{"id":974,"date":"1997-02-01T00:00:28","date_gmt":"1997-01-31T22:00:28","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=974"},"modified":"2022-07-26T13:57:01","modified_gmt":"2022-07-26T11:57:01","slug":"die-weltliteratur-des-faschistischen-mannes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/1997\/02\/die-weltliteratur-des-faschistischen-mannes\/","title":{"rendered":"Die Weltliteratur des faschistischen Mannes"},"content":{"rendered":"<p>Wer erinnert sich nicht an den aufwendigen Kinofilm &#8222;Das Boot&#8220;, der in den 80er Jahren als Literaturverfilmung von Lothar-G\u00fcnther Buchheims Roman und gleichzeitig als Antikriegsfilm vorgef\u00fchrt wurde? Und vor einigen Jahren, zum 50. Jahrestag der Befreiung vom NS-Regime, wurde Lothar-G\u00fcnther Buchheims zweiter Megaroman &#8222;Die Festung&#8220; vom b\u00fcrgerlichen Feuilleton als jener realistische Kriegsroman gefeiert, der das Elend der Schlachten wahrheitsgetreu schildere und zum Jubil\u00e4umsjahr gerade noch gefehlt hatte.<\/p>\n<p>&#8222;Die Festung&#8220; gilt seitdem als Weltliteratur. Buchheim schildert in dem Roman seine eigene Irrfahrt durch das kriegszerst\u00f6rte Europa: alles nur, um bei Verleger Peter Suhrkamp im Jahre 1943 noch ein Buch herauszubringen, einen reportageartigen Text-Bild-Band, der seine Erfahrungen als Kriegsberichterstatter auf deutschen U-Booten dokumentieren und den finanziell angeschlagenen Suhrkamp retten soll, Titel: &#8222;J\u00e4ger im Weltmeer&#8220; &#8211; ein &#8222;widerst\u00e4ndiges Buch&#8220;, wie Buchheim heute sagt. Dreimal sollten die &#8222;J\u00e4ger&#8220; in den letzten Kriegsjahren erscheinen, einmal wurden die bereits gedruckten Exemplare noch in der Leipziger Druckerei bei einem Bombenangriff zerst\u00f6rt, ein zweiter Versuch im Elsa\u00df wurde von der franz\u00f6sischen R\u00e9sistance sabotiert, eine letzte M\u00f6glichkeit des Drucks in Norwegen scheiterte.<\/p>\n<p>Seitdem galt &#8222;J\u00e4ger im Weltmeer&#8220; als verschollen. Zwar befassen sich Buchheims als Weltliteratur geltende Romane immer wieder damit, doch sind sie retrospektiv. Buchheim hat seine Romane damit gerechtfertigt, er schreibe u.a. auch \u00fcber die \u00c4ngste, die die deutschen U-Bootfahrer hatten. Dadurch erst werde eine realistische Kriegsbeschreibung m\u00f6glich. Diese Legitimationsversuche blieben nicht unumstritten: KritikerInnen sahen darin den Versuch, aus T\u00e4tern Opfer zu machen. Eine Hochschulinitiative in Duisburg versuchte, dem &#8222;Weltliteraten&#8220; seine bereits verliehene Ehrendoktorw\u00fcrde abzuerkennen. Mit bislang ausbleibendem Erfolg. Der Ruf Buchheims als ein deutsches Aush\u00e4ngeschild der Weltkriegsliteratur wurde kaum angetastet.<\/p>\n<p>In dieser Situation ging Buchheim j\u00fcngst noch einmal in die Offensive und ver\u00f6ffentlichte unter gro\u00dfem Presserummel Ende letzten Jahres selbst das Buch, das ihn als &#8222;widerst\u00e4ndig&#8220; ausweisen und seine Nachkriegsliteratur rechtfertigen soll: &#8222;J\u00e4ger im Weltmeer&#8220; ist nun im angesehenen Hoffmann &amp; Campe-Verlag als teurer gro\u00dfformatiger Text-Bild-Band erschienen. Der Journalist Alexander Rost schreibt im Nachwort, nun k\u00f6nne jede\/r sehen, da\u00df es sich hierbei um &#8222;schier antimilitaristische Seemannsstudien&#8220; handle. Buchheim, so Rost, &#8222;besch\u00f6nigte nichts, verf\u00e4lschte nichts. Von Propaganda ist da nichts zu sehen.&#8220; In der &#8222;Welt am Sonntag&#8220; waren die &#8222;J\u00e4ger&#8220; von A.J. Andreas so besprochen worden: &#8222;Wer Gelegenheit hat, es zu lesen, findet nicht eine Spur von Propaganda. (&#8230;) Ein Buch, das nicht l\u00fcgt.&#8220;<\/p>\n<p>Was sagen solche Bewertungen aus, sowohl \u00fcber Buchheim als auch \u00fcber den herrschenden Literaturbetrieb? Zun\u00e4chst einmal: stimmen sie auch nur in Ans\u00e4tzen?