Anarchistische Poesie

 252 oktober 2000 Jodsenf Felsfreß

Hach, ist das schön! Und dabei ist es mit Lyrik gemeinhin so eine Sache. Hans Magnus Enzensberger hat einmal geschrieben, lesen wolle Gedichte niemand. Nur schreiben. Und so fehlt es auf dem deutschen Buchmarkt nicht an fremd – und selbstverlegten Peinlichkeiten: Hier ruft die Seele eines ästhetischen Pflegefalles mit lyrischer Inkontinenz nach Zuwendung, dort werden … Weiterlesen

„Sprengstoff fegen“

Experimentelle Lyrik bei der Edition Blackbox

 252 oktober 2000 Ralf Burnicki

Der 62jährige Autor und Künstler Horst Werder veröffentlichte Erzählungen unter anderem im bekannten „Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“ des Fischer-Taschenbuchverlages. Mit Werders Gedichten aus den Jahren 1997 bis 2000 wird der „schönen“ Literatur jetzt allerdings auch auf sprachexperimentelle Weise eine Absage erteilt. Entstanden ist eine radikale Lyrik, wie schon der Titel „Sprengstoff fegen“ ankündigt, und als … Weiterlesen

Gratulation zum 50.

 252 oktober 2000 Jochen Knoblauch

Wenn wir früher mal von der ‚klammheimlichen Freude‘ gesprochen haben, dann meinten wir wohl etwas anderes, als der klammheimlichen Freude über ein Jubiläum einer Buch-Reihe aus dem Hamburger Nautilus-Verlag. Ohne großes Trara wurde in diesem Sommer der 50. Band der „Kleinen Bücherei für Hand und Kopf“ ausgeliefert, ohne dass die Fanfaren erklangen, und das Konfetti … Weiterlesen

Nachruf auf Ernst Jandl

 251 september 2000 Joseph Steinbeiß

„Die Biographie eines Dichters sind seine Gedichte.“ – Jewgeni Jetuschenko „Die Welt ist laut – laut ist schön.“ – Ernst Jandl Ernst Jandl ist tot. Ganzundgartot. Es gibt Dinge, die gehören sich einfach nicht! Komme mir keiner mit einer handvoll überreifer Pflaumen aus dem Platitüdenpark: von wegen, seine Gedichte werden „ewig leben“. Komme mir keiner … Weiterlesen

„Die Wirklichkeit zerreißen wie einen mißlungenen Schnappschuß“

Das Netzwerk libertärer AutorInnen: "Fraktal"

 242 oktober 1999 RB

Ja, es gibt sie: die neue "anarchistische Literatur", die neue "anarchistische Poesie". Fast unbemerkt hat sie sich seit Anfang der 90er Jahre entwickelt, und jetzt tritt sie deutlicher ans Tageslicht. Besonderes Kennzeichen: Zwei von der bürgerlichen Entwicklung fein säuberlich getrennte Denkbereiche, Literatur und Politik, werden hier aufs engste verbunden. Weiterlesen