{"id":9960,"date":"2010-04-01T00:00:56","date_gmt":"2010-03-31T22:00:56","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=9960"},"modified":"2022-07-26T14:24:07","modified_gmt":"2022-07-26T12:24:07","slug":"ein-anarchisches-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2010\/04\/ein-anarchisches-leben\/","title":{"rendered":"Ein anarchisches Leben"},"content":{"rendered":"<p>Howard Zinn, im 88. Lebensjahr am 27.1.2010 beim Schwimmen am                 Morgen in Santa Monica an der US-amerikanischen Westk\u00fcste gestorben,                 hat sein Werden und lebenslanges Tun als selbstbewusst \u201abekennender&#8216;                 Anarchist spannend und erfahrungsreich beschrieben. <\/p>\n<p>Aus zwei Gr\u00fcnden ist es angezeigt, seiner mit Sympathie, aber                 unvermeidlich von au\u00dfen anhaltend zu gedenken und &#8211; so noch nicht                 geschehen &#8211; seine buchf\u00fcllige Hinterlassenschaft zu lesen, erfahrungstr\u00e4chtig,                 lebendig wie heute (oder morgen).<\/p>\n<p>Zum einen, weil er in Brooklyn als Kind armer Immigranten geboren,                 im Zweiten Weltkrieg als Bomberpilot der USA eingesetzt, seit                 den 50er Jahren als Geschichtsprofessor an wechselnden Orten in                 allen haupts\u00e4chlichen K\u00e4mpfen agierte. Sie bauschten sich in den                 USA meist mit weltweiter Resonanz voll von Gewalt auf: die K\u00e4mpfe                 der Rassen und\/oder Klassen und solche der imperialen &#8222;Arroganz                 der Macht&#8220;. <\/p>\n<p>Howard Zinn war mitten unter den rassisch und\/oder sozial Diskriminierten.                 Er war bei denen mit vorn, die sich gegen die imperialen Gel\u00fcste                 der USA und ihre f\u00fchrenden Interessen mit allen Mitteln gewaltfreien                 Widerstands aufb\u00e4umten. Er nutzte seine Kompetenz als Historiker,                 als politischer Intellektueller, der dadurch geradezu zum Repr\u00e4sentanten                 einer oder mehrerer Generationen wurde, um theoretisch wie praktisch                 im Get\u00fcmmel zu wirken, publizistisch wie demonstrativ, als einzelner                 wie als Teil der Bewegungen der Schwarzen, der B\u00fcrgerrechte, der                 GegnerInnen des Vietnamkriegs wie sp\u00e4ter der antiterroristischen                 Weltfeldz\u00fcge herrschaftsterroristischer Qualit\u00e4t. <\/p>\n<p>Das ist der eine Grund. Nicht um Personen noch todeskultig zu                 privilegieren, wohl aber um besondere Personen in die nie abbrechende                 Tradition der Genannten und Ungenannten zu stellen und in ihr                 zu bewahren, ist es angesagt, an Leuten besonderen Salzgehalts                 wie Howard Zinn festzuhalten. <\/p>\n<p>Keine Herrschaft und keine ihrer aufhaltsamen, wenngleich Menschenopfer                 unerh\u00f6rt kostenden Siege verm\u00f6gen sie irre zu machen, zur wohlgef\u00e4lligen                 Resignation zu treiben oder gar sich ehrenk\u00f6stlich anzupassen.<\/p>\n<p>Dieser erste Grund gibt dem zweiten die Hand. Weltweit, und im                 &#8222;Westen&#8220; besonders, bekommt man selbst oppositionell den Eindruck,                 als seien die sich \u00fcbereinander schiebenden Herrschaftskrusten                 &#8211; und deren nicht zuletzt intellektuell anmutenden Mitesser &#8211;                 trotz, ja wegen ihrer Gewalt und ihrer Opfer so beweglich hart,                 dass aller Widerstand vergebens welke. Darum kommt es entscheidend                 darauf an, die Tradition widerst\u00e4ndigen Murrens, Knurrens, Krachmachens                 und Handelns in der Erinnerungsflamme lebendig zu erhalten.