{"id":8536,"date":"2008-01-01T00:00:20","date_gmt":"2007-12-31T22:00:20","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=8536"},"modified":"2022-07-26T13:31:20","modified_gmt":"2022-07-26T11:31:20","slug":"karrieretreff-bundeswehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2008\/01\/karrieretreff-bundeswehr\/","title":{"rendered":"&#8222;KarriereTreff Bundeswehr&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Die allgemeine Wehrpflicht war nie Ziel einer umfassenden Kritik,                 ihre Abschaffung nie die einhellige Forderung der Friedensbewegung:                 &#8222;Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin&#8220; war eine nette                 Parole, hinter der nichts steckte &#8211; der Versuch, die milit\u00e4rische                 Rekrutierung ernsthaft zu behindern, ist nie unternommen worden.               <\/p>\n<p>Das war ein Fehler, den man nicht wiederholen sollte.<\/p>\n<h3>Der Einfluss der Bundeswehr auf die Gesellschaft<\/h3>\n<p>Die Bundeswehr weitet ihren Einfluss auf die Gesellschaft aus,                 nicht spektakul\u00e4r, aber effizient. Die skandal\u00f6se Mischform aus                 Freiwilligenarmee und Wehrpflicht, die sich die Bev\u00f6lkerung klaglos                 gefallen l\u00e4sst und die auch von den Restbest\u00e4nden einer friedenspolitischen                 Opposition kaum in Frage gestellt wird, sorgt in Kombination mit                 den wirtschaftlichen Zw\u00e4ngen, welche die neoliberalen Reformen                 systematisch versch\u00e4rft haben, zuverl\u00e4ssig daf\u00fcr, dass der Zugriff                 der Bundeswehr auf ihr Rekrutierungspotential gesichert ist und                 bleibt. <\/p>\n<p>Die &#8222;aktiv gestaltende deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik&#8220;,                 f\u00fcr deren &#8222;Werte, Ziele und Interessen&#8220; die Bundeswehr eingesetzt                 wird ((1)), macht auch eine immer                 weitergehende Anpassung der Gesellschaft an milit\u00e4rische Erfordernisse                 n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Damit, dass sich die m\u00e4nnlichen Jugendlichen der Entw\u00fcrdigung                 durch Erfassung und Musterung zu unterwerfen haben, ist es l\u00e4ngst                 nicht mehr getan.<\/p>\n<h3>&#8222;KarriereTreff Bundeswehr&#8220;<\/h3>\n<p>&#8222;Rund 60 Prozent des j\u00e4hrlichen Erg\u00e4nzungsbedarfs der Streitkr\u00e4fte                 werden durch die externe Personalgewinnung gedeckt. Personalwerbliche                 Ma\u00dfnahmen sollen dabei bundesweit Vorz\u00fcge und St\u00e4rken des Arbeitgebers                 Bundeswehr konkurrenzf\u00e4hig darstellen.&#8220; ((2))                 Diesem Zweck dient das Zentrale Messe- und Eventmarketing der                 Bundeswehr, das den Einsatz der Ausstellung <i>KarriereTreff Bundeswehr<\/i>                 steuert: drei Trucks, einer f\u00fcr Filmvorf\u00fchrungen geeignet, mehrere                 andere Fahrzeuge, Zelte und St\u00e4nde. 2006 gab es 15 Eins\u00e4tze des                 KarriereTreffs, bei denen auch milit\u00e4risches Ger\u00e4t und Waffen                 pr\u00e4sentiert worden sind; &#8222;in f\u00fcnf Einsatzorten (wurden) die dortigen                 Schulen angeschrieben und auf das Informationsangebot hingewiesen.&#8220;                  ((3)) <\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus stehen den vier Zentren f\u00fcr Nachwuchsgewinnung                 jeweils acht Messest\u00e4nde und weitere Infomobile und Trucks zur                 Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung rechtfertigt den KarriereTreff damit, dass                 er &#8222;durch seine mobile, interaktive und dialogorientierte Ausgestaltung                 (&#8230;) ganz besonders geeignet&#8220; w\u00e4re, &#8222;einen offenen, ehrlichen                 und kritischen Dialog in der Mitte der Gesellschaft zu f\u00fchren.