<\/p>\n<h3>Die Phantasien des faschistischen Mannes<\/h3>\n<p>Klaus Theweleit hat in seinem grundlegenden Werk &#8222;M\u00e4nnerphantasien&#8220; die Sprache von Frontk\u00e4mpfersoldaten im 1. Weltkrieg (u.a. Ernst J\u00fcnger) und von Leuten aus den ersten faschistischen Freikorps in den Jahren direkt nach der Revolution von 1918\/19 untersucht. Die Freikorps wurden damals zur Niederschlagung von ArbeiterInnenaufst\u00e4nden eingesetzt, an denen sich \u00fcberraschend viele proletarische Frauen beteiligten, die selbstbewu\u00dft, selbst\u00e4ndig und mit einer die faschistischen Soldaten verst\u00f6renden Emotionalit\u00e4t auftraten. Damit kamen die Soldaten nicht zurecht und spalteten ihr Frauenbild in das Bild der gef\u00fchlvollen Heiligen (asexuelle, im Haus eingeschlossene, domestizierte Ehefrau oder Mutter) und das der gef\u00fchllosen Hure (Sexualit\u00e4t an sich, derer sie sich bei Gelegenheit bedienten, die sie aber absch\u00e4tzig mit Schmutz und Dreck identifizierten, zum Abschu\u00df freigegeben). Die selbstbewu\u00dfte und gef\u00fchlvolle Sexualit\u00e4t der Arbeiterfrauen bedrohte die soldatische Vorstellung von m\u00e4nnlicher Dominanz. Die Freikorpssoldaten wehrten sich gegen das Aufgehen ihrer m\u00e4nnlichen Sexualit\u00e4t in einem Meer von Gef\u00fchlen. Sie wurden dadurch nicht nur unf\u00e4hig zu gef\u00fchlvoller Sexualit\u00e4t, sondern bildeten geradezu einen &#8222;K\u00f6rperpanzer&#8220;, sie verfestigten sich in ihrer faschistischen M\u00e4nnerkameradschaft und gossen den Ha\u00df \u00fcber ihre Unf\u00e4higkeit, gef\u00fchlvolle Sexualit\u00e4t leben zu k\u00f6nnen, auf alles aus, was ihren K\u00f6rperpanzer bedrohte und was ihre m\u00e4nnliche H\u00e4rte aufl\u00f6sen konnte in menschliche Gef\u00fchle, Gewissen, Moralit\u00e4t des eigenen Handelns. Und so ha\u00dften sie die Arbeiterfrauen und identifizierten alles, was sie bedrohte, mit Verfl\u00fcssigung ihres K\u00f6rperpanzers: die ArbeiterInnenbewegung wurde zur &#8222;Roten Flut&#8220;. Dagegen zogen sie sich in den hierarchisierten M\u00e4nnerbund faschistischer Freikorps zur\u00fcck, der ihnen Sicherheit vor dieser Bedrohung durch Verfl\u00fcssigung bot: H\u00e4rte, aber auch F\u00fchrung durch die klare, geordnete Hierarchie (der einzelne war nichts, der M\u00e4nnerbund alles). Der faschistische Mann wurde zum R\u00e4dchen in der Maschine, nur als solches f\u00fchlte er sich geborgen, angstlos und stark &#8211; und endlich f\u00e4hig, den \u00e4u\u00dferen Bedrohungen etwas entgegenzusetzen. Deshalb identifizierten diese M\u00e4nner den faschistischen M\u00e4nnerbund mit harten Symbolen wie etwa dem &#8222;Fels&#8220;, der sich gegen die &#8222;rote Flut&#8220; stemmt.<\/p>\n<p>Diese Gegensatzsymbole von H\u00e4rte (K\u00f6rperpanzer) und Fl\u00fcssigkeit (Verbindung von Gef\u00fchl und Sexualit\u00e4t, F\u00e4higkeit zu Empfindung, Z\u00e4rtlichkeit, Gewissen) sind zentral f\u00fcr faschistische militarisierte M\u00e4nnlichkeit und werden in faschistischer Literatur in tausenden von Metaphern wiederholt. M\u00e4nnliche Sexualit\u00e4t verwandelt sich im faschistischen Mann, da sie von der F\u00e4higkeit Gef\u00fchle auszudr\u00fccken abgekoppelt ist, in Mordlust. Die Lust am T\u00f6ten ist beim faschistischen Mann nach Theweleit die sexuelle Explosion des K\u00f6rperpanzers, der faschistische Orgasmus. Wenn die Frontk\u00e4mpfer \u00fcberhaupt von Sexualit\u00e4t sprechen, dann beschreiben sie sie nahezu ausschlie\u00dflich penetrationsfixiert, gef\u00fchllos, als Gegeneinander (nicht Miteinander!) und in Begriffen des Frontkampfs: der m\u00e4nnliche Penis &#8222;drang ein&#8220;, &#8222;durchbohrte&#8220;, &#8222;stie\u00df&#8220;, &#8222;stemmte sich gegen&#8220;, &#8222;w\u00fchlt von allen Hemmungen befreit&#8220; usw.