{"id":9785,"date":"2010-01-01T00:00:25","date_gmt":"2009-12-31T22:00:25","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=9785"},"modified":"2022-07-26T13:31:14","modified_gmt":"2022-07-26T11:31:14","slug":"theo-hengesbach-ist-tot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2010\/01\/theo-hengesbach-ist-tot\/","title":{"rendered":"Theo Hengesbach ist tot"},"content":{"rendered":"<p>Kindheit und fr\u00fche Jugend verbrachte Theo bei zwei Tanten, die                 &#8211; so wie fr\u00fcher oft \u00fcblich &#8211; zur Entlastung seiner Eltern beitrugen,                 deren Einkommen nicht f\u00fcr Hausbau und den Unterhalt f\u00fcr drei Kinder                 ausreichte. In dem kleinen Dorf gab es kaum M\u00f6glichkeiten zur                 Freizeitgestaltung f\u00fcr Jugendliche, bis die Katholische Junge                 Gemeinde R\u00e4umlichkeiten und Geld organisierte und die 14- bis                 16-J\u00e4hrigen ansprach. So entwickelte sich eine KJG-Gruppe, in                 der Theo seine Wurzeln hatte. Zu ihr hielt er auch noch Kontakt,                 nachdem er in Arnsberg das Gymnasium besuchte.<\/p>\n<p>In 1973 schloss sich Theo der Amnesty International Gruppe Arnsberg                 an, die sich u.a. f\u00fcr Kriegsdienstverweigerer und Totalverweigerer                 in Arnsberg und Umgebung einsetzte.<\/p>\n<p>Arnsberg als Sitz des Kreiswehrersatzamtes war besonders geeignet                 f\u00fcr die Unterst\u00fctzungen von KDVern, die oft noch vor ihrer Anerkennung                 eingezogen wurden, h\u00e4ufig abgeholt durch die Feldj\u00e4ger.<\/p>\n<p>Auch Theo verweigerte und wurde zun\u00e4chst abgelehnt. Es folgten                 der Einzug zur Bundeswehr, mehrere Arreststrafen wegen Befehlsverweigerung                 und schlie\u00dflich noch drei oder vier Monate Zivildienst beim Roten                 Kreuz in Arnsberg (Essen auf R\u00e4dern). <\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser Zeit schrieb er ungez\u00e4hlte Berichte \u00fcber Erlebnisse                 und Tagesabl\u00e4ufe heim, aber auch &#8222;Anweisungen&#8220;, was in den Arnsberger                 Gruppen zu organisieren sei.<\/p>\n<p>In der AI-Gruppe kam Theo durch die Geschwister Monika und Josef                 Geue mit dem Vers\u00f6hnungsbund und der <i>Graswurzelrevolution<\/i>                 in Ber\u00fchrung. Anfang M\u00e4rz 1974 gr\u00fcndeten er und vier enge Freunde                 und Freundinnen die Gewaltfreie Aktionsgruppe (GA) Arnsberg, die                 sich schnell vergr\u00f6\u00dferte, sofort wegen der brisanten Situation                 von KDVern Aktionen durchf\u00fchrte und innerhalb eines Monats &#8222;f\u00fcr                 die Bev\u00f6lkerung ein Begriff wurde&#8220;. Beispielhaft ihre ersten Aktionen                 f\u00fcr Michael Sturm aus Arnsberg, der bereits in zwei Instanzen                 abgelehnt war und mit Einberufung noch vor dem n\u00e4chsten Pr\u00fcfungstermin                 rechnen musste. Einen ganzen Monat lang wurden jeden Samstag Flugbl\u00e4tter                 verteilt, mit dem Verband der Kriegsdienstverweigerer zusammengearbeitet                 und zum Schluss eine Demo zum KWEA durchgef\u00fchrt, zu der \u00fcber 150                 TeilnehmerInnen kamen. Ein erster Bericht der GA Arnsberg von                 Renate Frerkes und Theo Hengesbach erschien in der GWR Nr. 8 im                 Fr\u00fchling 