{"id":9498,"date":"2009-09-01T00:00:27","date_gmt":"2009-08-31T22:00:27","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=9498"},"modified":"2022-07-26T14:14:41","modified_gmt":"2022-07-26T12:14:41","slug":"in-der-bewegung-liegt-die-kraft-die-fantastischen-vier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2009\/09\/in-der-bewegung-liegt-die-kraft-die-fantastischen-vier\/","title":{"rendered":"&#8222;In der Bewegung liegt die Kraft&#8220; (Die Fantastischen Vier)"},"content":{"rendered":"<p>38 Prozent halten das gar nicht f\u00fcr m\u00f6glich. 57 Prozent meinen,                 durch Wahlen k\u00f6nne mensch wenigstens etwas mitbestimmen. Im Boulevardmagazin                 <i>stern<\/i> (Nr. 31, 23.7.09, S. 52) mokiert sich Chefkommentator                 Hans-Ulrich J\u00f6rges \u00fcber die Ergebnisse dieser Umfrage: &#8222;V\u00f6llig                 desillusioniert sind Arbeiter. Dass sie die Politik durch Wahlen                 ma\u00dfgeblich beeinflussen k\u00f6nnten, meinen null Prozent. Null! Das                 ist der Offenbarungseid der repr\u00e4sentativen Demokratie nach 60                 Jahren Republik und Grundgesetz. Mitten im \u201aSuperwahljahr&#8216;. Drei                 Viertel der Deutschen sind \u00fcberzeugt, so die best\u00fcrzende Erhebung,                 dass die Politik auf die Interessen des Volkes keine R\u00fccksicht                 nimmt.&#8220; <\/p>\n<p>Es ist erfreulich und keineswegs &#8222;best\u00fcrzend&#8220;, dass 75% der Menschen                 hierzulande erkannt haben, dass sie f\u00fcr die ParteistrategInnen                 jeglicher Couleur in erster Linie als Stimmvieh von Interesse                 sind. <\/p>\n<p>Diese mittlerweile weit verbreitete Erkenntnis f\u00fchrt aber noch                 nicht dazu, dass sie jetzt massenhaft die Herrschaft von Menschen                 \u00fcber Menschen ablehnen. <\/p>\n<p>Sie f\u00fchrt noch nicht dazu, dass Millionen nach emanzipatorischen                 Formen suchen und mit Methoden der Entscheidungsfindung experimentieren,                 die ohne F\u00fchrer, Hierarchien, Befehle und Eliten soziales Leben                 organisieren. Und die Erkenntnis f\u00fchrt auch nicht dazu, dass sich                 die Menschen nun massenhaft in den sozialen Bewegungen tummeln.               <\/p>\n<p>Dabei zeigt die Geschichte, dass soziale Bewegungen die Gesellschaft                 im positiven Sinne ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Erw\u00e4hnt sei hier z.B. der                 Plan der Atomindustrie in der Bundesrepublik der 1970er und 1980er                 Jahre bis zu 200 Atomkraftwerke und die Plutoniumfabrik WAA zu                 bauen. Ein gro\u00dfer Teil dieser WAAhnsinnsprojekte konnte nicht                 gegen den Willen der sich mit phantasievollen Protestaktionen                 wehrenden Bev\u00f6lkerung durchgesetzt werden. <\/p>\n<p>Nicht zuletzt in der Anti-Atom-Bewegung sehe ich auch heute noch                 ein Potential, das den Traum von einer gewaltfreien, herrschaftslosen                 Gesellschaft in vielen K\u00f6pfen und Herzen zum Wachsen bringen kann.                 Da stimme ich mit der recht pessimistischen Sichtweise von GWR-Autor                 The Lamia (siehe Seite 1, 13) nicht 100%ig \u00fcberein. <\/p>\n<p>&#8222;Das urspr\u00fcngliche Motiv des Anarchismus ist das individuelle                 Bed\u00fcrfnis, nicht regiert werden zu wollen, auch nicht von Mehrheiten,                 sondern die t\u00e4glichen Angelegenheiten und Entscheidungen selbst                 und selbstbestimmt mit anderen zu regeln. Die direkte Aktion ist                 dabei die unmittelbare Form der Selbstbestimmung, parlamentarische                 Vertretung ist demgegen\u00fcber das Abgeben des Selbstbestimmungsrechtes                 an andere, d.h. Selbstentm\u00fcndigung&#8220;, so steht es in dem GWR 146\/47\/48-Sonderheft                 zur Kritik der parlamentarischen Demokratie von 1994. Das ist                 immer noch aktuell.<\/p>\n<p>Graswurzelrevolution\u00e4rInnen halten eine gewaltfreie, herrschaftslose                 Gesellschaft, die nach den Prinzipien der Gegenseitigen Hilfe                 organisiert wird, f\u00fcr die menschengerechteste Lebensweise. Daran                 hat sich nichts ge\u00e4ndert. <\/p>\n<p>Die meisten Menschen halten dagegen das kapitalistische System                 f\u00fcr alternativlos. <\/p>\n<p>Deshalb bekommen libert\u00e4re SozialistInnen gebetsm\u00fchlenartig um                 die Ohren gehauen, dass die Abschaffung von Staat und Kapitalismus                 &#8222;unrealistisch&#8220; sei. Das Ende von Ausbeutung, Herrschaft und Krieg                 sei &#8222;nur eine Utopie&#8220;. <\/p>\n<p>Wenn aber die Menschheit eine f\u00fcr alle gerechte und lebenswerte                 Zukunft haben soll, ist genau diese &#8222;Utopie&#8220; der einzige realistische                 Weg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>38 Prozent halten das gar nicht f\u00fcr m\u00f6glich. 57 Prozent meinen, durch Wahlen k\u00f6nne mensch wenigstens etwas mitbestimmen. Im Boulevardmagazin stern (Nr. 31, 23.7.09, S. 52) mokiert sich Chefkommentator Hans-Ulrich J\u00f6rges \u00fcber die Ergebnisse dieser Umfrage: &#8222;V\u00f6llig desillusioniert sind Arbeiter. Dass sie die Politik durch Wahlen ma\u00dfgeblich beeinflussen k\u00f6nnten, meinen null Prozent. Null! 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