Paul statt Wladimir

Kommentar von Mathias Schmidt

| Mathias Schmidt

Der Kulturbetrieb hat dieses Jahr das zweifelhafte Vergnügen, sich mit dem 150. Geburtstag des „Arbeiterführers“ Lenins auseinander setzen zu müssen. Die Pächter des „echten Sozialismus“ der MLPD nutzten vergangenes Wochenende (20.06.2020) diesen Anlass, um in Gelsenkirchen eine Lenin-Statue aufzustellen. Eine solche Figur ist für Westdeutschland zwar ein bemerkenswertes, doch kein erfreuliches Novum. Weiterlesen

Von Schweinen und stoischen Hoffnungsträgern

Auf dem Münchner DOK.fest (dieses Jahr online): Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit

| Nicolai Hagedorn

Auf dem Münchner DOK.fest, das in diesem Jahr aufgrund der Corona-Beschränkungen nur online stattfinden kann, wird auch ein Film gezeigt, der zuletzt den „megaherz Student Award“, ein Filmpreis für Nachwuchsfilmer*innen, sowie den Max Ophüls – Preis für Dokumentarfilme gewonnen hat: Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit. Weiterlesen

Die neoliberale Pandemie

Erste Schlüsse aus der Corona-Krise am Beispiel Deutschland und Spanien

 449 Mai 2020 M. Baxmeyer

„Naturkatastrophen“, hat Hans-Ulrich Schmicke, Deutschlands führender Vulkanologe, einmal geschrieben, „sind Menschenkatastrophen“. Wenn ein natürliches Ereignis in einer menschlichen Gesellschaft katastrophale Folgen habe, dann deswegen, weil diese Gesellschaft nicht ausreichend auf die entsprechende Bedrohung eingestellt und vorbereitet sei. Die weltweite Covid-19-Pandemie beweist die Richtigkeit dieser These auf dramatische Weise. Weiterlesen

Gender – binär oder queer?

Stichworte zum Postanarchismus

 449 Mai 2020 Oskar Lubin

Bei den Libertären Tagen 1993 in Frankfurt am Main, einem bundesweiten Treffen der anarchistischen Szene, entstand die Idee, einen antisexistischen Männerrundbrief zu gründen.(1) Wie immer in Sachen geschlechterpolitische Gleichberechtigung geschah das auch auf Druck von FrauenLesben (so die damals übliche Bezeichnung ohne Sternchen und Unterstrich). Dieser Druck war selbstverständlich nicht nur dem Patriarchat als solchem geschuldet, sondern auch sexistischem Verhalten, Mackermiltanz und „Manarchism“ in den autonomen und anarchistischen Milieus selbst. Weiterlesen

Team als Machtinstrument

Neue Herrschaftsformen in den Betrieben

 449 Mai 2020 Marcus Schwarzbach

„Agil“ ist das neue Modewort in den Betrieben. Die Arbeit wird zunehmend über Teamarbeit organisiert, Kommunikation hat eine große Bedeutung. In „agile Teams“ bekommen „Die Mitarbeiter [...] mehr Verantwortung als in klassischen Entwicklungsprozessen. Dadurch werden die Kommunikationswege kürzer und das Selbstbestimmungserleben gestärkt“, suggeriert Carsten Schermuly von der SRH Hochschule Berlin. (1) Weiterlesen