graswurzelrevolution
aktuelle ausgabe abo & service archiv buchverlag news & infos vernetzung über uns graswurzelladen home
stern / zerbrochenes gewehr
bewegung

Rirette Maîtrejean: Attentatskritikerin, Anarchafeministin, Individualanarchistin

Rezensionen

Der Standard
Neues Deutschland
Jungle World
Graswurzelrevolution
sopos - Sozialistische Positionen
Anarchistische Bibliothek & Archiv Wien

Anarchistin Maîtrejean: Ein gutes Leben für alle!

Lou Marin begibt sich in seinem neuen Buch auf die Spuren der Anarchafeministin und Attentatskritikerin Rirette Maîtrejean

Man ist nach der Lektüre des Buches ein bisschen versucht, das Ganze mit "noch ein Beispiel dafür, wie toxische Männlichkeit freiheitliche Bewegungen zerstört" zu überschreiben. Diesmal geht es um das libertär-anarchistische Milieu in Frankreich in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und speziell um eine seiner Protagonistinnen, nämlich Rirette Maîtrejean (1887–1968). Und irgendwie schließt es inhaltlich auch ein bisschen an die Propaganda der Tat an, über die ich kürzlich erst schrieb.

Attentatskritikerin ist jedenfalls eine originelle Personenbeschreibung. Ich fand das Buch auch deshalb spannend, weil es zu einer Zeit spielt, in der der Anarchismus zumindest in Frankreich noch einen sehr starken ideengeschichtlichen Einfluss auf die Arbeiterbewegung hatte. Vor der bolschewistischen Revolution in Russland, an deren Ende sich das Linkssein in Europa ja immer mehr auf Marxismus-Leninismus kaprizierte und alternative Ideen des Sozialismus an den Rand gedrängt wurden.

Wie man am besten persönlich leben soll

Rirette Maîtrejean (ihr Geburtsname war Anna Henriette Estorges) hatte mit 16 Jahren ihre Mutter und Geschwister verlassen (der Vater war kurz zuvor gestorben), weil sie nicht heiraten wollte. Sie schloss sich in Paris revolutionären Diskussionszirkeln an, hatte Liebesbeziehungen mit verschiedenen Männern, brachte zwei Töchter zur Welt. Sie lebte und arbeitete im Umfeld einer Zeitung namens "l'anarchie", die ihren Sitz zeitweise in Paris, zeitweise auf einer ländlichen Kommune im Umland hatte. Manchmal war sie dort Redaktionsverantwortliche, manchmal andere.

Die Diskussionen in diesem Milieu drehten sich um die Frage, wie man angesichts eines repressiven staatlichen Systems und eines ausbeuterischen Kapitalismus am besten persönlich leben soll, wobei, und das ist besonders interessant, die Frage der politischen Analyse und des persönlichen Lebensstils miteinander verwoben waren. Es ging also nicht nur um die Strategien von politischen Aktionen, sondern auch um Kindererziehung, freie Liebe und Ernährung.

Zum Beispiel gibt es einen Text von Maîtrejean, in dem sie das Zusammenleben von Liebespaaren befürwortet – gegen die im damaligen anarchistischen Mainstream offenbar vorherrschende Ansicht, dass Paare auf jeden Fall besser getrennt leben sollten, weil das freiheitlicher sei. In einem anderen Text beschreibt sie klarsichtig, dass eine Abschaffung des klassischen Ehemodells nicht nur notwendig macht, dass Frauen erwerbstätig sein können, also finanziell von Männern unabhängig, sondern auch reproduktive Selbstbestimmung garantiert ist, also die Möglichkeit für Verhütung und Abtreibung.

Veganismus war bereits Thema

Neu war mir, dass damals bereits das Thema Veganismus so wichtig war, dass viele Anarchist_innen keine Tierprodukte konsumierten und übrigens auch keinen Alkohol. Dabei spielten neben den heute überwiegenden tierethischen Argumenten vor allem ernährungswissenschaftliche Theorien eine Rolle und, als quasi "sozialrevolutionäres" Argument, die Tatsache, dass vegane Ernährung billiger ist (oder zumindest damals war) und, wer so lebte, sich daher weniger abhängig machte vom "System", denn sie brauchte ja weniger Geld zum Leben.

Während das erste Argument zuweilen in "Szientismus" umschlug, also die irrationale Gläubigkeit gegenüber angeblich wissenschaftlichen Erkenntnissen bezüglich gesunder Ernährung, berührte die zweite Linie direkt das politische Handeln. Denn im anarchistischen Milieu gab es damals die Auffassung, dass ein guter Anarchist sich möglichst weit vom "System" fernhalten soll, also zum Beispiel auch den Kapitalismus nicht unterstützen, indem er für Geld arbeitet. Unter dem Label "Illegalismus" wurde daraus die Praxis, das zum Lebensnotwendige anderweitig zu beschaffen, durch Geldfälschen zum Beispiel, aber auch durch Diebstahl und Raub. Und das wiederum führte nochmal auf einer ganz anderen Ebene zu der Frage, inwiefern Gewalt legitim und notwendig sei, als bei den Attentaten der 1880er-Jahre.

