Eine anarchistische Alternative zu den Massenmedien

| Underdog-Fanzine

Dr. phil. Bernd Drücke (*1965) ist Soziologe, freier Journalist und Autor. Er lebt seit 1991 in einem alternativen Wohnprojekt in Münster und ist seit November 1998 hauptamtlicher Koordinationsredakteur der gewaltfrei-anarchistischen Monatszeitschrift Graswurzelrevolution (GWR). Graswurzelrevolution bezeichnet eine tiefgreifende gesellschaftliche Umwälzung, in der durch Macht von unten alle Formen von Gewalt und Herrschaft abgeschafft werden sollen. Beeinflusst wurde die Bewegung durch französische, schweizerische, britische und US-amerikanische AktivistInnen und Publikationen aus dem Umfeld der international vernetzten War Resisters' International (WRI). Die Graswurzelbewegung selbst hatte insbesondere in den siebziger Jahren einen großen Einfluss auf gewaltfreie Aktionsgruppen der Friedensbewegung und auf die Anti-AKW-Bewegung. Die erste »GWR«-Zeitung wurde 1972 im Zuge des libertären Antimilitarismus und der anarchisch-pazifistischen Bewegung herausgegeben. Mit dem Anspruch Herrschafts- und Gewaltstrukturen zurückzudrängen und zu zerstören, setzen die MitarbeiterInnen auf gewaltfreie Aktionsformen. In diesem Sinne bemüht sich die anarchistische GWR seit 1972, Theorie und Praxis der gewaltfreien Revolution zu verbreitern und weiterzuentwickeln. Weiterlesen

„1984“ war keine Gebrauchsanleitung!

Das neue Polizeiaufgabengesetz ist ein Meilenstein auf dem Weg zum Überwachungsstaat

 430 sommer 2018 Michèle Winkler

Kommentar Nach wochenlangen Protesten in ganz Bayern haben schließlich am 10. Mai 2018 in München über 40.000 Menschen gegen die Novellierung des bayerischen Polizeiaufgabengesetzes (PAG) demonstriert. Am 15. Mai traten nochmals tausende junge Menschen in einen Schülerstreik. Dennoch hat die CSU an diesem Tag das Gesetz mit ihrer absoluten Mehrheit verabschiedet. Es trat am 25. … Weiterlesen

50 Jahre 68 und die neuen Frauenbewegungen

Vom Tomatenwurf zu Netzfeminismus und #MeToo. Ein Interview mit Gisela Notz

 430 sommer 2018 Interview: Bernd Drücke

Die promovierte Historikerin und Sozialwissenschaftlerin Gisela Notz lebt in Berlin und war von 1979 bis 2007 hauptberuflich wissenschaftliche Referentin für Frauenforschung im Historischen Forschungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung. Sie wirkte als Lehrbeauftragte und Vertretungsprofessorin an verschiedenen Unis, war Dozentin an der Internationalen Frauenuniversität in Hannover, Bundesvorsitzende von Pro Familia und von 1985 bis 1997 Redakteurin der Zeitschrift "beiträge zur feministischen theorie und praxis". Weiterlesen

Wehrpaßverbrennung

Eine fast vergessene Aktion

 430 sommer 2018 Johann Bauer

Es ist nicht mehr gewiß, daß es bei der "Aussetzung" der Wehrpflicht bleiben wird: Rekrutierungsprobleme der Bundeswehr und zunehmende internationale Spannungen könnten uns mit Problemen konfrontieren, die wir seit Jahren nicht mehr hatten. Für Frankreich wurde von Coastliner in der GWR 419 (Mai 2017) "Eine Renaissance des Kriegsdienstzwangs" vorhergesagt. Tatsächlich hat Macron jetzt die Einführung eines "service national universel" für Anfang 2019 angekündigt. Deshalb ist eine Erinnerung an Konflikte und Aktionen sinnvoll, an denen GraswurzelrevolutionärInnen und andere AntimilitaristInnen früher beteiligt waren. Das mag sogar Widerstand vorbereiten oder eine abschreckende Wirkung haben, wenn Zwangsdienste wieder ins staatliche Kalkül geraten. Vor 40 Jahren haben einige von uns ihre Wehrpässe öffentlich verbrannt. (GWR-Red.) Weiterlesen