{"id":9825,"date":"2010-02-01T00:00:45","date_gmt":"2010-01-31T22:00:45","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=9825"},"modified":"2022-07-26T13:11:41","modified_gmt":"2022-07-26T11:11:41","slug":"bisher-schwerster-storfall-in-der-gronauer-urananreicherungsanlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2010\/02\/bisher-schwerster-storfall-in-der-gronauer-urananreicherungsanlage\/","title":{"rendered":"Bisher schwerster St\u00f6rfall in der Gronauer Urananreicherungsanlage"},"content":{"rendered":"<p>In der Anlage trat Uranhexafluorid aus. (Uranhexafluorid ist                 radioaktiv und reagiert mit Wasser zu Flusss\u00e4ure). Ein Arbeiter                 wurde kontaminiert und zun\u00e4chst in ein Gronauer Krankenhaus gebracht.                 Dort angekommen, wurde er postwendend in ein Krankenhaus in den                 Nachbarort Ochtrup transportiert, um dann letztlich nach M\u00fcnster                 gebracht zu werden.<\/p>\n<p>Ersten Angaben zufolge bestand f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung &#8222;nat\u00fcrlich&#8220;                 keine Gefahr und dem betroffenen Arbeiter sei es gut gegangen.               <\/p>\n<p>Da wunderte man sich jedoch, weshalb er dann mit einem Krankenwagen                 in das Gronauer Krankenhaus gebracht werden musste \u2026 <\/p>\n<p>Zwischenzeitlich wurde, kurz vor Redaktionsschluss der <i>Graswurzelrevolution<\/i>,                 am 23. Januar bekannt, dass im Urin des Arbeiters Uran nachgewiesen                 wurde.<\/p>\n<p>Die Gronauer Urananreicherungsanlage ist seit dem 15. August                 1985 in Betrieb. Ihr Zweck: Vorbereitung von Natururan f\u00fcr den                 sp\u00e4teren Einsatz in Atomkraftwerken. Seit 1985 hat es bereits                 wiederholt &#8222;meldepflichtige Vorkommnisse&#8220; in der UAA gegeben.                 Dabei wurde nach offiziellen Angaben aber bislang noch nie ein                 Mitarbeiter der Anlage in Mitleidenschaft gezogen. Der j\u00fcngste                 St\u00f6rfall hat somit eine neue Qualit\u00e4t erhalten. <\/p>\n<p>Seitens der Anti-Atomkraft-Bewegung wurde schon l\u00e4nger bef\u00fcrchtet,                 dass das Ausma\u00df der St\u00f6rf\u00e4lle mit zunehmendem Alter der Anlage                 zunehmen w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Diese Bef\u00fcrchtung hat sich bewahrheitet. Die wichtigste Konsequenz,                 die daraus zu ziehen ist: Die UAA Gronau muss sofort stillgelegt                 werden (alle anderen Atomanlagen nat\u00fcrlich auch). Selbstverst\u00e4ndlich                 muss auch der genaue Hergang des St\u00f6rfalls aufgearbeitet werden.                 Alle Informationen, auch \u00fcber Freisetzungen, m\u00fcssen auf den Tisch.<\/p>\n<p>Der j\u00fcngste St\u00f6rfall in der UAA Gronau war am Tag danach ein                 Thema, das bundesweit f\u00fcr Resonanz sorgte. Anti-Atomkraft-Initiativen                 und Umweltverb\u00e4nde in Gronau, im M\u00fcnsterland und weit dar\u00fcber                 hinaus forderten die Stilllegung der UAA. Am sp\u00e4ten Nachmittag                 des 22. Januars versammelten sich 35 AtomkraftgegnerInnen zu einer                 spontanen Mahnwache vor dem Tor der UAA. Am 24. Januar 2010 nahmen                 100 Leute an einer Mahnwache vor dem Gronauer Rathaus teil, um                 den Protest zu den Verantwortlichen in Gronau zu tragen. Die Stadt                 ist zwar nicht die zust\u00e4ndige Genehmigungs- und