{"id":8581,"date":"2008-02-01T00:00:15","date_gmt":"2008-01-31T22:00:15","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=8581"},"modified":"2022-07-26T14:24:16","modified_gmt":"2022-07-26T12:24:16","slug":"der-neubau-wird-mit-gewalt-durchgesetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2008\/02\/der-neubau-wird-mit-gewalt-durchgesetzt\/","title":{"rendered":"&#8222;Der Neubau wird mit Gewalt durchgesetzt&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Graswurzelrevolution: In Flamanville, bei Cherbourg in der Basse-Normandie, soll ein neuer Atomreaktor gebaut werden. Kannst du etwas zur Region sagen und einen \u00dcberblick \u00fcber die bestehenden Atomanlagen geben? Sie ist stark von der Atomindustrie, die die Atomenergie dort sowohl milit\u00e4risch als auch zivil nutzt, gepr\u00e4gt. <\/strong><\/p>\n<p><strong> <em>Didier:<\/em><\/strong> Auf der Cotentin-Halbinsel, in der Normandie, gibt es:<\/p>\n<ul>\n<li>Das milit\u00e4rische Arsenal von Cherbourg, wo atomare U-Boote f\u00fcr die franz\u00f6sischen Streitkr\u00e4fte hergestellt werden.<\/li>\n<li>Zwei Wiederaufbereitungsanlagen f\u00fcr Plutonium in La Hague. Unter dem Namen von COGEMA, welche zum AREVA-Kartell geh\u00f6rt, gibt es dort die Plutoniumfabriken UP2 800 f\u00fcr die abgebrannten Brennst\u00e4be von EDF (staatliche franz\u00f6sische Elektrizit\u00e4tsgesellschaft) und UP3 f\u00fcr Brennelemente aus dem Ausland.<\/li>\n<li>Das Endlager im D\u00e9partement Manche (CSM) f\u00fcr radioaktive Abf\u00e4lle schwacher und mittlerer Aktivit\u00e4t, es ist voll und steht unter Beobachtung von ANDRA (Nationale Beh\u00f6rde f\u00fcr die Entsorgung radioaktiver Abf\u00e4lle).<\/li>\n<li>Zwei Druckwasserreaktoren mit je 1300 Megawatt Leistung (Ehemaliges Westinghousepatent f\u00fcr Druckwasserreaktoren, von Frankreich \u00fcbernommen) in Flamanville. An selber Stelle wird der EPR &#8211; european pressurised reactor- (1650 Megawatt Leistung) gebaut.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Au\u00dferdem gibt es in der Gegend:<\/p>\n<ul>\n<li>In Caen, der Bezirkshauptstadt, befindet sich das Forschungszentrum f\u00fcr Schwerionen GANIL unter der Aufsicht der staatlichen Atomenergiebeh\u00f6rde CEA, die gleichrangig mit den anderen Mitgliedern, im Unternehmen AREVA eingegliedert ist.<\/li>\n<li>Aber die Bem\u00fchungen, im Granit ein unterirdisches Endlager f\u00fcr hochradioaktive atomare Abf\u00e4lle zu errichten, sind zun\u00e4chst gescheitert: in Barfleur (Ostk\u00fcste des Cotentin) und Athis de l&#8217;Orne (D\u00e9partement de l&#8217;Orne), in Foug\u00e8res (in der Bretagne, an die Basse-Normandie angrenzend) wie auch in Mayenne &#8211; dank der starken Ablehnung und des Kampfes durch die Bev\u00f6lkerung.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>GWR: So eine Konzentration an Atomanlagen gibt es nicht \u00fcberall. Wie ist es denn dazu gekommen?<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Didier:<\/em><\/strong> Mit dem Rh\u00f4ne-Tal ist der Cotentin die Region in Frankreich, in der die Atomenergie am st\u00e4rksten vorangetrieben wurde. Das ist Folge der Politik des franz\u00f6sischen Staates, der schon 1945 mit der Schaffung der CEA (staatliche atomare Forschung) die atomare Bewaffnung anstrebte. Angesichts der Konfrontation, des Wettbewerbs zwischen \u00f6stlichen und westlichen Blockstaaten galt es der aus Gaullisten und Kommunisten bestehenden Regierung nationale Unabh\u00e4ngigkeit zu beweisen. Der erste Vorsitzende der CEA war der Wissenschaftler und Kommunist Joliot-Curie.