<\/p>\n<p>Howard Zinn hat verschiedentlich darauf aufmerksam gemacht, ja                 seine gesamte Geschichtsschreibung lebt von dem untergr\u00fcndigen                 und unterdr\u00fcckten Wissen.<\/p>\n<p>Wenige Aspekte der ganzen Person Howard Zinn, die herrschende                 USA umgekehrt, kann ich markieren:<\/p>\n<h3>Mehrfache, immer erneuerte Subversion ist angezeigt<\/h3>\n<p>a) &#8222;Gegen die Wirklichkeit des verzweifelnd bitteren Kampfs um                 Lebenschancen, die durch die Kontrolle der Eliten knapp gehalten                 werden, nehme ich mir die Freiheit, die 99 Prozent (der negativ                 Privilegierten) als \u201adie Bev\u00f6lkerung&#8216; zu vereinen. Ich schrieb                 eine Geschichte, die versucht, ihre unterdr\u00fcckten, ihre nicht                 ber\u00fccksichtigten gemeinsamen Interessen wahrzunehmen. Das Gemeininteresse                 der 99 Prozent zu betonen und die gro\u00dfe Distanz zum Interesse                 des einen Prozent, bedeutet genau das zu tun, was die Regierungen                 der Vereinigten Staaten seit den Gr\u00fcndungsv\u00e4tern auf jegliche                 Weise zu verhindern suchten. Madison f\u00fcrchtete eine m\u00f6gliche Mehrheit                 und hoffte sie mit der neuen Verfassung kontrollieren zu k\u00f6nnen.                 &#8230;&#8220; <\/p>\n<p>Diese kurze Passage aus dem letzten Kapitel von Zinns bekanntestem                 Buch &#8222;A People&#8217;s History of the United States&#8220; gibt Zinns allgemeine                 Perspektive wider. Die Perspektive von unten, von denjenigen aus,                 die meist, zeitgen\u00f6ssisch formuliert, als allgemeine Kollateralsch\u00e4den                 geschichtlichen &#8222;Fortschritts&#8220; totgeschwiegen werden, zuvor schon                 bis zum Tod ausgebeutet oder in Herrschaftskriegen lebendig verheizt                 (ich habe aus der 1. Auflage von 1980 \u00fcbersetzt. Die deutsche                 Ausgabe einer sp\u00e4teren Auflage liegt vor. <\/p>\n<p>Sie hat allerdings schon im Titel den Nachteil, dass dessen W\u00f6rtlichkeit                 verzerrt: &#8222;Eine Geschichte des amerikanischen Volkes&#8220;. People                 &#8211; das meint eine plurale Gesamtheit, zu deutsch: Bev\u00f6lkerung.                 Der deutsche Ausdruck &#8222;Volk&#8220; wirkt wie ein geschlossenes Subjekt                 und gibt darum allen nationalstaatlichen Missbr\u00e4uchen bis heute                 die geschmeidige Hand. Art. 20 Abs. 2 Satz 1 Grundgesetz: &#8222;Alle                 Gewalt geht vom Volke aus.&#8220; Da lachten die H\u00fchner, schnarrten                 diese, sind deutsch, traditionsgem\u00e4\u00df nicht ungesp\u00e4ssig). <\/p>\n<p>b) Die andere, weitgehend ungeschriebene Geschichte, von Howard                 Zinn und wenigen Kolleginnen und Kollegen in den 60er Jahren erst                 eigentlich entdeckt (Staughton Lynd sei als einer genannt oder,                 mehr au\u00dfenpolitisch, William Appleman Williams), \u00f6ffnet sich,                 wenn man sich um die darum namenlos genannten Opfer k\u00fcmmert. Diese                 Perspektive begr\u00fcndet &#8222;radikale Geschichtsschreibung&#8220;: zu der                 Bev\u00f6lkerung in ihrer umfassenden Mehrheit als den (Gras)Wurzeln                 hinab. Diese Herrschaftsunterlegenen sind aber nicht ein zweites                 Mal zu opfern. Ihnen ist vielmehr, soweit irgend m\u00f6glich, ihre                 eigene Stimme zu geben. Howard Zinns Geschichte der &#8222;Unterdr\u00fcckten                 der Erde&#8220;. <\/p>\n<p>In seinem Falle vor allem derer in den USA, wie es Frantz Fanon                 um diese Zeit f\u00fcr die Bev\u00f6lkerungen der &#8222;Dritte WeltL\u00e4nder&#8220; ausdr\u00fcckte,                 das hat im Deutschland der j\u00fcngeren Geschichte trotz oder wegen                 der alles in allem herrschaftsbraven und deutschtreuen &#8222;Sozialgeschichte&#8220;                 kaum ein Pendant.