{"id":8660,"date":"2008-03-01T00:00:30","date_gmt":"2008-02-29T22:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=8660"},"modified":"2022-07-26T14:14:49","modified_gmt":"2022-07-26T12:14:49","slug":"die-internationalen-brigaden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2008\/03\/die-internationalen-brigaden\/","title":{"rendered":"Die Internationalen Brigaden"},"content":{"rendered":"<p>Am 18. Juli 1936 putschte in Spanien eine Junta abtr\u00fcnniger Milit\u00e4rs, unter ihnen der 38-j\u00e4hrige General Francisco Franco, gegen die II. Republik.<\/p>\n<p>Der Putsch scheiterte, da Teile der regul\u00e4ren Truppen und Polizeikr\u00e4fte &#8211; namentlich die republikanischen <em>Guardias de asalto<\/em> [&#8218;Sturmgarden&#8216;] &#8211; der Republik treu blieben. Vor allem aber war es der spontane Widerstand der organisierten Arbeiterschaft, der den Aufstand scheitern lie\u00df.<\/p>\n<p>Aus einem <em>pronunciamiento <\/em>[&#8218;Milit\u00e4rputsch&#8216;] wurde ein dreij\u00e4hriger B\u00fcrgerkrieg, der das Land in zwei Zonen teilte.<\/p>\n<p>In der republikanischen Zone war die Niederlage der Milit\u00e4rs Ausl\u00f6ser einer sozialen Revolution, die innerhalb k\u00fcrzester Zeit in Katalonien, Arag\u00f3n und Teilen der Levante die bisherige gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Ordnung umst\u00fcrzte &#8211; zumindest vor\u00fcbergehend. Tr\u00e4ger der Revolution waren die in der Massengewerkschaft CNT [<em>Confederaci\u00f3n Nacional del Trabajo<\/em>] organisierten Anarchosyndikalistinnen und Anarchosyndikalisten, stalinkritische Kommunistinnen und Kommunisten und revolution\u00e4re Sozialistinnen und Sozialisten.<\/p>\n<p>Der Spanische B\u00fcrgerkrieg wurde nicht als national isoliertes Ereignis wahrgenommen &#8211; als &#8222;Angelegenheit der Spanier&#8220;. Vielmehr schien es, als sollte in Spanien noch einmal &#8211; vielleicht zum letzten Mal &#8211; der Kampf zwischen einer linksrevolution\u00e4ren Arbeiterbewegung und dem in Europa allerorten siegreichen Faschismus ausgefochten werden. Ein Beispiel f\u00fcr die Internationalit\u00e4t des Konflikts sind die Internationalen Brigaden.<\/p>\n<p>Ab Oktober 1936 registrierte die Pariser Polizei die heimliche Bildung von Freiwilligengruppen sowie Versuche der Kommunistischen Partei Frankreichs (PCF), Mitglieder mit milit\u00e4rischer Erfahrung anzuwerben. Trotz wiederholter Behauptungen seitens diverser Historiker des Franco-Regimes ist nicht nachzuweisen, da\u00df die Geburt der Internationalen Brigaden auf einen Beschlu\u00df der Komintern zur\u00fcckgeht.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich waren sie eine Gr\u00fcndung des PCF und italienischer Exilanten. Sie richteten in mehreren St\u00e4dten Rekrutierungsb\u00fcros ein und machten \u00fcber &#8222;Spanien-Hilfs-Komitees&#8220; Werbung, sich an den K\u00e4mpfen zu beteiligen. Als eigentliches Gr\u00fcndungsdatum der Internationalen Brigaden gilt der 22. Oktober 1936.<\/p>\n<p>Zu diesem Zeitpunkt waren allerdings schon viele ausl\u00e4ndische Antifaschistinnen und Antifaschisten im Land. Sie waren im Sommer 1936 zur sogenannten &#8222;Arbeiterolympiade&#8220; nach Barcelona gekommen, die als Gegenveranstaltung zur Olympiade im nationalsozialistischen Deutschland geplant gewesen war. Andere hatten sich gleich in den ersten Tagen des Putsches eigenm\u00e4chtig aufgemacht, um sich an der Revolution zu beteiligen oder die spanische Republik zu verteidigen. F\u00fcr antifaschistische Fl\u00fcchtlinge aus Deutschland und Italien bot sich in Spanien die M\u00f6glichkeit, den in ihren Heimatl\u00e4ndern verlorenen Kampf auf anderem Terrain fortzusetzen.