<\/p>\n<p>Aber warum ausgerechnet der Cotentin?<\/p>\n<p>In Cherbourg herrschte schon seit langer Zeit eine Tradition des milit\u00e4rischen Zentralstaats: Beginnend mit dem Bau des Milit\u00e4rhafens in Cherbourg, direkt gegen\u00fcber des englischen Feindes, gegen Ende des 18. Jahrhunderts, insbesondere unter Napoleon I. und schlie\u00dflich unter Napoleon III.<\/p>\n<p>Ende der 1950er Jahre war die Fabrik von La Hague zun\u00e4chst f\u00fcr den Notfall vorgesehen gewesen: Sollte sich in Marcoule am Rh\u00f4ne, der ersten Fabrik zur Wiederaufbereitung von Plutonium &#8211; f\u00fcr die Herstellung der franz\u00f6sischen Atombombe &#8211; ein Unfall oder Brand ereignen, h\u00e4tte man La Hague in Betrieb genommen. Das CSM ist sp\u00e4ter daneben errichtet worden, es befindet sich auf dem selben Gel\u00e4nde wie die CEA. Und dies war Milit\u00e4rgeheimnis.<\/p>\n<p><strong>GWR: Gab es Widerstand dagegen? <\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Didier:<\/em><\/strong> Der Widerstand gegen diese Politik ist hier, wie im Rest des Landes und in Deutschland, in den 1970ern wirklich stark geworden, zur Zeit der ersten \u00d6lkrise, als der Staat uns vorgaukelte, die Atomenergie sei der Weg, die energetische Unabh\u00e4ngigkeit zu erreichen. 1972, ist das erste Antiatomb\u00fcndnis aufgrund eines Atomtransports vom Ballungsgebiet Cherbourg nach La Hague entstanden, auf Initiative von Bauern und Lehrern, da war ich dabei.<\/p>\n<p>CRILAN, das Regionale B\u00fcndnis f\u00fcr Information und den Kampf gegen Atomenergie ist hier in der Gegend 1975 entstanden. Da stand der Bau von vier Reaktoren in Flamanville an. Es gab Bauplatzbesetzungen (1977), Absperrgitter wurden abgebaut. Es entstanden landwirtschaftliche Zusammenschl\u00fcsse wie in Larzac (erfolgreicher Kampf gegen die Erweiterung einer Milit\u00e4rbasis in den 70er), wo jeder sein individuelles Eigentum zur Verf\u00fcgung stellte um den Widerstand zu st\u00e4rken. Dies zeugt von der St\u00e4rke im Kampf um das Gel\u00e4nde. Es gab Demonstrationen in Flamanville, La Hague, Cherbourg gegen die Ankunft abgebrannter Brennelemente aus Japan und Schweden. Die umfassten 7.000 bis 20.000 Leute.<\/p>\n<p>CRILAN und die \u00f6rtliche Gewerkschaft CFDT haben im Bahnhof von M\u00e9zidon, vor Caen, sogar einen Zug blockiert. Dieser kam aus dem deutschen AKW Biblis: Das ist der einzige Zug gewesen, der dahin zur\u00fcckgekehrt ist, wo er herkam (September 1981).<\/p>\n<p>Von unserem Rufen nach Gerechtigkeit haben wir uns versprochen, die Bauarbeiten anzuhalten aber wir haben sie nicht verhindern k\u00f6nnen (Flamanville, Endlager Manche).<\/p>\n<p>Wir sind milit\u00e4risch besiegt worden, trotzdem haben wir Ende der 70er\/ Anfang der 80er zum Teil Siege errungen (nur zwei von vier vorgesehenen Reaktoren wurden in Flamanville gebaut, die Vertr\u00e4ge mit Schweden wurden abgebrochen).<\/p>\n<p><strong>GWR: Was ist der aktuelle Stand der Dinge in La Hague?<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Didier:<\/em><\/strong> Der Umfang der Vertr\u00e4ge f\u00fcr UP3 in La Hague ist deutlich zusammengeschrumpft.<\/p>\n<ul>\n<li>Die Vertr\u00e4ge mit Japan wurden beendet: COGEMA-AREVA hat eine neue Fabrik in Rokkascho Mura gebaut, die Japan eventuell erm\u00f6glicht, Plutonium f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke aufzubereiten.