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217 märz 1997
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Tips zur Vermeidung von Burn-Out

"Du bist ebenso wichtig wie die Kampagne"

Zum "Burn-Out", dem "Ausgebrannt Sein" kommt es, wenn wir zu viel auf uns nehmen, zu intensiv und für eine zu lange Zeit. Es ist ein Zustand, in dem wir nicht mehr in der Lage sind, effektiv - wenn überhaupt - zu agieren. Wenn jemand ins "Burn Out" rutscht und dagegen aktiv wird, kann ein "Burn Out" vermieden werden und die Person sich weiter an der Kampagne beteiligen. Wenn keine vorbeugenden Maßnahmen ergriffen werden, kann ein "Burn Out" sich ernsthaft auf das Leben auswirken und schließlich dazu führen, daß die Person aus der Politik aussteigt. (Red.)

Die Symptome eines Burn Outs sind: chronische Ermschöpfung, kleinere Erkrankungen, wiederkehrende Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Depression, Angstzustände, ein Gefühl der Überwältigung und Gefühlsausbrüche, die leicht zu Tränen oder Ausbrüchen führen.

Als Reaktion auf Streß wird als erstes Adrelanin ausgeschüttet, das zu einem zeitweisen Energieschub führt. Wenn wir uns dauernd weiter unter Druck setzen und die ganze Zeit auf Hochtouren laufen, können wir einen hohen Aktivitätslevel aufrecht erhalten, doch das kann nicht ewig andauern. Die zweite Stufe ist, sich zu entspannen, sich gehen zu lassen, sich in einer Ecke zusammenzukuscheln und sich zu erholen. Wenn wir auf der ersten Stufe verbleiben und Hinweise unsere Körpers, daß etwas nicht in Ordnung ist, ignorieren, dann wir unser Körper oder unser Gehirn zu schmerzhaften oder dramatischen Mitteln greifen, um unser Bewußtsein zu erlangen - wir "brennen aus".

Du bist ebenso wichtig wie die Kampagne

Das mag wie Ketzerei klingen, doch ohne AktivistInnen gibt es keine Kampagne. Du must auf Dich selbst achten, und wir müssen gegenseitig auf uns achten.

Die wichtigsten Bedürfnisse:

  • angepaßtes, nahrhaftes Essen; Vitamine (Tabletten?), um fit zu sein;
  • Schlaf - weg von allem, falls erforderlich;
  • eine Auszeit nehmen - jeden Tag ein wenig; jede Woche etwas mehr;

Nahezu ebenso grundlegend sind:
  • Entspannungstechniken oder Meditation: Finde Deinen eigenen Weg, für 15-20 Minuten "auszubrechen";
  • Freude: das könnte frivol und überflüssig klingen, doch wenn wir uns tage- oder wochenlang einer aufwühlenden, schmerzhaften, körperlich anstrengenden Situation aussetzen, brauchen wir kurze Pausen persönlichen Wohlbefindens, um neue Energie zu tanken.

Schaffung eines Rückzugsraumes

Eine Möglichkeit, mit Momenten extremen Stressen umzugehen, ist, sich geistig in einen imaginären Raum zurückzuziehen, der sich und erfrischend ist. Stelle Dir in einem ruhigen Moment deinen Rückzugsraum vor. Wo ist er? Vielleicht auf einer einsamen Insel, ein großes Bett mit bemalten Vorhängen, ein Zelt in der Wüste. Nehme dir Zeit, dir die Umgebung auszumalen, die Geräusche, Gerüche, die Farben. Stelle es dir so lebensecht wie möglich vor. Du kannst dich dann an diesen Ort "zurückziehen", wann immer die Notwendigkeit dazu entsteht.

Gegenseitige Unterstützung

Gegenseitige Unterstützung ist für den Aufbau einer starken Bewegung unabdingbar. Finde zwei oder drei Leute, mit denen du regelmäßig zusammenarbeitest, so daß ihr euch und eure Bedürfnisse kennenlernt. Nehmt euch Zeit, euch über eure Gefühle auszutauschen, eure Hoffnungen, Ängste.

Achte darauf, wie gesteßt die Menschen um dich herum werden: gib ihnen die Möglichkeit, zu reden und Dampf abzulassen (es wird Treffen beschleunigen, wenn das Bedürfnis, unsere Geschichte(n) zu erzählen, erfüllt wurde). Stelle sicher, daß andere deine Bedürfnisse kennen und nehmt euch die Zeit, eure Gefühle auszutauschen.

Weinen ist für den Körper ein Weg, Gefühle, die zu Geschwüren führen können, herauszulassen. Auch Lachen ist gut. In den Arm zu nehmen kann helfen.

Trauern

Kummer und Ärger sind eine Form des Trauerns und es ist notwendig, diese Gefühle anzuerkennen und 'rauszulassen, entweder durch Weinen, durch Wut herauslassen (an einem sicheren Ort), oder indem darüber geredet wird. Nur wenn wir durch diese Gefühle hindurchgehen, und sie nicht unterdrücken, können wir erneut auf die tiefen emotionalen Energien zugreifen, die es uns ermöglichen weiterzumachen.

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Aus einem Faltblatt des "Turning the Tide"-Programms von Quaker Peace and Service

Übersetzung aus Peace News Nr. 2407 durch Andreas Speck


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