<\/p>\n<p>Ab dem 22. Oktober wurde diese internationale Unterst\u00fctzung wesentlich professioneller organisiert.<\/p>\n<p>Das Echo in proletarischen Kreisen auf die Gr\u00fcndung der Internationalen Brigaden war beachtlich: Innerhalb von f\u00fcnf Monaten konnten f\u00fcnf rein nicht-spanische Brigaden (XI-XV) aufgestellt werden.<\/p>\n<p>Die Gr\u00f6\u00dfe einer Brigade variierte zwischen 1.200 und 3.000 Mann. Die gr\u00f6\u00dfte Gruppe stellten w\u00e4hrend des Krieges die Franzosen mit \u00fcber 10.000 Freiwilligen. Den Transport der Freiwilligen aus Mittel- und Osteuropa organisierte \u00fcbrigens ein jugoslawischer Kommunist (Josip Broz), der sp\u00e4ter unter dem Namen Marshall Tito von sich reden machte.<\/p>\n<p>Der Enthusiasmus, sich an den K\u00e4mpfen zu beteiligen, lie\u00df allerdings rasch nach. Schon 1937 verzichtete die Kommunistische Partei Frankreichs auf weitere Mobilisierung nach Spanien.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde m\u00f6gen vielf\u00e4ltig gewesen sein: von rascher Desillusionierung allzu begeisterter Freiwilliger angesichts der Wirklichkeit des Krieges bis hin zu Stalins Bem\u00fchungen, als seri\u00f6ser Partner Frankreichs und Englands zu erscheinen, der nichts weniger w\u00fcnsche als die &#8222;Weltrevolution&#8220;.<\/p>\n<p>Aber auch auf Seiten Francos k\u00e4mpften internationale Truppen. Neben der gro\u00dfen Unterst\u00fctzung durch Benito Mussolinis Italien, das neben faschistischen Schwarzhemden Wehrpflichtige (!) nach Spanien schickte, k\u00e4mpften auf Seiten der Franco-Koalition marokkanische Kolonialtruppen, portugiesische Faschisten und ultramontane irische Katholiken, die eine kleine milit\u00e4rische Einheit mit eigenem Kommando bildeten.<\/p>\n<p>Am bekanntesten aber ist sicher die nationalsozialistische Luftwaffeneinheit <em>Legion Condor<\/em>, deren Angeh\u00f6rige im Nachkriegsdeutschland friedlich ihre Pensionen verzehren durften. 140 Flugzeuge hatte die <em>Legion Condor<\/em> zwischen 1936 und 1939 st\u00e4ndig im Einsatz.<\/p>\n<p>Insgesamt lieferte Deutschland vermutlich 700 Flugzeuge an Franco. 5.000 Mann waren st\u00e4ndig in Spanien stationiert. Die Besatzung wechselte alle paar Monate, so da\u00df w\u00e4hrend des B\u00fcrgerkriegs insgesamt 19.000 deutsche Soldaten auf Francos Seite k\u00e4mpften. Am 26. April 1937 machte die <em>Legion Condor<\/em>, unterst\u00fctzt durch italienische Verb\u00e4nde, die baskische Stadt Guernica dem Erdboden gleich.<\/p>\n<p>Zwischen 1936 und 1938 k\u00e4mpften auf republikanischer Seite Freiwillige aus 72 Nationen.<\/p>\n<p>Die milit\u00e4rische Zensur hatte ihre liebe M\u00fche, Briefe in \u00fcber 40 Sprachen zu bearbeiten. Man sch\u00e4tzt, da\u00df insgesamt 59.600 Interbrigadisten in Spanien standen &#8211; wenn auch nicht alle zur gleichen Zeit. 80 % waren Arbeiter, 70 bis 80 % waren Kommunisten.