{"id":8687,"date":"2008-04-01T00:00:10","date_gmt":"2008-03-31T22:00:10","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=8687"},"modified":"2022-07-26T14:24:15","modified_gmt":"2022-07-26T12:24:15","slug":"martin-luther-kings-traum-und-alptraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2008\/04\/martin-luther-kings-traum-und-alptraum\/","title":{"rendered":"Martin Luther Kings Traum und Alptraum"},"content":{"rendered":"<p>Anfang 1968 wurde Martin Luther King Jr. bewusst, dass er vom Gipfel des Berges in ein Tal der Verzweiflung hinabgestiegen war. 1963 hatte er auf dem <i>Marsch nach Washington f\u00fcr Arbeit und Freiheit <\/i>\u00fcber seinen Traum gesprochen, Amerika werde &#8222;sich erheben und der wahren Bedeutung seines Glaubensbekenntnisses gerecht werden&#8220;, aber in der Zwischenzeit war dieser Traum dem Alptraum einer eskalierenden milit\u00e4rischen Intervention in Vietnam und zunehmender Gewalt zwischen Schwarz und Wei\u00df in den US-amerikanischen Gro\u00dfst\u00e4dten gewichen ((1)).<\/p>\n<p>Die \u00fcberschw\u00e4ngliche revolution\u00e4re Rhetorik der AntikriegsaktivistInnen der Neuen Linken und der Black-Power-Protagonisten stand in scharfem Gegensatz zu Kings Ern\u00fcchterung.<\/p>\n<p>Einige von uns glaubten, er radikalisiere sich zunehmend, in Wirklichkeit jedoch war er ein Prophet mit wachsenden Zweifeln.<\/p>\n<p>Seit Beginn seines geistlichen Wirkens war seine Botschaft eines sozialen Evangeliums trotz der sich \u00e4ndernden Umst\u00e4nde dieselbe geblieben. Inmitten der antikommunistischen Hysterie Anfang der 50er Jahre hatte King an seine sp\u00e4tere Frau Coretta Scott geschrieben: &#8222;Der Kapitalismus kann nicht mehr als n\u00fctzlich gelten, da er den Massen das Notwendige nimmt, um die herrschende Klasse mit Luxusg\u00fctern zu versorgen.&#8220; ((2)) Den Kommunismus lehnte er ab, sah ihn jedoch als &#8222;notwendiges Korrektiv eines allzu passiven Christentums und einer allzu tr\u00e4gen Demokratie&#8220; ((3)).<\/p>\n<p>Ab Mitte der 50er Jahre, als er im Zuge des Busboykotts von Montgomery zur prominenten schwarzen F\u00fchrungsfigur geworden war, behielt King diese Ansichten gr\u00f6\u00dftenteils f\u00fcr sich, aber er sprach oft zuversichtlich davon, &#8222;zwischen zwei Welten&#8220; zu stehen &#8211; &#8222;der sterbenden alten und der werdenden neuen Welt&#8220;. Schon bald nach dem Erfolg des Boykotts machte er darauf aufmerksam, dass die Mehrheit der Weltbev\u00f6lkerung systematisch unterdr\u00fcckt wurde &#8211; &#8222;all diese Menschen wurden politisch beherrscht, wirtschaftlich ausgebeutet, diskriminiert und gedem\u00fctigt&#8220;. Schon bevor die nationalistischen Bewegungen Afrikas die Oberhand gewannen, sah er &#8222;die alte Ordnung des Kolonialismus und des Imperialismus verschwinden und die neue Ordnung der Freiheit und Gerechtigkeit entstehen&#8220; ((4)).<\/p>\n<p>1957 wohnte King den Unabh\u00e4ngigkeitsfeiern in Ghana bei. Das Ende der Kolonialherrschaft in Afrika und Asien sah er als Inspiration f\u00fcr die Massenproteste, die in den USA fundamentale B\u00fcrgerrechte und ihre gesetzliche Verbriefung erk\u00e4mpften. Dass er 1964 den Friedensnobelpreis erhielt, st\u00e4rkte Kings globales Sendungsbewusstsein: &#8222;Ich bin so k\u00fchn zu glauben, dass die Menschen \u00fcberall drei Mahlzeiten am Tag f\u00fcr ihren K\u00f6rper, Bildung und Kultur f\u00fcr ihren Geist und W\u00fcrde, Gleichheit und Freiheit f\u00fcr ihre Seele haben k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Er betonte: &#8222;Die wohlhabenden Nationen m\u00fcssen alles tun, um die Kluft zwischen der reichen Minderheit und der armen Mehrheit zu \u00fcberbr\u00fccken.