Editorial

Schluß mit Militarisierung und Krieg!

| Bernd Drücke (GWR-Koordinationsredakteur)

Schluß mit Militarisierung und Krieg!

 

Liebe Leserinnen und Leser,

bei ihrem Gipfeltreffen im Juli 2018 in Brüssel haben die Regierungschefs der NATO-Staaten ihr Ziel einer massiven Aufrüstung bekräftigt. Alle Mitgliedsländer sollen bis 2024 ihre Militärausgaben auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung erhöhen, Deutschland also auf 80 Milliarden. US-Präsident Trump fordert gar eine Erhöhung auf vier Prozent.

Wer diese drastischen Militarisierungs- und Aufrüstungspläne durchkreuzen will, bekommt bald eine Gelegenheit zum antimilitaristischen Protest. Vom 15. bis 17. Februar 2019 findet in München die alljährliche „Sicherheitskonferenz“ (SIKO) statt, bei der sich die Staats- und Regierungschefs mit Vertreter*innen aus Militär, Wirtschaft und Rüstungsindustrie treffen. Dazu schreibt das Anti-SIKO-Bündnis: „Sicherheit könnten wir gut gebrauchen: Die Sicherheit, dass wir uns morgen noch unsere Miete leisten können, dass es keinen Krieg gibt und unsere Umwelt nicht den Bach heruntergeht. Aber um all das geht es bei der SIKO nicht.“ Tatsächlich gehe es um die Rechtfertigung der NATO für ihre Rüstungsausgaben und Kriegseinsätze, die uns als „humanitäre Interventionen“ verkauft werden.

Zwei Drittel der weltweiten Rüstungsausgaben von 1739 Milliarden Dollar entfielen 2017 auf die NATO und die mit ihr kooperierenden Staaten. „Kurdistan, Jemen, Mali, Afghanistan, Irak, Syrien. Die Liste der Länder, in denen NATO-Staaten Kriege führen oder unterstützen, ist lang. Sie stützen Regime, die ihnen Zugang zu Rohstoffen garantieren, und nehmen dabei Bürgerkriege wie z.B. im Kongo in Kauf. Mit ihren Militäreinsätzen sichern sie die Profite großer Konzerne, deren Zugang zu Absatzmärkten und die ‚Nachfrage‘ nach Waffen. Durch diese Kriege werden die Lebensgrundlagen und damit jegliche soziale Sicherheit in den betroffenen Regionen zerstört und hunderttausende Zivilisten getötet“, schreibt das Aktionsbündnis gegen die „Sicherheitskonferenz“, das zur bundesweiten Demo am 16. Februar 2019 in München (ab 13 Uhr am Stachus) mobilisiert. (1)

GWR 436

Antimilitarist*innen, die sich auf die Demo in München einstimmen möchten, finden in dieser GWR unter anderem auch bewegende Erinnerungen des vor kurzem gestorbenen US-Antikriegsaktivisten David McReynolds und einen Bericht über die Situation von Kriegsdienstverweigerern in Korea. Der Korea-Artikel ist auch als antimilitaristische Sicht auf den Konflikt zu verstehen und unterscheidet sich deutlich von dem, was uns in den Massenmedien zum Thema Korea serviert wird.

Nachdem wir in der Januar-GWR 435 ein Interview mit Rainer Schepper, einem der letzten noch lebenden Wehrmachtsdeserteure, veröffentlicht haben, bekamen wir Anfragen von einer DFG-VK-Gruppe, die das Interview gerne in ihrem Lokalradio ausstrahlen möchte. Teile des Interviews wurden am 17. Januar von Antenne Antifa im Bürgerfunk auf Antenne Münster ausgestrahlt. Jetzt ist sowohl diese Bürgerfunksendung (2) als auch der ungekürzte Interviewmitschnitt (3) in der Mediathek von NRWision zu finden. Beides kann gerne ab sofort von anderen Bürgerfunker*innen und Freien Radios übernommen und ausgestrahlt werden.

Blick in die Zukunft

In der Märzausgabe werdet Ihr als Supplement wieder eine neue zwölfseitige Ausgabe der Libertären Buchseiten finden. Redaktionsschluss ist der 10. Februar. Schwerpunkt der GWR 437 ist das Thema „Feminismus heute“. Wer einen akustischen Vorgeschmack auf diese Ausgabe bekommen möchte, kann sich am 28. Februar von 20:04 Uhr bis 21 Uhr auf Antenne Münster (95,4 Mhz.) und überregional im Livestream auf www.antennemuenster.de die neue Radio Graswurzelrevolution-Sendung anhören. Eine transkribierte und überarbeitete Fassung des Interviews, das GWR-Praktikant Marvin und ich mit den Feministinnen Kerstin Wilhelms-Zywocki und Marina Minor zum Internationalen Frauenkampftag 2019 geführt haben, und vieles mehr findet Ihr dann in der GWR 437.

Zusätzlich empfehle ich Euch einen Blick auf viele weitere Artikel und Filmbesprechungen auf www.graswurzel.net und wünsche nun viel Spaß beim Lesen der druckfrischen GWR 436.

Li(e)bertäre Grüße,

Bernd Drücke (GWR-Koordinationsredakteur)