{"id":8920,"date":"2008-09-01T00:00:20","date_gmt":"2008-08-31T22:00:20","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=8920"},"modified":"2022-07-26T14:24:14","modified_gmt":"2022-07-26T12:24:14","slug":"anarkeya-und-al-muqawama","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2008\/09\/anarkeya-und-al-muqawama\/","title":{"rendered":"Anarkeya und al-muqawama"},"content":{"rendered":"<p>Es sind nur kleine Gruppierungen, die sich in der arabischen &#8211; bzw. im Falle des Iran persischen &#8211; Region mit anarchistischer Theorie und Praxis besch\u00e4ftigen und sich als AnarchistInnen bezeichnen.<\/p>\n<p>Davon einmal abgesehen, dass diese Feststellung, angesichts der Tatsache, dass wirklich &#8222;gro\u00dfe&#8220; anarchistische Organisationen &#8211; egal wo &#8211; kaum noch existieren, etwas trivial ist, sind deren Aktivit\u00e4ten und Existenz nichtsdestotrotz ein interessantes Themenfeld f\u00fcr AnarchistInnen weltweit, \u00fcber das selbst in libert\u00e4ren Kreisen &#8222;des Westens&#8220; wenig bekannt ist.<\/p>\n<p>Hier soll der Versuch gestartet werden, einen kurzen \u00dcberblick \u00fcber existierende oder in der Vergangenheit aktive anarchistische Bewegungen in den L\u00e4ndern Jordanien, Libanon, Irak und Iran zu geben. Des weiteren kann mit diesem Beitrag keineswegs der Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit erhoben werden, sondern er soll vielmehr als Anreiz verstanden werden, sich n\u00e4her mit diesen Bewegungen und der Region auseinander zu setzen.<\/p>\n<h3>Jordanien<\/h3>\n<p>Erst vor wenigen Monaten machte eine Gruppe jordanischer AnarchistInnen international auf sich aufmerksam, die sich gemeinsam mit marxistischen und feministischen AktivistInnen zu einer gr\u00f6\u00dferen Gruppe namens <em>The Social Left<\/em> zusammengeschlossen haben.<\/p>\n<p>Die Gruppe, in der geb\u00fcrtige JordanierInnen ebenso aktiv sind wie pal\u00e4stinensische Fl\u00fcchtlinge, wird vom Haschemitischen K\u00f6nigreich Jordanien oft mit Repression konfrontiert. Es wurden bereits einige AktivistInnen verhaftet und eingesperrt, wobei die Gruppe gl\u00fccklicherweise von der Gewerkschaft der jordanischen Rechtsanw\u00e4ltInnen Unterst\u00fctzung erf\u00e4hrt. Bei Aktionen in der Vergangenheit brachten sie innerhalb kurzer Zeit \u00fcber 50.000 Flugbl\u00e4tter in der Hauptstadt Amman unter die Leute und waren schon h\u00e4ufig in diversen jordanischen Printmedien oder im TV pr\u00e4sent. So war auf dem bekannten arabischen Nachrichtensender <em>Al-Jazeera<\/em> bereits ein l\u00e4ngerer Bericht \u00fcber die Gruppe zu sehen.<\/p>\n<p>Obwohl die meisten AnarchistInnen von <em>The Social Left<\/em> aus einer marxistischen Tradition kommen und schlie\u00dflich \u00fcber die anarchistischen &#8222;Klassiker&#8220; von Proudhon, Kropotkin und Bakunin zum Anarchismus gekommen sind, wurden sie ebenfalls stark vom Sufismus ((1)) &#8211; der islamischen Mystik &#8211; beeinflusst. In einer Erkl\u00e4rung der Gruppe hei\u00dft es: &#8222;Wir suchten nach irgendeiner Form des Anarchismus in unserer eigenen Geschichte und Kultur. Nachdem wir ein Buch namens <em>Sufi tropics<\/em>, geschrieben von einem irakischen Autor (Hadi al-Alawi), gelesen hatten, fanden wir heraus, dass Sufismus ganz und gar anarchistisch ist. [&#8230;] Nun bezeichnen sich die meisten von uns als Sufi-AnarchistInnen. Wir fanden sogar sufi-anarchistische Bewegungen und Gruppen aus dem Zeitraum zwischen 8. und 16. Jahrhundert. Nachdem wir also die B\u00fccher von Bakunin, Proudhon und Kropotkin gelesen, die Geschichte des Anarchismus in Spanien, Ukraine, Paris und Mexiko studiert &#8230; und nachdem wir uns mit dem Sufismus eingehend besch\u00e4ftigt hatten, fanden wir unser eigenes Verst\u00e4ndnis des Anarchismus.