Das Konzept des Illegalismus

Maîtrejean gehörte zu denen, die das Konzept des Illegalismus besonders früh und konsequent abgelehnt und kritisiert haben, vor allem mit dem Argument, dass es nichts bringe. Einerseits sei damit kein gesellschaftsveränderndes Potenzial verbunden, andererseits rentiere es sich auch nicht, denn erstens ist Geldfälschen und Klauen letztlich genauso anstrengend und zeitaufwändig wie normales arbeiten, und zusätzlich läuft man Gefahr, verhaftet zu werden und ins Gefängnis zu kommen, womit man dem revolutionären Kampf ja nun auch nicht mehr zur Verfügung steht.

Das Ganze spitzte sich zu, als eine Gruppe aus der "illegalistischen" Szene rund um einen gewissen Jules Bonnot es nicht mehr bei Diebstahl beließ, sondern zu Mord und Totschlag überging. Bonnot tötete im November 1911 unter unklaren Umständen einen anderen Anarchisten, der gerade 27.000 Francs geerbt hatte. Im Dezember 1911 überfielen er und vier weitere Männer zwei Bankangestellte, im Januar 1912 ein Landhaus, wobei sie den Besitzer und eine Dienerin töteten, im März starb ein Autofahrer bei einem Raubüberfall und der Beifahrer wurde schwer verletzt. Anschließend überfielen sie eine Bank und schossen auf die Bankangestellten, ein 17-Jähriger starb, drei andere wurden verletzt (ein Attentäter kam ebenfalls ums Leben).

Knappes Jahr in Haft

Im April wurde die Gruppe verhaftet, und auch viele Menschen in ihrem Umfeld, darunter Maîtrejean und ihr damaliger Lebensgefährte Victor Kibaltchiche, der später unter dem Namen Victor Serge bekannt wurde. Sie musste, obwohl sie kleine Kinder hatte, für ein knappes Jahr in Haft.

Im Anschluss an diese "Bonnot-Affäre" und den nachfolgenden Prozess veröffentlichte Maîtrejean eine Artikelserie mit dem Titel "Souvenirs d'anarchie" (Erinnerungen an [die Zeitung] anarchie), in der sie die Geschichte und die Verfehlungen der Gruppe erzählt und kritisch analysiert, und auch, wie das alles in so einem Desaster enden konnte. Lou Marin stützt seine ideengeschichtliche Rekonstruktion von Maîtrejeans "attentatskritischem" Denken im Wesentlichen auf diesen Text (der leider, anders als andere, kürzere Texte von Maîtrejean, nicht im Anhang dokumentiert ist. Ich hoffe, er kommt wenigstens irgendwann ins Internet).

Fehlgeleitete Männlichkeitskonzeption

Marin führt Maîtrejean quasi als Kronzeugin dafür an, dass eine selbstkritische Auseinandersetzung mit der Begeisterung von Teilen des anarchistischen Milieus für Gewalt aus ebendiesem Milieu heraus von Anfang an stattgefunden hat. Und es wird ziemlich deutlich, dass diese Gewalt auch auf einer fehlgeleiteten Männlichkeitskonzeption gründete (die, nebenbei, bis heute in Teilen der Antifa-Kultur überlebt hat). Das Lob, dies früh erkannt und kritisiert zu haben, gebührt Maîtrejean ganz gewiss, zumal wenn man bedenkt, dass nicht nur ihre damaligen anarchistischen Zeitgenossen sie wegen ihrer Kritik als "Hure! Feige Sau! Verräterin!" beschimpften, sondern auch Bonnot und seine Mit-Attentäter noch bis in die 1960er hinein im französischen Anarchismus als Helden eines virilen Revoluzzertums gefeiert wurden.

Die Rekonstruktion dieser ganzen Geschichte liest sich aufgrund der vielen Namen und Daten streckenweise etwas mühsam, aber das ist generell ein Problem bei ideengeschichtlichen Debatten, die nicht innerhalb des üblichen Kanons angesiedelt sind. Wir Leserinnen kennen ja nicht nur Maîtrejean nicht, sondern wir kennen auch die ganzen anderen Leute, mit denen sie damals zu tun hatte, nicht. Darunter übrigens sehr viele Frauen, zu denen man sich jeweils nochmals eine eigene Biografie wünschen würde. Das alles muss eben erzählt werden, damit man den Kontext hat, um zu verstehen, worum es geht. Allerdings verliert man dabei eben auch leicht mal den Überblick.

Die Geschichte der sozialen Revolte

An dieser Stelle übrigens mein Applaus für die Fleißarbeit, die Lou Marin da geleistet hat. Nachdem ich selbst ja einmal einen bis dato unbekannten historischen Ideenkosmos beforscht habe – den von Frauen in der Ersten Internationale –, weiß ich, was für eine Puzzelei das ist.

Wie sehr wir es gewohnt sind, neue ideengeschichtliche Akteur_innen in ein bereits bestehendes Raster einzuordnen, merkt man beim Lesen an dem Gefühl der Erleichterung, wenn Maîtrejean dann doch mal jemandem begegnet, den man kennt, und sei es nur der junge Victor Serge oder in höherem Alter dann Albert Camus. Nun kann man auch sie als Neuankömmling in den bestehenden Kanon einsortieren, mit allen positiven und negativen Implikationen, die das hat.