&#8220;                  ((4)) <\/p>\n<h3>&#8222;Personalgewinnung&#8220;<\/h3>\n<p>Einen Dialog, dessen Schwerpunkt die &#8222;Personalgewinnung&#8220; ((5))                 ist; die entsprechenden Ma\u00dfnahmen richten sich aus &#8222;am quantitativen                 und qualitativen Personalbedarf der Bundeswehr&#8220;, orientieren sich                 &#8222;an Erwartungen und Pr\u00e4ferenzen der Zielgruppen&#8220; und ber\u00fccksichtigen                 &#8222;personalwerbliche Strategien der zivilen Mitbewerber&#8220;. Kurz:                 &#8222;F\u00fcr die Sicherstellung der personellen Regeneration und damit                 Zukunftsf\u00e4higkeit der Bundeswehr haben die mobilen Eins\u00e4tze des                 ZeMEMBw daher eine hohe Bedeutung.&#8220; ((6))               <\/p>\n<p>Offenheit, Ehrlichkeit und kritische Potenz dieses personalwerblich                 bedeutungsvollen Dialogs werden demonstriert, indem die Frage                 der V\u00f6lkerrechtswidrigkeit des Krieges gegen Jugoslawien 1999                 nur bewertet wird, &#8222;sofern durch die Zielgruppe thematisiert&#8220;;                 indem zum Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von 2005, das mit                 Blick auf den v\u00f6lkerrechtswidrigen Irak-Krieg auch Beihilfe als                 ein v\u00f6lkerrechtliches Delikt befindet, offen und ehrlich festgestellt                 wird: &#8222;Eine aktive Kommunikation erfolgt nicht&#8220;; und indem V\u00f6lkerrechtsbr\u00fcche                 anderer NATO-Staaten &#8222;durch die Personalwerbung der Bundeswehr                 weder bewertet noch kommuniziert&#8220; werden. ((7))               <\/p>\n<p>Wenn die potentiellen Rekruten sich nicht ziemlich gut auskennen                 und in der Lage sind, von sich aus nach dem zu fragen, was die                 Bundeswehr nicht aktiv kommuniziert, werden sie wohl der Beteuerung                 glauben m\u00fcssen, sie k\u00f6nnten &#8222;sich in unserem Rechtsstaat darauf                 verlassen, da\u00df ihr Einsatz im Einklang mit Grundgesetz und V\u00f6lkerrecht                 erfolgt.&#8220; ((8)) <\/p>\n<h3>Der gute Onkel<\/h3>\n<p>Ein Rechtsstaat ist tats\u00e4chlich nichts anderes als der Garant                 bestimmter nachpr\u00fcfbarer und allgemein bindender juristischer                 Verfahrensweisen, die auch gegen Institutionen des Staates selber                 gebraucht werden k\u00f6nnen &#8211; hier erscheint er allerdings, unter                 offenbar personalwerblichen Gesichtspunkten, als der gute Onkel,                 der schon alles richtig machen wird, vertrauensw\u00fcrdig an sich                 und ohne Pr\u00fcfung.<\/p>\n<p>Die Reklame, die die Bundeswehr solcherart auf \u00f6ffentlichen Veranstaltungen                 f\u00fcr sich macht, ist allerdings nur eine und nicht einmal die gef\u00e4hrlichste                 Form der Rekrutierung. Der Einsatz von Jugendoffizieren an Schulen                 dient offiziell nicht der Personalwerbung, die Trennung von Information                 und Rekrutierung werde &#8222;von den Schulbeh\u00f6rden erbeten und erwartet&#8220;.                 