(Nichts) Neues in der deutschen Nahost-Debatte?

Am 5. Juni findet in Köln unter dem Titel "Stop the Wall" eine "Internationale Konferenz für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel" statt.

 290 juni 2004 Alfred Schobert

Der fortgesetzte Mauerbau und der Armee-Einsatz in Rafah wecken Interesse an einer Konferenz, die "gewaltlose Kampagnen israelischer und palästinensischer Aktivistinnen und Aktivisten" unterstützen will. Teilnehmer wie Amnon Raz-Krakotzkin und Moshe Zuckermann könnten vielleicht sogar den Überdruss besiegen, den viele schon beim bloßen Gedanken an deutsche Nahost-Debatten verspüren. Verstärkt seit Beginn der zweiten Intifada und im Kontext aufeinander folgender Antisemitismus-Skandale spricht es bei diesem Thema bekanntlich aus deutschen Bäuchen, und in der Linken und den (neuen) sozialen Bewegungen ist die Diskussion durch Verfallen in die binäre Reduktion auf 'Freund oder Feind' erstarrt (I.). Weiterlesen

(Nichts) Neues in der deutschen Nahost-Debatte?

Am 5. Juni findet in Köln unter dem Titel "Stop the Wall" eine "Internationale Konferenz für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel" statt.

| Alfred Schobert

Der fortgesetzte Mauerbau und der Armee-Einsatz in Rafah wecken Interesse an einer Konferenz, die "gewaltlose Kampagnen israelischer und palästinensischer Aktivistinnen und Aktivisten" unterstützen will. Teilnehmer wie Amnon Raz-Krakotzkin und Moshe Zuckermann könnten vielleicht sogar den Überdruss besiegen, den viele schon beim bloßen Gedanken an deutsche Nahost-Debatten verspüren. Verstärkt seit Beginn der zweiten Intifada und im Kontext aufeinander folgender Antisemitismus-Skandale spricht es bei diesem Thema bekanntlich aus deutschen Bäuchen, und in der Linken und den (neuen) sozialen Bewegungen ist die Diskussion durch Verfallen in die binäre Reduktion auf 'Freund oder Feind' erstarrt (I.). Weiterlesen

Mit Schiller am Hindukusch

Brigadegeneral a.D. Reinhard Günzel rühmt als der Tell des 21. Jahrhunderts in der rechtsextremen Wochenzeitung "Junge Freiheit" den "gewissen soldatischen Kern in unserem Lande"

 288 april 2004 Alfred Schobert

Vielleicht sollte man Brigadegeneral a.D. Reinhard Günzel dankbar sein. Immerhin hatte sein Brief an den CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann erheblichen Anteil daran, dass es der CDU Anfang November 2003 nicht gelang, die Affäre um Hohmanns antisemitische Neuhofer-Rede vom 3. Oktober (vgl. GWR 284) schnell unter den Teppich zu kehren. Weiterlesen