Für alle, die sich für die Geschichte der sozialen Revolte interessieren und ein bisschen Geduld mit Namen und Daten haben, ist das Buch eine sehr lohnenswerte Lektüre. Hilfreich gewesen wäre allerdings eine Zeittafel und ein Namensindex. Denn da Lou Marin die Geschichte (aus guten Gründen) entlang von Themen und Thesen erzählt, erzählt er sie eben nicht stringent chronologisch und die Handlung springt in den Jahren vor und zurück. Ich zumindest habe dabei öfter mal den Überblick verloren und hätte etwas Orientierung gebrauchen können.

Antje Schrupp, 4.11.2016
erschienen auf: derstandard.at

Ein widerständiges Leben

Lou Marin hat eine Biografie über die Anarchistin Rirette Maîtrejean verfasst

Nur ihr Geburtsname, ihr Pseudonym und die Lebensdaten 1887 bis 1968 sind an ihrem Urnengrab auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise vermerkt. Hierzulande ist die französische Anarchistin Rirette Maîtrejean, geboren als Anna Henriette Estorges in einem kleinen französischen Dorf, so gut wie nicht bekannt. Umso erfreulicher, dass Lou Marin jetzt die erste deutsche Biografie vorlegt.

Die Redakteurin der Zeitung »l’ anarchie«, Geliebte von Viktor Kibaltschin alias Victor Serge, unfreiwillige Komplizin der »Bande à Bonnot« und Weggefährtin von Albert Camus, den sie in die anarchistische Ideenwelt einführte, ist zeitweise massiv von den eigenen Genossen angefeindet worden. Denn sie verurteilte Attentate, bewaffnete Raubüberfälle und Bombenanschläge, die der radikale Flügel des Anarchismus als Propaganda der Tat verherrlichte. Sie war überzeugt, dass terroristische Aktionen der Sache nicht dienen, sondern nur schaden.

Lou Marin berichtet nicht nur über Rirette Maîtrejeans Leben, das von Anfang an widerständig war. So verweigerte sie sich ihrer Mutter, die für sie eine gute Partie zu finden hoffte. Für Rirette Maîtrejean glich die Ehe einer Zwangsprostitution, sie verschrieb sich der freien Liebe. Der Biograf gibt auch Einblick in den Mikrokosmos des anarchistischen Milieus in Paris vor dem Ersten Weltkrieg.

Einige Anarchisten weigerten sich, mit anderen linken Gruppen gemeinsam gegen den in der Dreyfus-Affäre offen zutage getretenen Antisemitismus zu kämpfen. Vor allem Sébastian Faure wurde als Regierungsanarchist angegriffen, weil er bei der Verteidigung des fälschlich der Spionage für Deutschland angeklagten jüdischen Hauptmanns mit sozialistischen und bürgerlichen Kräften kooperierte. Dessen Hauptkritiker Emilie Janvion gründete eine Zeitung, »die sich schnell antifreimaurerischen und antisemitischen Verschwörungstheorien hingab«, so Lou Marin. Am Beispiel von Gustav Hervé zeigt er die fatalen Folgen für die anarchistische Idee in Frankreich auf: »Angezogen vom Gewalt befürwortenden Verbalradikalismus Hervés sollten die ihm lange Zeit nachfolgenden AnarchistInnen in einen langen Prozess der Desillusionierung und der Rechtsentwicklung weg vom Antinationalismus und Antimilitarismus, hin zum Nationalismus und letztlich zur Kriegsvorbereitung hinübergezogen werden.« Doch nicht nur während des Ersten Weltkrieges spielte Hervé eine unrühmliche Rolle. Während des Zweiten Weltkrieges war er ein Unterstützer des Vichy-Regimes, Hitlers Marionettenregierung im Süden Frankreichs.

In jener Zeit lernte Rirette Maîtrejean Albert Camus kennen, den sie zu dem Abschnitt »Der individuelle Terror« in dessen Erfolgsbuch »Der Mensch in der Revolte« inspirierte. Eine enge Freundschaft verband sie auch mit dem jüdischen Anarchisten Pierre Ruff. Während jener 1936 Hitler und Stalin noch gleichermaßen verurteilte, verteidigte er die Sowjetunion nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die UdSSR. »Er lobte den Mut der Kommunisten und begann bald, seine ehemaligen GenossInnen des Komplizentums mit dem Nazismus zu bezichtigen«, bemerkt Lou Marin. Ruff kam im KZ Neuengamme ums Leben. Als Rirette Maîtrejean ihr Leben vollendete, erlebte Paris einen heißen Mai.

Lou Marin war es wichtig, das Vorurteil zu brechen, Anarchismus bedeute stets Gewalt. Das ist ihm mit seiner einfühlsamen Biografie von Rirette Maîtrejean gelungen.

