{"id":9413,"date":"2009-05-01T00:00:44","date_gmt":"2009-04-30T22:00:44","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=9413"},"modified":"2022-07-26T14:14:42","modified_gmt":"2022-07-26T12:14:42","slug":"anarchismus-und-kommune","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2009\/05\/anarchismus-und-kommune\/","title":{"rendered":"Anarchismus und Kommune"},"content":{"rendered":"<p>Mit 10 weiteren Leuten aus unterschiedlichen politischen Kommunen                 erz\u00e4hlten wir \u00fcber Utopie und Praxis unseres Lebensalltags und                 stellten uns in Kleingruppen den kritischen, anspornenden und                 sachbezogenen Fragen und Kommentaren der Besucher_innen. Mit so                 einer heterogenen Gruppe Kommune-Menschen unterwegs zu sein, die                 sonst eher weniger miteinander zu tun haben, und dann auch noch                 mit (meinem) Kleinkind (15 Monate), war eine sehr anregende Zeit                 f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Durch Gespr\u00e4che untereinander und mit den unterschiedlichsten                 G\u00e4sten hat sich f\u00fcr mich meine Motivation, warum eigentlich Kommune                 leben &#8211; heute &#8211; und nicht erst &#8222;nach der Revolution&#8220;, in den Vordergrund                 gedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Ich selbst bin schlie\u00dflich \u00fcber die lokale graswurzelgruppe auf                 die Kommune-Idee gesto\u00dfen und zwar deshalb, weil wir uns regelm\u00e4\u00dfig                 \u00fcber das Thema <i>Anarchie im Alltag<\/i> ausgetauscht haben. <\/p>\n<h3>Was macht also eine libert\u00e4re Vision noch mal aus?<\/h3>\n<p>Na klar, Herrschaftslosigkeit &#8211; aber das umschreibt nur, was                 wir nicht wollen. Also vielleicht sowas wie &#8222;Gleichheit statt                 Hierarchie, Selbstbestimmung statt Autorit\u00e4t, gegenseitige Hilfe                 statt Konkurrenz, freie Vereinbarung statt Befehlsprinzip&#8220; ((1))                 und MehrheitsAbstimmung.<\/p>\n<p>Dies setzt voraus, dass die Beteiligten Verantwortung \u00fcbernehmen,                 um das Zusammenleben zu gestalten. Das Tolle an Kommune ist, mensch                 kann genau das schon mal aktiv ausprobieren, experimentieren und                 lernen. <\/p>\n<p>Und zwar jeden Tag &#8211; das ist es aber, was Kommune auch hin und                 wieder anstrengend macht &#8211; ich habe keine Pause, kann mich nicht                 in meine Kleinfamilie oder mein Single\/P\u00e4rchen-Dasein zur\u00fcckziehen                 und vom Druck der Utopie und meinen bzw. den (Polit-)Gruppen-Anspr\u00fcchen                 erholen. Meine Mitkommunard_innen sind ja auf meine Kooperation                 und Mitteilungsbereitschaft angewiesen und ich auf ihre. Dennoch                 kenne ich keine Kommune, die ihre wie auch immer ausgestaltete                 anarchistische Utopie auch nur ann\u00e4hernd und jeden Tag umgesetzt                 h\u00e4tte, das w\u00e4re ja auch traumhaft. Wir leben ja trotz aller R\u00fcckzugskritik                 inmitten einer kapitalistischen, konkurrenzorientierten Gesellschaft                 und haben die entsprechenden Verhaltensweisen verinnerlicht &#8211;                 was keine noch so gute \u00dcberzeugung r\u00fcckg\u00e4ngig machen oder ausschalten                 k\u00f6nnte. Wir leben in Widerspr\u00fcchen, und diese verinnerlichten                 Herrschaftselemente werden (hoffentlich) auch weiterhin bei gegebenem                 Anlass angesprochen und entlarvt werden. <\/p>\n<p>Dennoch: es sollte m\u00f6glich sein, mit der Herrschaftsfreiheit                 im Hier und Jetzt zu beginnen.<\/p>\n<p>An welchen Punkten im Alltag n\u00e4hern wir uns also den oben aufgez\u00e4hlten                 Idealen an? In diesem Text meine ich mit &#8222;wir&#8220; in erster Linie                 meine Kommunegruppe, schreibe ich von meinen Erfahrungen auf Hof                 Rossee und von dem, was ich aus anderen politischen Kommunen so                 mitbekomme.