&#8220; ((2))<\/p>\n<p>Die Gruppe ist noch relativ neu und beginnt soeben, mit viel Elan ihre Aktivit\u00e4ten zu verst\u00e4rken. Es darf also angenommen werden, dass <em>The Social Left<\/em> auch in Zukunft auf sich aufmerksam machen wird.<\/p>\n<h3>Libanon<\/h3>\n<p>Im Libanon scheint durch das anarchistische Lager ein tiefer Riss zu gehen. ((3)) Die zwei bekanntesten Gruppen <em>Alternative Communiste Libertaire<\/em> und <em>Red &amp; Anarchist Skinheads Lebanon <\/em>(RASH), sind offensichtlich zerstritten, was soweit geht, dass sogar die Existenz der jeweils anderen Gruppe verschwiegen oder gar geleugnet wird. \u00c4hnlich selektiv ist auch die Berichterstattung im Ausland dar\u00fcber: Artikel, in denen beide Str\u00f6mungen portraitiert werden, findet man kaum.<\/p>\n<p>Ein Grund, weshalb diese Bewegungen nicht miteinander k\u00f6nnen, ist der, dass sich <em>Alternative Communiste Libertaire<\/em> f\u00fcr das anti-syrische Parteienb\u00fcndnis<em> 14. M\u00e4rz<\/em> ausspricht (und sich damit auch prompt mit ihren franz\u00f6sischen GenossInnen von <em>Alternative Libertaire<\/em> \u00fcberworfen hat), RASH dies jedoch scharf zur\u00fcckweist. RASH bezeichnet eine Allianz sowohl mit der <em>Bewegung 14. M\u00e4rz<\/em> als auch mit der pro-syrischen <em>Bewegung 8. M\u00e4rz<\/em> (die von der <em>Hisbollah<\/em> dominiert wird) als &#8222;indiskutabel&#8220;. Ersteres sei ein &#8222;B\u00fcndnis zwischen Liberalen, Faschisten und SozialdemokratInnen&#8220;, zweiteres eines zwischen &#8222;Islamisten und Nationalpatrioten.&#8220; ((4))<\/p>\n<p>An anderer Stelle meint ein libanesischer Anarchist zum entsprechenden Communiqu\u00e9 von <em>Alternative Communiste Libertaire<\/em>, dass diese zustimmende Haltung f\u00fcr das Parteienb\u00fcndnis <em>14. M\u00e4rz<\/em> &#8222;blamabel&#8220; sei, denn darin werde die momentane Regierung als &#8222;vorrevolution\u00e4r&#8220; bezeichnet, was &#8222;Bl\u00f6dsinn&#8220; sei. Weiter erkl\u00e4rt er, dass <em>Alternative Communiste Libertaire<\/em> noch nie bei Aktionen in Erscheinung getreten sei. &#8222;Ich k\u00f6nnte Seiten schreiben voller Kritik an ihnen, aber ich will meine Zeit nicht verschwenden, sie sind bedeutungslos.&#8220; ((5))<\/p>\n<p>Abseits des Grabenkampfes passiert aber trotzdem so einiges: <em>Alternative Communiste Libertaire<\/em> hat Daniel Gu\u00e9rins Buch <em>Anarchismus. Begriff und Praxis <\/em>ins Arabische \u00fcbersetzt, und RASH ist engagiert in sozialen Zusammenh\u00e4ngen an der Basis, hilft Sch\u00fclerInnen aus benachteiligten Schichten und war aktiv bei der Fl\u00fcchtlingshilfe im S\u00fcden des Libanons w\u00e4hrend und nach dem Sommerkrieg 2006 zwischen Israel und der <em>Hisbollah<\/em>.<\/p>\n<p>RASH-AktivistInnen stehen auch in Kontakt mit der israelischen Gruppe <em>Anarchists Against the Wall<\/em> (AATW) und \u00fcberwinden so das von beiden Staaten verh\u00e4ngte Kontaktverbot. In einem Gespr\u00e4ch zwischen zwei libanesischen und zwei israelischen AnarchistInnen, das auf <em>Indymedia Beirut<\/em> dokumentiert und kurz nach dem Sommerkrieg 2006 gef\u00fchrt wurde, meint ein libanesischer Anarchist: &#8222;Ob ich denke, dass es falsch sei, mit israelischen AnarchistInnen zusammenzuarbeiten? Keineswegs! Als Anarchist glaube ich weder an Grenzen noch an Nationen [&#8230;]. Ich denke, dass alle wissen sollten, dass der Weg zu Frieden und Gerechtigkeit dort anf\u00e4ngt, wo sich Menschen lokal zusammenschlie\u00dfen [&#8230;].