<\/li>\n<li>Belgien hat die Wiederaufbereitung 2000 beendet.<\/li>\n<li>Deutschland hat die Transporte zur Wiederaufbereitung 2005 eingestellt.<\/li>\n<li>Die Schweiz hat 2006 f\u00fcr ein Moratorium gestimmt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es bleiben nur die kleinen Vertr\u00e4ge mit Holland. Mit Italien wurde gerade ein Vertrag f\u00fcr 240 Tonnen abgebrannter Brennelemente geschlossen. Obwohl das Land bereits 1987\/88 per Referendum aus der Atomenergie ausgestiegen ist.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist ENEL (italienischer Produzent) mit 12,5% am EPR in Flamanville beteiligt, setzt sich nachtr\u00e4glich f\u00fcr einen EPR-Bau im Rh\u00f4ne-Tal ein, um von dort Strom f\u00fcr das italienische Stromnetz zu bekommen.<\/p>\n<p>Die Vertr\u00e4ge von 2003 erlauben Wiederaufbereitung von 1.000 Tonnen im Jahr f\u00fcr jede der beiden Fabriken in La Hague, aber nicht mehr als 1700 Tonnen insgesamt (!). Tats\u00e4chlich werden nicht mehr als 900 Tonnen im Jahr wiederaufbereitet. F\u00fcr die Zukunft ist es klar: Eine der beiden Fabriken wird in Betrieb sein, w\u00e4hrend die andere Pause haben wird.<\/p>\n<p><strong>GWR: Was sind eure Forderungen?<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Didier:<\/em><\/strong> CRILAN hat sich immer gegen die Wiederaufbereitung von Plutonium gestellt, weil diese die atomare Bewaffnung Frankreichs und anderer Staaten f\u00f6rdert. Aus den selben Gr\u00fcnden haben wir uns 1984 und 1992 auf eindr\u00fcckliche und kraftvolle Art und Weise im Fall von Japan gegen die R\u00fcckkehr des Plutoniums nach der Wiederaufbereitung gestellt.<\/p>\n<p>Wir haben gefordert, dass das Plutonium unter internationaler Kontrolle unnutzbar gemacht wird, in dem man es in sehr kleinen Dosen den hochradioaktiven Abf\u00e4llen beimengt, um so gut wie unm\u00f6glich zu machen, dass es milit\u00e4rischen Zecken von Nutzen sein kann.<\/p>\n<p>Wir sind nach Wackersdorf und Gorleben gefahren, um der Antiatombewegung in Deutschland in ihrem Kampf gegen den Bau einer Wiederaufbereitungsanlage und eines Endlagers unsere Solidarit\u00e4t auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>Wie in Frankreich haben wir auch da die Idee verteidigt, dass es an jeder Region auf dem Erdball selbst ist, ihre eigenen Abf\u00e4lle zu entsorgen. Deshalb weigern wir uns, sich der R\u00fcckkehr atomarer Abf\u00e4lle in ihr Ursprungsland entgegen zu stellen und beschweren uns gegen die illegale Endlagerung atomarer Abf\u00e4lle aus dem Ausland in Frankreich. Wir haben bereits erreicht, das strafrechtliche Ermittlungen gegen Cogema eingeleitet wurden und deren Verwaltungssitz in V\u00e9lizy durchsucht wurde.<\/p>\n<p>Jeder Produzent ist in der Pflicht &#8211; in Frankreich, f\u00fcr EDF, ist dies der Staat, bei euch in Deutschland sind dies die privaten Produzenten &#8211; seine eigenen Abf\u00e4lle an den Standorten der abgeschalteten Atomkraftwerke zu lagern (wir bef\u00fcrworten also KEIN zentrales Endlager, es gibt sowieso kein sicheres Endlager).<\/p>\n<p><strong>GWR: Zur\u00fcck zum Thema EPR und Flamanville. Wie kam es zu der Entscheidung, einen neuen Reaktor zu bauen? Wie ist der Stand der Dinge? Die Bauarbeiten sollen angefangen haben, habe ich geh\u00f6rt.<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Didier:<\/em><\/strong> AREVA ist ein Krake, dessen K\u00f6rper sich nach Frankreich zur\u00fcckzieht, aber der Konzern m\u00f6chte seine Tentakel auf der ganzen Welt ausstrecken und nutzt dabei erneut die \u00d6lkrise und den Treibhauseffekt. AREVA (heute AREVA NP &#8211; A.d.