Das Gespenst der Freiheit

Über „Corona-Diktatur“, Meinungsfreiheit und „Soziale“ Bewegung

 450 sommer 2020 Johann Bauer

Manche der Demonstrationen, die seit Lockerung der Covid-19-Maßnahmen „im Namen der Freiheit“ aufflackern, erinnern an den Slogan „freie Fahrt für freie Bürger“. Neben echter Sorge um die Grundrechte unserer Gesellschaft marschiert hier eine Freiheit, die nicht vernunftgeleitet ist, sondern auf ein „tun und lassen, was ich will“ pocht. Während die Vernunft Abstand hält, organisieren Virusleugner*innen und Verschwörungstheoretiker*innen bundesweit sog. Hygienedemos. Johann Bauer kommentiert in seinem Artikel diese neue „soziale“ Bewegung und setzt sich kritisch mit dem rechts-nationalistischen Diskurs gegen die „Corona-Diktatur“ auseinander. (GWR-Red.) Weiterlesen

Zeit der Rebellion

Lesen, Nachdenken, Handeln

 450 sommer 2020 Monika Kupczyk, Daniel Korth

Liebe Leser*innen, Der Sommer ist lang und die Graswurzelrevolution dick. Wir freuen uns, Euch 28 Seiten Anarchie und ein bisschen Chaos an die Hand zu geben. Die 4 zusätzlichen Seiten sollen, wie schon die GWR-Doppelnummer im März, den Ausfall der Februarnummer 2020 wett machen. Außerdem sorgen sie dafür, dass diese GWR nicht zu coronalastig wird. … Weiterlesen

Woher kommen die Pakete?

Der Arbeitskampf bei Amazon in Zeiten von COVID-19

 449 Mai 2020 Streiksolibündnis Leipzig

Die Schließung zahlreicher Läden in den Innenstädten und die Angst vor einer Ansteckung beim Verlassen des Hauses scheint die Verkaufszahlen bei Amazon in die Höhe zu treiben. Zumindest läuft es in dieser Hinsicht klasse beim Marktführer im Online-Handel. Während weltweit Regierungen die Ausbreitung der Pandemie mit Kontaktsperre-Gesetzen verlangsamen wollen, sind die Arbeiter*innen, die die Waren in Amazons Warenlagern picken, packen und stowen derzeit einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Die Angst vor einer Ansteckung führte zu ersten Streiks in den USA, Frankreich und Italien. Weiterlesen

Die neoliberale Pandemie

Erste Schlüsse aus der Corona-Krise am Beispiel Deutschland und Spanien

 449 Mai 2020 M. Baxmeyer

„Naturkatastrophen“, hat Hans-Ulrich Schmicke, Deutschlands führender Vulkanologe, einmal geschrieben, „sind Menschenkatastrophen“. Wenn ein natürliches Ereignis in einer menschlichen Gesellschaft katastrophale Folgen habe, dann deswegen, weil diese Gesellschaft nicht ausreichend auf die entsprechende Bedrohung eingestellt und vorbereitet sei. Die weltweite Covid-19-Pandemie beweist die Richtigkeit dieser These auf dramatische Weise. Weiterlesen

Krise ohne Grund

Viren in Zeiten des Wertgesetzes

 449 Mai 2020 Nicolai Hagedorn

Nach einer Woche Ausgangssperre, Börsen-Einbrüchen und leeren Toilettenpapierregalen zeigte die Bourgeoisie einmal mehr ihr beschränktes Gesicht. Finanzminister Scholz wollte das Virus mit der „Bazooka“ bekämpfen, auch Emmanuel Macron und Donald Trump sahen sich im Krieg. Letzterer forderte kurz darauf die Bevölkerung auf, für die Ärzte und Krankenschwestern zu beten. Weiterlesen

Albert Camus’ „Die Pest“ in Corona-Zeiten

Eine literarische Erinnerung an die Judenrettung in der Résistance und deren kreative Interpretation durch Luis und Lucía Puenzo

 449 Mai 2020 Lou Marin

„Ob Ost, ob West – Nieder mit der Nazi-Pest!“ Jede Aktivist*in kennt diesen Spruch aus zahlreichen Antifa-Demos. Den Nationalsozialismus mit einer Pest-Epidemie verglichen hat auch der französische libertäre Schriftsteller und Anarchosyndikalist Albert Camus (1) in seinem Roman „Die Pest“ (1947) – der in heutigen Corona-Zeiten ganz besonders zu uns spricht. Was viele nicht wissen: Er beschrieb damit die massenhafte Rettung jüdischer Menschen in der Zeit der französischen Résistance von 1941 bis 1944 – eine der größten Aktionen des zivilen Widerstands im Zweiten Weltkrieg. (GWR-Red.) Weiterlesen