&#8220; ((6))<\/p>\n<p>Weitere erw\u00e4hnenswerte Gruppen sind das Kollektiv <em>Autonomia<\/em>, das Diskussionsrunden und einen Infoladen betreibt, und <em>Samidoun Grassroots Network<\/em>, in dem AnarchistInnen, KommunistInnen und Anh\u00e4ngerInnen der <em>Popular Front for the Liberation of Palestine<\/em> (PFLP) aktiv sind. <em>Samidoun<\/em> war z.B. im Sommerkrieg 2006 besonders engagiert bei der Hilfe f\u00fcr Kriegsfl\u00fcchtlinge.<\/p>\n<p>Ein weiteres Projekt ist <em>Taharar!<\/em>, was soviel bedeutet wie &#8222;Befrei dich selbst!&#8220;, das sich vorwiegend als radikale und freie Informationsplattform im Internet f\u00fcr emanzipatorische Kreise in West-Asien und Nord-Afrika versteht, \u00e4hnlich wie <em>nadir.org<\/em>, <em>riseup.net<\/em> oder <em>resist.ca<\/em>. Auch Indymedia Beirut ist online, obwohl es momentan nicht benutzt werden kann, da sich ein neues Kollektiv finden muss, dass die Betreuung der Seite wieder \u00fcbernimmt.<\/p>\n<h3>Irak<\/h3>\n<p>Die ArbeiterInnenbewegung war im Irak seit ihren Anf\u00e4ngen in den 1920er und 30er Jahren vorwiegend in den H\u00e4nden der <em>Irakischen Kommunistischen Partei <\/em>(IKP). Als am 8. Februar 1963 die <em>Baath<\/em>-Partei im Irak durch einen Coup die Macht an sich riss, f\u00fchrte dies zu tagelangen Stra\u00dfenschlachten zwischen irakischen KommunistInnen und den Truppen der <em>Baath<\/em>-Partei. Es folgten erbarmungslose Verfolgung, systematische Folterung und massenhafte Ermordung von KommunistInnen durch die BaathistInnen.<\/p>\n<p>Als im Jahr 1973 der IKP-Generalsekret\u00e4r Aziz Muhammad beschloss, mit der <em>Baath<\/em>-F\u00fchrung zusammenzuarbeiten, und einen sog. &#8222;Nationalen Pakt&#8220; schloss &#8211; was unter anderem dazu f\u00fchrte, dass die IKP nun legal arbeiten durfte -, f\u00fchrte dies zu Protesten innerhalb der Partei. Als Konsequenz daraus spalteten sich rund 300 Mitglieder von der Partei ab und gr\u00fcndeten 1976 schlie\u00dflich die anarchokommunistische Gruppe <em>Shagila<\/em>. Die Gruppe betrieb im Untergrund Pressearbeit und f\u00fchrte Anschl\u00e4ge gegen die Truppen der <em>Baath<\/em>-Partei durch.<\/p>\n<p>Als 1979 im Nachbarland Iran die islamische Revolution unter F\u00fchrung von Ayatollah Khomeini vonstatten ging, leisteten neben einer Vielzahl unterschiedlicher Gruppierungen u.a. auch marxistisch-leninistische Guerillagruppen (die zuvor noch gegen das Schah-Regime gek\u00e4mpft hatten), wie z.B. die <em>Organization of Iranian People&#8217;s Fedai Guerrillas<\/em>, militanten Widerstand gegen die Revolution. Aus dem linken Spektrum war das aber offensichtlich noch nicht alles: Mitglieder der irakischen Gruppe <em>Shagila <\/em>machten sich vermehrt auf den Weg, um illegal \u00fcber die Grenze in den Iran zu gelangen und dort ihre GenossInnen der iranisch-anarchokommunistischen Gruppe <em>The Scream of the People<\/em>, die ebenfalls gegen die islamische Revolution k\u00e4mpften, zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Beide Gruppen wurden jedoch bald von den Truppen Khomeinis aufgedeckt und zerschlagen. ((7))<\/p>\n<p>Einem \u00fcberlebenden <em>Shagila<\/em>-Aktivisten, der heute im Exil lebt, sind Vermutungen bzgl. der gegenw\u00e4rtigen Situation im Irak zu Ohren gekommen, &#8222;dass heute eine \u201azweite Generation&#8216; von <em>Shagila<\/em>-AktivistInnen in dem momentanen Aufstand [gegen die US-Besatzung; S.K.] involviert sein k\u00f6nnte, wir haben aber keinerlei Best\u00e4tigungen, dass dem tats\u00e4chlich so ist.