p>Bestellungen f\u00fcr 77.000 R\u00e4der sollen die Herren Urbanek &amp; Co. in der Tasche haben.&#8220; (<em>nnz<\/em>) Am 28. September dann der endg\u00fcltige &#8222;Durchbruch&#8220; &#8211; die ARD-<em>tagesthemen <\/em>senden einen<em> <\/em>Kurzbericht. Jetzt ist Nordhausen ein Thema. Mittlerweile gibt es ein &#8222;Strike-Bike&#8220;-Jingle f\u00fcr freie Radios ((4)), Videoaufnahmen und eine PowerPoint-Pr\u00e4sentation \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge und Hintergr\u00fcnde dieser Skandalgeschichte.<\/p>\n<h3>Die Internationale Solidarit\u00e4t<\/h3>\n<p>Unterschiedlichste Hilfe und Solidarit\u00e4t kommt von Fahrrad-Kollektiven und -Betrieben, lokalen anarcho-syndikalistischen Gewerkschaftsgruppen wie der <em>CNT-AIT<\/em> Spaniens aus Sevilla, Valencia, Teruel und dem Baskenland, dem Allgemeinen Syndikat aus Wien, der sibirischen <em>SKT<\/em>, der Betriebsgruppe der <em>CGT<\/em> bei Airbus in Madrid, FAU-Ortsgruppen, Metaller-Kolleginnen und Kollegen, linken Gewerkschafter\/innen; Post kommt aus Kairo, Tel Aviv, Australien, Kanada, Polen, Ungarn, Sibirien, Brasilien, Bolivien, Johannesburg, von den Wobblies der Starbucks-Gewerkschaft in den USA und Schottland, aus Moskau, Finnland, Kanada und anderswo kommen Interviewanfragen, Radio- und Fernsehsendungen berichteten rund um den Globus. Und vor allen Dingen: es werden \u00fcber 1.800 Fahrr\u00e4der bestellt!<\/p>\n<h3>Wie geht&#8217;s weiter in Nordhausen?<\/h3>\n<p>Ab dem 23. Oktober beginnt die Produktion von 1809 &#8222;Strike-Bikes&#8220;. Es wird dar\u00fcber wieder weltweit berichtet und viele Genoss\/innen und Kolleg\/innen werden dabei sein.<\/p>\n<p>Zum 1. November sollen die entlassenen Arbeiter\/innen in eine Auffanggesellschaft geparkt werden. Vielleicht k\u00f6nnen sie w\u00e4hrend dieser achtmonatigen angeblichen &#8222;Qualifizierungsma\u00dfnahme&#8220; auch \u00fcber ihren Arbeitskampf und die Zukunft einer eigenst\u00e4ndigen, selbstverwalteten Fahrradproduktion nachdenken. Sollte ein kapitalistischer Investor &#8211; wider Erwarten &#8211; gefunden werden, stehen Auftr\u00e4ge bereits in den B\u00fcchern. Der <em>Verband der selbstverwalteten Fahrradl\u00e4den<\/em> (VSF) hat Interesse an einer Abnahme von 20.000 Fahrr\u00e4dern hoher Qualit\u00e4t und &#8211; auch das &#8222;Strike-Bike&#8220;-Arbeiter-Solidarit\u00e4ts-Fahrrad d\u00fcrfte in weiteren Versionen eine konkrete Chance haben. Bestellungen kommen weiterhin aus aller Welt herein (USA, Kanada, Australien) &#8211; wir haben deshalb bereits eine neue Warteliste er\u00f6ffnet f\u00fcr die n\u00e4chste Edition, diesmal vielleicht in <em>schwarz<\/em> &#8230;<\/p>\n<p>Ob vielleicht doch mit einer l\u00e4ngerfristigen selbstverwalteten Produktion in Form einer Genossenschaft in Belegschaftsbesitz auf die Beine gestellt werden kann oder muss, h\u00e4ngt von dem &#8222;aufm\u00fcpfigen Kollektiv&#8220; (<em>Neues Deutschland<\/em>) der BesetzerInnen ab. Die FAU ist zuversichtlich und davon \u00fcberzeugt, dass sich im Werk in Nordhausen niemand mehr mit frommen Spr\u00fcchen und leeren Arbeitsplatzversprechungen abspeisen lassen wird &#8211; und dass die MIFA-L\u00f6hne und -Arbeitsbedingungen auch zuk\u00fcnftig in diesem Betrieb nicht akzeptiert werden.<\/p>\n<p>Diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die meinen, sich gegen die kapitalistische Logik wehren zu m\u00fcssen, ehe sie ihre eigenen \u00dcberzeugungen und ihre W\u00fcrde als Arbeiter\/in &#8222;<em>zum Teufel<\/em>&#8220; gehen lassen, m\u00fcssen sich woanders organisieren als in den DGB-Gewerkschaften.<\/p>\n<p>Das Ziel sollte eine wirkliche Klassenkampforganisation sein, die nicht &#8222;<em>in ihren tagt\u00e4glichen Zusammenst\u00f6\u00dfen mit dem Kapital feige nachgeben<\/em>&#8222;, weil sie sich dadurch &#8222;<em>selbst unweigerlich der F\u00e4higkeit berauben, (eine) irgendwelche umfassendere Bewegung ins Werk zu setzen<\/em>&#8220; ((5)). Da dies der DGB nicht will, bedarf es neuer k\u00e4mpferischer Gewerkschaften und Organisationen, die den zwingend notwendigen Klassenkampf f\u00fcr eine bessere Gesellschaft f\u00fchren wollen und fortsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In diesem Sinne: &#8222;Nicht nur meckern, organisiert Euch!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Hintergrund Am 7. November 2005 verkaufte die Biria AG ihre zwei Fahrradwerke im s\u00e4chsischen Neukirch und th\u00fcringischen Nordhausen &#8211; zusammen \u00fcber 400 Arbeiterinnen und Arbeiter ohne Arbeitsplatzgarantie &#8211; an den US-amerikanischen Finanzinvestor Lone Star mit Sitz in Br\u00fcssel und Frankfurt\/Main. Eingef\u00e4delt hat diesen Deal der ehemalige Biria-Bev\u00f6llm\u00e4chtigte Gerhard Urbannek. 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