<\/p>\n<p>Diese kurze Zusammenfassung mag gen\u00fcgen, um zu verdeutlichen, warum die Metaphern des Harten gegen Fl\u00fcssiges immer wieder mit rechtsextremem Gedankengut zu tun haben. Wenn etwa das Immigrieren von Menschen aus anderen L\u00e4ndern mit &#8222;Ausl\u00e4nderfluten&#8220;, denen mann sich entgegenzustemmen, gegen die mann sich abzuschotten usw. habe, gleichgesetzt wird, dann ist das die Sprache des K\u00f6rperpanzers.<\/p>\n<h3>Buchheims faschistischer Orgasmus<\/h3>\n<p>Ich analysiere nun das 1. Kapitel von Buchheims &#8222;J\u00e4ger im Weltmeer&#8220; nach Theweleitschen Kategorien genauer. Das stahlumg\u00fcrtete U-Boot bietet in Buchheims Sprache gleich zu Anfang &#8222;&#8230; den Wogen keine Aufbauten, die sie zertr\u00fcmmern, keine Luken, die sie einschlagen k\u00f6nnten. Furchtlos k\u00f6nnen wir auf unserem Boot die St\u00fcrme, die &#8218;Herrscher in Ost und West&#8216; herausfordern, ungestraft die Wut der Seen verachten. Der Aufruhr des Wassers kann uns mit wandernden Bergen umstellen und unsere Sicht begrenzen. Die tobenden Seen k\u00f6nnen uns sch\u00fctteln und den Einsatz unserer Waffen beschr\u00e4nken: \u00fcberw\u00e4ltigen k\u00f6nnen sie uns nicht. Selbst nach den schwersten Wogenschl\u00e4gen richtet sich unser Boot wieder auf, sch\u00fcttelt den Gischt von seinen Flanken und l\u00e4uft gegen die n\u00e4chste Woge an.&#8220; (S.9)<\/p>\n<p>Hier ist das U-Boot der &#8222;Fels&#8220;, der sich gegen die &#8222;Fluten&#8220; stemmt, die immer als bedrohlich dargestellt werden. Ich springe kurz zum Kapitel &#8222;Sturm&#8220;, weil Buchheim hier die penetrationsfixierten Metaphern nach den M\u00e4nnerphantasien Theweleits geradezu reihenweise auftischt. Es geht dabei um das Motiv, weshalb diese M\u00e4nner die Gefahr in den U-Booten suchten, weshalb sie freiwillig zur Marine gingen, wie Buchheim:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;H\u00f6rst du, wie sich der Bug schon wieder einbohrt, wie er sein spitzes Horn in die n\u00e4chste Woge einrennt? &#8211; Wie die Maschinen w\u00fchlen! Das Boot zittert heftig und arbeitet schwer. &#8211; Nun rasen die Schrauben wieder los, wie von einer hemmenden Gewalt befreit!&#8220; (S.47)<\/p><\/blockquote>\n<p>Oder:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Wir fahren schr\u00e4ge H\u00e4nge hoch, sto\u00dfen mit dem Bug ins Leere, rasen hinab, tauchen durch die Kl\u00fcfte, wieder hinauf, wieder hinunter, hinein ins gr\u00fcne Fleisch der Wellen, da\u00df sie aufbr\u00fcllen.&#8220; (S.48)<\/p><\/blockquote>\n<p>Wellen haben kein &#8222;Fleisch&#8220; und k\u00f6nnen rein semantisch auch nicht &#8222;aufbr\u00fcllen&#8220;, der dem Orgasmus nahe Buchheim aber schon:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Ich merke, da\u00df ich br\u00fclle. (&#8230;) Dieser auf und ab geschleu- derte Stahlk\u00f6rper, der nicht unterzukriegen ist, der sich sch\u00fcttelt und b\u00e4umt und immer neue Ausf\u00e4lle macht &#8211; hinein in den Geifer, in die schwarzgr\u00fcnen M\u00e4uler.&#8220; (S.51)<\/p><\/blockquote>\n<p>Nach Theweleit nehmen die faschistischen M\u00e4nner selbstbewu\u00dfte oder sich bei Vergewaltigungen wehrende Frauen als &#8222;Geifernde&#8220; wahr. In den Phantasien &#8222;br\u00fcllt&#8220; die Welle beim &#8222;Sto\u00dfen&#8220; und Hinab&#8220;rasen&#8220; &#8222;auf&#8220; &#8211; so wollen sie auch die Frau beim Orgasmus erleben. Das Wort &#8222;aufbr\u00fcllen&#8220; ist typisch und kann mit Schmerzhaftem assoziiert werden &#8211; eine Frau, die beim Orgasmus wirklich Sch\u00f6nes empfindet, sollte mit anderen Begriffen beschrieben werden.<\/p>\n<h3>Die Austreibung der Angst<\/h3>\n<p>Aber kehren wir zum 1. Kapitel zur\u00fcck. Buchheim beschreibt eine Szene, in der ein U-Boot scheinbar hilflos sinkt und die M\u00e4nner eigentlich Angst um ihr Leben haben m\u00fc\u00dften (sie werden dann doch gerettet). Wie werden solche Momente der Lebensgefahr beschrieben? &#8222;Im Munde bildete sich der bittere Geschmack \u00e4u\u00dferster Gefahr.