\u00dc.) m\u00f6chte den EPR verkaufen.<\/p>\n<p>Dies geschieht aber momentan nicht unter der Schirmherrschaft der EU.<\/p>\n<p>Es handelt sich um einen Druckwasserreaktor mit gr\u00f6\u00dferer Leistung (1650 Megawatt).<\/p>\n<p>2005 wurde die Entscheidung gef\u00e4llt, in Frankreich einen Prototypen zu bauen &#8211; nachdem Sarkozy (damals Wirtschafts- und Finanzminister) und Anne Lauvergeon (Vorstandsvorsitzende von AREVA), zu dieser Zeit ohne Erfolg, aus China zur\u00fcckgekehrt waren. Es ging darum ein Vorzeigeprojekt zu etablieren, an einem Ort, der bereits im Besitz von EDF war, im K\u00fcstengebiet: Entweder in Gravelines im Norden, in Penly in der N\u00e4he von Dieppe oder in Flamanville.<\/p>\n<p>Die Wahl ist zum einen wegen des ungez\u00fcgelten Lobbyismus der Atomindustrie im Nord-Cotentin auf Flamanville gefallen und zum anderen wegen der lokalen Abgeordneten sowohl der Rechten als auch der Linken. Die &#8222;\u00f6ffentliche Debatte&#8220;, gem\u00e4\u00df dem Gesetz ist sie obligatorisch, hat erst nach der Bau-Entschiedung durch die Regierung stattgefunden. &#8222;Zuerst entscheidet man, danach diskutiert man.&#8220; Die \u00f6ffentlichen Befragungen (im Rahmen der Planfestellungsverfahren) fanden im Juli 2006 statt, mitten in den Sommerferien, die vorbereitenden Arbeiten bereits im August 2006, weit vor Erteilung der Baugenehmigung Mitte April 2007, wenige Tage vor den Pr\u00e4sidentschaftswahlen.<\/p>\n<p>Anfang Dezember 2007 haben die Bauarbeiten f\u00fcr den nuklearen Teil begonnen.<\/p>\n<p>Der Neubau wird mit Gewalt durchgesetzt: Atomenergie und Demokratie sind inkompatibel.<\/p>\n<p><strong>GWR: Wie wirksam ist der Widerstand gegen den EPR? Was hat sich bisher getan?<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Didier:<\/em><\/strong> Die Schwachstelle des Projekts ist die Notwendigkeit, zus\u00e4tzliche 400.000 Volt-Hochspannungsleitungen (HSL) in einem Korridor in Richtung der Gebiete an der Loire errichten zu m\u00fcssen. Der Widerstand aus der Bev\u00f6lkerung ist vor vier Jahren mit der Gr\u00fcndung der regionalen Gruppe &#8222;Grand Ouest&#8220; entstanden. Unter dem Slogan &#8222;EPR, Nein danke, weder hier noch anderswo.&#8220; haben sich um die zwanzig Gruppierungen zusammen gefunden &#8211; Gewerkschaften, Parteien und Einzelpersonen, dann noch Delegierte der Anti-HSL-Gruppen (inzwischen mehr als 100).<\/p>\n<p>CRILAN ist der Koordinator, jede Gruppierung beh\u00e4lt ihre Autonomie.<\/p>\n<p>Es gab Massendemonstrationen: 30.000 Menschen zu Ostern 2006 in Cherbourg und 40.000 in Rennes am 17. M\u00e4rz 2007 (60.000 im ganzen Land) haben eine Wiedergeburt der franz\u00f6sischen Anti-Atom-Bewegung bewiesen. Dies geschah unter Mitwirkung des Netzwerks f\u00fcr den Atomausstieg &#8222;Sortir de Nucl\u00e9aire&#8220; und der regionalen Kollektive im Westen.<\/p>\n<p>Die Anti-HSL-Gruppen und ihre Koordinatoren haben am 20. Oktober letzten Jahres eine Demonstration mit 7.000 Menschen in Ern\u00e9e in Mayenne organisiert. Die lokalen Gruppen verst\u00e4rkten ihre Interventionen und best\u00fcrmten die Vertreter von RTE (staatliches Stromversorgungsunternehmen) mit Fragen. Kleine Gruppen haben sehr spektakul\u00e4re symbolische Aktionen organisiert, wie die Besetzung eines HSL-Strommastes vor den Pr\u00e4sidentschaftswahlen in Flamanville und sp\u00e4ter in der N\u00e4he von Foug\u00e8res im Fr\u00fchjahr.