Inwieweit den Bitten und Erwartungen tats\u00e4chlich Rechnung getragen                 wird, ist eine andere Frage: &#8222;Prinzipiell ist die Zusammenarbeit                 mit der Wehrdienstberatung (&#8230;) ausgezeichnet. So werden gemeinsame                 Auftritte vor Schulklassen genauso geplant und durchgef\u00fchrt wie                 Besuchsanfragen weitergeleitet werden &#8230;&#8220; ((9))               <\/p>\n<p>Im Jahr 2005 erreichten die 100 haupt- und \u00fcber 300 nebenamtlichen                 Jugendoffiziere bei fast 8.000 Eins\u00e4tzen \u00fcber 180.000 Menschen,                 davon mehr als 160.000 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Jugendoffiziere,                 die als Dialogpartner und Informationsvermittler auftreten, d\u00fcrfen                 &#8222;in Kernfragen des milit\u00e4rischen Auftrages keine von den Vorgaben                 des Bundesministeriums f\u00fcr Verteidigung abweichenden Auffassungen&#8220;                 vertreten. ((10))<\/p>\n<p> Wenn es also auch hier mit der Kritik nicht weit her sein d\u00fcrfte,                 so sind Jugendoffiziere wenigstens insofern offen und ehrlich,                 als sie erkennbar als Milit\u00e4rangeh\u00f6rige auftreten.<\/p>\n<p>Die Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung ist kein Bestandteil                 des Milit\u00e4rs, sondern ein eingetragener Verein, der unter dem                 Titel &#8222;Frieden &#038; Sicherheit&#8220; ein &#8222;Informationsangebot f\u00fcr junge                 Leute von 15 bis 20 Jahren sowie f\u00fcr den Unterricht in der Sekundarstufe                 II und den oberen Klassen der Sekundarstufe I (Klassen 9\/10)&#8220;                 herausgibt. Er erh\u00e4lt nicht nur p\u00e4dagogische, sondern auch fachliche                 Beratung, diese vom Verteidigungsministerium. ((11))               <\/p>\n<p>Der Verein verschickt kostenlos fertige und unmittelbar verwendbare                 Unterrichtsmaterialien an P\u00e4dagogen. &#8222;Ein Klassiker ist die Hochglanzbrosch\u00fcre                 &#8218;Frieden und Sicherheit&#8216;. Das Heft nimmt Lehrern alle Schritte                 der Unterrichtsplanung ab und ist didaktisch sehr professionell                 gemacht.&#8220; ((12)) <\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise haben die p\u00e4dagogischen Berater auch andere Aufgaben,                 als blo\u00df die fachlichen Vorgaben des Verteidigungsministeriums                 didaktisch aufzupeppen, obwohl das bei der Lekt\u00fcre einiger Lernziele                 nicht unbedingt der erste Eindruck ist, der sich aufdr\u00e4ngt:<\/p>\n<p>&#8222;Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sollen Elemente eines umfassenden                 Friedensbegriffs kennen und das Zusammenwirken von \u00f6konomischen,                 sozialen und \u00f6kologischen Entwicklungen mit sicherheitspolitischen                 Aspekten er\u00f6rtern, (&#8230;) am Beispiel aktueller Auslandseins\u00e4tze                 der Bundeswehr deren friedenssichernde Rolle beurteilen, (&#8230;)                 \u00fcber das Verh\u00e4ltnis humanit\u00e4rer\/ziviler und milit\u00e4rischer Friedenssicherung                 und \u00fcber das Zusammenwirken dieser Komponenten nachdenken, Aufgaben                 und verschiedene Arten von Eins\u00e4tzen der Bundeswehr kennen (&#8230;)&#8220;                  ((13)) <\/p>\n<h3>&#8222;Die Bundeswehr braucht Dich!&#8220;<\/h3>\n<p>So umfassend, dass er ohne Milit\u00e4r nicht denkbar ist, ist zuf\u00e4llig                 auch der Friedensbegriff der Bundesregierung, die Rolle der Bundeswehr                 ist offen, ehrlich und kritisch zu beurteilen, aber selbstverst\u00e4ndlich                 eine friedenssichernde; und Lehrer, die sich mit der Unterrichtsvorbereitung                 keine Arbeit machen wollen, bringen ihren Sch\u00fclern folgendes bei:<\/p>\n<p>&#8222;Deutsche Sicherheitspolitik ist umfassend angelegt. Sie ist                 pr\u00e4ventiv (= vorbeugend) (&#8230;) Pr\u00e4ventive Sicherheitspolitik umfa\u00dft                 auch politische und diplomatische Initiativen sowie wirtschaftliche,                 humanit\u00e4re und soziale Eins\u00e4tze. (&#8230;) Gleichzeitig mu\u00df jedoch                 auch die politische Bereitschaft und die F\u00e4higkeit da sein, Freiheit                 und Menschenrechte notfalls auch mit milit\u00e4rischen Mitteln zu                 verteidigen. Dazu braucht Deutschland Soldaten.