1974 und es l\u00e4sst sich vermuten, dass dieser intensive                 Einsatz <i>&#8211;<\/i> samst\u00e4gliches Flugblatt-Verteilen, direkte Briefe                 an zust\u00e4ndige Beh\u00f6rden, Aufforderungen an einige Parteien zur                 Stellungnahme oder Solidarit\u00e4t u.v.m. sowie das Auftauchen eines                 Richters des Verwaltungsgerichtes, der unerkannt w\u00e4hrend der Aktion                 Michael Sturm befragte und ein Vorziehen seines n\u00e4chsten Pr\u00fcfungstermins                 andeutete &#8211; als Erfolg erlebt und gewertet wurde und so mit ausschlaggebend                 war f\u00fcr Theos weiteres Engagement \u00fcber Jahrzehnte hin, wenn auch                 w\u00e4hrend seines Berufslebens f\u00fcr mehr als 30 Jahre im Bereich der                 Gemeinwesenarbeit in Dortmund.<\/p>\n<p>Unsere erste Begegnung mit Theo war etwa in 1974 bei einem Treffen                 der Gewaltfreien Aktionsgruppen. Da war er gerade 19 oder 20 Jahre                 jung. Theo und die GA Arnsberg brachten sich intensiv in die Anf\u00e4nge                 der bundesweiten Koordinierung und die Entscheidungsprozesse \u00fcber                 Ziele und Aktivit\u00e4ten der Gewaltfreien Aktions- und Graswurzelgruppen                 ein. <\/p>\n<p>Sie wollten sich f\u00fcr eine friedliche, solidarische und gewaltlose                 Welt einsetzen, wollten lernen, wie man das alles lernt und den                 Mut hat, auch danach zu handeln, politische Durchsetzungskraft                 zu entwickeln und in der Gruppe gleichberechtigt zu agieren. <\/p>\n<p>Wie in vielen Berichten in der GWR und dem <i>INFOrmationsdienst                 f\u00fcr gewaltfreie Organisatoren<\/i> nachzulesen ist, war es Theo                 und der Gruppe wichtig, Ver\u00e4nderungen am eigenen Ort zu bewirken.                 Deshalb begann auch die Arbeit gegen den Thoriumhochtemperaturreaktor                 (THTR) Hamm-Uentrop zun\u00e4chst vorsichtig, um den \u00f6rtlichen Leuten                 nichts \u00fcberzust\u00fclpen.<\/p>\n<p>Aber der Druck auf diese Gruppen, intensiver gegen AKWs zu arbeiten,                 war gro\u00df. In der Presse wurden die Pl\u00e4ne f\u00fcr \u00fcber 190 m\u00f6gliche                 neue AKW-Standorte bis 2050 diskutiert! &#8211; Theos regelm\u00e4\u00dfige, oft                 vier- und mehrseitige Berichte, Netzwerkideen und Aktionsauswertungen                 im o.a. INFO \u00fcber mehr als 19 Ausgaben hin &#8211; und auch die Gr\u00fcndung                 einer Aktionsgemeinschaft gegen den Bau von Atomkraftwerken in                 Sundern-Altenhellefeld \u00fcber die GA Arnsberg hinaus &#8211; spiegeln                 dies lebhaft wider.<\/p>\n<p>1975 begann Theo in Dortmund das Studium der Sozialarbeit, wobei                 er sich durch Anregungen aus Studien- und Freundeskreis zun\u00e4chst                 auf Themen wie Altenarbeit und Sterben in \u00f6ffentlichen Einrichtungen                 konzentrierte. <\/p>\n<p>Das Mobilisieren gegen den geplanten THTR-Atomreaktor und bald                 der Stromzahlungsboykott nahmen fast mehr Zeit in Anspruch als                 Studium und Privates &#8211; verbunden mit der Angst, das zeitaufwendige                 Studium k\u00f6nnte neben dem zeitaufwendigen Organisieren nicht zu                 schaffen sein.