Peter Nowak
erschienen in: Neues Deutschland, 19.-23. Oktober 2016

Aus der Reihe getanzt

»Anna Estorges dite Rirette Maîtrejean 1887 – 1968« steht auf der Gedenktafel eines Urnengrabs auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise. Dort liegt die in Deutschland bisher unbekannte französische Anarchistin begraben. Lou Marin hat nun im Verlag Graswurzelrevolution die erste deutschsprachige Biographie von Rirette Maitrejean herausgebracht. Damit erinnert er an eine jahrzehntelang in der anarchistischen Bewegung tätigen Frau, die bald aus der Reihe tanzte und dafür in den eigenen Kreisen angefeindet wurde. Schließlich hatte sie eine scharfe Kritik an dem Flügel der anarchistischen Bewegung formuliert, der vor mehr als 100 Jahren Attentate, bewaffnete Raubüberfälle und Bombenanschläge als »Propaganda der Tat« verherrlichte.

Maîtrejean war angeklagt, eine dieser Gruppen unterstützt zu haben, weil sie mehrere der an den als Enteignungsaktionen gerechtfertigten blutigen Raubüberfällen Beteiligte kannte. Dass dabei auch mal der eigene Genosse erschossen wurde, nur um an seine Ersparnisse zu kommen, gehörte zu den Erfahrungen, die den Bruch Maîtrejeans mit dieser Art des Anarchismus beschleunigte. Der Biograph Lou Marin führt uns ein in den Mikrokosmos des anarchistischen Milieus in Paris vor dem Ersten Weltkrieg. Einige Anarchisten weigerten sich, in der Dreyfuss-Affäre mit anderen linken Gruppen gegen den Antisemitismus zu kämpfen. Nicht wenige von ihnen wurden bald selbst erbitterte Judenfeinde und kollaborierten später mit dem Vichy-Regime. In dieser Zeit lernte Maîtrejean Albert Camus kennen. Lou Marin begründet überzeugend seine These, dass durch diesen Kontakt Camus zu dem Abschnitt »Der individuelle Terror« in seiner Schrift »Der Mensch in der Revolte« inspiriert wurde. Marin, der die libertären Schriften Camus‘ im Laika-Verlag herausgegeben hat, war bei seinen Recherchen auf Maîtrejean gestoßen und hat sie mit dem Buch dem Vergessen entrissen.

Peter Nowak
erschienen in: Jungle World Nr. 44, 3. November 2016

Die Anarchafeministin Rirette Maîtrejean

Die Biographie der Attentatskritikerin und Individualanarchistin ist eine Mahnung zur Selbstkritik

(...) "Rirette Maitrejean" ist ein echtes Lesevergnügen und es ist als Verdienst des Autors und des Verlags Graswurzelrevolution zu werten, dass mit solchen Büchern wichtige und auch streitbare (Frauen-) Figuren der anarchistischen Bewegung nicht in Vergessenheit geraten. (...)
>> zur vollständigen Rezension

Kerstin Wilhelms-Zywocki
erschienen in: Graswurzelrevolution 412, Oktober 2016

Rirette Maitrejean – Attentatskritikerin, Anarchafeministin, Individualanarchistin

Es gab Zeiten, in denen das Umbringen von Menschen durch die "Rote Armee Fraktion" als Taten von "verwirrten anarchistischen Gewaltverbrechern" gekennzeichnet wurde und entsprechende Fahndungsplakate allerorten prangten. Nichts war dem Selbstverständnis der RAF ferner als anarchistisch zu sein. Schon die Selbstbezeichnung als "Roter Armee" wertete Anfang der 70er die kleine Berliner anarchistische Zeitschrift "Fizz" zu recht als Geständnis dafür, dass es sich bei Baader, Meinhoff und Co. um "Leninisten mit Knarre" handelte. Und wer jemals in den Genuss der ebenso apodiktisch "revolutionäre Gewalt" verherrlichenden Lektüre der RAF kam, der konnte nichts Anarchistisches in ihnen entdecken. Libertär waren die Leute der RAF weder nach innen noch im Verkehr untereinander. Wieso aber konnten staatliche Terrorbekämpfung und Strafverfolgung auf eine Gruppe ein Etikett kleben, das dort partout nicht hingehörte?

Lou Marin stellt als einen der Schwerpunkte seines Buches über die in der libertären Bewegung aktive Anna Henriette Estorges, genannt Rirette Maitrejean, die Phase in der anarchistischen bzw. auch in der sozialistischen Bewegung vor, in der die Empörung über die Gewalt der Herrschenden in Akte individuellen Terrors und damit exzessiver Gewalt umschlug, die Phase der "Propaganda der Tat". Dieser Episode ist es zu verdanken, dass von den Massenmedien jede "linke" Gewaltaktion umstandslos "den" Anarchisten zugeschrieben wurde und wird. Marin stellt heraus, dass diese Phase in Wirklichkeit tatsächlich eine Episode geblieben ist. Nicht zuletzt deshalb, weil in der libertären Bewegung sehr bald Kritik und Selbstkritik einsetzten, bei denen Maitrejean eine wichtige Protagonistin war. Dabei war es nicht die frühe Phase der "Propaganda der Tat", die ihre Kritik fand. Dieser fielen der Zar Alexander II. (1881), amerikanische Präsidenten Mc Kinsey 1901 ebenso zum Opfer wie die Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn 1898. So sehr letztere ein Zufallsopfer war, der Attentäter Luchesi wollte einen anderen Adeligen töten, so sahen Anarchisten in den getöteten Staatsoberhäuptern Verantwortliche für extreme staatliche Gewalt gegen streikende Arbeiter oder aufständische Bauern mit vielen Todesopfern. Maitrejeans Kritik bezog sich auf die militanten Aktionen der Gruppe um Jules Bonnot, die sich um 1911 darin gefielen, bei ihren Raubzügen auch unbeteiligte Angestellte umzubringen. Sie stellte in aller Schlichtheit klar, dass Bonnot und seine Kumpane nichts mehr als Räuber und Mörder seien, die auch vor der Tötung enger Freunde nicht Halt machten.

