Das Social Center 4 All in Leipzig

Hausbesetzungen als linke Antwort auf soziale Fragen?

 410 sommer 2016 Marco Pellegrino

"Die ehemalige Führerscheinstelle in der Platostraße ist besetzt" - diese Nachricht verbreitete sich am ersten März-Wochenende 2016 wie ein Lauffeuer in Leipzig. Genauso schnell, wie sie das Haus besetzten, machten die Besetzer_innen auch ihre Motivation dahinter klar: Sie forderten die Einrichtung eines Sozialen Zentrums für Alle, in dem es gerade für unterschiedlichste Marginalisierte in dieser Gesellschaft Raum zum Krafttanken, Kennenlernen und Vernetzen gibt. Doch warum jetzt? Wie entstand die Idee des Social Center 4 All und wie hat sich die Gruppe seit der Besetzung entwickelt? Im Folgenden eine Bestandsaufnahme. Weiterlesen

„An den Kerkertoren hat der Bruderzwist zu schweigen“

Erich Mühsams Aktivität für die Rote Hilfe Deutschlands (RHD)

 409 mai 2016 Silke Makowski

Anarchistischer Schriftsteller, Bohemien, Räterevolutionär - und Aktivist der Roten Hilfe Deutschlands: Zu den weniger bekannten Aspekten von Erich Mühsams Leben und Wirken gehören sein Engagement in der KPD-nahen Solidaritätsorganisation und sein Einsatz für politische Gefangene. Nachdem er selbst während seiner Haftzeit intensiv von der Roten Hilfe unterstützt worden war, wirkte er über Jahre hinweg als Redner und Autor für diese Sache. Weiterlesen

Hafen der Ideen

Dortmund. Das neue anarchistische Zentrum wurde feierlich eröffnet und lässt sich durch die Neonazis nicht einschüchtern

 408 april 2016 Black Pigeon

Viel ist geschehen, seit in der Graswurzelrevolution Nr. 405 im Januar 2016 über die Crowdfunding-Kampagne für ein anarchistisches Zentrum Dortmund berichtet wurde. Im Endspurt der Kampagne hatten wir alle Hände voll zu tun, aber zusammen mit unseren Unterstützer*innen haben wir es geschafft, das angestrebte Spendenziel zu erreichen. Weiterlesen

Die Avantgarde und die Revolutionierung des Alltags

Ein Interview mit Alexander Emanuely, Autor des Buches "Avantgarde I"

 408 april 2016 Interview: Peter Schadt

Anarchistische Bohémiens wie Jules Vallès, Stéphane Mallarmé, Félix Fénéon bereiteten im Paris des 19. Jahrhunderts mit ihrem Kampf gegen die bürgerliche Gesellschaft den Boden für Dada. Dieser entstand schließlich 1916 in Zürich, in Auflehnung und Wut gegen das blutrünstige Europa des Ersten Weltkriegs [vgl. GWR 406]. Die Revolte dieser ersten Generation von AvantgardistInnen, größtenteils Kriegsflüchtlinge, war zuerst gegen die eigene, korrumpierbare Sprache und gegen die Institution Kunst gerichtet. Doch nicht nur die DadaistInnen wollten nichts mehr mit einer gesellschaftlichen Ordnung zu tun haben, die Weltkriege provoziert. So kam es zu mehreren Revolutionen, von denen sich eine hat durchsetzen können, nämlich die Oktoberrevolution 1917 in Russland. Diese sollte der nächsten Avantgarde-Generation - den SurrealistInnen - ganz neue Möglichkeiten von Antikunst eröffnen, um revolutionäre und emanzipatorische Ziele zu verfolgen sowie Kunst und Lebenspraxis zusammenzuführen. Vor einigen Monaten erschien Alexander Emanuelys Buch "Avantgarde I" im Schmetterling-Verlag. Mit dem Autor sprach für die Graswurzelrevolution Peter Schadt. (GWR-Red.) Weiterlesen

Gegengeschichten oder Versöhnung?

Erinnerungskultur 80 Jahre nach Beginn der Spanischen Revolution 1936

 407 märz 2016 Wolfgang Haug

Alexandre Froidevaux: Gegengeschichten oder Versöhnung? Erinnerungskulturen und Geschichte der spanischen Arbeiterbewegung vom Bürgerkrieg bis zur "Transición" (1936-1982), Verlag Graswurzelrevolution, Heidelberg 2015, 600 Seiten, 28,90 Euro, ISBN 978-3-939045-25-0 Die Erinnerungskultur am Beispiel des Spanischen Bürgerkriegs und der Spanischen Revolution aus den verschiedenen politischen Blickwinkeln aufzuarbeiten und darzustellen, ist bereits ein hoher Anspruch. Ihre Auswirkung auf die spanische Transicón, den Übergang von der Franco-Diktatur zur parlamentarischen Monarchie, zu beschreiben, macht die gestellte Aufgabe umso größer. Weiterlesen