<\/p>\n<p>Der Frauenanteil war verschwindend gering. Einzigartig war der \u00fcberdurchschnittlich hohe Anteil an K\u00fcnstlern und Intellektuellen, der dem Spanischen B\u00fcrgerkrieg die Bezeichnung &#8222;la guerra de los poetas&#8220;, der &#8222;Krieg der Dichter&#8220;, einbrachte.<\/p>\n<p>Entgegen den Behauptungen der Franquisten, die eine &#8222;Komintern-Armee&#8220; in Spanien am Werk sehen wollten, fand sich unter den einfachen Soldaten der Internationalen Brigaden kein einziger Russe. Sie stellten statt dessen die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Milit\u00e4rberater, Ausbilder und politischen Kommissare. Stalin lie\u00df seinen gesamten politischen und milit\u00e4rischen Stab nach dessen R\u00fcckkehr in die Sowjetunion erschie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Innerhalb der spanischen Armee waren die Internationalen Brigaden eine Eliteeinheit. <\/strong><\/p>\n<p>Die Ankunft der XI. Brigade am 8. November 1936 rettete die Stadt Madrid.<\/p>\n<p>Auch in der Folgezeit wurden sie an den gef\u00e4hrdetsten Frontabschnitten eingesetzt.<\/p>\n<p>Dementsprechend hoch waren ihre Verluste: Fast ein Drittel der Interbrigadisten wurde &#8211; mindestens einmal &#8211; kampfunf\u00e4hig gemacht. 17 % &#8211; nahezu 10.000 Mann (!) &#8211; verloren ihr Leben. Nur 7,4 % kamen unverletzt davon.<\/p>\n<p>Es gibt wahrlich keinen Grund, an der Aufrichtigkeit und vor allem am pers\u00f6nlichen Mut der Interbrigadisten zu zweifeln, von denen viele 1936 gerade einmal Anfang, Mitte 20 waren. In Bataillonen und Milizkolonnen k\u00e4mpften Anh\u00e4nger der unterschiedlichen politischen Fraktionen Seite an Seite.<\/p>\n<p>Proletarischer Internationalismus, der nicht l\u00e4nger nach Parteizugeh\u00f6rigkeit oder Nationalit\u00e4t unterscheiden wollte, war in Spanien vielerorts ohne Zweifel gelebte Wirklichkeit. Die Internationalen Brigaden insgesamt aber wurden, ob sie es wollten oder nicht, zur Man\u00f6vriermasse im politischen Machtgerangel der konkurrierenden Fraktionen der republikanischen Zone &#8211; namentlich zwischen Anarchosyndikalisten und Kommunisten.<\/p>\n<p>Die Politik der spanischen Kommunisten und ihrer sowjetischen Berater war w\u00e4hrend des B\u00fcrgerkriegs entschieden anti-revolution\u00e4r. Jes\u00fas Hern\u00e1ndez, Mitglied des Zentralkomitees und Minister im Kabinett Caballero, erkl\u00e4rte am 9. August 1936: &#8222;Man kann nicht sagen, dass wir aus sozialen Gr\u00fcnden am Krieg teiln\u00e4hmen. Wir sind ausschlie\u00dflich von dem Wunsch beseelt, die demokratische Republik zu verteidigen.&#8220;<\/p>\n<p>Ein Strom (meist minderwertiger) Waffen aus der Sowjetunion und kommunistischer Freiwilliger aus der ganzen Welt st\u00e4rkte die Position der spanischen Kommunisten in einer Weise, die pro-revolution\u00e4ren Str\u00f6mungen nicht behagte. Anarchistische Grenzmilizion\u00e4re hielten ganze Transporte voller Interbrigadisten an der franz\u00f6sischen Grenze fest. Selbst der spanische Regierungschef Largo Caballero, ein radikaler Sozialist, soll, als man ihm die Ankunft der ersten Internationalen Brigade in Aussicht stellte, keineswegs begeistert gewesen sein.<\/p>\n<p>Der anti-revolution\u00e4re Kurs, den die kommunistische Parteispitze in Spanien verfolgte, entsprach aber auch keineswegs den Vorstellungen eines jeden, der freiwillig nach Spanien gekommen war, um in den Internationalen Brigaden zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>So kam es, da\u00df sich ab Winter 1936 der sich allm\u00e4hlich versch\u00e4rfende politische Terror der Kommunisten auch gegen Mitglieder der Internationalen Brigaden zu wenden begann.