Anmerkungen zum katalanischen Unabhängigkeitsprozess

 423 november 2017 Harald Piotrowski

Seit die Bilder von prügelnden spanischen Nationalpolizisten gegen Wahlwillige am Tag des Unabhängigkeitsreferendums (1.10.2017) um die Welt gingen, ist die katalanische Unabhängigkeitsbewegung in der publizistischen Weltöffentlichkeit angelangt. Es ist hier nicht der Ort, die Entwicklung dieser Bewegung in allen Einzelheiten nachzuzeichnen. Zum Charakter dieser Bewegung und den sie treibenden Motiven sind jedoch m.E. einige Bemerkungen angebracht. Weiterlesen

„Das Schwert, das heilt“

Zur Kritik des Insurrektionalismus, Teil 2: Ward Churchill gegen George Lakey

 423 november 2017 N.O. Fear

Im September 2017 hatten wir in der Graswurzelrevolution Nr. 420 (S.9f.) eine Artikelserie zur gewaltfrei-anarchistischen Kritik des "Insurrektionalismus" begonnen und die Diskussion zwischen Peter Gelderloos und Gabriel Kuhn beleuchtet. In diesem 2. Teil bleiben wir in den USA. Ward Churchills These vom "Pazifismus als Pathologie" wird in Kreisen jugendlicher "InsurrektionalistInnen" von heute rezipiert. Wenig bekannt ist jedoch die Antwort des gewaltfreien US-Basisaktivisten George Lakey, die nun anlässlich dieser Rezeption in belgischen und französischen Kreisen neu veröffentlicht worden ist. (GWR-Red.) Weiterlesen

Robuste Konsenskonzepte

 423 november 2017 Katja Einsfeld

Konsens ist eine Methode und Haltung zur Entscheidungsfindung, bei der alle Betroffenen die Entscheidung mittragen können. In der Graswurzelrevolution Nr. 422 ist in dem Artikel "Konsens als radikale Kultur von Wertschätzung, Kontakt und Verletzlichkeit" von Joris Kern eine nicht für Kompromisse offene und sehr auf Bedürfniskommunikation ausgerichtete Sichtweise von Konsens zu lesen, die Konsens als von einer bestimmten "Konsenskultur" abhängig und fragil erscheinen lässt. Wenn es wirklich so leicht wäre, eine Konsenskultur zu zerstören, wenn Konsens wirklich so fragil wäre, wäre es dann eine geeignete Haltung oder Methode, um herrschaftsarm zu organisieren und langfristige Projekte aufzubauen? Wir brauchen ein robustes und an unterschiedliche Kontexte anpassbares Konzept von Konsens, wenn wir global vernetzte und föderierte vielfältige anarchistische Gesellschaften anstreben. Weiterlesen

Russischer Anarchismus und die Revolution von 1917

 423 november 2017 as

In der russischen revolutionären Bewegung waren die AnarchistInnen zunächst prägend. Das Beziehungsgeflecht zwischen den russischen AnarchistInnen und den Bolschewiki hatte 1917 schwerwiegende Konsequenzen. Erst durch die Erfahrung, nach ihrer Unterstützung der putschartigen Machtergreifung vom Oktober 1917 von den Bolschewiki instrumentalisiert worden zu sein, führte in Russland zur Separierung des Anarchismus vom Bolschewismus. Weiterlesen

Konsens als radikale Kultur von Wertschätzung, Kontakt und Verletzlichkeit

 422 oktober 2017 Joris Kern

Konsens wird als Methode von vielen Menschen angewendet, die Mehrheitsdemokratie für zu wenig selbstbestimmt halten und sich Hierarchiearmut wünschen. Ich möchte hier ein Plädoyer dafür halten, Konsens nicht als eine Methode zu betrachten, sondern als Lebenseinstellung und Kultur, die es aufzubauen und zu pflegen gilt. Dafür ist es zunächst einmal wichtig, Konsenskultur von der Kompromisskultur abzugrenzen. Weiterlesen