&#8220; (S.10) Und: &#8222;&#8230; die Mystik des Unvorhergesehenen und Ungewissen &#8211; das Abenteuer, erf\u00fcllt ganz unser Dasein.&#8220; (S.11) Und nach einem Angriff:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Kein Wort von der fast unertr\u00e4glichen Spannung, die sich erst l\u00f6ste, als das Boot wieder in tieferem Wasser stand.&#8220; (S.14)<\/p><\/blockquote>\n<p>Immer wieder wird die Spannung, das Abenteuer, der Mut der M\u00e4nner beschrieben, nicht deren Angst. Zur Nazi-Ideologie geh\u00f6rte es, \u00fcber Angst erst gar nicht zu schreiben, oder wenn, dann um aufzuzeigen, wie sie \u00fcberwunden und in Mut verwandelt werden konnte. Angst mu\u00dfte ausgetilgt werden, Ver\u00e4ngstigte k\u00f6nnten Schw\u00e4chlinge, gar Feiglinge werden, das ganze Unternehmen gef\u00e4hrden. Buchheim schrieb 1943 nicht \u00fcber Angst.<\/p>\n<p>Typisch f\u00fcr das ganze Boot ist eine nekrophile Sexualit\u00e4t des faschistischen Mannes, der im Grenzbereich des Todes das Erlebnis, den Orgasmus sucht und diesen Grenzbereich gerade deshalb immer wieder aufsucht. Ganz deutlich wird das bei Torpedoangriffen und nachfolgenden Wasserbomben durch die gegnerischen Kriegsschiffe. Buchheim l\u00e4\u00dft seinen von ihm verg\u00f6tterten Kommandanten schw\u00e4rmen:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Und wenn dann der Torpedo trifft &#8211; nein, das kann sich keiner vorstellen! (&#8230;) Dann k\u00f6nnen die Wasserbomben kommen! Dann k\u00f6nnen sie ruhig schmei\u00dfen, immer brav und gottesf\u00fcrchtig! Da wei\u00df man wenigstens, warum man sie aufs Haupt bekommt. &#8218;Sch\u00f6n&#8216;, sagt man dann, &#8217;nun auch ein paar Dutzend Wasserbomben!&#8216; &#8211; Ja, wenn die Torpedos treffen! Es gibt nichts Tolleres! Auf der ganzen Welt nichts Tolleres &#8211; hach ja!&#8220; (S.42)<\/p><\/blockquote>\n<p>Und:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Da sagte der blutjunge F\u00e4hnrich: &#8218;Die Bomben! Toll! Das war wie Weihnachten! Wie eine Bescherung!'&#8220; (S.16)<\/p><\/blockquote>\n<p>Ist das etwa Angst?<\/p>\n<p>Sie sind &#8222;J\u00e4ger im Weltmeer&#8220;. Der ganze Text ist durchsetzt mit Jagdmetaphern. Sie &#8222;suchen nach Beute&#8220; (S.13), wollen Jagdtroph\u00e4en (&#8222;Erfolgswimpel&#8220;, S.14), beim Angriff gibt es ein &#8222;Heranpirschen&#8220; (S.14), Frachter laufen den J\u00e4gern &#8222;vor die Nase&#8220; (S.15), wenn sie Geleitz\u00fcge treffen, haben sie eine &#8222;Herde zersprengt&#8220; (S.16), sp\u00e4ter ist sogar von &#8222;Jagd- gier&#8220; (S.29) die Rede.<\/p>\n<p>Buchheim hat sich 1943 an die Nazi-Ideologie gehalten: er hat keine Angst beschrieben. Im Gegenteil: die &#8222;Jagdgier&#8220; der faschistischen M\u00e4nner f\u00fchrt zur Pflicht\u00fcbererf\u00fcllung. Sie sind eben mit dem Herzen Nazis. \u00dcber Angst hat Buchheim erst in seinen Romanen nach dem Krieg geschrieben. Nun aber hatte die Beschreibung der Angst eine andere politische Funktion: sie diente der T\u00e4terentlastung. Aus T\u00e4tern wurden Opfer: auch sie hatten Angst. Buchheim schreibt im Vorwort der &#8222;J\u00e4ger&#8220; heute: &#8222;Wir, die wir den Krieg erlebt haben, sind eine Generation von Besch\u00e4digten und bis zur Verzweiflung Gebrochenen.&#8220; (VIII) Die Neuver\u00f6ffentlichung von &#8222;J\u00e4ger im Weltmeer&#8220; soll ein Gegengewicht bilden gegen die &#8222;\u00fcble Tendenz&#8220;, &#8222;alle Soldaten als Mordbuben immer wieder aufs neue zu brandmarken.&#8220; (VIII) Buchheim merkt nicht einmal, da\u00df er gerade 1943 nicht, sondern erst im Nachhinein in seinen sp\u00e4teren Romanen von Angst geschrieben hat.