<\/p>\n<p><strong>GWR: Atomstaat hei\u00dft ja bekanntlich Polizeistaat. Seid ihr wie in den 70er-80er Jahren mit Repression konfrontiert? <\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Didier:<\/em><\/strong> Die Repression durch die Polizei ist sehr gegenw\u00e4rtig und belastend: Es gibt eine Kaserne in Flamanville selbst und die &#8222;Gendarmerie cantonale&#8220; (milit\u00e4rische Kreispolizei) aus Pieux. Bekannte AktivistInnen werden sichtbar \u00fcberwacht, die Polizei wartet vor ihrem Haus, ihre Personalien werden in der N\u00e4he des Atomkraftwerks festgestellt. Strafverfahren z.B. gegen Strommastbesetzer wurden eingeleitet.<\/p>\n<p><strong>GWR: Die Atomindustrie macht Gesch\u00e4fte \u00fcber die Grenzen hinaus. Was h\u00e4ltst du von internationalem Widerstand? <\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Didier:<\/em><\/strong> Die Atomenergie deckt nur 2,5 % der weltweit verbrauchten Energie ab. Die Anzahl der geschlossenen (weil veralteten) Reaktoren ist bedeutsamer als die derer, die in Betrieb sind. Ob die Vermarktung des EPR gelingt ist ungewiss, aber Sarkozy wird, als Vertreter von AREVA, mit seiner Ankunft an der Spitze der Europ\u00e4ischen Union im Juni 2008 versuchen, die Entwicklung seines Findelkinds, der Atomenergie, voranzutreiben. Auch im Mittelmeerraum (\u00c4gypten, Libyen, Marokko, Algerien). Das B\u00fcndnis von Siemens mit AREVA und Mitsubishi muss auch in Deutschland bek\u00e4mpft werden. Wir z\u00e4hlen auf euch um gegen den franz\u00f6sischen Atombunker und dessen Unterst\u00fctzer in Industrie und Politik zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p><strong>GWR: Wie w\u00e4re es mit einer Dauermahnwache mit internationaler Beteiligung beim AKW Flamanville? So etwa wie die Mahnwache vor der WHO (Weltgesundheitsorganisation) in Genf? Was habt ihr vor? <\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Didier:<\/em><\/strong> Was die Perspektiven hier vor Ort betrifft, schauen wir, ob es m\u00f6glich ist, eine Mahnwache abzuhalten, wie es sie schon vor der WHO in Genf gab.<\/p>\n<p>Es gibt die M\u00f6glichkeit, die diesj\u00e4hrigen &#8222;Sommeraktionstage&#8220; von &#8222;Sortir du Nucleaire&#8220; im D\u00e9partement Manche (Region Basse-Normandie) abzuhalten. Dar\u00fcber reden wir auf unserer n\u00e4chsten Vollversammlung.<\/p>\n<p>Die &#8222;D\u00e9sob\u00e9issants&#8220; (&#8222;Ungehorsamen&#8220;) wollen ein internationales Camp veranstalten und CRILAN wird schauen, ob es nach deren Konzept funktioniert. Das sind aber nur Projekte, konkret entschieden wurde noch nicht.Gleichzeitig f\u00fchren die Anti-HSL-Kollektive von jetzt bis M\u00e4rz eine Befragung \u00fcber die aktuell geplanten Leitungen durch. In der Bev\u00f6lkerung und bei denen, die durch den von RTE geplanten Korridor, Schadstoffemissionen und elektromagnetischer Verseuchung ausgesetzt sind, um die Mobilisierung vor Ort fortzusetzen.<\/p>\n<p>Das Bauprojekt ist im Gange, aber der Kampf geht weiter!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Graswurzelrevolution: In Flamanville, bei Cherbourg in der Basse-Normandie, soll ein neuer Atomreaktor gebaut werden. Kannst du etwas zur Region sagen und einen \u00dcberblick \u00fcber die bestehenden Atomanlagen geben? Sie ist stark von der Atomindustrie, die die Atomenergie dort sowohl milit\u00e4risch als auch zivil nutzt, gepr\u00e4gt. 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