<\/p>\n<p>Am ehesten noch bei den Bauern, die Peter Blickle trefflich seit                 dem &#8222;Bauernkrieg&#8220; in den Blick r\u00fcckt. <\/p>\n<p>c) Nicht nur auf eine Umkehr der Perspektive kommt es an. Die                 n\u00f6tige Subversion gilt allen etablierten Begriffen und Symbolen.                 Howard Zinn belegt trefflich, in welcher Weise von fr\u00fch an die                 Begriffe der Nation, sogar der Emanzipation von England, der Verfassung,                 insbesondere der Gleichheit und Freiheit (all men are born equal)                 usw., usf. als symbolischer Kitt benutzt worden sind und in der                 Kontinuit\u00e4t herrschaftlich freier Verteilung halluzinatorischer                 Mittel verwandt werden. Man denke bundesdeutsch nur an den bet\u00f6renden                 Sekt, genannt Grundgesetz, und die besonders scharfen Getr\u00e4nke                 mit Namen wie Rechtsstaat oder Schn\u00e4pse wie &#8222;Die W\u00fcrde des Menschen                 ist unantastbar&#8220;. <\/p>\n<p>d) Liest man Zinns dickb\u00e4ndige Geschichte derjenigen, die herrschenden                 Interessen unterworfen werden und bleiben, einer bis auf die Schwarzen                 und anders die Frauen angeblich seit der hehren Konstitution souver\u00e4nen                 Bev\u00f6lkerung, kommt eine alte und immergr\u00fcne Inszenierung der kontinuierlich                 diskontinuierlichen Ungleichheit als Ungleichheitsmachung heraus:                 von Columbus und dem fortgesetzten Indianeropfer auf dem Altar                 des religi\u00f6s bis heute aufgepfropften &#8222;Fortschritts&#8220;, dekliniert                 nach dem Kanon der wei\u00dfen Eindringlinge; von der Erfindung der                 humanen Farbengrenze als Grenze der Humanit\u00e4t, sodass die tief                 eingepr\u00e4gte Misshandlung der Schwarzen bis heute als der Gef\u00e4ngnispopulation                 anh\u00e4lt; von dem Zauberst\u00fcck einer &#8222;Emanzipation&#8220; vom britischen                 Mutterland als gelungene Verfassung des gleichen Scheins mehrfach                 gestaffelter klassen- und dann verworren Rassenungleichheit &#8230;                 bis zur Gegenwart einer nach innen und au\u00dfen gleicherma\u00dfen auf                 der Trommel der Ungleichheit h\u00e4mmernden Kapital- und Staatsgesellschaft.                 Diese hat all die verschiedenen Herrschaftsschichten habituell,                 rechtlich und strukturell, nun global ausgeweitet, aufgehoben                 (aufbewahrt und soweit n\u00f6tig beseitigt in einem). Spannend ist                 es, nicht nur Zinns amerikanischer Amerikageschichte zu folgen,                 die viele der verdeckten und verwachsenen Herrschaftsfacetten                 entdeckt; spannend w\u00e4re es, diese Detektivgeschichte in anarchischer                 Absicht auch f\u00fcr die BRD zu wiederholen und f\u00fcr ihre penetrante                 Schmierseife, genannt: freiheitliche demokratische Grundordnung,                 Kern des Verfassungs- wie Staatsschutzes.<\/p>\n<p>In den Tupfern seither habe ich nicht nur Howard Zinns eigenes                 Tun \u00fcbers Schreiben hinaus ausgeklammert. An einem wichtigen fr\u00fchen                 Exempel, Howard Zinns Beteiligung an der SNCC, hat The Lamia das                 in seinem Artikel &#8222;50 Jahre SNCC. Die Sit-In-Bewegung in den S\u00fcdstaaten                 der USA (Feb.