Diese gut beobachtete und durch persönliche Erfahrungen unterfütterte Gewaltkritik stellt Lou Marin in dem im rührigen, dem gewaltfrei-libertären Milieu zugehörigen Verlag Graswurzelrevolution herausgegebenen Band vor. Diese Kritik brachte Maitrejean zeitweise in Gegensatz zu Victor Serge, mit dem sie eine Liebesbeziehung und spätere Freundschaft verband. Serge rechtfertigte Bonnot: "Sie töten. Zweifellos. Ist das etwa ihr Fehler? Haben sie sich etwa das Schicksal ausgesucht, das ihnen bereitet wurde? Viele haben nur den Fehler gemacht, Menschen sein zu wollen und nicht Bürger, Lohnabhängige oder Soldaten. Einige haben davon geträumt, in einer Welt ohne Chefs frei zu arbeiten. Aber sie durften nur zwischen der Leibeigenschaft und dem Verbrechen wählen. Entschlossen und tapfer haben sie den Kampf gewählt, das Verbrechen." (S. 54)

Aber war nicht schon in jenen Tagen klar, dass diejenigen, die Gewalt unternehmen schnell zu Gewaltunternehmern werden? Nicht nur, dass diese Taten – das erkannten Maitrejean sehr schnell - nie zu einer Verbesserung der Lage der Unterdrückten. Im Gegenteil verschlimmerte sich in aller Regel die staatliche Repression, fragwürdigen Inhaftierungen folgten fragwürdigere Strafprozesse mit Todesurteilen, so als Folge auf einen angeblich von anarchistischen Arbeitern begangenen Bombenanschlag auf dem Haymarket 1886 in Chicago. Diese Aktionen der Gruppe Bonnot und anderer trugen zu einer beispiellosen politischen Brunnenvergiftung in der französischen Öffentlichkeit bei. Es entbrannte auch bitterer Streit in der anarchistischen Bewegung und schwächte sie. Die libertäre Bewegung selbst hatte also wenig zu gewinnen. Lou Marin: "Überhaupt beschrieb Maitrejean im Gegensatz zu allen romantischen Mythen großer Solidarität unter den Ausgebeuteten und Verarmten das Milieu als egozentrisch und zu jedem Schwindel gegenüber Genossinnen bereit, auch in dem Sinne, dass der tägliche Kampf uns Überleben individualistisch ausgefochten wurde."(S. 66) So kann Lou Marin feststellen: "Die wirkliche Delegitimierung der Politik anarchistischer Attentate kam von ihr, direkt aus dem Herzen des individualistischen Anarchismus."(S. 142)

Es gelingt ihm später nachzuweisen, dass die Kritik der Rirette Maitrejean eine der Quellen war, aus denen Albert Camus seine Kritik revolutionärer Gewalt im "Menschen in der Revolte" speiste: "Einen Menschen töten heißt, einen Menschen zu töten!" Maitrejean und Camus hatten im Pariser libertären Milieu seit 1940 persönlichen Kontakt und waren auch nach dem 2. Weltkrieg befreundet.

Wie bereits angedeutet, zählte Maitrejean Interessanterweise in der libertären Bewegung zu den Vertreterinnen einer individualanarchistischen Strömung, die neben einem freiheitlich orientierten Individualismus auch Wert auf Elemente einer praktischen Umsetzung libertärer Ideen legte und mit lebensreformerischen Praktiken verband: Maitrejean lebte in einem Milieu, in dem man sich vegetarisch ernährte und in Kommunen oder Wohngemeinschaften wohnte, der Verkehr zwischen den Geschlechtern sollte frei von bürgerlichen Konventionen sein. Diese Strömung betonte also die individuelle Verantwortung in der politischen Praxis: "Die schönsten Seiten der revolutionären Geschichte wurden von individuellen Taten geschrieben: Von der Menge ist nichts zu erwarten."(S. 113) Das Scheitern einer revolutionären Massenstrategie beschreibt Lou Marin in einem informativen Kapitel über die "Angst vor Staatsterror als eigentlicher Ursache der Abdankung der französischen Arbeiterbewegung vor dem August 1914 und dem ersten Weltkrieg."(S. 147) Zwar war die syndikalistische Conféderation Générale du Travail (CGT) die einzige Gewerkschaft Europas, die dem heraufziehenden Krieg mit zwei Großdemonstrationen und Warnstreiks mit mehreren Hundertausenden Teilnehmern entgegentrat, aber im Frühjahr 1913 wurde bekannt, dass die Regierung die Einweisung von über 800 Anarchisten und CGT-Funktionären in Konzentrationslagern vorbereitete. Man befürchtete eine neue Bartholomäusnacht, und das nicht zu Unrecht. Dieses Angstszenario bereitete den Boden für einen Umschwung in der Stimmung unter den Syndikalisten. "Die bürokratische Erhaltung der Organisation wurde als wichtiger erachtet als der Kampf gegen den Krieg und damit das Risiko, dass die Organisation durch Repression zerschlagen wird."(S. 150) Die Kritik der Individualanarchisten kam zu spät: "Nötig sind nicht starke Gruppen, sondern mächtige Persönlichkeiten."(S. 151) Im patriotischen Sturm, der auch die französische Arbeiterbewegung im August 1914 erfasste, blieb diese konsequente Gegenposition chancenlos. "Ein Anarchist tötet überhaupt nicht. Oder er erniedrigt sich auf das Niveau eines Soldaten oder eines Henkers der unterdrückten Bevölkerung."(S.156). Nach dem 1. Weltkrieg folgte die nächste Wende: ein guter Teil der CGT und Anarchisten wurde zu Sympathisanten der Bolschewiki und wechselte zur französischen KP.