Aufsichtbeh\u00f6rde,                 B\u00fcrgermeister und Stadtrat k\u00f6nnten aber den bisherigen Schmusekurs                 gegen\u00fcber dem Betreiberkonzern Urenco aufgeben und sich massiv                 f\u00fcr die Stilllegung der UAA einsetzen. Da es seit der Kommunalwahl                 Ende August 2009 eine neue Mehrheit im Gronauer Stadtrat &#8222;links&#8220;                 von der CDU gibt, sind neue T\u00f6ne aus dem Rathaus Richtung Urenco                 nicht ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Immerhin: Ende 2009 hat sich die Stadt gegen den Bau eines neuen                 AKW in den Niederlanden ausgesprochen.<\/p>\n<p>Nachdem 2005 noch der massive Ausbau der UAA Gronau unter Rot-Gr\u00fcn                 in D\u00fcsseldorf und Berlin genehmigt wurde und 2011 mit dem Bau                 eines Uranoxid&#8220;zwischen&#8220;lagers neben der UAA begonnen werden soll,                 erscheint die Hoffnung auf ein baldiges Ende des atomaren Spuks                 in Gronau etwas utopisch. <\/p>\n<p>Doch erinnern wir uns: Fr\u00fcher gab es in der Atom-Stadt Hanau                 sogar mehrere Atomfabriken.<\/p>\n<p>Und inzwischen sind alle stillegelegt. Das Unm\u00f6gliche l\u00e4sst sich                 also mitunter doch realisieren. Warum nicht auch in Gronau? <\/p>\n<p>Ende der 90er Jahre gab es schon einmal in Gronau breitere Proteste                 (3000 Unterschriften von wahlberechtigten Personen) gegen die                 UAA nach einem St\u00f6rfall, damals ohne Personenschaden. Jetzt wurde                 Urenco demaskiert, alle Verharmlosungen endeten mit einem Mitarbeiter                 in der Klinik. Das kann neue Proteste und Sorgen um das eigene                 Leben sch\u00fcren. Erg\u00e4nzend zum \u00f6rtlichen Protest ist auch, wie in                 der Vergangenheit, die \u00fcber\u00f6rtliche Unterst\u00fctzung des Widerstandes                 gegen die UAA wichtig. <\/p>\n<p>In Planung ist bereits eine <b>Aktion am Ostersonntag (4. April                 2010)<\/b> im Rahmen der bundesweiten Ostermarschaktivit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich ist nicht nur die Radioaktivit\u00e4t in der UAA gef\u00e4hrlich,                 sondern ebenfalls die Anreicherungstechnik als solche, die grunds\u00e4tzlich                 auch zur Produktion von Atomwaffen dienen kann (Stichwort Pakistan                 \/ Iran). Es ist auch davon auszugehen, dass die inzwischen traditionellen                 Sonntagsspazierg\u00e4nge an der UAA, die seit Ende 1986 immer am ersten                 Sonntag im Monat stattfinden, wieder mehr Zulauf bekommen werden.                 Wichtig f\u00fcr den UAA-Widerstand wird auch die NRW-<b>Tschernobyl-Demonstration                 am 24. April in Ahaus<\/b> sein.<\/p>\n<p>Wer den Widerstand gegen die UAA unterst\u00fctzen m\u00f6chte, kann sich                 direkt mit dem AKU Gronau in Verbindung setzen (Tel. 02562-23125)                 und sich \u00fcber dessen Homepage auf dem Laufenden halten: www.aku-gronau.de.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Anlage trat Uranhexafluorid aus. (Uranhexafluorid ist radioaktiv und reagiert mit Wasser zu Flusss\u00e4ure). Ein Arbeiter wurde kontaminiert und zun\u00e4chst in ein Gronauer Krankenhaus gebracht. Dort angekommen, wurde er postwendend in ein Krankenhaus in den Nachbarort Ochtrup transportiert, um dann letztlich nach M\u00fcnster gebracht zu werden. 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