&#8220; ((14))               <\/p>\n<p>Nun ist es endlich raus, und die Lehrer, die auf die fachliche                 Beratung des Verteidigungsministeriums vertrauen, d\u00fcrfen das Bewusstsein                 haben, sich in vollst\u00e4ndigem Einklang nicht nur mit der Regierung,                 sondern auch der Personalwerbung der Bundeswehr zu befinden, denn                 die Transferleistung von &#8222;Wir brauchen Soldaten&#8220; zu &#8222;Die Bundeswehr                 braucht Dich!&#8220; sollte zu erbringen sein.<\/p>\n<p>Wer durch diese Schule, in der die Sprachregelungen der herrschenden                 Politik Unterrichtssprache und ihre Voraussetzungen Lernziele                 sind, gegangen ist, wei\u00df nichts grunds\u00e4tzliches mehr gegen das                 Milit\u00e4r einzuwenden und ist damit reif, &#8222;die subjektive Entscheidung&#8220;                 zu treffen, &#8222;eine berufliche Karriere in der Bundeswehr anzustreben&#8220;,                 die &#8222;auf einer bewu\u00dften individuellen Bewertung des Angebotes                 im Vergleich zu Konkurrenzangeboten&#8220; beruht. ((15))               <\/p>\n<p>Daf\u00fcr sind die Voraussetzungen um so besser, je schlechter es                 mit den Konkurrenzangeboten aussieht. Die neoliberale Wirtschaftspolitik                 der rot-gr\u00fcnen und rot-schwarzen Bundesregierungen hat den Preis                 der Ware Arbeit gedr\u00fcckt; diejenigen, die nicht einmal mehr zu                 solch versch\u00e4rften Bedingungen diese einzige Ware, die sie besitzen,                 auf dem freien Markt verkaufen k\u00f6nnen, werden durch den Abbau                 sozialstaatlicher Standards weiter in die Ecke gedr\u00e4ngt und diszipliniert.                 Besonders schwer betroffen sind Jugendliche, die schon bei der                 Suche nach einem Ausbildungsplatz vom Absturz in die Arbeitslosigkeit                 bedroht sind: eine Zielgruppe der Bundeswehr-Personalwerbung,                 die sich eine solche Chance nat\u00fcrlich nicht entgehen l\u00e4sst. <\/p>\n<p>Seit Jahren kooperieren Bundeswehr und Arbeitsagenturen in verschiedenen                 Formen, z.B. mit dem Schaumburger Modell, mit dem die Bundeswehr                 ihre ohnehin laufenden Kooperation mit den Arbeitsagenturen zu                 verbessern versucht. &#8222;Dieses Modell bietet Jugendlichen ab 16                 Jahren (&#8230;) einen Ausbildungsplatz in einem Wahlberuf bei partizipierenden                 Wirtschaftsunternehmen, die durch die Bundeswehr vermittelt werden.                 (&#8230;) Schlie\u00dft der oder die Auszubildende die Lehre erfolgreich                 ab, so hat er seitens der Bundeswehr die Einstellungszusage zum                 Soldaten auf Zeit.&#8220; ((16))                 F\u00fcr dieses Outsourcing der Ausbildung zahlt die Bundeswehr dem                 Unternehmen monatlich 250 Euro.<\/p>\n<h3>Bundeswehrwerbung an Schulen und in Arbeitsagenturen<\/h3>\n<p>Die Bundeswehr setzt in ihrer Nachwuchswerbung immer st\u00e4rker                 auf das Argument des sicheren Arbeitsplatzes und profitiert von                 der Jugendarbeitslosigkeit. Wer eine Ausbildung bei der Bundeswehr                 machen will, muss sich f\u00fcr mindestens acht Jahre und zur Teilnahme                 an Auslandseins\u00e4tzen verpflichten. Bundesweit f\u00fchrt die Bundeswehr                 Werbeveranstaltungen in Arbeitsagenturen oder Berufsinformationszentren                 durch, in manchen Agenturen befinden sich Au\u00dfenstellen der Bundeswehr.                 