<\/p>\n<p>Trotzdem, Theo blieb beim Organisieren, suchte nach Auswegen                 aus dem Drang zur Platzbesetzung (&#8222;Was machen wir mit all den                 Pl\u00e4tzchen &#8211; M\u00e4tzchen?&#8220;) sowie den heftigen Diskussionen in allen                 B\u00fcrgerinitiativen mit den K-Gruppen (1976\/77). Er griff die Initiativen                 der Hamburger Pastoren auf, die begonnen hatten, Einzugserm\u00e4chtigungen                 bei den Stromversorgern zur\u00fcckzuziehen &#8211; im Vorgriff auf Einbehaltung                 von Teilen der Stromrechnungen, allerdings nicht gegen die EVUs,                 sondern gegen die Regierung gerichtet. <\/p>\n<p>1977 erschien die Brosch\u00fcre &#8222;Kein Atomkraftwerk mit unserem Geld!                 &#8211; Stromgeldverweigerung als gewaltfreier Widerstand gegen Atomenergie&#8220;                 von Theo Hengesbach und Michael Schweitzer. Weitere AutorInnen                 waren: Renate Frerkes, Rainer Hamb\u00fccher, Wolfgang Hertle, Lutz                 Mez, Michael Schroeren und Wolfgang Zucht. <\/p>\n<p>1979 folgte die Brosch\u00fcre &#8222;Stromgeldverweigerung &#8211; Perspektiven                 und k\u00fcnftige Probleme&#8220; von Theo Hengesbach und der gegen viele                 AKWs t\u00e4tigen Rechtsanw\u00e4ltin Wiltrud R\u00fclle &#8211; jeweils in hohen Auflagen.               <\/p>\n<p>Am Ende seines Studiums, 1979, erschien Theos n\u00e4chste Brosch\u00fcre                 &#8222;Ziviler Ungehorsam und Demokratie &#8211; \u00dcberlegungen am Beispiel                 der \u00d6kologie-Bewegung&#8220;. Im Vorwort sagte er &#8211; vorausschauend &#8211;                 u.a.: &#8222;Die Auseinandersetzungen um die in Gorleben geplante Wiederaufbereitungsanlage                 und Endlagerst\u00e4tte f\u00fcr Atomm\u00fcll haben begonnen. \u2026 ein Thema \u2026                 (das) uns noch lange besch\u00e4ftigen wird. \u2026 Diese Arbeit will einen                 Beitrag zur Diskussion \u00fcber den Zivilen Ungehorsam (leisten) \u2026.                 eines der wichtigsten, aber auch eines der vernachl\u00e4ssigtsten                 Themen der politischen Gegenwart.&#8220; <\/p>\n<p>Das Buch hat mit seinen fast 9.000 verkauften Exemplaren in der                 \u00d6kologiebewegung viel zum Verst\u00e4ndnis und zur Einsetzbarkeit von                 Zivilem Ungehorsam beigetragen.<\/p>\n<p>Aber er hat nicht nur geschrieben. Wir erinnern uns, dass die                 Gruppe bei Aktionen und an Infost\u00e4nden ein handbetriebenes Vervielf\u00e4ltigungsger\u00e4t                 dabei hatte. So konnten sie gleich an Ort und Stelle zur Information                 der Bev\u00f6lkerung und f\u00fcr die Presse Erkl\u00e4rungen drucken und aktuell                 berichten, was sich bei der Demo abgespielt hatte und um welche                 Probleme es ging.<\/p>\n<p>Theo hatte auch unglaubliche F\u00e4higkeiten, Fachliteratur f\u00fcr die                 Gruppen- und BI-Arbeit unter die Leute zu bringen. &#8211; Damals war                 das Buch &#8222;Zum richtigen Verst\u00e4ndnis der Kernenergie &#8211; 66 Fragen                 &#8211; 66 Erwiderungen&#8220; aktuell. Theo bestellte bei uns immer gleich                 20 St\u00fcck davon. Innerhalb kurzer Zeit hatte er sie alle verkauft                 und bestellte neu. Immer wieder. <\/p>\n<p>Eine kleine Kuriosit\u00e4t war f\u00fcr uns Theos Begeisterung f\u00fcr Karl                 May. Er bestellte jede Neuerscheinung bei