-Juni 1960) und das SNCC-Mitglied Howard Zinn (1922-2010)&#8220;                 in der <i>graswurzelrevolution<\/i> Nr. 347 (Februar 2010, S. 1,                 14f.) korrigiert. <\/p>\n<p>Ich habe aber vor allem nicht ber\u00fchrt, was Howard Zinn in Sachen                 Anarchismus zu sagen hat. Darauf kann ich nur stichwortartig hindeuten.                 Zu Recht lehnt er jede Guru-Rolle ab. Gleicherma\u00dfen zu Recht macht                 er deutlich, dass so etwas wie eine anarchistische Theorie oder                 eine konkret ausgemalte Utopie zu verlangen, s\u00fc\u00dfsaure Suppe aus                 der T\u00fcte servieren hie\u00dfe. Das w\u00e4re an-anarchistisch, also herrschaftst\u00fcmelnd                 archistisch in sich selber. In verschiedenen seiner Publikationen,                 zuletzt in einem Interview \u00fcber Anarchismus 2008 macht er aber                 wichtige intellektuelle und habituelle Facetten deutlich. <\/p>\n<p>Sie sind immer erneut zu erinnern. Denn die Angst aller Fettm\u00f6pse                 der Ungleichheit, die herrschende Krankheit schlechthin, richtet                 sich gegen alle nicht \u201aordentlich&#8216; kanalisierten Bewegungen von                 unten.<\/p>\n<p>Anarchismus, das Selbstverst\u00e4ndlichste jedes freien Menschen,                 wird gerade darum zum schreckgestalteten Polizeischrei. <\/p>\n<p>a) Wann immer die Idee sich in einer Sozialisation ereignet,                 z. B. aufgrund der Lekt\u00fcre von Zinn: grundlegend ist, ob man aus                 herrschendem Gespinst den Weg ins Freie schafft. F\u00fcr ihn gibt                 den Ausschlag: wieweit Freiheit und Gleichheit als eng gekoppeltes                 Tandem durchgehend orientieren, festgemacht an den einzelnen Personen,                 ihren Leiden und Freuden. <\/p>\n<p>b) Zum anarchischen Denken und Verhalten geh\u00f6rt dann &#8211; unter                 dem Blickwinkel, was es f\u00fcr die einzelnen Menschen bedeutet -,                 die dauernde Reflexion von Zielen und Mitteln gerade im Zusammenhang                 eigenen Tuns. <\/p>\n<p>c) So wichtig gewaltfreies Handeln ist, so prinzipiell die pazifistische                 Herangehensweise, dass allenfalls in der raren Ausnahme punktuell                 gewaltf\u00f6rmiges Tun n\u00f6tig sein k\u00f6nnte, so wenig darf man mit Absoluta,                 die nicht mehr denkhandelnd zur Disposition gestellt werden, die                 eigene Wahrnehmung von Wirklichkeit still stellen. <\/p>\n<p>Ein schwieriges Terrain. Klar ist jedoch, dass jedenfalls herrschende,                 monopolgesch\u00fctzte und ge\u00fcbte Gewalt(taten) nicht von vornherein                 mehr Legitimit\u00e4t genie\u00dfen als sogenannt private. <\/p>\n<p>Klar ist in gleicher Weise die uneingeschr\u00e4nkte Opposition gegen                 Herrschaftskriege, und welche sind es nicht, die um abstrakt einseitiger                 Interessen willen, die &#8222;Nation&#8220; und ihr angeblicher &#8222;Wohlstand&#8220;                 an erster Stelle, Menschen morden. Gerade dazu hat sich Zinn auch                 aus seiner Bombererfahrung ge\u00e4u\u00dfert. Er hat auch deswegen f\u00fchrend                 die &#8222;Pentagon Papers&#8220;, von Daniel Ellsberg herausgeschmuggelt,                 zeitweise verborgen und dann mit ver\u00f6ffentlicht. <\/p>\n<p>d) Anarchisches Handeln kennzeichnet lokale und regionale Organisationsformen                 vor\u00fcbergehender Art &#8211; wider allen Zentralismus &#8211; ebenso wie immer                 erneute, von schwarzen\/afroamerikanischen Bewegungen seit den                 