<\/p>\n<h3>Die faschistische \u00dcbererf\u00fcllung der Pflicht<\/h3>\n<p>1943 schreibt Buchheim nicht \u00fcber Angst, sondern \u00fcber &#8222;&#8230; ans \u00dcbermenschliche grenzende Zeugnisse soldatischer Pflichterf\u00fcllung.&#8220; (S.12) Da werden Schiffe trotz ausgefallener Seerohre, die eigentlich zum R\u00fcckmarsch zwingen, angegriffen. Oder: Ohne Torpedos, mit Defekten im Schiff auf der R\u00fcckfahrt wird trotzdem ein Dampfer &#8211; nur mit der Artillerie &#8211; versenkt. (S.15)<\/p>\n<p>Andernorts:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;V\u00f6llig unglaubhaft aber will es uns erscheinen, da\u00df der Siegeswille dieser Bootsbesatzung das schwerbesch\u00e4digte Boot noch hartn\u00e4ckig zu mehrfachem Angriff und Erfolg gef\u00fchrt hat.&#8220; (S.13)<\/p><\/blockquote>\n<p>Bei Wasserbombentreffern ist die Mannschaft nicht etwa \u00e4ngstlich, sondern verh\u00e4lt sich nach den Aufzeichnungen des Kommandanten &#8222;kaltbl\u00fctig und arbeitete unersch\u00fctterlich&#8220; (S.12) und konnte so das Boot retten:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Der Kommandant, der dies schrieb, spendete damit seiner Besatzung mehr als ein Lob. Dieses &#8218;kaltbl\u00fctig&#8216; und dieses &#8218;unersch\u00fctterlich&#8216; bedeuten mehr als ein Attribut, sie sind das im Tone des knappen Berichts gegebene Zeugnis tapferster Pflichterf\u00fcllung, die den Menschen in seine k\u00f6nigliche Stellung setzt.&#8220; (S.12)<\/p><\/blockquote>\n<p>In Theweleit&#8217;schen Kategorien: &#8222;Unersch\u00fctterlich&#8220; ist klar &#8211; die Sprache des K\u00f6rperpanzers. &#8222;Kaltbl\u00fctig&#8220; ist interessant: Blut ist die einzige Fl\u00fcssigkeit, die der faschistische M\u00e4nnerk\u00f6rper nicht als Bedrohung empfindet, seine Mordlust f\u00fchrt st\u00e4ndig zu Blutr\u00e4uschen; aber am besten und h\u00f6chstes Lob bezeugend ist Blut doch in kaltem Zustand: &#8222;kaltbl\u00fctig&#8220;. So knapp, aber allen ob ihrer Auszeichnung verst\u00e4ndlich, sind die Worte des Kommandanten auch in des Kommandanten Kriegstagebuch, wenn er von erfolgreichen Absch\u00fcssen berichtet (S.60-62). In der Knappheit des ausgesprochenen Lobs wird die h\u00f6chste im M\u00e4nnerbund aussprechbare Ehre deutlich. Erst durch diese Pflicht\u00fcbererf\u00fcllung wird Buchheims dem Buch voranstehendes Verszitat von Ernst J\u00fcnger in seiner ganzen Tragweite erl\u00e4utert:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die Pflicht ist selbstverst\u00e4ndlich, aber das rechte Gewicht gibt erst das Herz, das freiwillig in die Waagschale geworfen wird.&#8220; (S.7)<\/p><\/blockquote>\n<h3>Der hierarchische M\u00e4nnerbund und seine Opfer<\/h3>\n<p>Der von Buchheim noch heute vertraulich als &#8222;der Alte&#8220; beschriebene Kommandant symbolisiert den hierarchischen Aufbau des M\u00e4nnerbundes wie \u00fcberhaupt der faschistischen Kameradschaft, ob im Krieg oder in der Gesellschaft. Der Kommandant ist der F\u00fchrer:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Niemand ist so nur auf sich gestellt wie der Kommandant des Unterseebootes. Er tr\u00e4gt allein die volle Last verantwortungsschwerer Entschl\u00fcsse. (&#8230;) Er f\u00fchrt die Getriebe der toten Materie, die vielf\u00e4ltigen Funktionen von Maschinen und Waffen zu einer einzigen Wirkung zusammen, w\u00e4hrend die Besatzung nichts vom Gegner sieht und nur gewissenhaft in ihrem Dienstbereich die Befehle des Kommandanten ausf\u00fchrt.&#8220; (S.11)<\/p><\/blockquote>\n<p>Trotzdem f\u00fchlen sich die Leute gleichzeitig aufgehoben und doch wichtig, als R\u00e4dchen in der Maschine. Zwar ist der Kommandant der F\u00fchrer, aber:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Den Gesetzen des Kampfes untertan, leben sie in der gleichen Enge, sind sie gleichen Gefahren ausgesetzt und leiden gleiche Entbehrungen. Das gleiche Schicksal hat sie zu einer geschlossenen Einheit zusammengeschwei\u00dft. (&#8230;) Jeder ist dann mitverantwortlich f\u00fcr den Erfolg des Bootes, einer dem anderen auf Gedeih und Verderb verbunden. Das Versagen des einzelnen kann den Sieg zunichtemachen und das Leben der ganzen Besatzung gef\u00e4hrden.