uns. Bei gelegentlichen                 Diskussionen \u00fcber diesen Schriftsteller wurde kritisiert, dass                 man in seinen B\u00fcchern immer mal auf Stellen sto\u00dfe, die eine gewisse                 \u00dcberlegenheit der Europ\u00e4er gegen\u00fcber anderen Ethnien, wie beispielsweise                 den Indianern, zum Ausdruck bringen. <\/p>\n<p>Aber Theo war ein genauer Kenner der B\u00fccher von Karl May und                 konnte nachweisen, dass es sich um Ausgaben handelte, die Verf\u00e4lschungen                 und Manipulationen enthielten.<\/p>\n<p>Nachdem er dann im Kreuzviertelverein arbeitete, sind wir uns                 nur noch selten begegnet, gelegentlich bei den Jahrestagungen                 des Vers\u00f6hnungsbundes.<\/p>\n<p>Aber wir erlebten dann seine wunderbare Gabe, Freundschaft aufrecht                 zu erhalten. Zu fast allem, wor\u00fcber wir je gemeinsam hei\u00df diskutiert,                 getr\u00e4umt oder gelacht hatten, fand Theo einen Weg, mit uns in                 Kontakt zu bleiben: Er sandte uns ungez\u00e4hlte Zeitungsartikel \u00fcber                 Gandhi, M.L. King, Joan Baez, soziale Bewegungen in aller Welt,                 alte Freunde, politische Ereignisse und vieles mehr. &#8211; Immer waren                 sie mit kleinen Randbemerkungen oder Bitten um unsere Reaktion                 versehen. &#8211; Und das \u00fcber mehr als 30 Jahre hin. <\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfig sandte er uns die Pressenachrichten und Informationen                 \u00fcber die Arbeit des Kreuzviertelvereins. So wussten wir: Er gr\u00fcndete                 und moderierte seit 1980 die &#8222;Dortmunder Altentreffen&#8220;, die sozialpolitische                 Fragen aus der Sicht \u00e4lterer Menschen diskutierten. Seine &#8222;Kreuzviertel-Gespr\u00e4che&#8220;                 zu aktuellen Themen hatten eine Laufzeit von 18 Jahren. In den                 80er Jahren setzte er sich u. a. erfolgreich f\u00fcr die Rettung des                 S\u00fcdwestfriedhofs, f\u00fcr einen verbesserten Schutz von Mieterinnen                 und Mietern vor Wohnungsspekulation und f\u00fcr den Erhalt der Tremoniasiedlung                 ein, die er uns bei einem Besuch zeigte.<\/p>\n<p>Theo hatte sich sehr fr\u00fch der Verbesserung der Wohnsituation                 \u00e4lterer Menschen verschrieben und in 1989 in Dortmund eine der                 ersten drei Wohnberatungsstellen in Deutschland aufgebaut, aus                 denen \u00fcber 100 in NRW geworden sind. Dazu geh\u00f6rten auch kommunale                 Altenarbeit und erfolgreicher Einsatz f\u00fcr den Ausbau barrierearmer                 Wohnungen. Seine engagierte, unerm\u00fcdliche und einflussreiche Arbeit                 war von einem langen Atem gepr\u00e4gt und ging weit \u00fcber die kommunale                 Ebene hinaus. 1994 gr\u00fcndete er zusammen mit anderen die Bundesarbeitsgemeinschaft                 Wohnungsanpassung e.V. und 1999 in Dortmund die Landesarbeitsgemeinschaft                 Wohnberatung NRW, deren Sprecher er seitdem war. <\/p>\n<p>Zu seinen Aufgaben geh\u00f6rten u.a. Kontakte zum Landtag und zu                 Ministerien, etwa die Mitwirkung bei Gesetzesanh\u00f6rungen und in                 Fachgremien. Mehr unter www.kreuzviertel-verein.de.