Rirette Maitrejean blieb bei ihrer individualistischen libertären Position und kritisierte scharf den Wechsel ihres ehemaligen Lebensgefährten Victor Serge in das Lager der Bolschewiki bzw. später Trotzkis. Die Umdeutung seiner eigenen Vita vor 1914 ließ sie fragen: "Ist dies bloß eine Wirkung der Literatur oder verstehen es die kommunistischen Ideologien, das Individuum derart auszulöschen, dass sie ihm alle Erinnerungen zu nehmen vermögen."(S. 171) Sie bezog dabei nicht zuletzt Serges Apologie der revolutionären Gewalt ein. So schrieb er in seinem Buch über den katalanischen Aufstand 1917:"Arbeiter strömen durch die blendende Stadt…Ihre Hände werden nicht müde, den schwarzen Stahl der Waffen zu liebkosen. Und Wellen von Stolz und Kraft fließen von diesem Stahl in ihre muskulösen Arme, durch die Wirbelsäule in jene Bezirke des Gehirns, wo durch eine geheimnisvolle Chemie diese wichtige Lebenskraft destilliert wird, die wir 'Willen' nennen." (S.177)

Marin porträtiert eine bis an ihr Lebensende 1968 bescheiden lebende, selbstständige und –tätige Frau, die ihre Stimme nicht nur zur Frage der Gewalt, sondern auch zum gleichberechtigten Leben der Geschlechter, zu Ehe und Sexualität in den Organen der libertären Bewegung erhob. Einen Eindruck davon vermitteln die Artikel, die Marin dem Buch als Anhänge beigegeben hat (S. 215ff.). Sein Buch gibt Anlass, über den Zusammenhang zwischen individueller Verantwortung, Arbeit an der Persönlichkeitsbildung, politischem Denken und praktischer Aktion nachzudenken.

Hannes Denck
erschienen in: sopos 8/2016

Buchbesprechung: Rirette Maitrejean, von Lou Marin.

"In der Anarchie kommt es nur selten vor, dass man die Frauen nach ihrer Meinung fragt." (Rirette Maitrejean)

Wer ist Rirette Maitrejean? "Eine kleine, magere, agressive Kämpferin mit gotischen Profil." Mehr verrät uns Victor Kibaltchiche alias Victor Serge nicht in seiner Autobiographie Erinnerungen eines Revolutionärs, deren Erstausgabe 1951 in Paris erschienen ist. Und dies, obwohl er am 3. August 1915 diese Frau im Gefängnis heiratete und ihr von dort 528 Briefe, "alle durch die Gefängniszensur nummeriert, einer zärtlicher, gefühlvoller und mutiger als der andere" (1) schickte. Fünf Jahre musste Victor Serge im Gefängnis verbringen, verurteilt wegen angeblicher Unterstützung der Bonnot-Bande.

Über einen Zeitraum von fünf Jahren erhielt Rirette zwei Briefe in der Woche von ihrem angetrauten Kampfgefährten. Serge erinnert in seiner Autobiographie verblüffend wenig an diese, für ihn real immer wieder wichtige Frau. Er erwähnt sie nebenbei, lediglich viermal und immer unter ihrem Spitznamen Rirette. Er belässt sie vollends im Dunkeln!

Rirette Maitrejean, am 14. August 1887 als Anna Henriette Estorges geboren, kritisierte Serge schon anlässlich seines in den Jahren 1929 und 1930 geschriebenen Buches Die Geburt unserer Macht wegen seiner "Kaltherzigkeit" und einer "unwahrscheinlichen Fähigkeit zum Vergessen". (2) Hat Serge, der sicherlich berufen gewesen wäre an Rirette zu erinnern, aus welchen Gründen auch immer dieser Frau nicht gedacht, so ist vor kurzem im Verlag Graswurzelrevolution eine bemerkenswerte Biographie über diese französische Anarchafeministin und Individualanarchistin erschienen. Auf mehr als 200 Seiten zeichnet Lou Marin ein detailliertes und faszinierendes Bild der verloren gegangenen Welt des Pariser Untergrundes vor und nach dem Ersten Weltkrieg, welches geprägt war von den Diskussionen und Aktionen des anarchistischen Milieus.