&#8220; (S.12)<\/p><\/blockquote>\n<p>Maschinenr\u00e4der, K\u00f6rperpanzer &#8222;schwei\u00dft&#8220; mann &#8222;zusammen&#8220;. Sie sind dann dem Erlebnis, dem &#8222;Sieg&#8220; (zusammen \u00dcberleben) wie der Niederlage (zusammen Sterben) &#8222;auf Gedeih und Verderb verbunden&#8220; &#8211; &#8222;das waren damals keine leeren Worte&#8220; (S.X) schreibt Buchheim noch heute im Vorwort. Die sonst nur propagierte Nazi-Ideologie hatte f\u00fcr die M\u00e4nnerkameradschaft im U-Boot einen tats\u00e4chlichen Erfahrungsgehalt bekommen. Gemeinsam siegen oder untergehen (sterben): gerade im Krieg konnte es nichts Drittes geben. Anstatt deshalb wenigstens jetzt den Krieg in Frage zu stellen, bekr\u00e4ftigt Buchheim gerade den M\u00e4nnerbund als Kriegserfahrung.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu tauchen die Opfer dieser &#8222;zusammengeschwei\u00dften Einheit&#8220; im 1. Kapitel (und auch sonst im ganzen Buch) nur an einer einzigen Stelle auf. Bei einem der \u00fcbereifrigen Angriffe mit kaputtem U-Boot auf einen Einzeldampfer hei\u00dft es in der &#8211; unkommentiert wiedergegebenen &#8211; Erz\u00e4hlung eines Kommandanten: &#8222;Wie Affen sind die Leute in die Boote gest\u00fcrzt.&#8220; (S.15) Sie sind keine Opfer, sondern verhalten sich &#8222;wie Affen&#8220;.<\/p>\n<p>Die Opfer haben um ihr Leben Angst, werden wohl in der Weite des Ozeans auch in ihren Booten kaum Rettung finden. Die Bilder, die wir von der Verfilmung des &#8222;Boots&#8220; kennen, von um Hilfe rufenden Opfern, die im Meer schwimmen, und von der Stummheit der U-Boot-Soldaten, die das mitansehen m\u00fcssen, sind ebenfalls retrospektiv und sollen den Kriegsfilm zum Antikriegsfilm umpolen. Doch in &#8222;J\u00e4ger der Weltmeere&#8220; jubeln alle Soldaten nach Treffern, das zeigt schon die ganze Fotosequenz im Bildteil des Buches. Um die Opfer und ihre Qual machen sie sich keinen Moment Gedanken.<\/p>\n<p>Halten wir hier inne und vergleichen direkt, wie Buchheim \u00fcblicherweise die Waffen der U-Boote, die Torpedos, beschreibt:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Der Torpedo ist jedoch kein Gescho\u00df. Er wird nicht mit Explosivkraft, sondern mit Pre\u00dfluft aus dem Rohr gesto\u00dfen. Mit Motor, Schraube und Ruder versehen, ist der Torpedo selbst ein hochentwickeltes Unterseeschiff, das unbemannt seinen Kurs dicht unter der Oberfl\u00e4che nimmt. Statt von Menschenhand wird es von einem feinnervigen Uhrwerk gesteuert, und als Last tr\u00e4gt es Sprengstoff in seiner Stahlh\u00fclle.&#8220; (S.14)<\/p><\/blockquote>\n<p>Da\u00df bei Treffern Menschen sterben, ertrinken usw., das kommt nicht vor. \u00dcberhaupt wird der Torpedo immer als &#8222;Aal&#8220; beschrieben. Die Verharmlosung des Schreckens dieser Waffe ist Programm: technisch korrekt, wie Buchheim angeblich immer ist (hinter der Faszination an technisch korrekten Details verbirgt sich nur die Theweleitsche Mann-Maschine!), ist der Torpedo gar &#8222;kein Gescho\u00df&#8220;, er tr\u00e4gt den Sprengstoff &#8222;als Last&#8220; (der Arme!), und seine Steuerung ist &#8222;feinnervig&#8220; &#8211; wie fein und sensibel so ein Torpedo doch ist! Die Maschine wird vermenschlicht: rein semantisch kann keine Maschine Nervenstr\u00e4nge haben, noch dazu &#8222;feine&#8220;, doch die t\u00f6dliche Waffe wird gef\u00fchlvoll geschildert &#8211; die getroffenen Opfer dagegen &#8222;wie Affen&#8220;. Der faschistische militarisierte K\u00f6rperpanzer geht in der Maschine auf, er liebt die Maschine, weil er selbst zur Maschine geworden ist &#8211; vollst\u00e4ndig gef\u00fchllos. Diese K\u00f6rpermaschine ist deshalb unabdingbare Voraussetzung auch f\u00fcr das gef\u00fchllose Vernichten im Holocaust gewesen.