<\/p>\n<p>Die Vorsitzende des Kreuzviertelvereins schreibt in ihrem Nachruf                 u.a.:<\/p>\n<p><i>&#8222;Wir trauern um Theo Hengesbach. Er war seit 30 Jahren mit                 Leib und Seele in unserem Verein und als Sozialarbeiter im Kreuzviertel                 t\u00e4tig. Den Kreuzviertel-Verein w\u00fcrde es ohne ihn nicht geben.                 Theo Hengesbach hat den Ausschlag zu dessen Gr\u00fcndung nach seinem                 Studium der Sozialarbeit und seinem Anerkennungsjahr gegeben,                 das er zum Teil in der Katholischen Heilig-Kreuz-Gemeinde im Kreuzviertel                 geleistet hatte. Er war gefragter Experte in vielen gerontologischen                 Fragen und brachte sein Wissen als Referent und Moderator bei                 Fachveranstaltungen, Projekten und verschiedenen landespolitischen                 Fachgremien ein.<\/i><\/p>\n<p><i>Theo Hengesbach bezog immer deutlich und kompromisslos Position,                 ohne verletzend zu sein, und erfuhr vielleicht auch deswegen gro\u00dfen                 Respekt und Anerkennung &#8211; auch und gerade von denen, die er kritisierte.                 Er behandelte alle Menschen gleich und fand zu den meisten von                 ihnen einen tiefen Zugang. Dabei stellte er sich selbst nie in                 den Vordergrund.<\/i><\/p>\n<p><i>Er war ein gl\u00fchender Verfechter der Gemeinwesenarbeit und                 setzte sich unentwegt f\u00fcr die Belange der Menschen ein, auch weit                 \u00fcber gerontologische Fragestellungen hinaus. Dies tat er auf allen                 politischen und gesellschaftlichen Ebenen und auch pers\u00f6nlich.                 Theo Hengesbach hatte immer ein offenes Ohr und wurde von vielen                 Menschen kontaktiert &#8211; als Helfer, Ratgeber, Experte oder Vermittler.                 Er brachte die Menschen und die Themen zusammen.<\/i><\/p>\n<p><i>Theo Hengesbach verstarb am 15.11.09 an den Folgen einer Krebserkrankung.                 \u00dcber die Schwere seiner Krankheit hat er kaum gesprochen und bis                 zuletzt im Rahmen seiner M\u00f6glichkeiten f\u00fcr das gearbeitet, was                 ihm wichtig war &#8211; sozialpolitische Einflussnahme f\u00fcr das Wohl                 der Menschen und die Arbeit des Kreuzviertel-Vereins. Wir haben                 mit Theo Hengesbach einen einzigartigen und unersetzbaren Menschen                 verloren, der uns pers\u00f6nlich und fachlich unendlich fehlen wird                 und sprechen ihm tiefe Dankbarkeit f\u00fcr all das aus, was er f\u00fcr                 uns und andere geleistet hat.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Der katholische Gedenkgottesdienst in der Heilig-Kreuz-Kirche                 wurde von einem Pastor gehalten, der aus der Zeit des Stromzahlungsboykottes                 mit Theo befreundet war und ihn in den letzten Wochen oft besucht                 hatte. Eine w\u00fcrdevolle Predigt, die durchtr\u00e4nkt war von dieser                 pers\u00f6nlichen Beziehung und Betroffenheit.<\/p>\n<p>Theo hatte sich gew\u00fcnscht, auf dem S\u00fcdwestfriedhof Dortmund,                 im Stadtteil seiner \u00fcber 30-j\u00e4hrigen Aktivit\u00e4ten, beerdigt zu                 werden. Und auch, dass anschlie\u00dfend die Trauerg\u00e4ste zu einer &#8222;gro\u00dfen                 Sause&#8220; im Gemeindehaus zusammenkommen, essen, trinken und der                 kleinen Kapelle lauschen sollten. 