&#8220; ((5))<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_19145\" aria-describedby=\"caption-attachment-19145\" style=\"width: 534px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/NO_4-16-1960_Fr18_28454055303.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-19145\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/NO_4-16-1960_Fr18_28454055303.jpg\" alt=\"\" width=\"534\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/NO_4-16-1960_Fr18_28454055303.jpg 640w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/NO_4-16-1960_Fr18_28454055303-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/NO_4-16-1960_Fr18_28454055303-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-19145\" class=\"wp-caption-text\">Martin Luther King am 16. April 1960 in Raleigh; NC &#8211; Foto: State Archives of North Carolina [No restrictions], via Wikimedia Commons<\/figcaption><\/figure>Allerdings teilten viele von Kings Verb\u00fcndeten in der B\u00fcrgerrechtsbewegung seine Vision von Frieden und sozialer Gerechtigkeit nicht in vollem Umfang, und seine immer klarer hervortretende Kriegsgegnerschaft belastete sein Verh\u00e4ltnis zu Pr\u00e4sident Lyndon Johnson. Obwohl King Johnsons &#8222;Great Society&#8220;-Programm ((6)) unterst\u00fctzte, konnte keiner der beiden M\u00e4nner das Auseinanderfallen der liberaldemokratischen Koalition verhindern. Der Voting Rights Act von 1965 ((7)) war der letzte gr\u00f6\u00dfere Sieg, den Kings gewaltfreie Proteststrategie in Form eines Gesetzes verbuchen konnte.<\/p>\n<p>King hegte mehr und mehr den Verdacht, dass sich die Priorit\u00e4ten der Nation st\u00e4rker an den Sachzw\u00e4ngen des Kalten Krieges als an demokratischem Idealismus orientierten. Zun\u00e4chst vermied er es, Johnsons milit\u00e4rische Eskalation in Vietnam \u00f6ffentlich zu kritisieren; im privaten Umfeld jedoch beklagte er die Zeichen globalen R\u00fcckschritts &#8211; die US-amerikanische Besetzung der Dominikanischen Republik, den von der CIA unterst\u00fctzten Sturz des ghanaischen Staatspr\u00e4sidenten Kwame Nkrumah, den vom Westen gesteuerten Mord am kongolesischen Ministerpr\u00e4sidenten Patrice Lumumba und die fortgesetzte Unterst\u00fctzung des s\u00fcdafrikanischen Apartheidregimes durch die USA.<\/p>\n<p>Erst im April 1967, in seiner Ansprache in der Riverside Church in New York, wandte sich King in aller Deutlichkeit \u00f6ffentlich gegen den Vietnamkrieg. Der Krieg habe &#8222;ein leuchtendes Moment&#8220; des Kampfes ausgel\u00f6scht, der &#8222;den Armen wahrhaft Hoffnung versprochen habe&#8220;. Johnsons Programm der Armutsbek\u00e4mpfung sei &#8222;zerbrochen und ausgeweidet worden, als w\u00e4re es ein ver\u00e4chtliches politisches Spielzeug einer durch den Krieg verr\u00fcckt gewordenen Gesellschaft&#8220;. Eine &#8222;tiefsitzende Erkrankung des amerikanischen Geistes&#8220; f\u00fchre dazu, dass &#8222;die Anwesenheit US-amerikanischer Milit\u00e4rberater in Venezuela&#8220; ebenso wie &#8222;konterrevolution\u00e4re&#8220; Interventionen in Guatemala, Kambodscha und Peru f\u00fcr richtig gehalten w\u00fcrden. &#8222;Ich bin \u00fcberzeugt, dass unser Volk eine radikale Revolution der Werte durchlaufen muss, wenn es sich auf die richtige Seite der Weltrevolution stellen will.