<\/p>\n<p>Die U-Boot-Leute k\u00e4mpfen immer aufrecht, heldenhaft und ehrlich, obwohl doch der U-Boot-Krieg zum Gemeinsten und Hinterh\u00e4ltigsten geh\u00f6rt, was sich denken l\u00e4\u00dft. Doch gemein ist in der faschistischen Sprache Buchheims nur der Gegner \u00fcber Wasser:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Gegen die T\u00fccken seiner Abwehr steht unser Mut.&#8220; (S.16)<\/p><\/blockquote>\n<p>Und:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Mit U-Boots-Fallen sucht er uns zu locken und zu t\u00e4uschen. Als harmlos getarnte Dampfer setzen pl\u00f6tzlich zum Rammsto\u00df an und er\u00f6ffnen das Feuer aus verborgenen Gesch\u00fctzen.&#8220; (S.16)<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Feind ist verschlagen und heimt\u00fcckisch. Dagegen ist die Kampfesweise des U-Boots immer mutig oder wird in den ritterlichen Metaphern der Jagd geschildert.<\/p>\n<h3>Das kulturelle Umfeld ist bereitet<\/h3>\n<p>Faschistische M\u00e4nner wie Buchheim oder auch J\u00fcnger (siehe J\u00fcngers Verszitat) haben ihre Pflichten nicht nur erf\u00fcllt, sie haben sie \u00fcbererf\u00fcllt. Sie waren nicht einfach nur Nazis, sie waren &#8211; und sind, weil sich Buchheim nie davon distanziert hat und heute noch meint, der Text beweise seine &#8222;Widerst\u00e4ndigkeit&#8220; &#8211; 150%ige Nazis. An der Ostfront eingesetzt h\u00e4tten Leute mit solchen Voraussetzungen j\u00fcdische Menschen so freiwillig und \u00fcbereifrig gequ\u00e4lt und hingeschlachtet, wie es Goldhagen von den dortigen Nazis beschreibt.<\/p>\n<p>Die Frage ist: warum kann ein nazistisches Buch wie dieses heute von Verlag und Autor ohne \u00f6ffentlichen Aufschrei als &#8222;schier antimilitaristisch&#8220; pr\u00e4sentiert werden? Da der Hoffmann &amp; Campe-Verlag dieser Bewertung offenbar selbst nicht traut, wird im Klappentext zur Legitimation noch ein zweiter Grund nachgeschoben: die damals bei Suhrkamp geplante Ver\u00f6ffentlichung beweise die Widerst\u00e4ndigkeit Buchheims, weil Suhrkamp mit den Nazis nun wirklich nichts im Sinn gehabt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>In Wirklichkeit hatte Peter Suhrkamp den j\u00fcdischen S. Fischer Verlag nach dessen &#8222;Arisierung&#8220; und der Ausweisung der Eigent\u00fcmer skrupellos \u00fcbernommen und wollte durch Buchheims Buch 1943 von den Nazis das Pr\u00e4dikat &#8222;kriegswichtig&#8220; bekommen, um weiter ver\u00f6ffentlichen zu k\u00f6nnen. Die Festnahme Suhrkamps aufgrund angeblicher Auslandskontakte erfolgte erst 1944. Buchheim wu\u00dfte 1943 nichts davon und betont noch im Vorwort, da\u00df er die Vorw\u00fcrfe unglaublich fand und f\u00fcr Suhrkamp seine Hand ins Feuer legte.<\/p>\n<p>\u00dcber Suhrkamp wiederum erfahren wir, da\u00df Buchheim damals direkt zu D\u00f6nitz &#8211; Suhrkamp forderte ihn auf: &#8222;Sie m\u00fcssen Ihren D\u00f6nitz aktivieren&#8220; (VI) -, dem zweitwichtigsten Nazi, gehen konnte, und da\u00df dieser das von Buchheim selbst formulierte Vorwort zu &#8222;J\u00e4ger im Weltmeer&#8220; unterschrieben hat. Dieses Vorwort wird den heutigen LeserInnen der &#8222;J\u00e4ger&#8220; jedoch von Buchheim vorenthalten. Buchheim h\u00e4lt nichts mehr von D\u00f6nitz, aber damals hie\u00df es von seiten Suhrkamps: &#8222;Ihr D\u00f6nitz&#8220;!