Der lange Marsch der 68er zur nationalen Rechten

 237 märz 1999 Harold the Barrel

Der lange Marsch durch die Institutionen nach der Revolte 1968 war ein Marsch in den Reformismus, rein ins System – das wußten AnarchistInnen schon lange. Und heute hat es sich bestätigt: 68er stellen viele Posten in der Regierung bis hin zum Regierungschef und Außenminister. So weit, so schlecht. Es geht aber auch noch schlimmer: unter … Weiterlesen

Ein Jahr Wanderkirchenasyl

Hungerstreik kurdischer Flüchtlinge im besetzten grünen Landesbüro zur Unterstützung der Forderungen des Kirchenasyls

 236 februar 1999 Andreas Speck

Als am 21. Januar 1998 in der Kölner Antoniterkirche zwanzig kurdische Flüchtlinge eine auf vier Wochen angesetzte Protestaktion gegen Abschiebungen in die Türkei starteten, rechnete wohl niemand damit, das daraus das größte Kirchenasyl in der Geschichte der BRD hervorgehen würde. Mittlerweile befinden sich ca. 140 Flüchtlinge seit mehr als 1 Jahr "auf Wanderschaft” durch verschiedene Kirchengemeinden Nordrhein-Westfalens. (Red.) Weiterlesen

„Banalität des Guten“?

Eine Verteidigung von Ignatz Bubis’ moralischem Entsetzen über Martin Walsers intellektuellen Nationalismus

 234 dezember 1998 Harold the Barrel

Am 11. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse hielt der bekannte Schriftsteller Martin Walser seine Rede zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels. Die versammelte neue Staatsführung klatschte, nur ein erschütterter Ignatz Bubis, Präsident des Zentralrats der Juden Deutschlands, sank sichtbar in sich zusammen. Am 9. November holte Bubis in der Synagoge der Jüdischen Gemeinde in Berlin anläßlich der offiziellen Gedenkfeiern zur Reichspogromnacht zur emotionalen Antwort aus, nannte Martin Walser einen "geistigen Brandstifter" und kritisierte eine von Walser legitimierte "Kultur des Wegschauens und Vergessenwollens". (Red.) Weiterlesen

Alltäglicher institutioneller Rassismus

Erfahrungsbericht eines Kameruner Studenten und Schriftstellers in der BRD

 230 sommer 1998 Dr. Alain Patrice Nganang

Allzu leicht gerät uns Deutschen in Vergessenheit, welche Ungeheuerlichkeiten Menschen aus anderen Ländern hierzulande tagtäglich erleben müssen. Die TäterInnen sind oft genug Sicherheitsbeamte und PolizistInnen, die nur ihre "Arbeit" tun. Das Opfer verlangt u.a., daß seine Würde durch eine offizielle Entschuldigung wiederhergestellt wird. (Red.) Weiterlesen