250 bis 300 waren es wohl. Es                 war zutiefst ber\u00fchrend, den 15 oder 20 sehr bewegenden Geschichten                 und Eindr\u00fccken \u00fcber die vielen individuellen Beziehungen zu Theo                 zu lauschen. <\/p>\n<p>Von FreundInnen, NachbarInnen, KollegInnen, Menschen aus Vereinen,                 Ministerien, Komitees, die in \u00fcberraschender Offenheit \u00fcber ihre                 Begegnungen sprachen. <\/p>\n<p>Einige waren vor Begegnungen mit ihm gewarnt worden, weil man                 sich nicht gegen ihn durchsetzen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Andere sprachen davon, was sie aus der Misere, so lange einem                 Krankenhaus &#8222;ausgesetzt&#8220; zu sein, gelernt hatten: sofort abnehmen,                 um nicht in die Situation einer schlimmen Erkrankung zu kommen.                 Ein Sprecher w\u00fcrdigte nicht nur Theos Lebenswerk, sondern auch                 seine Lebenspartnerin, die \u00fcber einen solch langen Zeitraum die                 Kraft aufgebracht hatte, ihn zu begleiten und f\u00fcr ihn und seine                 Rechte zu k\u00e4mpfen, wo ihm die Kraft fehlte, die letzten zwei qm                 Privatraum zu verteidigen. <\/p>\n<p>Ein fr\u00fcherer Chefarzt einer Klinik war ersch\u00fcttert und beschwor                 die Zuh\u00f6rerInnen, auf jeden Fall f\u00fcr die Rechte von PatientInnen                 zu k\u00e4mpfen. <\/p>\n<p>Da waren auch viele Beitr\u00e4ge, die mit Schmunzeln und Lachen quittiert                 wurden, wenn sie Theo im Gesagten wieder erkannten.<\/p>\n<p>Sehr bewegend sprach ein Mann \u00fcber die politischen Auseinandersetzungen                 mit Theo und die \u00dcberraschung, dass Theo trotzdem ein freundschaftliches                 Verh\u00e4ltnis zu ihm haben konnte. <\/p>\n<p>Die meisten Beitr\u00e4ge betrafen die 30 Jahre von Theos Gemeinwesenarbeit.               <\/p>\n<p>Es war aber auch f\u00fcr die G\u00e4ste interessant, von Horst Blume und                 Helga Weber aus Theos fr\u00fchen Jahren zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Auch uns fehlt Theo. <\/p>\n<p>Wir werden die Erinnerungen an ihn bewahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kindheit und fr\u00fche Jugend verbrachte Theo bei zwei Tanten, die &#8211; so wie fr\u00fcher oft \u00fcblich &#8211; zur Entlastung seiner Eltern beitrugen, deren Einkommen nicht f\u00fcr Hausbau und den Unterhalt f\u00fcr drei Kinder ausreichte. In dem kleinen Dorf gab es kaum M\u00f6glichkeiten zur Freizeitgestaltung f\u00fcr Jugendliche, bis die Katholische Junge Gemeinde R\u00e4umlichkeiten und Geld organisierte &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2010\/01\/theo-hengesbach-ist-tot\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Theo Hengesbach ist tot - graswurzelrevolution","description":"Kindheit und fr\u00fche Jugend verbrachte Theo bei zwei Tanten, die - so wie fr\u00fcher oft \u00fcblich - zur Entlastung seiner Eltern beitrugen, deren Einkommen nicht f\u00fcr Ha"},"footnotes":""},"categories":[556,1025,1030],"tags":[],"class_list":["post-9785","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-345-januar-2010","category-die-waffen-nieder","category-es-wird-ein-laecheln-sein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9785","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9785"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9785\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}