&#8220; ((8))<\/p>\n<p>Kings Rede in der Riverside Church bewahrt noch Spuren seines fr\u00fcheren Optimismus: &#8222;Die barf\u00fc\u00dfigen und hemdlosen Bauernmassen erheben sich, wie sie es nie zuvor getan haben. Das Volk, das im Finstern sitzt, sieht ein gro\u00dfes Licht. ((9)) Wir im Westen m\u00fcssen diese Revolutionen unterst\u00fctzen.&#8220; Zugleich jedoch spottet er \u00fcber die &#8222;traurige Tatsache, dass die westlichen Nationen, die den revolution\u00e4ren Geist der modernen Welt recht eigentlich begr\u00fcndeten, aus Bequemlichkeit, Gleichg\u00fcltigkeit, krankhafter Angst vor dem Kommunismus und der Neigung, Ungerechtigkeiten als unvermeidlich hinzunehmen, nun zu ausgemachten Revolutionsfeinden geworden sind&#8220; ((10)).<\/p>\n<p>Die zu Beginn des Jahres 1968 einsetzende Poor People&#8217;s Campaign (Kampagne der armen Leute) spiegelte Kings verbliebene Hoffnung wie auch seine wachsende Verzweiflung.<\/p>\n<p>Die radikalen AntikriegsaktivistInnen und die Hitzk\u00f6pfe aus der Black-Power-Bewegung zeigten nur halbherzige Unterst\u00fctzung f\u00fcr seinen Versuch, Tausende armer Leute zusammenzubringen, um die Regierungsvertreter in Washington, D.C. zur Rede zu stellen. Dennoch wurde King im FBI-Spionageabwehrprogramm zur St\u00f6rung, Fehlleitung, Diskreditierung oder anderweitigen Neutralisierung &#8222;schwarzer nationalistischer Hassgruppen&#8220; (COINTELPRO) prompt als Zielperson aufgef\u00fchrt. Im M\u00e4rz 1968 bezeichnete Edgar J. Hoover, der Leiter des FBI, King als &#8222;sehr ernst zu nehmenden Kandidaten&#8220; f\u00fcr die Rolle &#8222;eines \u201aMessias&#8216;, der die Bewegung des militanten schwarzen Nationalismus einigen und elektrisieren k\u00f6nnte&#8220;.<\/p>\n<p>Obwohl King in seinen \u00dcberzeugungen fest blieb, geriet sein Optimismus ins Wanken, w\u00e4hrend er sich m\u00fchte, arme Menschen f\u00fcr seine Kampagne zu gewinnen. Seine Verb\u00fcndeten aus der B\u00fcrgerrechtsbewegung kritisierten seine neue Richtung und seine traditionellen Kritiker verst\u00e4rkten ihre Angriffe. King f\u00fchlte sich isoliert und ahnte seinen bevorstehenden M\u00e4rtyrertod. &#8222;Als ich das Kreuz auf mich nahm, kannte ich seine Bedeutung&#8220;, sagte er zu seinen Kollegen auf der Southern Christian Leadership Conference. &#8222;Das Kreuz ist etwas, das du tr\u00e4gst und an dem du letztlich stirbst.&#8220; ((11))<\/p>\n<p>Zu seinem Vater sprach er von Hinweisen &#8222;aus privaten, aber auch aus Regierungskreisen&#8220;, dass ein Mordversuch auf ihn geplant war. &#8222;Ich muss meine Arbeit weiterf\u00fchren, ganz gleich, was nun geschieht, denn ich bin zu sehr Teil dieser Sache, um aufzuh\u00f6ren. Manchmal m\u00f6chte ich einfach eine Weile wegfahren, irgendwohin, mit Coretta und den Kindern, und privat ein paar ruhige Tage verbringen, wie andere Amerikaner das auch tun &#8211; Pfarrer King und seine Familie. Aber ich wei\u00df, dass es daf\u00fcr jetzt zu sp\u00e4t ist.