&#8220; ((8))<\/p>\n<p>Michael Schmidt von der s\u00fcdafrikanischen Organisation <em>Zabalaza<\/em> <em>Anarchist Communist Front<\/em> kann in Sachen ArbeiterInnenorganisation den seit 2003 existierenden irakischen Gewerkschaften <em>Federation of Workers&#8216; Councils and Unions of Iraq<\/em> (FWCUI) und <em>Unemployed Union of Iraq<\/em> (UUI) aus anarchistischer Sicht durchaus einiges abgewinnen, denn diese seien u.a. direktdemokratisch organisiert, antichauvinistisch und richteten sich sowohl gegen &#8222;boss-friendly yellow unionism&#8220; als auch gegen &#8222;state-ruled corporatist unionism&#8220;, wie es die Besatzungsm\u00e4chte versucht h\u00e4tten einzurichten. ((9))<\/p>\n<p>Die Gewerkschaften sind gegen die seit 2003 bestehende Besatzung des Irak, richten sich aber gleichzeitig auch gegen islamistische Elemente in der irakischen Gesellschaft.<\/p>\n<h3>Iran<\/h3>\n<p>Dass man es im Falle des Iran seit Jahrzehnten eher schwer hat als linke Bewegung, ben\u00f6tigt keinerlei ausschweifender Erkl\u00e4rungen: Sowohl unter dem diktatorischen, von den USA und Gro\u00dfbritannien an die Macht gehievten und gest\u00fctzten Schah-Regime von Mohammad Reza Pahlavi (1941-1979), das durch die Entmachtung des demokratisch legitimierten Mohammad Mossadegh 1953 durch eine CIA-Operation wieder an die Herrschaft kam, als auch unter der Islamischen Republik Iran, die nach dem Sturz des verhassten Schah-Regimes 1979 installiert wurde, wurden linke Bewegungen nicht geduldet und verfolgt.<\/p>\n<p>Ein iranischer Anarchist, der im Exil lebt, beschreibt die Situation unter dem Schah so, dass &#8222;es keinen Raum mehr gab f\u00fcr offene politische Aktivit\u00e4ten, geschweige denn f\u00fcr revolution\u00e4re. Jedes Anzeichen von Unmut wurde schon in seinen Anf\u00e4ngen zerschlagen,&#8220; und auch nach der islamischen Revolution wurden &#8222;verschiedene reaktion\u00e4re bewaffnete Organisationen gegr\u00fcndet [&#8230;] die sofort damit anfingen [linke, revolution\u00e4re, kurdische, turkmenische, studentische Bewegungen] zu zerschlagen und aufzul\u00f6sen [&#8230;].&#8220; <a name=\"p10\"><\/a>((10))<\/p>\n<p>Iranischen Anarchismus findet man heute vorwiegend bei Exil-IranerInnen (bzw. ist dieser f\u00fcr &#8222;uns&#8220; im &#8222;Westen&#8220; besser und leichter wahrnehmbar).<\/p>\n<p>Seit ungef\u00e4hr acht Jahren gibt es eine bilinguale (Persisch\/Englisch) anarchokommunistische Zeitschrift namens <em>Nakhdar. A<\/em> <em>Persian Anarcho Communist Journal<\/em> ((11)), die von anarchistischen Exil-IranerInnen gemacht wird und zur Zeit einmal j\u00e4hrlich erscheint. <em>Nakhdar <\/em>bedeutet &#8222;weder Gott, noch Staat, noch Bosse&#8220; und entwickelte sich aus dem in den 1990ern existierenden, ebenfalls von Exil-IranerInnen in den USA und Europa in Persisch publizierten marxistischen Zeitungsprojekt <em>Ghiam<\/em>.<\/p>\n<p>Obwohl <em>Nakhdar <\/em>prim\u00e4r von linksradikalen iranischen ExilantInnen gelesen wird, wird sie immer h\u00e4ufiger auch in den Iran selbst geschmuggelt und erfreut sich dort, laut dem Herausgeber Payman Piedar, ebenfalls steigender Beliebtheit.