<\/p>\n<p>Allein Suhrkamps Karriere bis 1944 und Buchheims Kontakte zu D\u00f6nitz, die derart intensiv waren, da\u00df dieser ein von Buchheim verfa\u00dftes Vorwort unterzeichnete, strafen alle Schutzbehauptungen des Hoffmann &amp; Campe-Verlages L\u00fcgen. Wenn ein Kriegsberichterstatter wie Buchheim im Kriegsjahre 1943 noch in Deutschland ver\u00f6ffentlichen kann und sich nicht schon deshalb als Nazi ausweist, ab wann d\u00fcrfen Kriegsberichterstatter &#8211; die f\u00fcr Goebbels Propaganda allgemein von unerme\u00dflichem Wert waren &#8211; denn dann Nazis genannt werden? Ab 1944? 1945? Einen Tag vor Kriegsende? Das ist so grotesk, ich mag immer noch kaum glauben, da\u00df ein angesehener b\u00fcrgerlicher Verlag sowas mitmacht.<\/p>\n<p>Heidegger hat nach dem Krieg seine Vorlesungen w\u00e4hrend der Nazi-Zeit selbst ver\u00f6ffentlicht, sozusagen vorauseilend und wohlwissend, da\u00df andere die Texte einmal in den Archiven finden k\u00f6nnten &#8211; dann schon lieber selber! Er hat sie aber an entscheidenden Stellen gek\u00fcrzt und sogar umgeschrieben, was J\u00fcrgen Habermas sp\u00e4ter herausgefunden und \u00f6ffentlich gemacht hat. Aus denselben Motiven heraus hat meines Erachtens Buchheim jetzt sein damaliges Buch ver\u00f6ffentlicht, zudem ohne das von ihm verfa\u00dfte und von D\u00f6nitz nur unterschriebene Vorwort. Nur hat Buchheim am Text nichts mehr f\u00e4lschen m\u00fcssen &#8211; anscheinend l\u00e4\u00dft der b\u00fcrgerliche Literaturbetrieb es heute zu, da\u00df dieses patriarchal-militaristische Nazi-Buch als &#8222;widerst\u00e4ndiges Buch&#8220; ausgegeben werden kann. Dabei ist es &#8211; auch nur literarisch betrachtet &#8211; reinster Schrott, als Landserroman w\u00fcrde es nicht weiter auffallen.<\/p>\n<p>Doch der patriarchale Gegenschlag ist weit gediehen, das kulturelle Umfeld ist bereitet, in dem sowas ohne Skandal durchgeht. Albert Camus hat einmal gesagt, Entnazifizierung bedeute, da\u00df die T\u00e4ter in den Berufen, in denen sie ihre Taten verrichteten, keine Anstellung mehr finden und auch sonst keine gesellschaftlich wichtigen Posten mehr \u00fcbernehmen d\u00fcrften. W\u00fcrden Leute wie Buchheim oder J\u00fcnger von allen Verlagen boykottiert und ihnen jede gr\u00f6\u00dfere Vertriebsm\u00f6glichkeit verwehrt, k\u00f6nnten sie vielleicht noch ihren U-Boots-Kameradschaften ihre Elaborate kopieren, mehr nicht. Leute wie Buchheim und J\u00fcnger k\u00f6nnen meinetwegen 200 Jahre alt werden, aber sie sollten nicht ihr unglaubliches Geseiere als &#8222;Weltliteratur&#8220; anerkannt bekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer erinnert sich nicht an den aufwendigen Kinofilm &#8222;Das Boot&#8220;, der in den 80er Jahren als Literaturverfilmung von Lothar-G\u00fcnther Buchheims Roman und gleichzeitig als Antikriegsfilm vorgef\u00fchrt wurde? Und vor einigen Jahren, zum 50. Jahrestag der Befreiung vom NS-Regime, wurde Lothar-G\u00fcnther Buchheims zweiter Megaroman &#8222;Die Festung&#8220; vom b\u00fcrgerlichen Feuilleton als jener realistische Kriegsroman gefeiert, der das &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/1997\/02\/die-weltliteratur-des-faschistischen-mannes\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Die Weltliteratur des faschistischen Mannes - graswurzelrevolution","description":"Wer erinnert sich nicht an den aufwendigen Kinofilm \"Das Boot\", der in den 80er Jahren als Literaturverfilmung von Lothar-G\u00fcnther Buchheims Roman und gleichzeit"},"footnotes":""},"categories":[85,1038,1033],"tags":[],"class_list":["post-974","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-216-februar-1997","category-kleine-unterschiede","category-so-viele-farben"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/974","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=974"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/974\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=974"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=974"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=974"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}