<\/p>\n<p>Nicht umsonst hatten 1936 in Russland die ersten Schauprozesse begonnen. Der sp\u00e4tere Stasi-Chef Erich Mielke war w\u00e4hrend des B\u00fcrgerkriegs verantwortlich f\u00fcr die geheimdienstliche \u00dcberwachung der Internationalen Brigaden. Ein anderes Beispiel ist der franz\u00f6sische Lagerkommandant Andr\u00e9 Marty.<\/p>\n<p>Andr\u00e9 Marty war Chef der Milit\u00e4rischen Abteilung der Internationalen Brigaden und politischer Kommissar. Er wurde der &#8222;Schl\u00e4chter von Albacete&#8220; genannt. Im Ausbildungslager der Internationalen Brigaden, ca. 150 Kilometer s\u00fcd\u00f6stlich von Madrid, in der N\u00e4he von Alicante gelegen, f\u00fchrte er ein gnadenloses Regiment. 1937 wurde er sogar von der Komintern ermahnt, sein Verhalten zu m\u00e4\u00dfigen. Er lie\u00df r\u00fccksichtslos Deserteure, &#8222;Disziplinlose&#8220; und &#8222;Schw\u00e4chlinge&#8220; hinrichten &#8211; oft auf blo\u00dfe Denunziation hin. Er soll Standgerichte beeinflusst haben, die daraufhin Interbrigadisten hinrichten lie\u00dfen, deren einziges Verbrechen es war, mit Milizion\u00e4ren der CNT Kontakt aufgenommen zu haben. Ein anderes Mal soll Marty eigenh\u00e4ndig vier Interbrigadisten erschossen haben, weil sie sich gegen seine Beschimpfungen zur Wehr gesetzt hatten.<\/p>\n<p>Zahlreiche der ihm zugeschriebenen Verbrechen geh\u00f6ren sicherlich in den Bereich einer innerkommunistischen <em>leyenda negra <\/em>[&#8218;Schwarze Legende&#8216;]. Seine Intoleranz, Unberechenbarkeit und R\u00fccksichtslosigkeit allerdings sind kaum zu bestreiten. Marty litt, so der franz\u00f6sische Historiker Pierre Vilar, an &#8222;Spionitis&#8220;: Er sah \u00fcberall Verr\u00e4ter, Zersetzung und Spione &#8211; ein stalinistischer Henker, wie er im Buche steht. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, da\u00df Marty Agenten und Spione ausschlie\u00dflich in den eigenen Reihen jagte, w\u00e4hrend Spanien zur Spielwiese ausl\u00e4ndischer &#8211; namentlich: deutscher &#8211; Agenten geworden war.<\/p>\n<p>Mitglieder der Internationalen Brigaden wurden systematisch am Kontakt mit Milizeinheiten, die anderen politischen Organisationen angeh\u00f6rten, gehindert. Durch politische Kommissare wie Marty waren sie scharfer ideologischer Kontrolle unterworfen. Die kommunistische Propaganda versorgte sie mit Informationen &#8211; und wenn n\u00f6tig, mit Desinformationen. Wer gegen diese \u00dcberwachung aufbegehrte, riskierte mitunter sein Leben.<\/p>\n<p>Hans Beimler beispielsweise, selbst politischer Kommissar der Brigade Kl\u00e9ber und im Lied verewigter M\u00e4rtyrer &#8211; &#8222;Hans Beimler, Kamerad!&#8220; -, soll Zeugnissen ehemaliger Mitk\u00e4mpfer zu Folge nicht von den Franquisten, sondern von Agenten des NKWD [sowjetischer Geheimdienst] erschossen worden sein. Er war, wie viele andere Interbrigadisten auch, mit der geheimdienstlichen \u00dcberwachung und Terrorisierung der Truppe durch sogenannte &#8222;Sonderdienste&#8220; nicht einverstanden gewesen.