50er Jahren erprobte &#8222;direkte Aktionen&#8220;. <\/p>\n<p>e) Nicht im Sinne eines Trotzdem-Humors, sondern als geschichtliche                 Erfahrung z.B. der B\u00fcrgerrechts- und der Anti-Vietnamkriegsbewegung                 l\u00e4sst sich festhalten: Der Herrschaftsgeschichte korrespondiert,                 je nach dem verschoben, eine Geschichte der Demonstrationen, eine                 F\u00fclle von Gruppenaktionen z.B. gewaltfreier Blockaden u.a.m.,                 die die \u00dcberlegenheit der ersteren unterbricht, beeinflusst, ver\u00e4ndert,                 ohne absehbares Ende. Au\u00dfer: Es lohnt sehr wohl, zu widerstehen                 in eins mit all den oben angedeuteten und zu erweiternden Reflexionen.                 Gerade anarchisch sich verstehende Gruppen m\u00fcssen die \u201aKosten&#8216;                 bei ihrem Tun f\u00fcr sich selber und andere dauernd bedenken. Selbst                 f\u00fcr die Gegner.<\/p>\n<p>In einem, im Oktober 2009 in der <i>graswurzelrevolution<\/i>                 Nr. 342 abgedruckten Beitrag \u00e4u\u00dferte sich Zinn skeptisch auf die                 Frage, was er von Obama halte. <\/p>\n<p>Er h\u00e4tte seine eigenen anarchischen Bez\u00fcge und herrschaftsanalytischen                 Kriterien entwertet, h\u00e4tte er sich wie viele, auch Bundesdeutsche                 oba-manisch ausgelassen. Zinn hat denn auch wohl begr\u00fcndet auf                 die Sozialisation Obamas in und durch die etablierten Institutionen                 aufmerksam gemacht. Er hat angemerkt, wie eng gezimmert, von herrschenden                 Interessen \u00fcberlagert der Man\u00f6vrierraum Obamas ist, selbst wenn                 er wollen k\u00f6nnte, was er wollte. <\/p>\n<p>Hannah Arendt hat bekanntlich &#8222;Macht&#8220; einmal im Sinne von Machenk\u00f6nnen                 (als Ver\u00e4ndernk\u00f6nnen) \u00fcbersetzt. In diesem Sinne kann man nur                 sagen: Armer Obama. Vergleicht man, historisch verschoben und                 fiktiv &#8211; aber, nehme ich an, Augen \u00f6ffnend fiktiv -, den ver\u00e4ndernden                 Einfluss, den die Obama-Administration bis jetzt schon ausge\u00fcbt                 hat und aus\u00fcben kann, u.a. die herrschaftsterroristischen Akte                 von Bush jr. nur geschickter gemildert fortsetzend (vgl. trefflich                 Roger D. Hodge: The Mendacity of Hope, Harper&#8217;s Magazine February                 2010, pp 7-11), mit dem Einfluss, den Personen wie Zinn kurz und                 langfristig im Kontext von Protestbewegungen und Menschen aus\u00fcben                 k\u00f6nnen (ohne herrschende Me\u00dflatte des &#8222;Nation-Building&#8220;), Menschen,                 die durch ihn zu einem eigenen Bewusstsein gekommen sind und noch                 kommen m\u00f6gen, dann zieht die Waagschale mit dem HZ-Zeichen nach                 unten. So der Ma\u00dfstab darin besteht, die \u201aWelt&#8216;, in diesem Fall                 die USA, in Richtung ihrer Humanisierung wenigstens offener zu                 halten.<\/p>\n<p>So mag abschlie\u00dfend der alte lateinische Satz angezeigt sein:<\/p>\n<p>Mortuus doceat vivos. Dieser Howard Zinn, ein bewegt bewegender                 anarchischer Bekenner (zu deutsch Professor), m\u00f6ge die Nachlebenden                 lehren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Howard Zinn, im 88. Lebensjahr am 27.1.2010 beim Schwimmen am Morgen in Santa Monica an der US-amerikanischen Westk\u00fcste gestorben, hat sein Werden und lebenslanges Tun als selbstbewusst \u201abekennender&#8216; Anarchist spannend und erfahrungsreich beschrieben. 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