Geflohen vor der Zwangsheirat suchte Rirette 1905 im Rahmen von individualanarchistischen, volkstümlichen Diskussionsveranstaltungen nach Bildung und entdeckte schließlich eine Konzeption des Kampfes, die ihr unmittelbare Perspektiven der Emanzipation bot. Sie lernte dort auch den 25jährigen Sattler Louis Maitrejean kennen und lieben. Da sie bereits schwanger mit ihrer ersten Tochter Henriette war, heiratete sie Louis um ihrem Kind einen legalen Status zu geben. Zehn Monate nach der Geburt von Henriette wurde bereits die zweite Tochter - Sarah - geboren. Rirette trennte sich wieder von Louis am Ende der Bonnot-Affäre im Jahre 1913.

Wenn wir im deutschsprachigen Wikipedia "Bonnot-Bande" eingeben, werden wir folgende Information bekommen: "Die Bonnot-Bande (La Bande à Bonnot) war eine kriminelle Gruppe, deren Mitglieder sich zum Anarchismus bekannten und die von 1911 bis 1912 in Frankreich und Belgien operierte. Sie setzte sich aus Personen zusammen, die sich mit der Philosophie des Illegalismus identifizierten und einer anarchistischen Szene entstammten. Die Bande nutzte eine hochtechnisierte Ausrüstung wie Repetierbüchsen und Automobile, die der Polizei noch nicht zur Verfügung standen. Die Bonnot-Bande bestand ursprünglich aus einer Gruppe französischer Anarchisten rund um die individualanarchistische Zeitschrift l'Anarchie. Sie wurde von Octave Garnier, Raymond Callemin und René Valet gegründet. Es war Garniers Idee, Automobile für kriminelle Taten zu nutzen. Jules Bonnot stieß im Dezember 1911 dazu. (...)
Weitere, weniger zentrale Mitglieder waren (..) Victor Lwowitsch Kabaltchiche, (...) Rirette Maîtrejean." (3)

Lou Marin beschreibt minutiös die Ereignisse rund um die Bonnot-Affäre und dem Prozess 1913, indem auch Rirette Maitrejean eine Mitangeklagte war, aber letztendlich freigesprochen wurde. Rirette und Victor waren beide keine (auch nicht weniger zentrale) Mitglieder der "Bande à Bonnot". Beide unterschieden sich aber in ihren Positionen ihr gegenüber. Rigette lehnte den Illegalismus konsequent ab und formulierte letztendlich eine tiefgründige individualanarchistische Attentatskritik. Victor Serge hingegen solidarisierte sich in den Anfangsjahren seiner individualanarchistischen Phase mit dem Illegalismus und entwickelte erst unter dem Einfluss von Rirette und vor allem unter dem Eindruck des Scheiterns des Illegalismus in Frankreich seine entschiedene Abkehr von diesem Versuch innerhalb der kapitalistischen Welt seine individuelle Befreiung mit allen legalen und illegalen Mitteln anzustreben und bezog zusehends anarcho-kommunistischen Positionen. Diese inhaltlichen Differenzen sollten letztendlich dazu beitragen, dass sich die Wege von Rirette und Victor nach dem ersten Weltkrieg und seiner Abreise nach Räterussland trennten.

"Die Vereinigung von Begierde und Freundschaft ist das, was man vollkommene Liebe nennt." (Rirette Maitrejean)

Bereits 1911 übernahmen Rirette und Victor die Leitung der Zeitung l'anarchie. Rirette machte bei ihrer Redaktionsbeteiligung Korrekturlese-, Verwaltungs- und Organisationsarbeiten. Sie war keine Artikelautorin, aber einige wenige Artikel schrieb sie doch. In zwei Artikel erläuterte sie ihr damaliges anarchafeministisches Verständnis zum Thema der freien Liebe, des Zusammenlebens und der Prüderie, wobei ihre Positionen in der l'anarchie eine Diskussion nach sich zogen. Rirette schrieb: "Wenn man Liebe, Verlangen und sexuelle Befriedigung so versteht, wie es viele Anarchisten tun, ist es tatsächlich nicht nötig, zusammen zu leben. Ich für meinen Teil jedoch liebe es, eine Menge anderer Gefühle, bessere und subtilere, zu empfinden. (...) Ich wiederhole es, die geschlechtlichen Beziehungen sind für mich bloß eine Ergänzung, ein Schlusspunkt aller Schönheiten, die man zu jeder Zeit gemeinsam erlebt hat." (4) Für diese 'Sentimentalität' wurde sie heftig kritisiert. Eine Kritikerin meinte, dass das "Zusammenleben durch Erfahrung, (...) die Liebe tötet." Es sei falsch, dass Rirette es "bestialisch" findet, sich zu einer bestimmten Uhrzeit zu treffen und sexuell zu vereinigen.

Lou Marin beschreibt in seinem Buch nicht nur diese Auseinandersetzungen, er schildert auch das Milieu libre und beschreibt die zeitgenössischen Anarchafeministinnen. Er behandelt die Kritik der kommunistischen AnarchistInnen an Rirette Maitrejean und gibt einen Einblick in das Scheitern eines wirksamen Kriegswiderstandes am Vorabend des Ersten Weltkrieges.