<\/p>\n<p>Unsere kommunit\u00e4re Selbstorganisation beruht auf freier Vereinbarung                 in einer freien Assoziation: Menschen finden sich aufgrund ihrer                 Interessen und meist auch pers\u00f6nlicher Zuneigungen zusammen, um                 ihr Leben selbst zu organisieren und die Lebensbedingungen in                 der Kommune mitzugestalten und auf die eine oder andere Art und                 Weise auch nach au\u00dfen zu wirken. Um zu wissen, auf was mensch                 sich denn einlassen k\u00f6nnte, haben die meisten Gruppen ein Grundsatzpapier                 o.\u00e4. entwickelt und in einer Kennen-lern-Zeit k\u00f6nnen die Mitglieder                 der Kommune und Neue sich beschnuppern und aneinander gew\u00f6hnen.               <\/p>\n<p>Da niemand \u00fcber andere entscheiden kann, wird selbstverst\u00e4ndlich                 nicht \u00fcber die Aufnahme eine_r Neuen abgestimmt, sondern im Konsens                 entschieden. Auch bei allen anderen Entscheidungen versuchen wir,                 einen Konsens zu erreichen. Hierbei ist wichtig, mit der Zeit                 zu lernen, ob und inwieweit eine_r von der anstehenden Entscheidung                 betroffen ist und sich auch kreativ an einer L\u00f6sung beteiligen                 m\u00f6chte. Auch in der Kommune m\u00fcssen nicht alle bei allem mitreden.               <\/p>\n<h3>Konsens versus Kompromiss<\/h3>\n<p>Wichtig (nicht nur) f\u00fcr Kommuneleben ist meiner Meinung nach,                 grunds\u00e4tzlich vom Konsensprinzip \u00fcberzeugt zu sein. Bei uns geht                 es darum, in der Gruppe zu Entscheidungen zu kommen, die nicht                 nur eine Aktion pr\u00e4gen, sondern die auch schon mal unseren Alltag                 wesentlich beeinflussen k\u00f6nnen. Und das, ohne in allgemein \u00fcbliche                 polarisierende Denkmuster zu fallen, die, wenn \u00fcberhaupt, zu Kompromissen                 f\u00fchren. Und ein Kompromiss ist eben kein Naja-Konsens, geschweige                 denn eine L\u00f6sung, die alle mittragen. Viel mehr wird er meist                 von allen akzeptiert, jedoch nur von wenigen getragen und das                 oft widerstrebend und von einigen sogar (un)bewu\u00dft dagegen gearbeitet.                 Ein Konsens ist ein Prozess, der als solcher auch ernst genommen                 und mit entsprechend Zeitvorrat angegangen werden sollte; der                 manchmal erstaunlich schnell zu einer unerwarteten L\u00f6sung f\u00fchrt                 und manchmal sehr z\u00e4h ist und entsprechende Geduld und auch Kraft                 von den Beteiligten braucht.<\/p>\n<p>Die einzelnen brauchen sowohl ein gutes Gef\u00fchl daf\u00fcr, was ihnen                 pers\u00f6nlich wichtig ist, k\u00f6nnen im besten Fall auch noch verst\u00e4ndlich                 formulieren, warum, und gleichzeitig bedarf es auch des Wunsches,                 dieses von den anderen mitzubekommen und nachzuvollziehen. <\/p>\n<p>Verliert sich dieses &#8222;Verstehen Wollen&#8220; irgendwo im Konsensprozess,                 kommt es oft zu angeblich ganz &#8222;logischen, sachbezogenen&#8220; Diskussionen,                 in denen aber nicht die Suche nach einem Konsens im Mittelpunkt                 steht, sondern das Durchsetzen Wollen der eigenen W\u00fcnsche und                 Meinungen. Da wir gepr\u00e4gt von entweder-oder, These-Antithese sind,                 verhaken wir uns und merken nicht, dass es mindestens noch eine                 weitere M\u00f6glichkeit gibt, sich dem Gegenstand zu n\u00e4hern. Wenn                 du nur zwei L\u00f6sungen siehst, hast du das Problem nicht verstanden.