&#8220;<\/p>\n<p>Seine Predigt in der Ebenezer Church von Atlanta am 3. M\u00e4rz 1968 war eine Abhandlung \u00fcber das Leben als &#8222;ununterbrochene Geschichte zerbrochener Tr\u00e4ume&#8220;. Mahatma Gandhi sei &#8222;mit gebrochenem Herzen gestorben&#8220;, weil er die Teilung Indiens nicht habe verhindern k\u00f6nnen, und Woodrow Wilson sei gestorben, ohne seinen &#8222;Traum eines V\u00f6lkerbundes&#8220; verwirklichen zu k\u00f6nnen. Vor diesem Hintergrund gestand King seine eigene Entmutigung ein. &#8222;Einige von uns versuchen, einen Tempel des Friedens zu bauen. Wir wenden uns gegen den Krieg, wir protestieren, aber es scheint, wir rennen mit dem Kopf gegen die Wand.&#8220;<\/p>\n<p>Kings fr\u00fche pr\u00e4gende Erfahrungen des Zusammenhalts in der Familie hatten ihn einst mit Vertrauen in die menschliche Natur erf\u00fcllt, aber \u00fcber die Jahre war er sich zunehmend der Macht und Hartn\u00e4ckigkeit sozialer Missst\u00e4nde und individueller S\u00fcnde bewusst geworden. &#8222;Im Herzen der menschlichen Natur besteht eine Spannung, und wenn wir uns aufmachen, unsere Tr\u00e4ume zu leben und unsere Tempel zu erbauen, m\u00fcssen wir so ehrlich sein und diese Spannung anerkennen&#8220;, forderte King. Trost fand er in der biblischen Geschichte von David, der es nicht schaffte, einen festen Tempel zu erbauen, aber dennoch Gnade vor Gottes Augen fand. &#8222;Ich bin ein S\u00fcnder wie alle Kinder Gottes&#8220;, bekannte King, &#8222;aber ich m\u00f6chte ein guter Mensch sein. Und ich m\u00f6chte eines Tages eine Stimme h\u00f6ren, die mir sagt: \u201aIch nehme dich auf und ich segne dich, denn du hast es versucht.'&#8220; ((12))<\/p>\n<p>Im letzten Monat seines Lebens reiste King nach Memphis, um die streikenden M\u00fcllarbeiter zu unterst\u00fctzen, deren hartn\u00e4ckiger Kampf seine schwindenden Hoffnungen auf weltweite Gerechtigkeit und individuelle Erl\u00f6sung belebte. In seiner letzten Rede am Abend des 3. April 1968 gestand King ein, die Welt sei &#8222;total durcheinander&#8220;, betonte aber auch, er h\u00e4tte kein anderes Zeitalter w\u00e4hlen m\u00f6gen: &#8222;Ich sehe in dieser Phase des zwanzigsten Jahrhunderts Gott am Werk. In unserer Welt geschieht etwas. Die Massen erheben sich. Und wo immer sie sich heute versammeln, ob in Johannesburg, S\u00fcdafrika; Nairobi, Kenia; Accra, Ghana; New York City; Atlanta, Georgia; Jackson, Mississippi; oder Memphis, Tennessee &#8211; ihr Ruf ist stets derselbe: &#8218;Wir wollen frei sein!'&#8220; Gott habe ihm erlaubt, auf den Berg zu steigen und &#8222;das Gelobte Land zu sehen&#8220;.<\/p>\n<p>Wie Moses werde er selbst vielleicht nicht mehr im Land, wo Milch und Honig flie\u00dfen, leben d\u00fcrfen, &#8222;aber ich will, dass ihr heute wisst: Unser Volk wird das Gelobte Land erreichen.&#8220;<\/p>\n<figure id=\"attachment_19147\" aria-describedby=\"caption-attachment-19147\" style=\"width: 480px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/8555476950_d31cc4d492_z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-19147\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/8555476950_d31cc4d492_z.