Dabei wird gerade auf unter 25j\u00e4hrige Arbeitslose mit den Hartz-IV-Regelungen                 enormer Druck ausge\u00fcbt, jede Arbeitsgelegenheit anzunehmen. \u00dcber                 den \u00f6konomischen Zwang hinaus sind mittlerweile in einigen F\u00e4llen                 jugendliche Hartz-IV-Empf\u00e4nger zur Teilnahme an Werbeveranstaltungen                 der Bundeswehr verpflichtet worden.<\/p>\n<p>Dass eine direkte Verpflichtung von Erwerbslosen zum Milit\u00e4r                 nicht machbar sein wird, liegt an der M\u00f6glichkeit, den Kriegsdienst                 aus Gewissensgr\u00fcnden zu verweigern. Daran zeigt sich auch, dass                 die Bundeswehr eben keine Firma wie jede andere ist, mit der Arbeitsagenturen                 zusammenarbeiten: die wesentliche Funktion des Milit\u00e4rs, die Androhung                 und Aus\u00fcbung t\u00f6dlicher Gewalt, verbietet die Auffassung, es handle                 sich bei Soldaten um ganz normale Berufst\u00e4tige. Schon deshalb                 hat Bundeswehrwerbung an Schulen und in Arbeitsagenturen nichts                 zu suchen.<\/p>\n<h3>Widerstand<\/h3>\n<p>Erfreulich ist, dass sich Widerstand zu regen beginnt. <\/p>\n<p>Die Teilnahme von Friedens- und Erwerbslosengruppen an Werbeveranstaltungen                 in K\u00f6lner, Berliner und Bielefelder Arbeitsagenturen hat dazu                 gef\u00fchrt, dass solche Veranstaltungen dort erst einmal ausgesetzt                 wurden. Ein vorl\u00e4ufiger Erfolg, wie aus einem Schreiben des Leiters                 der K\u00f6lner Arbeitsagentur hervorgeht: &#8222;Bis zur Kl\u00e4rung der Rahmenbedingungen                 zur Durchf\u00fchrung von zuk\u00fcnftigen Informationsveranstaltungen habe                 ich die Sprechstunden der Bundeswehr &#8211; ungeachtet meiner fachlichen                 Meinung zur Notwendigkeit einer qualifizierten Beratung auch in                 diesem Berufsfeld &#8211; derzeit ausgesetzt.&#8220; ((17))                 Proteste gab es auch in Bautzen, Paderborn, Weimar und G\u00f6rlitz.<\/p>\n<p>Die Bundeswehr wird ihre Rekrutierung in Zukunft eher noch aggressiver                 betreiben, wenn sich die zur Zeit gute Bewerbungslage mit dem                 erwarteten R\u00fcckgang der Jahrgangsst\u00e4rke bei den 18j\u00e4hrigen zwischen                 2008 und 2013 verschlechtern wird. <\/p>\n<p>Um so n\u00f6tiger ist es, jetzt mit der Arbeit gegen die Milit\u00e4rwerbung                 zu beginnen. Die ersten Beispiele sind ermutigend, aber es sind                 auch Schwierigkeiten zu erwarten &#8211; gegen wirtschaftliche Zw\u00e4nge                 mit politischen Argumenten aufzutreten, wird nicht leicht sein.                 Lernen l\u00e4sst sich aus den Erfahrungen der Antirekrutierungsarbeit                 in den USA, und es bedeutet ein gewisses Handicap f\u00fcr die Bundeswehr,                 dass sie hier nicht allein agieren kann, sondern auf die Kooperationsbereitschaft                 von Kommunen, Schulen und Arbeitsagenturen angewiesen ist. Das                 sind auch die Stellen, an denen pazifistische Aktionen zur Desintegration                 von Milit\u00e4r und Gesellschaft ansetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die allgemeine Wehrpflicht war nie Ziel einer umfassenden Kritik, ihre Abschaffung nie die einhellige Forderung der Friedensbewegung: &#8222;Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin&#8220; war eine nette Parole, hinter der nichts steckte &#8211; der Versuch, die milit\u00e4rische Rekrutierung ernsthaft zu behindern, ist nie unternommen worden. 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