Auf die Außenwelt einwirken
"Nicht einmal zu versuchen, auf die Außenwelt einzuwirken, sondern
sie so hinzunehmen, wie sie eben ist, aus Heuchelei, Opportunismus,
Feigheit einzuwilligen, dass man selbst so wird wie sie, sich
in den Farben der Umgebung zu tarnen - das nennt sich dann Realismus."
(René Crevel)
Liebe Leserinnen und Leser,
der Krieg im Irak hat das ausgelöst, was von AntimilitaristInnen
vorhergesagt worden ist: Die Zunahme von Terroranschlägen. Wer,
wie z.B. Bush und Blair im Irak, Putin in Tschetschenien und Schröder
und Co. 1999 in Jugoslawien und 2001 in Afghanistan, Brände mit
Benzin "löscht", wer Menschen und Dörfer bombardieren lässt, handelt
terroristisch. Krieg ist Terror und erzeugt neuen Terror. Wir
müssen uns gegen jeden Krieg engagieren, weil wir wollen, dass
alle Menschen ein menschenwürdiges Leben führen können. Unsere
Unterstützung gilt Deserteuren und Kriegsdienstverweigerern, allen
Menschen, die sich der Logik von Krieg und Terror verweigern.
Dieser GWR sollte eigentlich die aktuelle Ausgabe des Zerbrochenen
Gewehrs beiliegen (siehe S. 20). Das hat leider nicht
geklappt. Die vollständige "Liste
der Gefangenen für den Frieden" und die Texte zum Thema findet
Ihr deshalb auf unserer Homepage. Dort findet Ihr u.a. auch eine
neue soziologische Uni-Arbeit von Dominik Hanning: "Analyse
der Berichterstattung der GWR vor und während des dritten Irakkrieges"
Lasst Euch von der GWR 284-Bleiwüste nicht abschrecken. Das Lesen
lohnt sich. Schwerpunkte sind der Widerstand
gegen Atomstaatspolitik und Castortransporte
(S. 1, 14 f.) sowie die Proteste gegen die Zerschlagung der sozialen
Sicherungssysteme (S. 1, 7f.). Gut gefallen mir die Interviews
mit Helga Weber-Zucht (S. 10 f.), Ferda
Ülker (S. 4), Anna Kolossova (S.
15) und Angelika, einer Mitorganisatorin
der Berliner Großdemo gegen den Sozialkahlschlag. Herausragend
und - angesichts der Geschehnisse um Hohmann und seinen KSK-General
- notwendig, ist Alfred Schoberts Analyse des "Elitenantisemitismus
in Nazi-Kontinuität" (Seite 1, 12 f.). Bewegend ist Dieter
Nelles Nachruf auf unseren Genossen
Helmut Kirschey, der im Alter von 90 Jahren am 23. August in Göteborg
gestorben ist (S. 9). Wichtig ist auch Frank Bärmanns Artikel
über den Konkurs des Nazikonzerns IG-Farben
(S. 13). Annette Schiffmann kratzt am Mythos von Michael Moore
(S. 5). Das 2. ESF in Paris (S. 3) ist ebenso Thema, wie Biopiraterie
(S. 4), der Widerstand gegen die EU-Militärverfassung,
Militarisierung und KDV (S. 2, 5, 18, 20). Und wem das nicht genug
Lesefutter ist, dem bieten die Buchrezensionen (S. 11, 16 f.)
z.B. zum Anarchosyndikalismus auf Mallorca, zu "Rote Frauen werden
immer schöner" und "John Lennon - Die Legende" Anregungen zum
Weiterlesen.
Li(e)bertäre Grüße,
Bernd Drücke (GWR-Koordinationsredakteur), 21.11.03
Auf den Spendenaufruf (GWR 283-Beilage) gab es erste Resonanzen.
Ein herzliches Dankeschön allen SpenderInnen: H.U. 51,13; A.D.
20,00; W.K. 20,00; B. und K.F. 10,00; S.B. 20,00; H.H. 50,00;
M.B. 20,00; Weltladen 5,00; E.S. 10,00; M.D. 30,00; H.-P.H. 30,00;
B.H. 39,00; A.B. 25,00; C.-M.S. 15,00; J.O. 15,00