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/8555476950_d31cc4d492_z.jpg 640w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/8555476950_d31cc4d492_z-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/8555476950_d31cc4d492_z-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-19147\" class=\"wp-caption-text\">Martin Luther King Memorial in West Potomac Park in Washington, D.C. &#8211; Foto: Gage Skidmore (<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/2.0\/\">CC BY-SA 2.0<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dieser letzte Ausbruch von Optimismus lenkte die \u00f6ffentliche Wahrnehmung weg von dem Pessimismus, der Kings letztes Lebensjahr beherrscht hatte.<\/p>\n<p>King hatte das Ende langj\u00e4hriger Unterdr\u00fcckungssysteme erlebt &#8211; der Rassentrennung in den USA und des europ\u00e4ischen Kolonialismus-, war aber auch Zeuge des unerwarteten Beginns einer neuen, konservativen Weltordnung. Die radikalen Wortf\u00fchrer der Neuen Linken und der Black-Power-Bewegung, die sich \u00fcber ihn lustig machten, w\u00fcrden niemals an die Macht kommen. Johnson sollte der letzte demokratische US-Pr\u00e4sident sein, der von einer Mehrheit wei\u00dfer W\u00e4hler unterst\u00fctzt wurde. Bald w\u00fcrde der Konservatismus den Liberalismus aus dem ideologischen Zentrum der amerikanischen Politik verdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Heute wird King f\u00fcr den Optimismus seines Traums geehrt, aber sein Dienst am sozialen Evangelium endete, wie er begann &#8211; mit unerf\u00fcllten Tr\u00e4umen von einer gerechten Gesellschaftsordnung, die nach wie vor nicht existiert. Das Wissen um sein Leben und seinen Tod kann uns jedoch helfen, mit den beunruhigenden Verh\u00e4ltnissen des 21. Jahrhunderts zurechtzukommen: den Nachwirkungen vergangener Unterdr\u00fcckung, der breiter werdenden Kluft zwischen Arm und Reich und der unvermeidlichen Spannung zwischen mehr Demokratie und kultureller Vielfalt.<\/p>\n<p>King hat diese Probleme nicht gemeistert, aber er hat es bis zu seinem Tod versucht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang 1968 wurde Martin Luther King Jr. bewusst, dass er vom Gipfel des Berges in ein Tal der Verzweiflung hinabgestiegen war. 1963 hatte er auf dem Marsch nach Washington f\u00fcr Arbeit und Freiheit \u00fcber seinen Traum gesprochen, Amerika werde &#8222;sich erheben und der wahren Bedeutung seines Glaubensbekenntnisses gerecht werden&#8220;, aber in der Zwischenzeit war dieser &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2008\/04\/martin-luther-kings-traum-und-alptraum\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":19141,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Martin Luther Kings Traum und Alptraum - graswurzelrevolution","description":"Anfang 1968 wurde Martin Luther King Jr. bewusst, dass er vom Gipfel des Berges in ein Tal der Verzweiflung hinabgestiegen war. 1963 hatte er auf dem Marsch nac"},"footnotes":""},"categories":[509,1030,1033],"tags":[],"class_list":["post-8687","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-328-april-2008","category-es-wird-ein-laecheln-sein","category-so-viele-farben"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8687","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8687"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8687\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19141"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8687"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8687"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8687"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}