<\/p>\n<p>Er hielt Kontakt zu nicht-kommunistischen Oppositionellen innerhalb der Internationalen Brigaden und sah die anti-revolution\u00e4re Machtpolitik der Kommunisten mit Unbehagen. Das gen\u00fcgte &#8211; m\u00f6glicherweise &#8211; f\u00fcr ein (informelles) Todesurteil.<\/p>\n<p>Es mag nicht nur an der schlechten Kriegslage gelegen haben, da\u00df die Internationalen Brigaden sp\u00e4testens 1938 versch\u00e4rft mit Disziplinproblemen, Befehlsverweigerungen und \u00e4hnlichem zu k\u00e4mpfen hatten &#8230;<\/p>\n<p>Im Herbst 1938 wurden die Internationalen Brigaden auf Beschluss der Regierung Negr\u00edn demobilisiert. Sie wurden in katalanischen Lagern zusammengezogen und schlie\u00dflich nach Hause geschickt.<\/p>\n<p>Negr\u00edn verk\u00fcndete die Demobilisierung pers\u00f6nlich vor dem V\u00f6lkerbund &#8211; wohl in der irrigen Annahme, auf diese Weise die Unterst\u00fctzung der Westm\u00e4chte gewinnen zu k\u00f6nnen und Deutschland und Italien zur Einhaltung des &#8222;Nichteinmischungsabkommens&#8220; zu bewegen, das das Papier nicht wert war, auf dem es stand.<\/p>\n<p>Erfasst wurden zu diesem Zeitpunkt 12.673 Interbrigadisten.<\/p>\n<p>Ca. 2.000 deutsche und italienische Exilanten blieben im Land. Sie wurden w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe um Barcelona gefangengenommen. F\u00fcr viele, die nach Frankreich entkommen konnten, ging der Krieg weiter &#8211; bis 1945, und manchmal noch dar\u00fcber hinaus. Wer den Deutschen in die H\u00e4nde fiel, wurde erschossen, kam ins Todeslager f\u00fcr &#8222;Rotspanier&#8220;, Mauthausen, oder als Jude direkt nach Auschwitz.<\/p>\n<p>Jene, die dem Krieg entkamen, erwarteten andere Schwierigkeiten: In den Vereinigten Staaten nahm sie Senator Joseph McCarthy in Empfang. Auch in England waren Spanienk\u00e4mpfer keineswegs wohlgelitten.<\/p>\n<p>Im Nachkriegsdeutschland wurden sie geschnitten, bekamen als &#8222;Rote&#8220; keine Arbeit oder blieben sozial isoliert.<\/p>\n<p>Nach Francos Tod 1975 tat sich auch Spanien lange Zeit schwer mit der Erinnerung an die Internationalen Brigaden. 1996 schlie\u00dflich, zum 60. Jahrestag des Ausbruchs des Spanischen B\u00fcrgerkriegs, bot die spanische Regierung allen \u00fcberlebenden Interbrigadisten kollektiv die spanische Staatsangeh\u00f6rigkeit an. Da sie daf\u00fcr ihre alte Staatsangeh\u00f6rigkeit h\u00e4tten aufgeben m\u00fcssen, war der Zuspruch gering. Zur Zeit laufen in Spanien, rund um die sogenannte <em>Ley de memoria hist\u00f3rica<\/em> [&#8218;Gesetz der geschichtlichen Erinnerung&#8216;], Verhandlungen, das Angebot &#8211; diesmal ohne Auflagen &#8211; zu erneuern. B\u00fcrgerinitiativen organisierten medienwirksame Ereignisse wie das Konzert <em>Recuperando Memoria<\/em> (2004) [&#8218;Wir holen die Erinnerung zur\u00fcck&#8216;], in dessen Rahmen alte Interbrigadisten auf die B\u00fchne gebeten wurden.<\/p>\n<p>Aber die Zeit l\u00e4\u00dft sich auch mit gutem Willen und viel Engagement nicht aufhalten: Allm\u00e4hlich sterben auch die letzten Interbrigadisten.<\/p>\n<p>Ein unersetzlicher Teil gelebter Erinnerung an eine nachfolgenden Generationen erstaunlich ferne Zeit wird mit ihnen gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 18. Juli 1936 putschte in Spanien eine Junta abtr\u00fcnniger Milit\u00e4rs, unter ihnen der 38-j\u00e4hrige General Francisco Franco, gegen die II. Republik. 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