<\/p>\n<p><em>Nakhdar<\/em> wendet sich &#8211; um bei Geschichte und Gegenwart des Irans zu bleiben &#8211; mit Vehemenz sowohl gegen imperialistische EU- und US-Au\u00dfenpolitik als auch gegen die unterdr\u00fcckerischen Herrschaftssysteme im Iran vor und nach der 1979er Revolution. Fasst man den thematischen Rahmen etwas weiter, liegt ein Schwerpunkt der Zeitschrift auf anarchistischer Geschichte und Theorie. Ein Blick in die Ausgabe aus dem Jahr 2002 gibt einen guten \u00dcberblick \u00fcber die weitreichende Themenpalette der Zeitschrift: zu finden sind Buchbesprechungen und Schriften von AutorInnen wie Murray Bookchin, Errico Malatesta, Amira Hass und Norman Nawrocki; ein Interview mit Noam Chomsky mit dem Titel &#8222;The US is a leading terrorist state&#8220;; ein Artikel \u00fcber den 1. Mai und die Haymarket-M\u00e4rtyrer; eine Hommage auf den iranischen Poeten und Intellektuellen Ahmad Shamlou; ein Artikel zum Internationalen Frauentag; etc.<\/p>\n<p>Aber auch im Iran gibt es offensichtlich eine (kleine) anarchistische Community. In diesem Zusammenhang liest man immer wieder von einem anarchistischen Buch namens <em>Edris<\/em>, das von einem iranischen Autor auf Persisch geschrieben wurde und auf die anarchistische Community im Iran gro\u00dfen Einfluss ausge\u00fcbt hat.<\/p>\n<h3>Res\u00fcmee<\/h3>\n<p>Die hier besprochenen anarchistischen Gruppen der Gegenwart stehen zueinander nicht oder nur sehr marginal in Kontakt, was vermutlich darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass diese Bewegungen entweder noch nicht lange existieren und sich noch in einem Entstehungsprozess befinden oder dass sie in der Regel unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen arbeiten m\u00fcssen, die es zum Teil sogar unter Strafe stellen, sich zu organisieren und zu vernetzen. ((12))<\/p>\n<p>Viele dieser Gruppierungen kommen aus einem kommunistischen Umfeld und sind \u00fcber verschiedene Einfl\u00fcsse zum Anarchismus gelangt, weshalb sich auch die meisten Individuen oder Gruppen als &#8222;anarchokommunistisch&#8220; bezeichnen und in dieser Hinsicht ihre thematischen und aktionistischen Schwerpunkte setzen.<\/p>\n<p>Die Gewaltfrage wird zumeist nicht diskutiert oder als wichtig erachtet: &#8222;revolution\u00e4re Gewalt&#8220; bzw. Gewalt zur Selbstverteidigung &#8211; das scheint au\u00dfer Frage zu stehen &#8211; ist (f\u00fcr die, die das Thema erw\u00e4hnen) legitim. Von diesem Blickwinkel aus betrachtet scheinen hier z.B. die AnarchistInnen aus Jordanien, die den Sufismus in ihr Verst\u00e4ndnis von Anarchismus miteinbeziehen, die israelischen <em>Anarchists Against the Wall <\/em>((13)), die, obwohl nicht durchgehend und dezidiert pazifistisch, den gewaltfreien Widerstand als Protestform praktizieren, und RASH, die eher einer globalen antifaschistischen Bewegung entspringen, auszuscheren.<\/p>\n<p>Es ist ein weites Feld, \u00fcber das noch viel zu wenig bekannt ist. Doch selbst aus dem zug\u00e4nglichen Material ist unschwer zu erkennen, dass die AnarchistInnen im Nahen und Mittlere Osten darauf brennen, sich mit ihren &#8222;Counterparts&#8220; in der restlichen Welt auszutauschen und zu vernetzen.<\/p>\n<p>Diese Chance sollte wahrgenommen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sind nur kleine Gruppierungen, die sich in der arabischen &#8211; bzw. im Falle des Iran persischen &#8211; Region mit anarchistischer Theorie und Praxis besch\u00e4ftigen und sich als AnarchistInnen bezeichnen. 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