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249 mai 2000
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>> 249 mai 2000

Antirassistische Aktion gegen die Lufthansa

Ein Bericht aus Darmstadt:

Am 7. April 2000 erklimmten rund 30 AntirassistInnen den Hügel mit dem idyllisch im Wald gelegenen, aber dann etwas weniger idyllisch wirkenden Gebäudekomplex des Lufthansa- Bildungszentrums in Seeheim-Jugenheim.

Dort angekommen, begaben sich einige in die Cafeteria und verteilten an die noch nicht sehr zahlreichen Mittagsgäste die "deportation.class"-Zeitungen und die für diese Aktion zubereiteten Flugblätter (s.u.). Andere betraten die übrigen Gebäude mit den Hotel- und Seminarräumen und verteilten dort die Zeitungen und Flugblätter und klebten kleine Aufkleber "Lufthansa deportation class stop" (mit Hinweis auf die Webseiten "www.deportation-alliance.com").

Während die Gäste des Bildungszentrums wie wir selbst sehr "ruhig und besonnen" blieben, trat sehr bald ein cholerisch wirkender Angestellter auf den Plan, der uns aus der Cafeteria und überhaupt vertreiben wollte.

Wir ließen uns jedoch nicht beirren, verteilten weiter unsere Materialien an die zunehmend der Cafeteria zuströmenden Gäste und unter die Scheibenwischer der zahlreichen Fahrzeuge auf dem Parkplatz, entrollten unsere Transparente - sehr schön: das "deportation.class"-Plakat auf edlem Tuch - und hielten schließlich mit gut und weit hörbarem Megaphon eine kleine Kundgebung ab. Verlesen wurde das Flugblatt mit spezieller Ansprache an Gäste und Beschäftigte, insbesondere drei der dort tätigen Mitglieder das Managements.

Während die Gäste des Zentrums das Ganze eher gelassen bis - wie gewohnt - verständnislos über sich ergehen ließen (erwähnenswert aber die echte Begeisterung eines Herrn über die Zeitung: "das ist gut, das muß ich meinem Chef zeigen" - ?), verhielten sich die von uns erlebten Beschäftigten des Lufthansa-Bildungszentrums doch sehr solidarisch zu "ihrem" Konzern: vom eingangs erwähnten Choleriker, der auch vor Tätlichkeiten nicht zurückschreckte und deshalb abgedrängt werden mußte, mal abgesehen, gab es z.B. Äußerungen wie "das ist doch eine Lüge" auf unsere Aussage, daß Kola Bankole und Aamir Ageeb in Lufthansa-Maschinen umgebracht wurden. Ein anderer Beschäftigter behauptete, das Bildungszentrum habe gar nichts mit der Lufthansa zu tun, wurde dann aber schnell still, als er auf die dort stattfindenden Lufthansa-Schulungen in eigenen Räumlichkeiten hingewiesen wurde.

Alles in allem ein Nadelstich von hoffentlich noch vielen, diese Aktion; die Presse konnte wegen des Überraschungseffekts leider nicht eingeladen werden, drum verschickten wir danach dann noch eine Presseerklärung, die ihr unten lesen könnt.

Der dann noch auftauchenden Polizei gelang die Personalienfeststellung dreier Menschen auf dem Rückweg; Begründung war, "der Frieden" sei gestört worden und es habe einen "tätlichen Angriff" gegeben. (Fürwahr, doch nicht von unsrer Seite)

Viel Spaß, Glück & Erfolg den AktivistInnen morgen und demnächst in München und anderswo!

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