Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die USA sind die größte Militärmacht der Weltgeschichte. Im Jahr 2005 investierten sie mehr als 460 Milliarden Dollar in Krieg und Militär (vgl. Atlas der Globalisierung, Berlin 2006, S. 54). Das ist fast die Hälfte der Billion US-Dollar, die weltweit von allen Staaten zusammen für die Rüstung verschwendet wird.

Nun hat US-Präsident Bush erklärt, dass die US-Truppen am Golf um 21.500 weitere SoldatInnen und die Ausgaben für den Irak-Krieg um 8 Milliarden US-Dollar aufgestockt werden sollen.

Diese kriegsverschärfende Politik ist Anlass genug, sich in dieser Ausgabe der Graswurzelrevolution auseinander zu setzen mit dem militärindustriellen Komplex, mit Hegemonialinteressen und strukturellem Chaos (S. 9), aber auch mit den Möglichkeiten, wie dem Militarismus die Basis entzogen werden kann (S. 1, 7f.). Ein weiterer Schwerpunkt ist der gewaltfreie Widerstand von israelischen GraswurzelrevolutionärInnen gegen die Kriegspolitik ihrer Regierung (S. 1, 6f.). Ein Thema, das zu Diskussionen und zum Schreiben von LeserInnenbriefen anregt (siehe S. 18 f.).

Für Aufsehen wird diesmal vielleicht auch die kritische Lateinamerikaberichterstattung sorgen (S. 1, 12 f.). Insbesondere die Analyse des “Chavismus” in Venezuela dürfte die deutschen Chávez-Fans aufheulen lassen.

Und damit nicht genug. Wir setzen unsere Auseinandersetzung mit der Frage der Gewalt im Spanischen Bürgerkrieg fort (S. 10 ff.). Beleuchtet wird dabei auch ein libertäres “Tabuthema”: die anarchistische Verantwortung für Morde an katholischen Geistlichen im revolutionären Spanien 1936-1937.

Über weiterführende Diskussionen freuen wir uns. Und wir hoffen auch, dass Euch die Berichte über fantasievolle direkte Aktionen u.a. in Paris (S. 3) und Lüneburg (S. 5) zu eigenen Aktivitäten anregen werden.

Zum Thema G8 präsentieren wir diesmal nur drei Artikel. Geplant ist aber ein Schwerpunkt, sowie eine Aktionszeitung zum Thema, die voraussichtlich der GWR 318 beigelegt wird und zudem als Extrablatt verteilt werden kann.

Vorbestellungen, Themenvorschläge und Artikelangebote sind erwünscht.

Li(e)bertäre Grüße,

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