&#8220;               <\/p>\n<p>Ist also der Gegenstand gekl\u00e4rt und sind Bed\u00fcrfnisse, W\u00fcnsche                 und Interessen der Beteiligten nachvollzogen, ist mensch schon                 ein gutes St\u00fcck vorangekommen. Im Gegensatz zum Kompromiss, bei                 dem jetzt alle so lange Abstriche machen w\u00fcrden, bis sie sich                 schlechter, aber noch nicht ganz schlecht f\u00fchlen, geht&#8217;s f\u00fcr den                 Konsens jetzt erst richtig los. Es geht darum, die anderen in                 ihrer Andersartigkeit auszuhalten und zu verstehen, was nicht                 gleichbedeutend mit zustimmen ist. <\/p>\n<p>Allen, die es wollen, zuzuh\u00f6ren und nicht vorschnell mit <i>dem                 <\/i>L\u00f6sungsvorschlag zu kommen. In der folgenden Suche nach einem                 echten Konsens wird gesammelt und erfunden, um dann etwas zu erreichen,                 mit dem sich alle ein bisschen besser f\u00fchlen. <\/p>\n<p>Soweit die Theorie. Wird der w\u00f6chentliche Plenumsabend lang,                 nimmt die Kommunegruppe auch schon mal eine Abk\u00fcrzung und es werden                 Entscheidungen getroffen, hinter denen nicht alle stehen &#8211; was                 sich sp\u00e4testens bei der Bereitschaft zur Umsetzung zeigt, z.B.                 am Bau-Wochenende ab sofort immer gemeinschaftlich um 8.30 Uhr                 zu beginnen. Und das ist aber auch das Sch\u00f6ne an Kommune: irgendwann                 merkst du dann doch, ob es sich um einen echten Konsens handelt,                 z.B. dann, wenn du alleine auf der Baustelle stehst. Darauf kannst                 du dich verlassen, dass die Entscheidungen ohne echten Konsens                 &#8222;einfach&#8220; wieder kommen, dann hat die Gruppe eine neue Chance                 auf Konsens.<\/p>\n<p>In diesem Sinne gemeinschaftlich auch weitreichende Entscheidungen                 zu treffen, ist f\u00fcr mich einer der wichtigsten Punkte, wo ich                 in meinem Alltag Anarchie umsetzte und \u00fcbe.<\/p>\n<p>Ein weiterer wichtiger Punkt ist, das Geld gemeinschaftlich zu                 erwirtschaften und zu teilen.<\/p>\n<h3>Anarchistische \u00d6konomie<\/h3>\n<p>Also alles f\u00fcr alle? Auch bei uns gibt es eigene Dinge, aber                 eben auch vieles, was wir als Gemeinschaft besitzen. Einerseits                 denke ich da an den kollektiven Besitz an Grund und Boden \/ Geb\u00e4uden,                 der in den meisten politischen Kommunen an die Stelle von Privateigentum                 tritt und zumindest den Kommunemitgliedern gemeinsam geh\u00f6rt. Mit                 den Produktionsmitteln sieht es da schon unterschiedlicher aus,                 bei Kopf- und Bildungsarbeiter_innen ist das angeh\u00e4ufte Wissen                 &#8211; trotz aller Bem\u00fchungen &#8211; nun mal an den jeweiligen Kopf gebunden,                 profitieren kann dennoch die gesamte Gruppe. Bei produzierendem                 und handwerklichem Gewerbe k\u00f6nnen zumindest die Produktionsmittel                 der Kommune geh\u00f6ren, was auch bei vielen Gruppen so ist. <\/p>\n<p>Andererseits die gemeinsame Alltags\u00f6konomie, also alles Geld                 geht in einen Topf und alle nehmen sich davon, was sie brauchen.                 Wir praktizieren und \u00fcben also eine &#8222;dem Bedarf der Menschen entsprechende                 <i>freie G\u00fcterverteilung<\/i>&#8220; ((2)).                 Ralf Burnicki bemerkt dazu lapidar: &#8222;dazu bedarf es einer hohen                 Intensit\u00e4t und Regelm\u00e4\u00dfigkeit der individuellen Beziehungen.&#8220;                  ((3))<\/p>\n<p>Dies entspricht auch meiner Erfahrung, ist aber leichter gesagt                 als getan. Einerseits haben wir als Gruppe bestimmte regelm\u00e4\u00dfige                 Ausgaben zu t\u00e4tigen, z.B. unsere Lebensmittel, andererseits wollen                 auch individuelle Bed\u00fcrfnisse befriedigt werden. Und \u00fcber Geld                 kann mensch auf der vermeintlichen Sachebene prima streiten und                 der intensiven Begegnung mit dem\/der Anderen aus dem Weg gehen.                 