Als hervorragender Kenner und Liebhaber von Albert Camus hat Lou Marin auch das Verhältnis von Rirette zu Albert Camus ausführlich behandelt, der von ihrem Individualanarchismus und ihrer Attentatskritik nicht unbeeinflusst geblieben war. Im Anhang sind sechs Originalartikel von Rirette Maitrejean übersetzt.

Dieses Buch stellt sich als eine Fundgrube für all jene heraus, die an diesem Zeitabschnitt (Rirette lebte vom 14. August 1887 bis 11. Juni 1968) und an diesem Milieu interessiert sind. Es gibt Antworten auf so manches, bis jetzt noch nicht erschöpfend behandeltes Problem. Und es lässt zu, dass die Vorstellungskraft der Leserin oder des Lesers beflügelt wird.

(1) Lou Marin: Rirette Maitrejean; Attentatskritikerin, Anarchafeministin, Individualanarchistin, Seite 159/160; Heidelberg 2016.

(2) Ebenda, Seite 170/171.

(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Bonnot-Bande

(4) Ebenda, Seite 38.

Wien, am 15. Juni 2016
Peter Haumer
erschienen auf: a-bibliothek.org

>> zurück zur verlagsübersicht

Volltextsuche
Themen
Ausgaben

Bücher aus dem Verlag Graswurzelrevolution

Digitale Selbstüberwachung
Self-Tracking im kybernetischen Kapitalismus

Die Revolution bist Du!
Der Tolstojanismus als soziale Bewegung in den Niederlanden

Rirette Maîtrejean
Attentatskritikerin, Anarchafeministin, Individualanarchistin

Gegengeschichten oder Versöhnung?
Erinnerungskulturen und Geschichte der spanischen Arbeiterbewegung vom Bürgerkrieg bis zur "Transición" (1936-1982)

Alles verändert sich, wenn wir es verändern
Die Offene Arbeit Erfurt im Wandel der Zeiten (1979-2014)

"Kommen Sie da runter!"
Kurzgeschichten und Texte aus dem politischen Alltag einer Kletterkünstlerin

Deutsche AntifaschistInnen in Barcelona (1933-1939)
Die Gruppe "Deutsche Anarchosyndikalisten" (DAS)

Christlicher Anarchismus
Facetten einer libertären Strömung

Topf & Söhne
Besetzung auf einem Täterort

…und über uns kein Himmel
Graphic Novel

Lebensfäden
Zehn autobiographische Versuche

Gegen die Arbeit
Über die Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris 1936-38

Staudamm oder Leben!
Indien: Der Widerstand an der Narmada

Das Schlachten beenden!
Zur Kritik der Gewalt an Tieren. Anarchistische, pazifistische und linkssozialistische Traditionen

Ein weltweiter Aufbruch!
Gespräch über den gewaltfreien Anarchismus der Siebzigerjahre

Kleine Geschichte des Anarchismus
Ein schwarz-roter Leitfaden - Comic

"Ich revoltiere, also sind wir."
Nach dem Mauerfall: Diskussion um Albert Camus' "Der Mensch in der Revolte"

Barrieren durchbrechen!
Israel / Palästina: Gewaltfreiheit, Kriegsdienstverweigerung, Anarchismus

Der Intimfeind
Verlust und Wiederaneignung der Persönlichkeit im Kolonialismus

Anarchismus
Theorie, Kritik, Utopie

Lebensunwert?
Paul Wulf und Paul Brune. NS-Psychiatrie, Zwangssterilisierung und Widerstand

Lebenserfahrung und Geistesarbeit
Simone Weil und der Anarchismus

Anarchismus und Bürgerkrieg
Zur Geschichte der Sozialen Revolution in Spanien 1936-1939

Kampf der Erinnerungen
Der Spanische Bürgerkrieg in Politik und Gesellschaft 1936-2006

Rebell wider den Krieg
Bertrand Russell 1914-1918

Franz Prisching
G'roder Michl, Pazifist und Selberaner

"Krieg ist der Mord auf Kommando"
Bürgerliche und anarchistische Friedenskonzepte. Bertha von Suttner und Pierre Ramus

Zeiten des Kampfes
Das Student Nonviolent Coordinating Committee (SNCC) und das Erwachen des afro-amerikanischen Widerstands in den sechziger Jahren

Der 11. September und die neuen Kriege
Von der Bewegung gegen neoliberale Globalisierung zu einer weltweiten Antikriegsbewegung?

Das andere Indien
Anarchismus, Frauenbewegung, Gewaltfreiheit, Ökologie

Die Wüste lebt
Jenseits von Staat und Kapital

Gewaltfreier Anarchismus
Herausforderungen und Perspektiven zur Jahrhundertwende

Urpsrung der Revolte
Albert Camus und der Anarchismus





 


 aktuelle ausgabe   abo & service   archiv   buchverlag   news & infos   vernetzung   über uns   graswurzelladen   home 
verlag graswurzelrevolution buchverlag@graswurzel.net / www webmaster@graswurzel.net