Was ich positiv daran finde bereits im Kapitalismus solidarisch                 zu wirtschaften, ist die M\u00f6glichkeit, der allgemeinen Arbeitsbewertung                 und -verg\u00fctung etwas entgegen zu setzten. Entweder durch eigene                 Betriebe, in denen es eben anders l\u00e4uft als in &#8222;normalen&#8220;, oder,                 wenn viele &#8222;extern&#8220; arbeiten gehen, den Ausgleich von geschlechtsbegr\u00fcndeten                 und anderen Lohnhierarchien im Kleinen umzusetzen, sodass nicht                 einige reicher sind als andere, nur weil sie z.B. m\u00e4nnlich sind.               <\/p>\n<p>Insgesamt k\u00f6nnen wir Arbeit so definieren, wie wir es f\u00fcr richtig                 halten, indem wir z.B. reproduktive T\u00e4tigkeiten wie Haushalt,                 Kinderbetreuung und Kochen, unbezahlte T\u00e4tigkeiten wie G\u00e4rtnern,                 Bauarbeiten auf dem Kommunegel\u00e4nde, politische Arbeit und externe                 LohnArbeit als gleich wertvoll bewerten. So sind einerseits Menschen,                 die kleine Kinder haben\/betreuen (typischer Weise also Frauen),                 nicht mehr von einem sog. &#8222;Verdiener&#8220; abh\u00e4ngig und andererseits                 die klassischen Arbeitnehmer_innen nicht mehr so sehr ihrem Chef                 oder ihrer Chefin ausgeliefert und k\u00f6nnen entsprechend mehr auf                 der Arbeit riskieren, auch an politischen \u00c4u\u00dferungen.<\/p>\n<p>Auch stellt sich generell die Frage, ob nur das &#8222;Arbeit&#8220; ist,                 was irgendwie auch anstrengend und\/oder produktiv ist? <\/p>\n<p>Die Kommune hat mir gezeigt, dass mein Arbeitsbegriff sich immer                 wieder mal aufl\u00f6st, neuentwickelt und in Frage stellt: Es entsteht                 eher so etwas wie Zeit, f\u00fcr die Gruppe etwas zu tun, und Zeit,                 f\u00fcr mich etwas zu tun. Wobei auch da die Grenzen flie\u00dfend sind,                 z.B. jetzt, indem ich diesen Text hier schreibe, das hat eigentlich                 von allem etwas und ohne Kommune h\u00e4tte ich mit Kleinkind und Job                 nur schwerlich Energien daf\u00fcr \u00fcber.<\/p>\n<p>Das &#8222;Prinzip der gegenseitigen Hilfe&#8220; (Kropotkin) in den Alltag                 zu integrieren macht meine libert\u00e4re Utopie zumindest ein St\u00fcck                 weit greifbarer. Trotzdem ist Kommuneleben ja keine Insel, sondern                 ein Leben in Widerspr\u00fcchen, denn der Konkurrenzkampf au\u00dferhalb                 hinterl\u00e4sst auch bei uns seine Spuren, sind wir abh\u00e4ngig von Geld\/Jobs,&#8230;<\/p>\n<p>Individualarnarchist_innen blicken wohl eher skeptisch auf unsere                 Versuche: Wir w\u00fcnschen uns Menschen, die sich verbindlich und                 langfristig einbinden lassen wollen, was viele ja schon aus Prinzip                 abschreckt. Es gibt eine Skepsis gegen\u00fcber festeren Organisationsstrukturen,                 denn hier k\u00f6nnen schnell informelle Hierarchien und Gruppendruck                 entstehen. <\/p>\n<p>Auch wenn die Vorstellung von freien, jederzeit l\u00f6sbaren und                 pflichtlosen Verbindungen faszinierend sein kann, w\u00fcsste ich nicht                 wie eine (kleinere) Kommune so (zumindest heute) \u00fcberlebensf\u00e4hig                 sein k\u00f6nnte. Die Erfahrung zeigt aber, dass viele Menschen sich                 nur zeitweilig in Kommunen einbringen und selbstverst\u00e4ndlich ist                 ein Ausstieg jederzeit m\u00f6glich, wenn auch oft f\u00fcr beide Seiten                 nicht ganz locker.<\/p>\n<p>Der Hinweis, dass Einzelne von der Gruppe vereinnahmt werden                 k\u00f6nnen oder zu ihnen nicht genehmen Dingen gedr\u00e4ngt werden k\u00f6nnen,                 ist sehr wichtig zu nehmen. W\u00e4re das doch das Gegenteil von dem,                 was wir wollen. So versuchen wir dem mit unterschiedlichen Methoden                 entgegen zu wirken. Allgemeiner gesagt: Wir bem\u00fchen uns um \u00dcberschaubarkeit,                 Transparenz und Nachvollziehbarkeit aller gemeinschaftlichen Vorg\u00e4nge.               <\/p>\n<p>Die Grundidee unseres Zusammenlebens beinhaltet die direkte Kommunikation,                 wir wollen Konflikte und Differenzen nicht \u00fcber Strukturen l\u00f6sen                 und wollen achtsam miteinander umgehen. Deshalb besteht in unseren                 Kommunen strukturelle Gleichberechtigung, diskriminierende Strukturen                 sollen aufgedeckt und ver\u00e4ndert werden.<\/p>\n<p>Da auch das Patriarchat eine Ausdruckform von <i>Herr<\/i>schaft                 ist, versuchen wir, (anarcha)feministische Ans\u00e4tze durch e<i>manzipationsf\u00f6rdernde                 Strukturen <\/i>in unseren Alltag einzubinden. In Rossee versuchen                 wir abwechselnd f\u00fcr alle zu kochen, so dass wir jeden Abend die                 M\u00f6glichkeit haben, ein gemeinsames Essen zu genie\u00dfen. Alle beteiligen                 sich an den anfallenden Haus- und Hofarbeiten und teilweise auch                 an Schreibtisch- und Kinderbetreuungsarbeiten. So schaffen wir                 uns die M\u00f6glichkeit, etwas Neues zu lernen und\/oder alte Rollen                 loszuwerden. <\/p>\n<p>Auch versuchen wir uns den Raum zu nehmen, um \u00fcber m\u00e4nnliche                 Dominanz (auch in der Kommune) zu reden und um weitere M\u00f6glichkeiten                 zu finden, wie wir mit geschlechtsspezifischen Rollenstereotypen                 brechen k\u00f6nnen und wie wir die eigene Hemmschwelle, sich geschlechteruntypisch                 zu verhalten, \u00fcberwinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Eine wesentlich Motivation, Kommune zu leben, finde ich in folgendem                 Zitat sehr sch\u00f6n zum Ausdruck gebracht: <\/p>\n<p>&#8222;Wir k\u00f6nnen die k\u00fcnstliche Trennung von Aktivismus und allt\u00e4glichem                 Leben \u00fcberwinden, indem wir unseren Alltag revolution\u00e4r machen.                 Warum sollten wir uns mit Genoss_innen und Aktivist_innen zufrieden                 geben, wenn wir Freund_innen und Liebhaber_innen haben k\u00f6nnten?&#8220;                  ((4)) <\/p>\n<p>Genau das versuchen wir in der Kommune Hof Rosse: Wir \u00fcben ein                 verantwortungsvolles und solidarisches Miteinander. <\/p>\n<p>Bei all dem Anspruch sollen aber auch Gem\u00fctlichkeit, Lust und                 Humor nicht zu kurz kommen. <\/p>\n<p>Und das gelingt uns auch &#8211; mal besser, mal schlechter &#8211; denn                 im besten Fall sind wir als basisbestimmte Gruppe in einem Erkundungs-                 und \u00dcbungsprozess f\u00fcr eine basisbestimmte Gesellschaft. Und wer                 wei\u00df, vielleicht sind wir ja durch unsere blo\u00dfe Existenz schon                 Teil einer allt\u00e4glichen graswurzelrevolution?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit 10 weiteren Leuten aus unterschiedlichen politischen Kommunen erz\u00e4hlten wir \u00fcber Utopie und Praxis unseres Lebensalltags und stellten uns in Kleingruppen den kritischen, anspornenden und sachbezogenen Fragen und Kommentaren der Besucher_innen. Mit so einer heterogenen Gruppe Kommune-Menschen unterwegs zu sein, die sonst eher weniger miteinander zu tun haben, und dann auch noch mit (meinem) Kleinkind &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2009\/05\/anarchismus-und-kommune\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Anarchismus und Kommune - graswurzelrevolution","description":"Mit 10 weiteren Leuten aus unterschiedlichen politischen Kommunen erz\u00e4hlten wir \u00fcber Utopie und Praxis unseres Lebensalltags und stellten uns in Kleingruppen de"},"footnotes":""},"categories":[542,1042],"tags":[],"class_list":["post-9413","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-339-mai-2009","category-ohne-chef-und-staat"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9413","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9413"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9413\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9413"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9413"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9413"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}